Sonntag, 28. Dezember 2014

Rodelwettbewerb auf dem Herskamp :o)

Hier im Essener Nordwesten setzt zwar derzeit dank Sonne und Temperaturen um den Gefrierpunkt gerade die Schneeschmelze ein :o) - von einigen glatten Stellen, die von der Sonne noch nicht erreicht wurden, mal abgesehen - aber wir tun jetzt mal so, als wenn der Herskamp noch total verschneit wäre :o)).

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Der Herskamp ist eine steile Straße, die am Bergheimer Steig beginnt und in der Ebene am Bahndamm an der Blitzstraße endet - bis zum Einmündungsbereich Tauweg verläuft der Herskamp abschüssig, dann wird er eben.

Auch der Borbecker Männergarten nimmt am Rodelwettbewerb im Essener Nordwesten teil. Oben auf der Ecke Herskamp/Bergheimer Steig steht Renate und bietet sowohl für die Rodler als auch für die Zuschauer am Fahrbahnrand Heißgetränke an, hierbei wird sie von Sammy und Ecki tatkräftig unterstützt. Alex steht auf halber Höhe auf der Ecke Dachsfeld und verkauft dort neben Heißgetränken auch Grillwürstchen - Hilfe bekommt sie von Thorsten dem tapernden Nashorn und dessen Lieblingstorhüter Roman Weidenfeller vom BVB ("Weidääääää!"). Unten am Bahndamm steht Steffi mit einigen fröhlichen Senioren aus der Luthestraße am Fuße des Berges und stoppt die Zeiten beim Zieleinlauf. Um zu verhindern, dass die Rodler unter dem Bahndamm durchsausen und gegen eines der Häuser in der Rahmannstraße auf der anderen Seite des Bahndamms prallen, haben sie extra eine Sperre in der Unterführung aufgestellt.

Die Teilnehmer des Rodelwettbewerbs können sich entweder von einem Schlittenhundegespann den Berg hinunter ins Tal ziehen lassen oder ganz normal auf einem Schlitten den steilen Herskamp hinunter rodeln, egal, ob einzeln oder als Doppelsitzer. Von den Schlittenhunden machen nur zwei Ehepaare Gebrauch, die auf dem Bergheimer Steig wohnen, die anderen Teilnehmer nutzen ganz normale Holzschlitten oder Gummireifen :o).

Der Charmin Bear fühlt sich auf einem voluminösen Gummireifen sicherer als auf einem Schlitten. Trotzdem stammelt er, als der Startschuss fällt und ihm da erst aufzufallen scheint, wie steil der Herskamp eigentlich gerade zwischen Bergheimer Steig und Dachsfeld ist: "Nee, möcht' ich nicht!" Da ist allerdings Männergärtnerin Renate gnadenlos, denn sie gibt dem Gummireifen einen freundlichen Tritt, sodass der Charmin Bear krähend und sich auch noch drehend den Berg hinunter saust. Er hat das Gefühl, bald einen Drehwurm zu bekommen - da nützt es auch nix, dass Alex' Clio, der in Höhe von Haus Nr. 14 abgestellt ist, ihm freundlich zuwinkt. Vor Angst macht er sich fast in die Hose und wünscht sich deshalb Charmin-Toilettenpapier. Kurz hinter dem Dachsfeld, wo er von Alex, Weide und Thorsten dem tapernden Nashorn angefeuert wurde, fällt er vom Reifen, der ein kleines Hopserchen gemacht hat, und bleibt erschüttert im Schnee liegen. Einige Sanitäter, die vor Haus Nr. 36/38 Stellung bezogen haben, eilen dem Charmin Bear zur Hilfe. Der Gummireifen hingegen saust weiter den Berg hinunter, touchiert einen Porsche Panamera  am Fahrbandrand und fährt dann ohne den Charmin Bear weiter. Steffi macht das betretene Gesicht, als der Gummireifen den Hang ohne Mensch hinunter gesaust kommt und schließlich die Altpapier- und Altglas-Container kurz vor dem Bahndamm touchiert. Zum Glück wird keiner der Ordner oder Zuschauer im Tal verletzt. Die Zeit des Charmin Bear zählt natürlich nicht, denn er ist ja nicht mit dem Reifen unten am Fuße des Herskamps angekommen.

Thomas kommt todesmutig mit einem ganz normalen Schlitten den verschneiten Berg hinunter gesaust. An der Ecke Dachsfeld winkt er Alex freundlich zu und ruft: "Hallo, Alex, grüß Dich!" Alex winkt freundlich zurück, ahnt aber schon, dass gleich noch etwas passieren wird, auch wenn bis jetzt alles gut aussieht für Thomas. Weide und Thorsten das tapernde Nashorn naschen derweil einträchtig von einer Bratwurst.

Normalerweise müsste Thomas bereits in Höhe des Tauweges anfangen zu bremsen, tut es aber natürlich nicht. Fakt ist: Er fängt an zu schreien, als er hinter der Kreuzung Luthestraße den Bahndamm mit hoher Geschwindigkeit auf sich zukommen sieht, die Zuschauer und Ordner springen schleunigst zur Seite. Thomas legt eine Notbremsung hin und fällt dabei vom Schlitten - selbiger wiederum saust angesichts seines Schwungs den Bahndamm hinauf auf die Gleise. Nur wenige Sekunden später wird das Gefährt von einer S9 zermalmt, die sich gerade vom Haltepunkt Dellwig-Ost auf den Weg zum nächsten Haltepunkt Gerschede gemacht hat. Thomas hatte also noch mal Glück - bis auf ein schimpfendes Wintergoldhähnchen in seinem Mund ist ihm nix passiert - der Schlitten aber allerdings nicht. Immerhin wird Thomas' Zeit gewertet. Thomas ruft zur allgemeinen Erheiterung: "Früher war weniger Wintergoldhähnchen!" Das kleine Vögelchen flitzt schimpfend von dannen.

