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Sonntag, 12. Februar 2017

Kann denn Schwachsinn Sünde sein?

Ich glaube schon, wenn ich mir die Provinzposse aus Limburg angucke. Eine Veganerin (GNADE!!) hat jemanden von der Stadt gefragt, ob das Glockenspiel am Rathaus gestoppt werden könne wegen des schockierenden Titels "Fuchs, du hast die Gans gestohlen" - und da sie ja so lieb (???) gefragt hat, hat er dem stattgegeben, auch wenn das verständlicherweise viele Proteste ausgelöst hat.

Wenn sie sich vegan ernährt, ist das ihre Sache, aber sie soll andere Menschen mit ihrer Geistesschwäche verschonen. Und ich wusste auch noch nicht, dass deutsche Kinderlieder bei manchen Sprößlingen Ängste auslösen - klar, mein vierjähriges Kind darf keine deutschen Kinderlieder hören, aber ich kläre es über Transsexuelle auf, was es mit vier Jahren weder wissen will noch verarbeiten kann. Ich weiß nicht, ob die bei uns in Deutschland wirklich noch alles in Ordnung ist im Oberstübchen. Ich bin ja auch dafür, dass die Veganer eine eigene Nationalhymne bekommen - "Ich ess Blumen" von den Ärzten wäre doch eine passende Alternative :o)).

Okay, ich frage demnächst Frank ganz lieb (was immer man darunter verstehen mag), ob Andrea und ich unsere Kunden auch schlagen dürfen bei dämlichen Fragen - abgesehen davon, dass wir keine Schlägertypen sind und Gewalt verabscheuen, glaube ich auch, dass Frank uns einen Vogel zeigen würde, und zwar zu Recht. Offenbar haben einige psychisch kranke Veganer kapiert, dass sie mit Gestänker und fanatischem Gelaber nicht weiterkommen, also fragen wir mal im Klein-Mädchen-Ton *nerv*. Von "lieb Fragen" lassen sich aber heutzutage viele beeinflussen, wundern sich dann aber, warum der lieb Fragende Kinderschänder, Leichenfledderer oder sonstwas Komisches ist. Um in einer Stadtverwaltung zu arbeiten, muss man m. E. als Einstellungsvoraussetzung ganz schön einen an der Waffel haben. Ich bin zwar gegen Tierquälerei und Massentierhaltung, aber auch gegen ganz militante Veganer, die andere missionieren wollen und sich für den Nabel der Welt halten. Ich möchte jedenfalls mal jemanden aus meiner Generation kennen lernen, der dem deutschen Staat Vorwürfe macht, weil er deutsche Kinderlieder hören musste und nun einen Sockenschuss hat :o)).

Montag, 19. September 2016

Der ganz normale Wahnsinn...


Ich stelle es auch immer wieder fest: Manche Leute sind ziemlich verrückt und/oder oberflächlich. Entweder kümmern sich manche Menschen nur um ihr Äußeres oder überschwemmen einen mit oberflächlicher, dämlicher Werbung – msn.com ist ein gutes Beispiel dafür, da werden einem Inhalte präsentiert, die an Dämlichkeit und Oberflächlichkeit kaum noch zu überbieten sind bzw. einen Toten interessieren – andere wiederum tun so, als wenn es in Deutschland keine Probleme gäbe bzw. was der eine darf, darf der andere lange noch nicht. Das nenne ich mal wirklich geistige Armut. Offenbar haben viele verlernt, eigenständig zu denken und lassen sich lieber irgendwas von unserer „Mutti“ oder blöden Werbeseiten erzählen. msn.com war schon immer meine „Lieblings-Website“ :o))).

Man sieht es schon daran, dass die Blödheit immer mehr um sich greift – wo wir früher mit fünf Fehlern im Diktat nur eine Drei bekommen hätten, bekommen viele Kids bei gleicher Fehlerzahl eine Eins, damit die Lehrer noch gute Schüler in ihrer Klasse haben bzw. sie das von sich behaupten können. Das Problem ist nur, dass viele Lehrer keine hochbegabten Schüler erkennen und/oder dass Schüler besser gemacht werden als sie tatsächlich sind. Wenn ein Kind heute nicht so gut in der Schule ist, wird es heute doch direkt zum Seelenklempner geschickt, während die Helikopter-Eltern die Lehrer besoffen quasseln, dass ihr „kleiner Sonnenschein“ doch ein Einser-Schüler ist :o))). Mal schauen, wann es in unserer Bananenrepublik up to date wie in den USA ist, sich in psychologische Behandlung zu begeben – aus den USA übernimmt Deutschland ja gerne alles, egal, ob gut oder schlecht.

Gerade habe ich mit meinem Schatz telefoniert – er ist zwar munterer als vorhin, als ich ihn geweckt habe, aber immer noch nicht wirklich motiviert :o). Ich bin es ja auch nicht…

Sonntag, 6. März 2016

Geld stinkt nicht...:o)

...höchstens die Leute, die es ausgeben! :o)) Das denke ich immer so bei dem einen oder anderen Anzugträger, wobei ich derzeit kaum mit welchen zu tun habe, aber in der Vergangenheit leider schon. Da waren etliche dabei, die noch nix davon gehört hatten, dass man regelmäßig duscht bzw. ein Deo benutzt und dass Anzüge ab und zu mal in die Reinigung gehören :o)). Bei manchen habe ich da echt an den Spruch gedacht "Riech ich dein Aroma, fall ich gleich ins Koma!", hihihi.

