Donnerstag, 13. März 2014

Interessant...

Soeben habe ich noch zwei Bewerbungen versendet - eine auf ein Stellenangebot der Arbeitsagentur (leider befristet auf fünf Monate) und eine initiativ. Bei der Arbeitsagentur gab es zwar noch einige Stellenangebote mehr, aber einige waren leider in Teilzeit und andere haben schon direkt reingeschrieben, dass die Bewerbungsunterlagen ggf. nach Abschluss des Auswahlverfahrens vernichtet werden. Da ich auch in meinen Artikeln immer wieder schreibe, dass das eine eher geringe Wertschätzung der Institution gegenüber ihren Bewerbern aussagt, habe ich bei solchen Herrschaften, die direkt darauf hinwiesen, von einer Bewerbung abgesehen. Alles muss man sich auch als Bewerber nicht antun - und schon mal gar keine geringe Wertschätzung durch den potentiellen zukünftigen Brötchengeber.

Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) hat lt. einem Artikel in der WAZ festgestellt, dass 2013 soviel gearbeitet wurde wie seit fast zwei Jahrzehnten nicht mehr. Demnach waren die Arbeitgeber auch so nett und haben trotz mäßig gefüllter Auftragsbücher die Zahl der Beschäftigten erhöht und die Zahl der Arbeitnehmer lag so hoch wie noch nie. Ist ja toll - leider hat dieses tolle IBA nur vergessen zu erwähnen, wie viele der Jobs auf Zeitarbeit basieren, auf Dumping-Löhnen oder auf 450 EUR-Jobs, wobei ja auch manchmal geringfügig Beschäftigte oder Praktikanten gerne als Vollzeitkräfte ausgebeutet werden. Darüber gab es am Dienstagabend einen sehr interessanten Bericht im NDR, der das Dänische Bettenlager betraf - ein Grund mehr, in solch einem Laden nicht zu kaufen. Die Studie der IAB geht also mal wieder vollkommen an der Realität vorbei bzw. klammert unangenehme Realitäten wie prekäre Arbeitsverhältnisse komplett aus.

Gestern ging der Prozess gegen eine Erzieherin zuende, die angeblich ihre Schützlinge in einer Herner KiTa misshandelt haben soll - der Prozess endete mit einem Freispruch, weil die betroffene Erzieherin fälschlicherweise von ihren beiden Kolleginnen, von denen sich eine auch noch als ihre Freundin bezeichnete (komische Freundin...), diesen Dingen bezichtigt wurde. Interessant war die Reaktion der Medien: Als der Verdacht gegen die Erzieherin aufkam, wurde auf die Frau medial eingedroschen, einige hysterische Eltern meldeten ihre Kinder direkt aus der KiTa ab, obwohl noch gar nix bewiesen war, aber als gestern Abend über den Freispruch berichtet wurde, war das den populistischen Medien noch nicht mal eine Entschuldigung wert für diese Vorverurteilung, die sich ja lediglich auf die wohl hysterisch-schluchzende Aussagen einer missliebigen Kollegin stützten. Für die lügenden Kolleginnen gilt: Wer Kollegen hat, braucht keine Feinde mehr...und für die Medien gilt: erst recherchieren und Aussagen auf ihren Wahrheitsgehalt überprüfen, dann Stellung beziehen.

Auch die katholische Kirche als Träger der besagten KiTa hat sich wieder richtig mit Ruhm bekleckert: Während die betroffene Erzieherin direkt vom Dienst suspendiert wurde, konnten die zwei verlogenen, intriganten Weiber dort ungestört weiterarbeiten. Soviel zum Thema "Kirche und christliche Nächstenliebe". Leider ist Intrigenspinnerei in deutschen Betrieben ja keine Seltenheit mehr, ich höre solche Geschichten oft von meinen Kunden - besonders genial ist natürlich, dass die verlogenen Intrigenspinner damit auch noch durchkommen. Das sagt dann auch viel darüber aus, wes Geistes Kind der Arbeitgeber ist.

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