Samstag, 28. Juli 2012

Eine heiße Woche, die mit Blitzschlag endete

Letzten Sonntag haben Clio und ich einen Ausflug nach Düsseldorf zu Uli gemacht, denn a) wollten Uli und ich die Rheinkirmes am Abschlusstag besuchen und b) wollte Clio der magischen Grenze von 1.000 km Laufleistung näher kommen - was hilft da mehr als eine Fahrstrecke von 84 km? :o) Gestern Abend, als ich ihn im Hof abstellte, hatte er 981 km runter, d. h. bald haben wir die 1.000 km voll. Juhu!!

Erst haben wir bei Uli auf'm Balkon Kaffee getrunken, denn es war ja ein schöner, warmer Tag. Kurz nach halb vier sind wir dann zusammen zur U-Bahn-Haltestelle Nordpark/Aquazoo flaniert, während Clio schräg gegenüber von Ulis Haus geduldig wartete, denn mit dem Auto zur Rheinkirmes zu fahren, ist glatter Wahnsinn, da ist der ÖPNV wesentlich besser, zumal mehrere U-Bahnlinien direkt am Luegplatz hinter der Oberkasseler Brücke halten und man nur noch über die Straße muss, um zur Kirmes am Rheinufer zu kommen.

Natürlich haben wir auch eine Reihe von Fahrgeschäften besucht - ich war ja schon zwei Jahre nicht mehr auf der Rheinkirmes und auf Crange, weil ich im Jahr 2010 nen Hörsturz hatte und mich letztes Jahr von ner transitorischen ischämischen Attacke inkl. Reha erholen musste, sodass ich danach auch nicht wirklich Bock auf Kirmes hatte. Wir haben mit den Südseewellen angefangen, sozusagen zum Eingewöhnen. Uli ging's nach der Fahrt nicht so wirklich gut, aber nach ner Bratwurst fühlte sie sich direkt viel besser :o). Mir hat die Fahrt gar nix ausgemacht; das Einzige, was genervt hat, war der Brüllaffe im Wagen hinter uns, denn der brüllte, als wenn er bei lebendigem Leib gegrillt würde. Na, so schlimm war die Fahrt nu auch wieder nicht :o).

Wenig später waren wir auf dem Riesenrad Bellevue und hatten natürlich einen guten Blick über den Kirmesplatz, den Rhein und die Stadt Düsseldorf. Der Anblick ist mir zwar vertraut von früheren Kirmesbesuchen, aber er ist immer wieder atemberaubend schön, vor allem, wenn der Rhein in der Sonne glitzert.

Kurz danach habe ich an einer Losbude einen Schlumpf gewonnen, den wir Kirmi getauft haben. Seit Sonntagabend sitzt Kirmi auf Clios Rücksitz auf der Fahrerseite und mein fahrbarer Untersatz kümmert sich liebevoll um seine Insassen auf den Rücksitzen - auf der Fahrerseite Kirmi, auf der Beifahrerseite ein Herzchen mit Turnschuhen, das mein damaliger Freund auf der Rheinkirmes 2007 für mich geschossen hatte.

Eigentlich hatte ich meinen Stofftieren gesagt, dass sie zuhause bleiben und nicht zur Kirmes sollten, aber die Kleinen haben mal wieder nicht auf mich gehört. Als wir vor der Achterbahn - genauer gesagt der Alpina-Bahn - standen, konnten wir meine Stofftiere direkt im ersten Wagen sehen, als die Achterbahn in die Tiefe sauste. Das gab natürlich ein tolles Geschrei, was vor allem von Sammy kam, denn sie musste ja wieder Fahrgeschäfte besuchen, die sie eigentlich gar nicht verträgt.