Ich komme darauf wegen diesem dusseligen Professor, der sich als verlängerter Arm Gottes versteht und für die ZoZ-Gruppe in Olpe keine Jugendlichen mit bunten Haaren, Piercings oder Tattoos einladen wollte. Er wollte, dass sich die Jugendlichen wieder an die Gott gegebene Ordnung anpassen - hm, woher kennt er die denn? Ich glaube kaum, dass Gott mit soviel Intoleranz und Engstirnigkeit einverstanden wäre und noch weniger glaube ich, dass dieser Professor weiß, was Gottes Wille ist - in seinem Größenwahn und seiner Anmaßung meint er das aber wohl offenbar. Von Anzugträgern, die zwar nicht viel auf dem Kasten haben, aber dummes Zeug labern, habe ich nämlich die Schnauze gestrichen voll - und analog auch vom weiblichen Pendant.

Meine Kunden, hauptsächlich langzeitarbeitslose Menschen, tragen alle keinen Anzug, sondern in der Regel Jeans, Pulli oder Sweatshirt, aber im Gegensatz zu manchen Anzugträgern kennen die Bitte, Danke, Guten Tag, Auf Wiedersehen und auch weitere Höflichkeitsregeln, wie z. B. dass man jemandem die Tür aufhält. Die wissen auch alle, dass es so Erfindungen wie Dusche, Duschgel, Deo und Waschmaschinen gibt - manche Anzugträger aber leider offenbar nicht. Von dem Benehmen meiner Kunden könnten sich einige selbst ernannte größenwahnsinnige Anzugträger echt mal ne Scheibe abschneiden.

Samstag, 5. März 2016

Spießigkeit, lass nach...!! (Oder besser: Hirnlosigkeit, lass nach!)

Ich beziehe mich dabei auf einen Artikel, den +Sven Krämer heute gepostet hatte aus der Online-Ausgabe von WAZ/NRZ, derwesten.de. Die ZoZ-Gruppe, eine Firma aus dem Kreis Olpe im Sauerland, will Schüler einladen, um sie für Berufe zu begeistern - aber bitte keine mit bunten Haaren, Blech im Gesicht (also Piercings) und Tattoos...da hat der Verantwortliche der ZoZ-Gruppe, der die Einladungen an Schulen verschickt hat, aber ein bisschen viel Blech geschrieben. Über den sollte er sich auch eher aufregen als über Jugendliche, die Blech in Form von Piercings im Gesicht haben. Übrigens haben auch einige Schulleiter aus der Region sehr befremdet auf diese Einladung reagiert.

Sorry, ob jemand bunte Haare hat, tätowiert ist oder Piercings trägt, sagt über denjenigen und seine Begabungen doch überhaupt nix aus, aber zu unserer heutigen Spießbürgerlichkeit und ängstlicher Bemühung um Anpassung passt solch eine schwachsinnige Argumentation einer Firma. Okay, dann hat die ZoZ-Gruppe wohl lieber große Flaschen in ihren eigenen Reihen, Hauptsache, sie ziehen sich brav angepasst mit Blüschen/Hemd mit Krawatte und Kostümchen/Anzug an, auch wenn da vielleicht einige richtige Honks dabei sind - das Outfit muss schließlich stimmen, nicht etwa Begabung, Intelligenz und Persönlichkeit.

Zum Glück habe ich ja beruflich nix mit dem Kreis Olpe zu tun und arbeite sozialpädagogisch eher mit Erwachsenen als mit Jugendlichen, aber wenn ich als Sozialpädagogin im Sauerland für die Jugendberufshilfe tätig wäre, würde ich dem Laden bestimmt keine Azubis von meinen Jugendlichen schicken, denn soviel Spießigkeit und Engstirnigkeit würde ich nicht auch noch unterstützen. Wenn jemand gerne Anzug bzw. Kostümchen trägt, kann er das gerne tun - aber leider habe ich oft festgestellt, dass gerade die, die soviel Wert auf Äußerlichkeiten legen, die Substanz einer verschossenen Patronenhülse haben, nämlich gar keine. Manche kaschieren nämlich ihre innere Hässlichkeit nur durch ein angepasstes, ansprechendes Äußeres.

Ich arbeite in meiner Eigenschaft als Diplom-Pädagogin hauptsächlich mit langzeitarbeitslosen Erwachsenen, die schon länger im ALG II-Bezug sind - und ich trage meist Jeans und Sweat- oder Kapuzenshirt auf der Arbeit anstatt mich da im Kostümchen hinzustellen, denn damit würde ich mich, wenn ich da wie so ne Bürotussi rumlaufen würde, über meine Kunden stellen, so nach dem Motto "Guckt mal - ich kann mir ein Kostümchen leisten und ihr nicht!". So muss man es nämlich auch mal sehen. Nicht zu jedem Beruf passt ein spießbürgerliches Aussehen, so wie manch ein oberflächlicher Personaler sich das mit seinem begrenzten Horizont vorstellt. Es käme auch reichlich komisch, wenn ein Streetworker da in Anzug und Krawatte seine Klientel auf der Straße aufsuchen würde. Ich finde diese Sichtweise wie von dem Herrn der ZoZ-Gruppe jedenfalls reichlich oberflächlich, zumal damit viele begabte, aber eben halt ausgeflippte Jugendliche durchs Raster fallen.

