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Samstag, 17. September 2011

GPS für senile Zuhälterinnen

Ich werde ein GPS bzw. einen Tracker für meine Pferdchen (= Hengste) nicht benötigen, da ich ja genau weiß, dass sie alle treu und brav in der Spritzenstraße in Altenessen *winkausbedingrade* unter ihren beheizbaren Laternen stehen, um willigen Damen ihre Dienste anzubieten und mich an ihren Umsätzen angemessen zu beteiligen *kicher*. Da ich meinen schwarzen 3er, den ich nur für die Zahltage aus einer Geheim-Garage in Dellwig hole, auch immer stets wiederfinde, genau wie meine Arbeitsstelle in Düsseldorf, meine Stofftiere und alles andere, was ich suche, brauche ich ein derartiges Gerät natürlich nicht, aber es mag ja auch senile Berufskolleginnen geben, die meinem Beispiel folgen - Zuhälter ist ja prinzipiell ein männerdominierter Beruf - und nicht mehr so genau wissen, wo sie ihre Pferdchen für sich anschaffen lassen...:o).

Na, das wäre doch mal ne tolle Werbeanzeige! Auf einem Foto steht eine völlig verwirrte Dame, die alles Mögliche sucht - ihren tiefer gelegten 3er BMW, ihren Kampfhund, mindestens einen ihrer Callboys, ihre Lieblings-Boutique (auch "Budike" genannt in einem Sketch von Loriot)...sie fragt dann natürlich mit Einblendung des entsprechenden Fotos zur dazugehörigen Person bzw. Gegenstand oder Ort:

  • Wo ist mein Auto? (Ihr 3er steht neben einem Clio unter einem Baum, durch dessen Laub das Sonnenlicht fällt, und freundelt ihn an.)
  • Wo ist mein Callboy Sascha? (Sascha sitzt mit ner Packung Mon Chéri auf den Knien in einem Schrank und lacht - die Tatsache, dass er zusätzlich noch sein wundes bestes Stück mit Penaten-Creme bearbeitet, wird per Zensurbalken verdeckt bzw. nur angedeutet.)
  • Wo ist meine Lieblings-Budike? (Verkäuferinnen verrammeln gerade den Laden.)
  • Wo ist mein Hund? (Hund hüpft gerade übermütig mit mehreren Kindern auf einem Trampolin herum.)
  • Wo ist meine Wohnung? (Foto der Apartment-Anlage in der Spritzenstraße, Altenessen-Nord.)
  • Wo ist mein Vibrator? (Foto eines mit Diamanten besetzten, pinkfarbenen Vibrators, der gerade vollkommen selbstständig Sahne in einer Küche quirlt.)
  • Wo ist mein Geld? (Foto eines gelangweilten, gähnenden Geldautomaten im Vorraum einer Essener Bank.)
  • Wo ist mein Hirn? (Foto eines Gehirns im Glas, das in der Pathologie des Uniklinikums Essen steht und sich so in der Gegend rumräkelt.)
  • Und wo zum Teufel ist mein Mann? (Foto des Ehemannes, der gerade mit einer anderen Dame ein Ed von Schleck - also Langnese-Eis - nuckelt.)
Ja, ja, dank dieses tollen GPS-Geräts (GPS steht übrigens für "Geil. Pervers. Sau.") geht nichts und niemand mehr verloren!!

Donnerstag, 15. September 2011

Kann das denn alles so schwierig sein?

Autofahren scheint manchmal echt eine Kunst zu sein - gestern Abend brauchte ein kleiner unschuldiger Peugeot mit Wiesbadener Kennzeichen fast die ganze A52 - auf dem Teilstück immerhin dreispurig - und rammte mich fast weg, sodass Clio und ich uns genötigt sahen, mal zu hupen. Zum Glück konnte ich auf die linke Spur ausweichen, denn sonst hätte es ganz fürchterlich gescheppert. Ansonsten erfreuten wir uns im Autobahnkreuz Düsseldorf-Nord an einem Passat, der mit 50 km/h durch die Gegend tuckerte und sich auch beim Auffahren auf die A52 nicht veranlasst sah, sein Tempo wesentlich zu erhöhen - komisch, eigentlich haben die Dinger über 100 PS und schaffen somit auch ne entsprechende Geschwindigkeit, aber wenn man den Ellenbogen aus'm Fenster hat, so wie es ursprünglich ja angeblich nur die Manta-Fahrer hatten, dann ist es auch etwas schwierig, das Steuer ruhig zu halten. Ich könnte so ehrlich gesagt nicht fahren, aber manche kommen sich wohl mit Ellenbogen aus'm Fenster so cool vor, dass sie Eiswürfel pinkeln...kotz. Auf jeden Fall war die Kolonne vor dem ultralangsamen Passat bestimmt 300 - 400 Meter vor ihm. Vermutlich hätte sich der Schlaumeier auch noch gewundert, wenn im Radio die Durchsage gekommen wäre, dass auf der A52 Richtung Essen drei Kilometer Stau herrschen - weil er ja niemanden vor sich hatte :o/.