Thorsten und der Stationsarzt mimen, obwohl heterosexuell, ein Schwulentaxi und machen einen Doppelrodler auf ihrem Schlitten - der Arzt liegt unten, Thorsten auf ihm. Thorsten freut sich über den blauen Himmel mit den singenden Engelchen (vielleicht weniger Hirschkäferkacke rauchen?), den er über sich sieht, findet Lenken und Bremsen aber mal wieder überbewertet, sodass auch die Ermahnungen des Stationsarztes nix mehr nützen :o). Zuschauer und Ordner rund um Luthe- und Blitzstraße müssen abermals zur Seite springen, denn die beiden durchbrechen mit Karacho die Sperre in der Unterführung des Bahndamms und werden erst von einer Häuserwand gestoppt. Danach müssen sowohl Thorsten als auch der Stationsarzt sowie auch der Schlitten wegen starker Beschädigung abgeschleppt werden. In der Notaufnahme des Philippusstifts in Borbeck bekommen die Ärztinnen in der Notaufnahme von Thorsten alles gezeigt, was sie sehen wollen - der Stationsarzt wird nun gepiekst, weil er eine Spritze bekommt. Komisch, sonst piekst/sticht er ja lieber :o)).

Renate stöhnt, als ES sich unsicher auf den Schlitten setzt und versucht, im Schneckentempo den steilen Herskamp runter zu kommen, denn ES bremst mehr als dass ES fährt - nützt ES aber angesichts der Steilheit der Straße nicht viel, der Schlitten wird trotzdem ziemlich schnell. Weide fällt vor Erstaunen fast die Bratwurst aus dem Mund, als ES plärrend vorbei gesegelt kommt und Alex zuruft: "Mr. Dole, look at me!" Alex weiß schon, dass ES niemals den Bahndamm am Ende des Herskamps erreichen wird. Recht hat sie, denn ES landet in einem Busch vor Haus Nr. 45 und plärrt diesen zusammen - erst recht, als einige verärgerte Amseln aufflattern, die bis dato friedlich in eben jenem Busch gesessen hatten, und schimpfend von dannen fliegen.

Als Letzter der Truppe setzt sich Stinki mit breitem Grinsen auf den Schlitten, denn natürlich will er Alex imponieren und ihr zeigen, wie toll er rodeln kann. Alex' Clio hingegen schüttelt sich bereits vor Lachen, denn bei Stinki und seiner Tolpatschigkeit weiß man ja nie. Auch der hinter ihm parkende, lilafarbene Polo grinst bereits wissend.

Stinki saust den Herskamp hinab. Als er an Clio vorbei kommt, wirft der ihm bereits Blumen hinterher. Stinki ranzt: "Wat is'n mit dir eigentlich los?!", hat aber bald keine Zeit mehr, sich über Clio aufzuregen, denn plötzlich und unerwartet fliegt ihm eine Plastiktüte ins Gesicht, die vom Wind aus den Gärten auf den Herskamp herüber getrieben worden war, sodass Stinki nix mehr sehen kann. Alex und ihre beiden Mitstreiter am Grill lachen sich tot, als Stinki krähend an ihrem Grillstand vorbei gesaust kommt, mit Plastiktüte im Gesicht und laut krähend. Schließlich gelingt es Stinki, sich der Tüte in seinem Gesicht zu entledigen, aber es ist zu spät: Fast ungebremst rast er auf den Bahndamm zu, sodass sich Ordner und Zuschauer am Fuße des Herskamps nur noch mit Hechtsprüngen in Sicherheit bringen können. Stinki prallt gegen den Bahndamm und bleibt betäubt im Schnee liegen. Der Schlitten rutscht rückwärts den Bahndamm hinunter und verwandelt Stinkis Gemächt kurzfristig in Rühreier. Stinki schwankt zwischen Ohnmacht und Schreikrampf, sodass ein hilfsbereiter Bernhardiner mit Schnapsfäßchen um den Hals angetrottet kommt und Stinki erst mal mit Schnaps abfüllt. Der hält sich anschließend zwar die Eier, steht aber lallend, torkelnd und hicksend auf, dabei fragt er undeutlich: "Wat is'n hier eigentlich los?!" Lange hat er keine Zeit mehr, sich darüber Gedanken zu machen, denn plötzlich und unerwartet kommt ein Ford Focus um die Ecke geschlingert und nimmt den abgefüllten Stinki mitsamt seinen Rühreiern auf die Motorhaube - eigentlich hätte das Auto um die Zeit gar nicht dort unterwegs sein dürfen, aber Verbote gelten für alle, nur nicht für Fahrer von Ford Focus, BMW, Audi, Mercedes und Porsche :o)). Der Bernhardiner bellt dem Focus hinterher und setzt sich schon mal prophylaktisch in Bewegung, um Stinki ggf. mit Schnaps helfen zu können. Am Ende der Blitzstraße fällt Stinki nicht nur vom Glauben, sondern auch vom Ford Focus ab und bleibt betäubt im Schnee am Fahrbahnrand liegen - wie gut, dass der hilfsbereite Bernhardiner abermals zur Stelle ist :o).

Happy End!!! :o) 


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