Samstag, 19. Juli 2014

Der Morgen hätte so schön sein können...

Als ich heute früh um 5.20 Uhr einmal kurz pullern musste, zeigte sich im Osten ein wunderschönes Morgenrot am Himmel. Leider kommen die Farben auf dem Foto nicht so toll rüber wie sie in natura waren.



Morgenrot heute über Dellwig - (c) Alexandra Döll, Essen

Nachdem Sammy sich noch an der Mondsichel im Südosten erfreut hatte ("Es möndelt!"), haben wir uns wieder hingelegt. Solange schlafen konnten wir ja ohnehin nicht, weil ich um 10 Uhr noch einen Friseurtermin in Borbeck hatte.

Um 5.20 Uhr habe ich die Balkontür weit auf gemacht, denn die Nacht war ja wirklich tropisch. Ich hatte gestern Abend sowohl Küchenfenster als auch Balkontür angekippt, damit wir in meinem Wohnschlafzimmer während der Nachtruhe nicht eingehen, aber weit geöffnete Türen und Fenster sind natürlich noch besser.

Es hätte alles so schön sein können - bis Plärrlieschen morgens um 6.30 Uhr wieder draußen auf der Wiese rumplärrte. Meine Nachbarin zu meiner Rechten wollte ganz früh schwimmen gehen, weil es natürlich um diese frühe Zeit noch nicht so voll ist im Freibad wie später, wenn die ganzen Familien mit ihren Kindern die Freibäder entern. Sie war zur Garage gegangen, um ihr Auto rauszufahren - und wie auf's Stichwort versuchte Plärrlieschen mal wieder, sich überall rein zu zecken, was von meiner Nachbarin jedoch abgelehnt wurde - kein Wunder! Sobald Madämchen unten im Garten ist, ist ohnehin für jeden die beschauliche Ruhe vorbei, denn entweder wird rumgeplärrt ("Mir tut was weh!", "Ich muss ins Krankenhaus!"), der eigene Freund befehligt, weil Madame sich ja scheinbar nicht alleine bewegen kann, was mir aber neu wäre ("Manniiiii, stell die Milch im Kühlschrank, die wird sonst schläääächt!", "Manniiii, bring mir ma wat zu trinken!"), ab und zu ist auch mal Klugscheißerei angesagt ("Bei Hitze müssen die Blumen gegossen werden, sonst gehen die ein!" - dafür lässt sie ihre eigenen Topfblumen unterm Kirschbaum vertrocknen) oder ganz oft versucht sie, sich überall rein zu zecken ("Hasse ne Kippe für mich?!", "Kann ich mitkommen?"). Das alles nervt jedenfalls, denn dieses egomanische, peinliche Geknatsche geht nicht nur mir auf den Wecker. Mein Nachbar, der Donnerstagabend ins Krankenhaus gekommen ist, ist gestern noch operiert worden und liegt derzeit offenbar auf der Intensivstation, aber seine Gattin plärrt deshalb auch nicht die halbe Siedlung zusammen und brabbelt nicht nur unentwegt von sich, im Gegensatz zu unserem Plärrlieschen. Echt, nach zehn Minuten Dauergeplärre und Selbstmitleid wird selbst der friedfertigste Zeitgenosse aggressiv. Selbst meine Stoffies, da ja sehr menschenfreundlich sind, waren beim Frühstück angesichts dieses Rumgenerves unten im Garten, gepaart mit lungenkrebsverdächtigem Husten bei gleichzeitiger Kettenraucherei, nachher ziemlich angefressen. Ich habe mir ein punktuelles Gewitter gewünscht, das nur über Plärrlieschens Stuhl niedergeht, aber den Gefallen hat uns das Wetter leider nicht getan :o).

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