Mein Rechner zickt auch munter vor sich hin, sodass ich nachher mal unseren IT-Menschen anrufen kann. Gestern hatte ich's eigentlich ganz gut im Griff und habe sogar unterm Tisch gelegen, um alles wieder zu richten, aber heute Morgen folgte derselbe Mist *nerv*. Derzeit sitze ich bei meinem Göttergatten am Rechner, der ja heute nicht im Hause ist.

Als ADAC-Mitglied beziehe ich ja monatlich die dazugehörige Mitglieder-Zeitschrift Motorwelt, die auch in aller Regel interessant zu lesen ist. Natürlich werben da auch verschiedene Unternehmen und da fiel mir eine Anzeige für ein Gerät ins Auge, mit dem man angeblich alles und jeden auffinden kann - den eigenen Partner, den Hund, das Auto, den Wohnwagen. Hm, es befindet sich zwar ganz klein der Hinweis unter der Anzeige, dass Personen-Tracking nur mit dem jeweiligen Einverständnis erlaubt ist, aber ich glaube, Stalker, krankhaft Eifersüchtige und Menschen mit beginnender Demenz-Erkrankung fragen da nicht erst, ob sie den anderen mit diesem kleinen Gerät aufspüren dürfen. Vor allem würde ich mir Sorgen machen, wenn ich so senil wäre, dass ich noch nicht mal mehr ohne derartige Gerätschaften meinen Clio wiederfinde - normalerweise erinnere ich mich daran, wo ich mein Auto abgestellt habe :o). Die Anzeige ist zu köstlich: "Wo ist mein Hund?", "Wo ist mein Auto?", "Wo ist mein Wohnwagen?" und "Wo um Himmels Willen ist meine Frau?" (Selbige isst übrigens mit einem Anzugträger ein Eis am Stiel - vermutlich flirtet sie lieber fremd, weil ihr Gatte zuhause ja offenbar total senil ist, da er weder weiß, wo sie ist noch wo der Hund, sein Auto und sein Wohnwagen sind.) Da bleibt nur zu hoffen, dass er sich beim Autofahren daran erinnern kann, wo das Bremspedal angebracht ist, hihi.

Personen-Tracking kann Sinn machen, wenn z. B. ein Alzheimer-Patient, der zuhause von seinen Angehörigen gepflegt wird, ausbüxt und niemand weiß, wo er sich aufhält, aber es steht eher zu befürchten, dass solche Geräte nicht für die Suche nach hilflosen Personen verwendet werden, sondern eher für die Überwachung und Kontrolle anderer. Auf Viva soll das Ganze ja sogar noch fast als Fun-Applikation verkauft werden. Komisch, dass früher alle ohne solche Gerätschaften ausgekommen sind, aber die Überwachung hält wohl immer mehr Einzug und spielt damit auch einigen gestörten Zeitgenossen wie Stalkern und krankhaft Eifersüchtigen schön in die Hände.

Marina echauffierte sich neulich über den Werbespot für Centrum Lutsch-Capletten, über den ich mich auch nur wundern kann. So fängt man auch ein Gespräch an - die junge Dame bedankt sich beim Apotheker für den Tipp und dann fragt eine Stimme aus dem Off, ob sie fragen dürfe, was der Tipp war. Dann folgen natürlich Ausführungen zu Centrum Lutsch-Capletten und die Truse da stellt überrascht fest, dass die Dinger auch noch schmecken. Toll konstruiert, wirklich. Das ZDF kennt sowieso fast nix anderes als Medikamentenwerbung - und da wundern die sich, als Senioren-Sender abgestempelt zu werden. Vor allem kommt das ja alles so rüber, als wenn die beworbenen Mittelchen total nebenwirkungsfrei sind und ähnlich wie Lebensmittel konsumiert werden können - hm, der Hinweis, dass man zu Risiken und Nebenwirkungen seinen Arzt oder Apotheker befragen sollte, erfolgt wohl eher aus formaljuristischen Gründen, an den sich viele sicherlich auch nicht halten. Ich bin dankbar für jede Tablette, die ich nicht nehmen muss - mit ASS, Marcumar, Betablocker, Jod-Tablette, Bluthochdrucktablette und im Bedarfsfall Ibuprofen und Vertigoheel bin ich da leider mehr als gut bedient mit - aber andere fressen Nahrungsergänzungsmittel, Potenzpillen, Schlafmittel, Abführmittel, Diätmittelchen etc. in sich rein, als wenn es Smarties wären. Wenn ich Schlafstörungen habe, sollte ich zunächst mal der Ursache auf den Grund gehen anstatt da direkt mit Schlaftabletten - egal, ob auf pflanzlicher Basis oder nicht - anzufangen. Manche meinen offenbar, dass es gegen jedes Problem oder Problemchen eine Pille sein muss - Nieren und Leber werden ihnen das eines Tages danken (oder auch nicht).