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Samstag, 22. November 2014

Ein skurriler Bauernhofbesuch mit dem Borbecker Männergarten :o)

Sowohl Gerschede als auch Dellwig waren vor Zeiten der Industrialisierung eher landwirtschaftlich geprägt, woran auch noch der ehemalige Dorfkern von Gerschede rund um die Pfarrkirche St. Paulus und den angrenzenden Gimkenhof mit Kopfweide am Düppenberg erinnert. Rund um Gerschede und Dellwig gab es früher die Bauernschaft Bergheim, deshalb heißen zwei Straßen auch Bergheimer Straße (Bedingrade/Gerschede) und Bergheimer Steig (Gerschede/Dellwig). Die Barchemhöhe in Bedingrade leitet sich ebenfalls von der Bauernschaft Bergheim ab, denn "Barchem" ist das niederdeutsche Wort für Bergheim.

In Dellwig gibt es heute noch Bauer Brömse am Klaumerbruch, wobei die Familie in den letzten Jahren einige Schicksalsschläge verkraften musste - erst den Tod des Ehemanns, dann ein Brand, der einen Teil des Gehöfts vernichtete :o(.


Der Gimkenhof am Düppenberg in Gerschede - (c) Kolpingfamilie Borbeck, dionysius.de

Den Gimkenhof habe ich als Kind selbst einmal mit meinem damaligen Kindergarten besucht, denn beim Gimkenhof handelt es sich um einen der wenigen Bauernhöfe im Essener Nordwesten, der bis heute bewirtschaftet wird - auf der Kopfweide auf der Ecke Düppenberg/Gerscheder Straße kann man ja auch regelmäßig Tiere sehen, z. B. Heidschnucken, Schafe und Gänse.

Am Reuenberg, nur einen guten Kilometer vom Gimkenhof entfernt, gibt es noch den Steenkamphof, der aber heute lediglich in den warmen Monaten als Ausstellungsort (z. B. Geflügel- oder Kleintierschauen) oder Location für Festivitäten genutzt wird. Ansprechpartner wäre in dem Fall der Kulturhistorische Verein Borbeck.

Das nur ganz kurz zur Historie von Gerschede und Dellwig - es folgt die Geschichte aus dem Borbecker Männergarten :o).

Da der Gimkenhof mit den Buslinien 143 und 185 gut zu erreichen ist, machen sich die Männergärtnerinnen mit ihren großen männlichen Schützlingen per pedes auf den Weg zur Bushaltestelle Fürstäbtissinstraße, denn die Linie 143 benötigt bis zur Haltestelle Ackerstraße lediglich fünf Minuten, die Buslinie 185 mit einem etwas anderen Fahrweg nur unwesentlich mehr. Der Charmin Bear meutert und quengelt bereits auf dem nur gut 300 m langen Fußmarsch zur Bushaltestelle - eine Fahrt mit dem Pkw wäre ihm lieber gewesen, aber auf dem Ohr sind die Männergärtnerinnen grundsätzlich taub :o).

Zum Glück kommt der 143 bereits wenige Minuten nach Eintreffen der Gruppe an der Haltestelle und Sitzplätze für alle sind auch verfügbar. Der Charmin Bear lässt sich mit einem erleichterten Seufzen auf einen freien Sitz plumpsen, denn das hätte ihm jetzt auch noch gefehlt, dass er fünf Minuten lang hätte im Bus stehen müssen. ES schaut sich neugierig nach Vögeln um, die ES natürlich Stinki zeigen will, aber in den Herbst- und Wintermonaten sind unsere gefiederten Freunde spärlicher gesät, sodass sich zum Glück kein Vogel zeigt, den ES dann Stinki zeigen könnte. Prophylaktisch hat Alex ES eh schon verboten, Stinki irgendwelche Vögel zu zeigen, denn das gäbe wieder nur Ärger. Thorsten trällert während der Fahrt fröhlich "Old MacDonald had a farm...", was jedoch leider auf wenig Gegenliebe bei seinen Mitkindern stößt :o).

Nach fünf Minuten Fahrt über die Haltestellen Lindnerplatz und Düppenberg spuckt der 143 einen Teil seiner menschlichen Fracht an der Haltestelle Ackerstraße aus, damit die fröhliche Truppe zum nahe gelegenen Gimkenhof laufen kann, der direkt neben der Pfarrkirche St. Paulus steht. Auf der Kopfweide, auf der sie im Frühjahr Bekanntschaft mit den Schafen gemacht haben, stehen auch tatsächlich einige Tiere, aber die sind ja zum Glück eingezäunt und können den großen männlichen Kindern erstmal nix tun. Ein Widder blökt gelangweilt.

Die Bäuerin empfängt die Truppe freundlich und referiert zunächst ein wenig über den Gimkenhof und seine Geschichte, was bei Thomas für einen narkoleptischen Anfall sorgt. Steffi macht das betretene Gesicht und stupst Thomas energisch an, weil sein Benehmen verdammt unhöflich ist. Nach dem Kurzabriss der Historie des Hofes führt die Bäuerin die Gruppe in den Hühnerstall. ES quiekt vor Freude - endlich kann ES Stinki wieder einen Vogel zeigen! Scheiße, leider gibt Alex ES einen energischen Klaps auf die Finger und verbietet ES mit strengem Kopfschütteln, Stinki einen Vogel zu zeigen.