Die Fahrt auf dem Happy Sailor sollte eigentlich nach einem Besuch im Brauereizelt Füchsen der krönende Abschluss des Besuchs werden, zumal wir auf diesem Familienfahrgeschäft immer Kicheranfälle allererster Güte bekommen, aber kurz bevor wir die Kirmes verließen, erregte eine Geisterbahn meine Aufmerksamkeit, zumal dort ein als Sensemann verkleideter Mensch auf- und abtrappste. Ich war zwar schon ewig lange nicht mehr in einer Geisterbahn, weil ich die als Kind immer sehr öde fand, und Uli eigentlich auch nicht, aber sie ließ sie überreden. Die Geisterbahn hieß übrigens Daemonium, hihi.

Schon als wir einstiegen, beschwerte sich Uli, dass wir keins der überdachten Wägelchen bekommen haben und wir auch noch im ersten Wagen des Zuges saßen. Kirmi habe ich mal prophylaktisch die Augen zugehalten. Schließlich ging es nicht gerade langsam in die Dunkelheit und wir fuhren erst mal spiralförmig in Kurven. Sobald Gespenster auftauchten, quiekte Uli wie ein Meerschweinchen, während ich meistens gekichert habe. Als wir raus auf die Balkone rollten, habe ich den Kirmesbesuchern unten auf dem Weg freundlich zugewunken, während Ulis Repertoire sich eher auf "Oh-oh!", "Neeeeeiiin!" und "Oh Gott!" beschränkte :o).

Fast zum Schluss, als wir schon den Ausgang sahen, blitzte es plötzlich in die Dunkelheit - dabei ist dann das Foto entstanden:


                       Foto in meinem Raumteiler - (c) Alexandra Döll, Essen

Wenn das Foto in Schwarzweiß gewesen wäre, hätte man es glatt als Aufmacher für einen alten Edgar Wallace-Film wie "Der schwarze Abt" oder "Der grüne Bogenschütze" nehmen können. Uli (links) sieht wirklich total verängstigt aus, aber ich (rechts) gucke auch, als wenn ich mich fragen würde: "Was passiert hier?!"

Nach dieser makaberen Fahrt hat Uli dann noch zwei Grünpflanzen an einer Losbude gewonnen, dann sind wir mit der U-Bahn zurück nach Golzheim gegondelt. Auf jeden Fall wurde es immer wärmer, je später es wurde.

Ab Dienstag hatten wir praktisch täglich Temperaturen von über 30°C und auch nachts fiel die Temperatur nicht unter 15°C. Wenn ich morgens aufgestanden bin, konnte ich immer im Nordosten das Morgenrot sehen, während im Osten immer Merkur, Venus und noch ein dritter Stern am tiefblauen Himmel leuchteten. Die Woche war ohnehin anstrengend, ich bin echt froh, wenn Eva wieder da ist - nicht nur, weil sich die Arbeit dann wieder auf zwei Menschlein verteilt, sondern auch, weil's mit Eva im Büro einfach lustiger ist. Natürlich habe ich ihr auch wieder Karikaturen gemalt und in ihr Schätzkästchen gepackt, damit sie ne kleine Freude hat, wenn sie wieder aus dem Urlaub zurück ist, hihi.

Gestern Nachmittag fuhr ich gegen 15.30 Uhr von der Arbeit nach Hause und die Sonne bruzzelte immer noch erbarmungslos vom Himmel. Zwischenzeitlich zeigte Clios Thermometer 35°C an (in Höhe von GE-Bismarck), aber als wir Bottrop-Süd von der A42 abfuhren, waren es "nur" noch 33°C. Ich hielt noch mal kurz am Söllockweg an, um am Kiosk meines Vertrauens Zigaretten zu holen, dann fuhren wir weiter nach Hause. Auf der Prosperstraße schwebte zwischendurch Drache Urmel vor meinem Clio her, aber ich habe ihn zurück ins Freibad Dellwig geschickt, wo er sich zusammen mit meinen anderen Stofftieren Abkühlung verschaffte.