Sonntag, 24. Mai 2015

Och...!!

Ich habe mir den Eurovision Song Contest zwar gestern Abend nicht angeguckt, sondern nur die Abstimmung am Ende der Show - lediglich den Beitrag aus Österreich habe ich per Zufall kurz gehört und unseren deutschen Beitrag "Black Smoke" von Anne-Sophie kenne ich auch (wenn auch eher vom Weghören), aber das waren genau die zwei Beiträge, die gar keine Punkte bekommen haben. Selbst England und Frankreich haben ja immerhin fünf und vier Punkte bekommen.

Beim österreichischen Beitrag verstehe ich es ehrlich gesagt nicht, dass der gar keine Punkte bekommen hat, beim deutschen schon eher, denn der Titel hat mich nicht gerade vom Hocker gehauen. Bei der ESC-Party und beim Kommentator des ESC brach ja schon wieder die kollektive Empörung aus, weil der deutsche Beitrag gar keine Punkte bekommen hat - weil Anne-Sophie doch so toll aussieht und so pseudosexy mit dem Hintern gewackelt hat. So ein blödes Gelaber passt zum oberflächlichen Hype in Deutschland - können musst Du zwar nix, da reicht es doch völlig aus, wenn frau einen auf Weibchen macht und Designer-Klamotten trägt *stöhn*. Aussehen ist aber nicht alles, auch wenn die Medien uns öfter was anderes einreden wollen. Normalerweise sollte gelten, dass der Inhalt wichtiger ist als die Verpackung, aber in Deutschland gilt leider vielfach das umgekehrte Prinzip - also Verpackung vor Inhalt :o/.

Es gibt sogar Straftäter, die sich die Oberflächlichkeit ihrer Opfer schon auf die eine oder andere Art zunutze gemacht haben - manche fallen ja, obwohl schon abzusehen ist, dass der Täter nix Gutes im Schilde führt, auf birniges Gelaber (Vertriebler nennen es rhetorisches Geschick...) und eine oberflächliche äußere Hülle rein und dann kommen nachher Sprüche wie "Ich verstehe das gar nicht, dass der mich vergewaltigt/um viel Geld gebracht hat, er hatte doch so einen teuren Maßanzug an, war gepflegt und war erst so nett...". Manche machen es in ihrer oberflächlichen, äußerlichkeitsgesteuerten Denkweise den größten Honks jedenfalls ziemlich leicht, ihre fragwürdigen Ziele zu erreichen.

Dienstag, 16. Dezember 2014

Telefonate mit Renate :o)

Heute habe ich mal wieder mit der Rüstigen telefoniert, u. a. um ihr die neuesten Entwicklungen auf dem Jobcenter zu berichten - da hatte ich ja die gute Nachricht noch nicht, dass mein Antrag entgegen des Briefs vom Samstag doch bearbeitet und genehmigt wurde. Renate kann sich ab und an auch nur noch wundern, was in diesem Land abgeht, nicht nur bei Jobcentern und Arbeitsagenturen, sondern auch in vielen anderen Belangen.

Gestern war sie mal wieder im schönen Düsseldorfer Stern-Verlag - dort, wo ja auch meine Bücher erhältlich sind :o) - und hatte dort ein Buch darüber gelesen, wie sich Arbeitgeber über Bewerber im Internet informieren. Die Information ist zwar grundsätzlich nicht neu, denn das ist schon lange klar, dass sie das tun und sich dann über Kandidaten gerne auch ihr eigenes, verqueres Weltbild stricken; egal, ob das nun richtig ist oder nicht.

In einem Punkt waren Renate und ich uns allerdings einig: Bei manchen Arbeitsstellen wundert es mich nicht, dass ich die nicht bekommen habe, denn wenn da auch einige Arbeitgeber recherchiert haben, passt dem einen oder anderen sicherlich nicht ins verquere Weltbild, dass ich nicht auf jedem Klischee rumreite, was Politik und Wirtschaft mittels der Medien so in die Gegend pusten - ach ja, und Humor nebst Phantasie habe ich auch noch! :o) Das ist ja ganz übel und der Untergang einer jeden Firma, wenn ich da jeden Morgen mit freundlichem Gesicht auftauche anstatt Kunden und Kollegen mit Leichenbittermiene zu vergraulen, hahaha!! Auf die Mitarbeit in Unternehmen, die Püppchen ohne Persönlichkeit wollen und die am besten jede noch so unflätigste Beschimpfung mit mildem Zombie-Gesichtsausdruck ertragen, lege ich ehrlich gesagt auch keinen gesteigerten Wert.