Stinki mutiert komischerweise zur Kükenmama, denn plötzlich rennen ihm vier flauschige Küken hinterher, gefolgt von einem fünften, das sich noch in der Schale befindet - lediglich dessen Beinchen sind bereits geschlüpft, sodass das Ei Stinki ebenfalls folgen kann. Stinki ranzt: "Wat is'n mit Euch eigentlich los?!", aber die Küken lieben ihre neue menschliche Mami offenbar  - warum nun auch immer :o). Alex kichert amüsiert, während ES bald vor Neid platzt - wieso mögen die Küken "Mr. KU" alias Stinki und ES nicht? ES muss sich aber auch keine Gedanken über einen Mangel an Fans machen, denn eine Glucke adoptiert ES sofort und versucht, ES in ihr Nest zu zerren, um ES zu bebrüten :o). Na ja, ES sieht zwar für seine 32 Jahre noch recht kindlich aus, aber fertig ausgebrütet ist ES eigentlich schon, hihi.  

Der Charmin Bear platzt fast vor Neid, weil die Hühner Futter aufpicken können und er nicht. Thorsten gackert vor Vergnügen wie ein Eier legendes Huhn, während der Stationsarzt überlegt, ein paar Eier im Hofverkauf zu erstehen. Thomas dreht unsichere Pirouetten, als der Hahn ihn freundlich ankräht.

Endlich geht es weiter zur Kopfweide, wobei Stinki immer noch von vier Küken und einem Ei in der Schale verfolgt wird :o). Er seufzt nur noch, denn es bringt ja nix, wenn er die kleinen flauschigen Kükis und das Ei mit Beinchen dauernd fragt, wat denn mit ihnen eigentlich los ist - das scheint ja die Gefühle für ihn noch mehr zu befeuern, hat er so den Eindruck. Alex kichert amüsiert, während ES gar nicht aus dem Hühnerstall rausgekommen ist, denn die Glucke will ES einfach nicht gehen lassen.

Die Bäuerin bietet den großen männlichen Kindern und ihren Männergärtnerinnen an, doch mal die Kopfweide zu betreten und freundlichen Kontakt zu den Schafen aufzunehmen, doch davon nehmen lieber alle Abstand - keiner möchte in den Bachlauf auf der Weide oder in die Weichteile getreten werden :o). Der Widder, der vorhin noch gelangweilt geblökt hatte beim Anblick der Menschen, die zum Hof gepilgert sind, macht nun übermütige Bocksprünge - wahrscheinlich hatte er sich schon gefreut, einige Herren mal kräftig treten zu dürfen. Der Stationsarzt spricht die Bäuerin unvermittelt mit den Worten an: "Entschuldigung, ich habe keine Eier mehr...!", was für einen Heiterkeitsausbruch allererster Güte bei den anderen sorgt. Die Bäuerin antwortet kichernd: "Das tut mir sehr leid für Sie!" Der Arzt blickt unsicher um sich, bevor ihm langsam dämmert, dass er von anderen Eiern gesprochen hat als die anderen *ggg*. Er präzisiert seine Aussage und darf schließlich sechs frisch gelegte Eier kaufen. Auch die Männergärtnerinnen kaufen noch einíge Eier, damit sie ihre großen männlichen Kinder weiterhin in der MäTa beköstigen können.

Nach diesem kurzen Rundgang über den Gimkenhof machen sich die Männergärtnerinnen zusammen mit ihren Schützlingen mit dem Bus auf den Rückweg nach Borbeck. Auch ES konnte endlich mal aus dem Nest der Glucke entfernt werden, wobei Alex ihre ganze Überredungskunst bei der Glucke aufbieten musste. Die Küken und das Ei mit Beinchen quieken ihrer menschlichen Mami alias Stinki zwar hinterher, akzeptieren es aber schnabelknirschend, jetzt wieder mit ihrer gefiederten Mama vorlieb nehmen zu müssen. Der Charmin Bear seufzt erleichtert - endlich keine Tiere mehr, die beißen, picken oder treten könnten :o). Die Aussicht auf einen kurzen Fußmarsch von der Bushaltestelle zur MäTa beglückt ihn zwar nicht gerade, aber Renate hat ihm und den anderen ja dicke Eier versprochen, wenn sie wieder zurück sind :oD.

Happy End!!!




Donnerstag, 24. April 2014

Ein Ausflug zur Schafkoppel in Gerschede

Wie bereits mehrfach im Blog erwähnt, gibt es auf der Ecke Gerscheder Straße/Düppenberg eine Schafkoppel, die derzeit allerdings von freundlichen Gänsen frequentiert wird. Die Männergärtnerinnen und ihre Schützlinge fahren an einem sonnigen Tag im Frühling mit der Buslinie 143 bis zur Haltestelle Ackerstraße, um dort die Lieblingstiere des Charmin Bearen - also Schafe - zu besuchen.

