Montag, 20. Februar 2012

Alte Hits *kreisch*

Diesmal kreische ich aber vor Vergnügen, hihi. Als ich soeben einen Blick auf eine meiner Lieblings-Homepages warf, im konkreten Fall totaberlustig.de, lachte ich mich beinahe schlapp über den aktuellen Cartoon mit dem Titel "Zombie" *gröl*. Es ist natürlich schön, wenn ein Jugendlicher auf dem MP3-Player den alten Hit "Zombie" von den Cranberries hört und lautstark mitgrölt, während er gerade an einer Ansammlung alter Menschen vorbei läuft, hihihihi. Ich habe den Cartoon auch direkt an meine Spießgesellinnen und -gesellen gepostet mit dem Hinweis, das bitte nicht nachzumachen - außer beim DSDS-Casting (wo es angebracht wäre...) oder bei fragwürdigen Vorstellungsgesprächen (wohlgemerkt nicht bei netten mit positivem, produktivem Verlauf). Natürlich habe ich auch darauf hingewiesen, dass ich, um solche Fauxpas wie den im besagten Cartoon zu vermeiden, nur bei Songs wie "Hells Bells" von AC/DC, "Mutter, der Mann mit dem Koks ist da" von T-MA a. k. a. Falco und "Bobby Brown" von Frank Zappa mitgröle, hahahaha!!

Gestern Abend schaute ich mir angesichts des ansonsten eher besch... Fernsehprogramms zum wiederholten Film "Muriels Hochzeit" an, in dem viele Hits von ABBA eine tragende Rolle spielen. Im Folgenden kam auch direkt ne Dokumentation über ABBA, das Musical "Mamma Mia" und dessen Verfilmung, die ich im Juli 2008 sogar zusammen mit meiner früheren Kollegin Barbara im Kino gesehen habe (wirklich sehenswert). Ich war zwar nie ein großer Fan von ABBA, aber ich muss sagen, dass mir viele ihrer Hits auch nach dreißig Jahren immer noch was sagen in positiver Hinsicht, zumal die Titel sich praktisch nicht wiederholen und ich auch nicht das Gefühl hatte, da ständig mit mainstreamtauglichem Trällerelsen-Gejaule eingeschläfert zu werden. Teilweise werden ihre Songs ja bis heute gecovert bzw. Madonna hatte ja extra eine Anfrage an Benny und Björn gerichtet, ob sie einen Teil eines ABBA-Titels für ihren Song "Hung up" (2005) verwenden dürfte, wobei die Umsetzung auch da mehr als gelungen ist. Von ABBA spricht man nach über dreißig Jahren immer noch, was ich im Falle des heute so angesagten Einheits-Gedudels stark bezweifle, dass davon in dreißig oder vierzig Jahren noch jemand spricht.

Was ich auch gut finde, ist, dass die Vier trotz Angebote horrender Summen (bis zu 1 Mrd. US$) konsequent bleiben und nicht wieder im Zuge einer Gelddruckmaschinerie eine Reunion feiern. Auch heute gibt es offenbar noch Menschen, die ihre Prinzipien nur für Geld, Prestige und den schönen Schein nicht über den Haufen werfen, sondern konsequent bei ihrer Meinung bleiben.

Was ich bis gestern Abend nicht wusste - und viele andere Menschen vermutlich auch nicht: Der Disco-Hit "One Night in Bangkok" von Murray Head aus dem Jahr 1984 wurde ebenfalls von Benny und Björn arrangiert bzw. komponiert und auch der Titel ist ein großes Stück Musikgeschichte. Wenn ich mich recht erinnere, stammte auch der erste Hit von Lutricia McNeal "Ain't that just the Way" (1997) aus der Feder der beiden ABBA-Macher - und auch der Titel war absolut hörenswert. In den 90ern habe ich zwar nicht mehr soviel Musik gesammelt wie noch in den 80ern, da die 90er sich musikalisch vielfach leider zum austauschbaren Mainstream hin entwickelt haben, aber der o. g. Titel von Lutricia McNeal befindet sich auch in meiner CD-Sammlung.

Anfang der 90er ging es ja mit der Musik noch recht gut, zumal da die Nähe zu den 80ern noch zu erkennen war, aber ab Mitte der 90er, wo jeder halbwegs passabel aussehende Teenager wie Blümchen alias Jasmin Wagner Billig-Träller-Techno (vielfach als Cover-Version von Hits aus den 80ern) oder ein bisschen Rap produziert hat, wenn die eigene Stimme nicht zu mehr reichte, konnte man die Pop-Musik fast komplett vergessen.

Auch mit den Remakes von Klassikern ist das immer so eine Sache: In den 80ern haben die Pet Shop Boys den Elvis-Klassiker "Always on my mind" gecovert, wobei da die Cover-Version ebenso gut und erfolgreich war wie das Original von Elvis. Blümchens Version von "Herz an Herz" - ein Hit des deutschen Duos Paso Doble aus den 80ern - konnte man jedoch ebenso vergessen wie Xavier Naidoos Cover-Version von Falcos "Jeanny". Xavier Naidoo hat zwar prinzipiell eine gute Stimme und kann m. E. auch singen, aber gerade bei dem Titel kam die Atmosphäre des Originals gar nicht rüber, auch wenn Xavier Naidoo den Song auf den sexuellen Missbrauch von Kindern umgemünzt hatte. Die romantische Düsternis, die Falcos makaberer Liebesgeschichte zugrunde lag, kam in keinster Weise in der Cover-Version rüber, wobei das gerade bei so nem ernsten Thema wie sexueller Missbrauch von Kindern mehr als angebracht gewesen wäre. Besonders deutlich wird das z. B. an der Textzeile "Dein Lippenstift ist verwischt/Du hast ihn gekauft und ich, ich hab es gesehen/Zuviel Rot auf Deinen Lippen..." - diese gehässige, leicht ins Wahnsinnige tendierende Stimmlage hat Xavier Naidoo nicht mal annähernd hinbekommen. Er hat diese Zeilen genauso runtergelesen wie den Rest des Textes, sodass dem Song dadurch schon die ganze Atmosphäre genommen wurde.  

1 Kommentar:

Anonym hat gesagt…

Ach für mich sind ABBA Lieder nach wie vor das Non-plus-ultra :D Jedes Mal auf dem Weg zu den St Christina Hotels (www.dosses.it) höre ich die Lieder ganz laut. Damit vergeht der Weg in kürzester Zeit.