Außerdem sage ich mir auch: Jeder zieht sich den Schuh an, der ihm passt - und wenn sich jemand unangenehm berührt fühlt, weil ich über Mobbing, Lachverbot in manchen Firmen, merkwürdige Politiker oder wenig kompetente sog. Personalexperten schreibe, dann ist das sein Problem; vor allem, wenn er (oder sie) sich in meinen Ausführungen selbst wiedererkennt. Teamwork ist mir in jedem Fall wichtig, aber nicht, indem ich mich total verbiege, mich an jeder noch so geschmacklosen Intrige beteilige und in der Masse untertauche bzw. mich nur ab und zu durch ein gehirnamputiertes Quak! zu Wort melde, weil ich mit der neuen Tastatur nicht arbeiten kann und sofort meine alte wieder haben will, die ich schon seit zehn Jahren habe inklusive Krümeln, Kaffeeflecken etc. :o). Familie, Freunde und Fans schätzen meine offene, direkte Art - Leute, die selbst falsch wie die Nacht sind und deren Denkvermögen kaum von zwölf bis Mittag reicht, natürlich nicht. Das stört nur im Weltbild von Menschen, die alles glauben, was die BILD ihnen allmorgendlich vorlügt :o).

Wenn ein Arbeitgeber so etwas haben möchte, also eine gestylte Intrigenspinnerin mit begrenzten Fähigkeiten, soll er glücklich damit werden - ich würde es auf Dauer mit manch einem oberflächlichen Laden nicht, und schon gar nicht, wenn man meint, mich zu kennen, ohne einmal persönlich mit mir gesprochen zu haben. Und wenn jemandem nicht passt, was ich schreibe, gibt es immer noch eine ganz einfache Möglichkeit: meinen Blog einfach nicht lesen anstatt einen Herzkasper zu bekommen :o). Wenn mir eine Sendung, ein Buch oder was auch immer nicht gefällt, schaue ich mir die Sendung nicht an bzw. lese das Buch nicht zuende anstatt mir alles bis zum bitteren Ende anzutun und dann rumzugeifern. Jeder soll sich mit Dingen und Menschen umgeben, die er mag - und wenn jemand meinen Blog nicht mag bzw. das, was ich darin schreibe, weil es nicht in die eigene Sichtweise passt, muss er das ja auch nicht, ganz einfach.

Das Paradoxe ist: Politik und Wirtschaft stänkern immer gegen Google, weil Datenkrake und angeblich zuviel Macht - um Bewerber auszuspionieren und sich ein Bild von jemandem zu kreieren, den sie überhaupt nicht kennen, dafür ist Google dann aber für unsere "Führungsspitze" wieder gut genug. Das macht auch keinen Sinn - ich kann nicht etwas verteufeln und zu beschränken versuchen, es aber andererseits für die eigenen Interessen nutzen. Das gilt analog auch für Facebook.

Ebenso verrückt ist es, dass Menschen, über die viel im Internet zu finden ist, von manch einem Arbeitgeber misstrauisch beäugt wird - umgekehrt werden aber auch Bewerber abgelehnt, über die nichts oder so gut wie nichts im Internet zu finden ist, denn das ist ja dann auch verdächtig :o). Klar, Menschen, von denen man so gar nix im Netz findet, kann man ja auch wiederum gar nicht ausspionieren, zumindest nicht über eine Online-Recherche. Da entfallen dann schon mal einige beschränkte Werturteile anhand des Online-Profils einer Person und das geht ja mal gar nicht! :o) Worüber soll sich denn sonst manch ein Personaler aufregen und seine sittliche Empörung aufkochen, wenn über den Bewerber gar nix im Netz zu finden ist? Empöööörend...! :o) 

Samstag, 8. Juni 2013

Deutschland ist sehr tolerant - oder auch nicht...

Da das Bundesverfassungsgericht ja nun entschieden hat, dass das Ehegatten-Splitting nicht nur für Ehepaare im klassischen Sinne, sondern auch für homosexuelle Lebenspartnerschaften gelten soll, kommen natürlich wieder die Erzkatholiken und Moralisten aus ihren Löchern gekrabbelt und regen sich auf. Als ich gestern Abend im Fernsehen eine junge Novizin sah, die meinte, dass Gott das nicht gewollt hätte, kriegte ich schon wieder das Brechen - und da wundert die katholische Kirche sich über den Mitgliederschwund?! Deren "Schäfchen" von der Straße haben da offenbar weniger Probleme mit als Menschen, die in der katholischen Kirche ein Amt bekleiden. Und wenn ich das schon höre..."Das hat Gott nicht gewollt." - woher weiß sie das denn? Mitgeteilt haben wird er ihr das wohl kaum. Ich glaube auch ehrlich gesagt nicht, dass Gott gewollt hat, dass Mitarbeiter seiner Kirche Kinder missbrauchen und misshandeln, aber den Makel versucht die katholische Kirche ja ganz schnell wieder los zu werden oder zu vertuschen. Ich "liebe" diese doppelte Moral - Homosexuelle sind nach Meinung mancher Kleingeister und Katholiken scheiße und nicht von Gott gewollt, fröhliches Kinderschänden im Namen Gottes ist dann aber plötzlich okay, oder was? Ich sag's ja immer wieder: Ich glaube an Gott - aber vielfach leider nicht an sein rückständiges Bodenpersonal mit der doppelten Moral. Erst neulich war ich vor einem Vorstellungsgespräch in Rüttenscheid in der Siechenkapelle an der Rü und habe mit Gott gesprochen - da war aber auch keiner da, der mir erzählen wollte, wie ich mit Gott zu sprechen habe.

