Samstag, 20. Februar 2016

Lustiges aus dem Bewerbungsprozess

Offenbar scheint es einigen Jobbörsen, u. a. arbeitsagentur.de, nicht möglich zu sein, den Beruf des Erziehers von Sozialarbeitern, Sozialpädagogen und Diplom-Pädagogen zu differenzieren. Der Erzieher ist ein anerkannter Ausbildungsberuf, für den Sozialarbeiter oder Sozialpädagogen braucht man mindestens ein abgeschlossenes Studium an einer FH oder Berufsakademie und der Diplom-Pädagoge ist ein reiner Uni-Studiengang. Trotzdem werden für die drei genannten akademischen Berufsgruppen immer wieder Erzieherstellen angeboten - meist natürlich in Kindergärten. Sorry, kleinere Kinder zählen gar nicht zu meinem Klientel - umgekehrt können manche Pädagogen gut mit kleinen Kindern, sind aber mit der Betreuung von Langzeitarbeitslosen, Straffälligen oder Suchtkranken total überfordert. Es wäre ja auch schlimm, wenn alle Pädagogen und artverwandten Berufsgruppen ausschließlich mit ein und derselben Zielgruppe arbeiten wollten.

Ab und zu muss ich mich ja schon mal wieder tummeln, weil mein derzeitiges Arbeitsverhältnis ja bis zum 30.06.2016 befristet ist.

Ebenso, wie die mangelnde Differenzierung von Berufsgruppen in Jobbörsen, nervt nicht nur mich der Umgang mit Bewerbern durch Arbeitgeber: keine Antworten auf Bewerbungen, automatisierte Eingangsbestätigungen mit dem Hinweis, dass man sich nur bei Interesse meldet, Stellenausschreibungen, die ganz an der Realität vorbei gehen...es ist mir schon mehr als einmal passiert, dass mir als Diplom-Pädagogin "lustige" Stellen als Zerspanungsmechanikerin, Ärztin oder im Vertrieb angeboten wurden. Diese Berufsfelder haben aber alle nix mit meinem Studium zu tun, haha. Und am allerwenigsten wollte ich im Vertrieb arbeiten - das ist eher was für Menschen, die auf heiße Luft und gewerbsmäßige Lügen stehen, um ihre eigene Provision aufzubessern.

Leider gibt's auch jede Menge Personaldienstleister, die sich erst monate- oder jahrelang nicht mehr melden und dann ganz erstaunt sind, wenn man schon längst wieder Arbeit hat bzw. nicht in Jubelschreie ausbricht wegen eines vermeintlich tollen Stellenangebots. Ich halte nicht viel von Dienstleistungsunternehmen, die sich lange Zeit nicht mehr melden und dann plötzlich mit dem angeblichen Nonplusultra um die Ecke kommen. Am schönsten fand ich einmal einen Personaldienstleister, der sich dreieinhalb Jahre gar nicht mehr bei mir gemeldet hatte und mir aus dem Nichts eine Stelle im Sekretariat andienern wollte - ein bisschen spät, oder? Als ich dem Herrn dann sagte, ich habe schon lange wieder Arbeit und zwar als Sozialpädagogin, fragte er ganz erstaunt, wie ich denn DAS gemacht hätte. Hm...vor Telefonat mit einer in Vergessenheit geratenen Bewerberin einfach mal in den Lebenslauf schauen, dann hätte er nämlich gesehen, dass ich Diplom-Pädagogin mit dem Studienschwerpunkt Sozial- und Bildungswesen bin, hahaha.

Eins gilt in jedem Fall: Arbeitgeber dürfen zwar Anforderungen an Euch stellen, was Qualifikation, Berufserfahrung und Sozialverhalten betrifft - umgekehrt dürft Ihr aber auch Ansprüche an Arbeitgeber stellen, was den Umgang mit Euch als Bewerber betrifft, auch wenn sog. Karriereportale wie Stepstone immer nur den Eindruck erwecken, Ihr müsstet Euch als lästige Bittsteller ausgeben und Euch möglichst beim Arbeitgeber anbiedern bzw. Euch alles gefallen lassen. Diese blutleeren Artikel könnte meine eigene Mutter substantieller verfassen - und die hat nicht mal ein Studium, aber eine abgeschlossene Berufsausbildung.

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