Da es einen Stau auf der A42 gegeben hatte, war ich erst gegen 16.15 Uhr zuhause und die Sonne schien immer noch heiß, wobei aber erste Wolken aufkamen. Nachdem ich mir luftigere Klamotten angezogen hatte, bin ich raus auf den Balkon, habe gegessen, geraucht und was getrunken. Auf dem Balkon meiner Nachbarin saß ihr 11-jähriger Enkel und spielte mit nem Gameboy. Ab 16.45 Uhr wurden die Wolken aus Südwesten immer dichter, eine Wolkenbank im Südosten hatte sogar Blumenkohlform, was normalerweise auch nix Gutes verheißt. Gegen 17.20 Uhr donnerte es relativ laut, der Donner hallte den ganzen Hang entlang. Der Enkel meiner Nachbarin flüchtete nach drinnen, während ich mich entschloss, noch schnell den Müll rauszubringen, bevor es richtig los ging. Als ich gerade die Wohnung verlassen wollte, donnerte es noch einmal, sodass ich mich beeilt habe, aber es kam erst mal nix mehr - bis auf einen etwa 20-minütigen Regenschauer, der aber auch nicht sehr stark war. Clio im Hof hatte den Donnern jedenfalls die Teufelsforke gezeigt. Zwischen 17.30 Uhr und 18.30 Uhr hat es noch drei- oder viermal gegrummelt, dann klarte es wieder auf und sogar die Sonne zeigte sich, sodass sich die Luft noch mal richtig aufpulverte. Blitze habe ich in der Zeit jedoch keine gesehen.

Wie ich später in der Aktuellen Stunde im WDR gehört habe, ist am Nachmittag eine Windhose durch Bönen bei Hamm gefegt, die ein komplettes Dach weggeweht hat - zum Glück wurde bei diesem Intermezzo niemand verletzt oder gar getötet.

Als ich später am Abend "Die Ultimative Chart-Show" auf RTL anschaute, konnte man am Himmel sogar Sterne zwischen dünnen Wolken hervor blinken sehen, aber als ich um 23.30 Uhr mit meinen Stofftieren ins Bett ging - Clio, Urmel und Rudolf-Dieter lagen schon seit 22.20 Uhr im Bett, weil sie nach dem Schwimmen sehr müde waren -  sah ich im Südosten bereits ne dunkle Wolkenfront, schlief aber trotzdem schnell ein.

Gegen 1.20 Uhr wurde ich von Blitzen und deutlich hörbaren Donnern geweckt. Sammy war ebenfalls wach und heulte rum, obwohl das Donnern zwar laut war, aber nicht übermäßig laut. Als ich auf's Klo ging, hatte ich ein Geschwür mit Haarschleife am Bein, denn Sammy wich mir in ihrer Angst vor Gewitter nicht mehr von der Seite, äh, vom Unterschenkel. Die Kleinen haben gar nix mitbekommen, genauso wenig wie Sammys Brüderchen Ecki. Mein Tod zum Kuscheln musste Lemming Christoph vom Balkon holen, denn der wollte sich vom Blitz erschlagen lassen - okay, so nah waren die Gewitter auch wieder nicht, als dass da die Gefahr bestanden hätte. Der Sensemann holte Christoph rein mit den Worten "Hömma, du stehst auf keiner meiner Listen, also benimm dich!. Sammy nöhlte rum, ich hab die Balkontür wieder geschlossen und zur Sicherheit noch die Stecker von Anlage und Fernseher gezogen, dann habe ich mich wieder zusammen mit Sammy, dem Sensemann und Christoph hingelegt. Obwohl es draußen immer noch donnerte und blitzte, bin ich trotzdem recht schnell wieder eingepennt, es war ja auch gerade mal 1.30 Uhr nachts. Geschlafen habe ich dann wie ein Murmeltier bis 8.15 Uhr.

Hm, ich mag Gewitter bei Nacht auch nicht besonders und ein netter, junger Mann zum Kuscheln wäre mir dann echt lieber :o), aber Sammy dreht ja immer gleich durch - auch wenn es sich nur um ein weit entferntes Grummeln handelt. Ihre beste Freundin Anna hat zwar auch Angst vor Gewitter, leidet aber still vor sich hin und kuschelt mit ihrer Lebenspartnerin Erna. Sammy war jedenfalls froh, dass es heute Morgen nur regnete - ohne Blitz und Donner.

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