Ebenso hanebüchen bis schwachsinnig ist auch, dass ein Sketch von Comedienne Caroline Kebekus, der die katholische Kirche zum Thema hatte, vom WDR aus ihrer neuen Show rausgeschnitten wurde, um die religiösen Gefühle anderer Menschen nicht zu verletzen. Kein Wunder, dass sie bei Stefan Raab zum Boykott ihrer eigenen Show aufgerufen hat, weil da die Zensur etwas zu übereifrig war. Vor ein oder zwei Jahren haben sich viele Menschen über Muslime aufgeregt, die nach den Mohammed-Karikaturen ausgeflippt sind, aber bei den Katholiken und den Intendanten scheint das dann normal zu sein, solch eine humorlose Zensur zu betreiben. Gott hat Humor - seine Schäfchen auf Erden hier aber vielfach nicht.

Anstatt sich mal um die wirklich wichtigen Dinge in diesem Land zu kümmern, darf man sich dann über nichtssagende, oberflächliche Artikel zum Thema "Abiball-Kleidung" freuen - Gehirn und Tiefgang sind offenbar out, nur der schöne äußerliche Schein muss stimmen, auch wenn sich in einem sündteuren Outfit der letzte Vollhorst verbirgt. Deshalb fand ich die Protestaktion von Femen beim Finale von Germany's next Top-Model ziemlich cool, denn da geht's auch nur um Äußerlichkeiten und um eine Selbstinszenierung von Heidi Klum, mehr nicht. Wenn sie dann da schon immer mit gespitztem Mündchen steht und einer ihrer Kandidatinnen sagt, was diese bei einem Shooting nicht so gut gemacht hat, krieg ich nen Brechreiz. Einerseits beschweren sich viele Frauen über Sexismus und darüber, nur auf ihr Äußeres reduziert zu werden - andererseits werden aber dauernd solche Casting-Shows gezeigt, wo es weniger auf Persönlichkeit und Ausstrahlung ankommt, sondern eher auf oberflächliches, dummes Geseier bzw. ein ziemlich krankes Schönheitsideal und wo auch noch der letzte Vollhorst für ein paar Minuten Sendezeit im Fernsehen eingeräumt bekommt (das allerdings eher bei DSDS). Solche oberflächlichen Shows lenken allerdings auch von den wahren Problemen in diesem Land ab, aber manche möchten ja leider gerne belogen werden. Kein Wunder, dass sich manche Menschen in ihrer Not nicht mehr an Familie und Freunde wenden, sondern lieber an selbst ernannte Gurus, Esoterik-Hotlines oder irgendwelche Casting-Shows, die von oberflächlichem Hype und Äußerlichkeiten leben.

Mittwoch, 15. Februar 2012

Und wieder in der Pottgezwitscher-Zeitung :o)

Auch heute bin ich wieder als eines der Top-Themen in der aktuellen Ausgabe der Pottgezwitscher-Zeitung vertreten, u. a. mit den Blog-Einträgen

  • Leseprobe aus "Hart wie Krupp-Stahl" (und nebenbei ist das auch noch Werbung für mein aktuelles Buch)
  • Ich suche - und biete (aktuelles Stellengesuch von mir, wobei ich direkt versucht habe, die üblichen Verdächtigen von einer Zuschrift abzuhalten)
  • Neuauflage eines Musik-Videos (Eintrag aus dem Jahr 2010, der die Inhalte von aktuellen Musik-Videos und militanten Feminismus aufs Korn nimmt)
  • Makaberer Valentinstag (natürlich ganz aktuell von gestern mit makaberen Unterhaltungen zwischen Thorsten und mir sowie fragwürdigen Anrufen von Arbeitgebern)
  • Warum frau sich mehrere Männer halten sollte (das ist jetzt weniger sexistisch als es klingt, hihi)
  • Werbung für meine Bücher - basierend auf TV-Spots (manche Werbe-Spots liefern einem ja geradezu ne Steilvorlage für Parodien). Auf jeden Fall vielen Dank!

Das ist natürlich eine ganz bunte Mischung an unterschiedlichen Themen, aber so bin ich nun mal: vielseitig interessiert und auch im Allgemeinen sehr vielseitig, auch wenn ich mir mal von einem so genannten Personalberater sagen lassen konnte, dass sowas wie ich nicht gefragt ist. Wie schrieb schon einer meiner Twitter-Follower in seinem Profil? "Ich bin, wie ich bin - und nicht so, wie du mich haben möchtest." Da gebe ich ihm in jedem Fall Recht. Bei Spezialisten beklagen manche Fachidiotie, bei Leuten, die breit aufgestellt sind, heißt es dann, dass sie angeblich nix richtig können. Da kann ich die Unkenrufer jedenfalls beruhigen: Mein Grad an Allgemeinbildung und Fachwissen in verschiedenen Gebieten ist umfangreich und nicht nur oberflächlich - wobei Oberflächlichkeit ja heute bei vielen der neueste Schrei zu sein scheint. Anders ist es auch nicht zu erklären, dass die Promi-Magazine und Casting-Shows wie Pilze aus dem Boden schießen und vielfach auch gezeigt wird, dass Mobbing und andere runtermachen zum guten Ton zu gehören scheint - nicht nur in manchen deutschen Unternehmen, sondern auch in der Medienlandschaft.

Montag, 12. September 2011

Haarige Angelegenheiten

Vorhin sprachen wir über Haare, weil Timo darüber referierte, dass Männer häufig Haare auf'm Kopf verlieren, ihnen dafür aber welche auf'm Rücken wachsen - darüber hatte Kaya Yanar ja auch schon mal in seinem Bühnenprogramm referiert. Ansonsten wunderten auch wir uns über den fragwürdigen Trend, sich an allen möglichen und unmöglichen Körperstellen zu enthaaren bzw. für jeden Killefit per plastischer Chirurgie an sich rumschnibbeln zu lassen. Marina berichtete davon, dass es ja jetzt in den USA sogar die Möglichkeit gibt, sich die Füße umoperieren zu lassen, damit sie besser in High Heels passen. Hm, eigentlich ist die plastische Chirurgie mal dazu gedacht gewesen, äußerliche Korrekturen nach Verbrennungen, Unfällen u. ä. vorzunehmen, damit die Leute nach schweren Zwischenfällen wieder relativ normal aussehen, aber wenn die Ärzte jetzt hingehen und den Leuten die Füße brechen wegen irgendwelchen schnöden Schönheitstrends, dann stimmt da aber irgendwas mit dem hypokratischen Eid nicht mehr bzw. mit der Gesellschaft nicht mehr. Ich glaube, die Natur hat einem schon die Füße gegeben, die man benötigt, aber wenn auf VH1 schon thematisiert wird, dass bei manchen Frauen der zweite Zeh ein paar Millimeter länger ist als der große Zeh, dann fragt man sich echt, ob wir sonst keine Probleme haben...solche Sorgen hatten wir zum Glück nicht, als wir noch jünger waren, da wäre nie jemand auf die Idee gekommen, sich sämtliche Körperhaare weglasern zu lassen und/oder an sich rumschnibbeln zu lassen, um ne Designer-Vagina oder gebrochene Desginer-Füße zu haben. Kein Wunder, dass immer mehr Leute durchdrehen - wenn man nur auf sein Äußeres reduziert wird und keine Freunde mehr hat, wenn man in eine Notlage gerät bzw. wenn's mit dem Äußeren mal nicht mehr so stimmt aus etwaigen Gründen, dann kann einen das schon mal in den Wahnsinn treiben, weil man im Grunde genommen dann verdammt einsam ist. Wenn von einer Persönlichkeit nach Abzug der äußeren Schönheit nix mehr übrig bleibt, dann ist das verdammt traurig, weil substanzlos. Was sind denn das für Freunde, die jemanden nur nach materiellen Werten und Äußerlichkeiten beurteilen, aber die ansonsten die Substanz einer verschossenen Patronenhülse haben? Darauf kann man/frau doch gut und gerne verzichten.

Ich habe zwar nicht, so wie viele von sich behaupten, hunderte von Freunden - wobei die damit wohl vielfach eher oberflächliche Bekannte meinen - sondern eher eine Hand voll, aber von denen weiß ich auch, dass sie hinter mir stehen, egal was ist, und nicht nur für mich da sind, wenn ich gut drauf bin oder mit Kohle nur so um mich werfen kann (wobei Letzteres bei mir auch nur in begrenztem Maße möglich ist, hihi). Schade ist allerdings, dass meine Freunde vielfach weiter wegwohnen, sodass man sich nicht mal eben spontan nach Feierabend zu nem Klönschnack in der Pizzeria um die Ecke oder auf dem heimischen Balkon verabreden kann - mein Dunstkreis lebt in Düsseldorf, Köln, Gießen, Coesfeld und das ist ja nicht mal eben um die Ecke von Essen. Allerdings denke ich auch nicht, dass die Qualität einer persönlichen Beziehung von der räumlichen Distanz abhängt, denn ich kann mich wie gesagt auf die Leute verlassen, auch wenn sie außerhalb von Essen wohnen. Was würde es nützen, wenn meine Leute alle in Essen wohnen würden, womöglich sogar noch im gleichen Stadtteil, aber ich würde nur auf Äußerlichkeiten, Kleidung, Auto etc. reduziert?

Auf jeden Fall wird uns dieses Äußerlichkeits-Getue ein bisschen zu künstlich und zu unnatürlich. Vor allem frage ich mich, wie das in der Praxis aussehen soll, wenn ne Tussi erst mit nem Typen liiert ist, der auf apfelgroße Brüste (ca. Körbchengröße 70B) steht, und dann lernt sie einen kennen, der direkt 95 Doppel-D will? Will sie sich dann jedesmal die Möpse operieren lassen? Entweder liebt der Typ sie so, wie sie ist, oder er lässt es bleiben. Umgekehrt sind auch die Trusen genauso bescheuert, die dann von ihrem Typen ne Penisverlängerung verlangen, weil ihnen eine bestimmte Größe nicht groß genug ist. Hm, offenbar scheinen in solchen Fällen der IQ der Truse mit dem kleinen P***** ihres Typen zu harmonieren, höhö. Und was nützt mir ein Kerl mit 30 cm in der Hose, dessen IQ und Benehmen auch nicht höher liegt? Wenn das alles ist, worüber der Typ sich definieren kann, dann möchte ich den auch nicht näher kennen lernen. Mich schrieb vor gut zehn Jahren mal in einer Online-Dating-Börse einer mit den Worten an - und das, obwohl ich darauf hingewiesen hatte, dass ich nicht an ONS oder reinen Bettgeschichten interessiert bin - dass er der Micha sei, teilrasiert sei und 28,5 cm in der Hose habe. Ich habe freundlich bis provokativ zurückgeschrieben, ob es sonst noch was Interessantes über ihn zu wissen gibt. Scheinbar ja nicht, denn danach war Ruhe im Karton. Außerdem gilt ja auch: Wer lesen kann, ist klar im Vorteil.

Erst mal will ich ja den Typen kennen lernen und nicht sein bestes Stück - und wenn mich einer aufgrund seiner unsympathischen Art abstößt, dann rettet da auch ne 35 cm-Latte nix mehr. Es soll zwar Frauen geben, die genauso von ihrer unteren Körperhälfte gesteuert werden wie manche Kerle, aber das passt ja dann zu dem Typen mit der 35 cm-Latte und dem entsprechend niedrigen IQ :o). Wenn sie ganz großes Glück mit dem Typen hat, erhält sie nachher so schmeichelhafte Spitznamen wie Mallorca (da hat schon jeder Mann drauf gelegen) oder Matratze (da kann sich auch jeder drauf legen). Sex ist wunderschön, aber nur mit dem richtigen Typen - und der ist ein bisschen mehr als die Summe seiner Äußerlichkeiten.

Freitag, 2. September 2011

Müssen manche Leute Sorgen haben...

Marina flippte gestern Vormittag völligst aus, als sie die yahoo!-Startseite öffnete und die wirklich "schockierenden" News lesen musste: Jennifer Aniston trägt dauernd den gleichen Bikini! SCHOCK!!!! Na, wenn das schon ne Schlagzeile wert ist, dann wissen wir's auch nicht mehr. Ebenso wenig war Marina daran interessiert zu erfahren, ob Lena Meyer-Landrut sich an der Uni eingeschrieben hat - hm, interessiert mich auch nicht so wirklich. Promi-News sind ja mal ganz schön, aber wenn diese Schlagzeilen jetzt schon mehr aufgebauscht werden als Dinge, die wirklich wichtig sind, dann wissen manche wohl nicht mehr, woraus sie ne Schlagzeile und/oder nen Artikel kreieren sollen. Oberflächliches Gelaber nervt jedenfalls - egal, ob im TV oder in anderen Medien.

Genauso verhält es sich auch mit dem Bericht, den ich gestern eher zufällig bei FrauTV im WDR mitverfolgt habe. Junge Mädchen sind anhand von retouchierten Bildern von Porno-Sternchen und anderen Leuten schon so verunsichert, dass sie denken, mit ihrer Vagina sei was nicht in Ordnung und dann nach ner Designer-Vagina verlangen. Ich glaube ehrlich gesagt, dass manche Damen keine Designer-Vagina benötigen, sondern lieber mal etwas mehr Gehirn-Tuning. Gut gefiel mir in dem Zusammenhang jedenfalls der Kommentar einer Frauenärztin zu diesem Phänomen. Die meisten Menschen freuen sich, wenn sie sich nicht unters Messer legen müssen - egal, aus welchen Gründen - nur manche tun's freiwillig, um nachher wie ein schlechtes Ersatzteillager auszusehen. In einem Tatort Anfang 2011 mit Kommissarin Klara Blum (Eva Mattes) ging es auch um Schönheits-OPs im weiteren Sinne und da fand ich ihren Kommentar gegenüber der Empfangskraft der Klinik total cool. "Lieber was Echtes im Kopf als was Falsches unter der Bluse!" Darüber haben meine Mitpatientin und ich uns tot gelacht, denn das hat den Sachverhalt perfekt zusammen gefasst.

Hier in Düsseldorf sehe ich in der Umgebung der Kö oft genug irgendwelche "Designer-Weibchen", die total überstylt und zugekleistert sind, aber trotz eines scheinbar perfekten Äußeren gucken die so unzufrieden aus der Wäsche, als wenn das ganze Leben eines Strafe wäre. Tja, Designer-Gesicht, -Vagina und -Klamotten machen noch keinen Menschen aus und sind auch kein Garant für Zufriedenheit mit sich selbst und dem eigenen Leben.

Ähnlich verhält es sich auch mit dem Phänomen, das sich jetzt sowohl eine Reihe von Männern als auch eine Reihe von Frauen an allen möglichen und unmöglichen Körperstellen rasieren, damit sie wieder wie 12-jährige vor der Pubertät wirken. Zu nem Mann gehört ne gewisse Körperbehaarung einfach dazu und auf diese androgynen Typen, die fast weibischer aussehen als manches Mädchen, stehe ich überhaupt nicht, genauso wenig wie auf Margarine-Gesichter der Marke Justin Bieber.

Angesichts dieses oberflächlichen Äußerlichkeits-Kults fragt man sich echt, ob wir keine wichtigeren Probleme auf diesem Planeten haben als Designer-Vaginas, rasierte Intimzonen, Bikinis von Promis usw. Klar geht das Ganze auch auf die vielfach oberflächliche Berichterstattung mancher Medien zurück, wobei die Fotos auch mehr und mehr retouchiert werden, sodass es erst recht unnatürlich aussieht, aber offenbar scheinen viele junge Menschen aber auch niemanden mehr zu haben, der sie so mag wie sie sind und nicht ständig an Äußerlichkeiten rumnörgelt ("Es gibt aber schlankere Mädchen als dich!", "Wenn du dir deine Nase operieren lassen würdest, hättest du auch bestimmt nen Freund.", "Also, an deiner Stelle würde ich mir den Penis vergrößern lassen." und ähnliche Beispiele). Auch in Bezug auf den Magerwahn kann ich nur sagen: "Lieber fett am Körper als mager im Hirn!" Klar, fettleibige Menschen (ich rede jetzt nicht von pummelig oder ein paar Pfund zuviel auf den Rippen) mögen vielleicht kein ästhetischer Anblick sein und sind zahlreichen Gesundheitsgefahren ausgesetzt, aber das trifft genauso auf die extrem mageren Menschen zu, die Essen nicht mehr als Nahrungsaufnahme ansehen, um körperlich und geistig fit zu sein, sondern nur noch als potentiellen Dickmacher, was natürlich total an der Realität vorbei geht. Dünnen Menschen wird aber noch ne gewisse Disziplin bescheinigt, da sie ja vielfach extrem kleine Mengen an Nahrung zu sich nehmen (manche Schlanke essen dennoch ganz normal und wirken trotzdem sehr dünn), aber dickeren Menschen wird immer pauschal eine gewisse Disziplinlosigkeit unterstellt. Das ist wohl auch der Grund, warum Magerwahn wohl eher akzeptiert ist als Übergewicht in jedweder Form.

Mittwoch, 26. Mai 2010

Haben es schönere Menschen wirklich immer leichter?

Vor gut einer Stunde habe ich eine eigene Pressemitteilung zu meiner am kommenden Dienstag stattfindenden Lesung unter www.pressemitteilung.ws online gestellt und natürlich auch interessehalber die Mitteilungen anderer Personen und Firmen gelesen. Die Überschrift einer Pressemitteilung beinhaltete sinngemäß, dass auch schöne Zähne ein Weg zum Erfolg sind - das ist natürlich richtig, denn ich werde auch lieber von jemandem mit gepflegten Zähnen angelacht als von jemandem mit mehreren Zahnlücken und total kariösen, angefaulten Beißerchen...

Nur das, was der Überschrift folgte, hatte wieder etwas sehr Klischeehaftes und ich meine mich erinnern zu können, eben jenen Satz schon in zig anderen Artikeln mit exakt dem gleichen Wortlaut gelesen zu haben: Schöne Menschen werden eher zu Vorstellungsgesprächen eingeladen, eher eingestellt und verdienen 5 bis 10 % mehr als ihre weniger schönen Kollegen. Klar gibt es immer Personalchefs, die eher mit der unteren Körperhälfte denken und deshalb sehr gutaussehende Bewerberinnen bevorzugt einladen, aber es ist nicht die Regel. Unter unseren Kunden ist niemand dabei, der wie ein Model oder Dressman aussieht, obwohl sich viele von ihnen gut sehen lassen können (manch oberflächlichem Typen würde das aber wahrscheinlich der eigenen Definition von "schön" widersprechen) und trotzdem erhalten viele von ihnen regelmäßig Einladungen zu Vorstellungsgesprächen - auch die vermeintlich "nicht so Schönen". Immerhin geht es normalerweise bei der Besetzung eines Arbeitsplatzes um Fachkompetenz und nicht um Modelmaße.

Umgekehrt leiden viele ArbeitnehmerInnen, die wirklich gemeinhin als sehr gut aussehend eingestuft werden, unter einem ganz anderen Klischee: Sie werden zwar möglicherweise aufgrund ihres Aussehens eingestellt, aber wenn ihnen Ungerechtigkeiten widerfahren oder sie etwas Sinnvolles, Stichhaltiges zu einer Diskussion beizutragen haben, folgen oft Antworten wie diese: "Sie werden hier für's Repräsentieren und nicht für's Denken bezahlt!" Gemeinhin werden schönen Menschen offenbar in der Arbeitswelt Intelligenz, Denk- und Merkvermögen, eigene Meinung etc. abgesprochen und darunter leiden diese hübschen Arbeitnehmer genauso wie jeder andere auch.

Und wenn Schönheit tatsächlich so essentiell für hohe Positionen ist, dann fragt man sich angesichts einiger, im Fernsehen häufig präsenter Vorstandsmitglieder und Politiker, wie die dann an ihren Posten gekommen sind - das Aussehen kann dann eigentlich keine Rolle gespielt haben, wobei dies für die Arbeitswelt ohnehin unerheblich sein sollte. Klar soll jemand sauber und gepflegt sein und nicht zehn Meilen gegen den Wind stinken, aber diese Reduzierung auf reine Äußerlichkeiten, die in einigen Fällen vor der fachlichen und menschlichen Eignung für eine bestimmte Stelle zu kommen scheinen, sind echt zum Kotzen. Motto: "Du kannst birnig, link und dumm wie Brot sein - Hauptsache, dein Outfit stimmt oder mir passt dein Äußeres in den Kram!" Das kann's nicht sein und deshalb finde ich solche Werbebotschaften auch eher fragwürdig, vor allem, wenn die dann auch noch bei irgendwelchen Vorrednern 1.000-mal abgekupfert wurden.