 
Schafkoppel in Gerschede - (c) derwesten.de
 
 
Allerdings japst der Charmin Bear schon nach wenigen Metern, als sie von der MäTa in der Sackgasse Fürstenbergstraße rüber laufen zur Haltestelle am Schloss - wenigstens ist der 143 Richtung Oberhausen schön leer, sodass alle einen Sitzplatz für die etwa sechsminütige Busfahrt bekommen.
 
Als der Charmin Bear nach Verlassen des Busses und einem kurzen Fußmarsch Schafe auf der Weide erblickt, wird er richtig schnell und klettert behände über den Zaun - das würde man dem behäbig wirkenden Mann ohne Weiteres gar nicht zutrauen. Die Schafe blöken gelangweilt - Menschen! ES starrt die Schafe mit offenem Mund an, während Stinki einem Lämmchen vorsichtig Badepuppe Bethany auf den Rücken setzt. Das hätte er besser gelassen, denn sofort kommt das Muttertier angerannt, um sein Lämmchen zu beschützen, und keilt aus - genau in Stinkis Weichteile. Die fallende Badepuppe Bethany wird von Steffi aufgefangen, während Alex und Renate sich um den sich auf dem Boden wälzenden, stöhnenden Stinki kümmern müssen, der japst: "Wat is'n mit dem Schaf eigentlich los?!" Thorsten muss grinsen und sucht nach einer Trinkhalle, an der er Eis kaufen kann, um es Stinki zur Kühlung in die Hose zu stecken, aber der nächste Kiosk liegt auf dem Reuenberg, etwa sechs Gehminuten entfernt. Renate untersagt Thorsten streng, alleine zum Kiosk zu laufen. Der streckt ihr die Zunge raus und lehnt sich frustriert an einen Baum. Thomas sowie der Stationsarzt sehen einigen Schafen beim Grasen zu, denn das Theater kennen sie ja schon - Stinki hat nen Tritt in die Weichteile bekommen und Thorsten spielt die beleidigte Leberwurst.
 
Da die Männergärtnerinnen mit Stinki und Badepuppe Bethany beschäftigt sind, bekommen sie auch nicht mit, dass auch noch der Charmin Bear anfängt herum zu blödeln, denn er freut sich dermaßen über die ganzen Schafe auf der Weide, dass er den Bachlauf auf der Koppel nicht bemerkt und hinein plumpst. Damit zieht er sich den Zorn eines Ganters zu, der sich ebenfalls im Bach aufgehalten hatte und nun mit seinem Schnabel zuschnappt - danach kann sich auch der Charmin Bear über schmerzende Weichteile "freuen". Während Alex sich weiter um den stöhnenden Stinki kümmert, kümmert Renate sich um den schreienden Charmin Bear mit der nassen Hose, in der sich jetzt Rühreier befinden :o)). Steffi hält Badepuppe Bethany im Arm und macht das betretene Gesicht, trotzdem gelingt es ihr, den aufgeregten Ganter zu beruhigen.
 
Nachdem Stinki und der Charmin Bear wieder halbwegs gehfähig sind, entschließen die Männergärtnerinnen sich, zusammen mit ihren Schützlingen schleunigst die Stätte des Unglücks zu verlassen. Wie auf's Stichwort kommt der 143 Richtung Borbeck, als sie gerade die Straße überquert haben, um zur Bushaltestelle an der Schule Gerschede zu gelangen. Thorsten ist immer noch frustig, weil er Stinki kein Eis in die Hose stecken durfte und Renate ihn nicht alleine zum Kiosk hat laufen lassen. Seine Laune hebt sich erst wieder, als Renate verkündet, dass in der Kühltruhe in der MäTa noch Langnese-Eis ist - vielleicht hat er ja doch noch die Chance, die Eier von Stinki und vom Charmin Bear zu kühlen :o). 

Samstag, 24. Dezember 2011

Stairway to Heaven

Der Led Zeppelin-Klassiker lief ja gestern Abend auf EinsLive *Überraschung* und ist wohl die erste Power-Ballade der Rock- und Metal-Geschichte. Mich erinnert sie u. a. auch mal an eine fröhliche Session mit meinen ehemaligen Kollegen im Siepental in unmittelbarer Nähe einer Schafweide - ich glaube, die Schafe auf der Weide haben uns für ziemlich bekloppt gehalten, weil wir uns da mit zehn Mann auf eine Bank gequetscht haben und auch nicht gerade ernst waren. Die Schafe blökten fragend, während irgendwo in der angrenzenden Siedlung an der Kunstwerkerstraße "Stairway to Heaven" in die Gegend rein schallte. Ich glaube, die Schafe mochten das Lied ebenfalls und auch den Frühling, der gerade ganz zaghaft Einzug hielt - was sie von den bekloppten Zweibeinern auf der Bank und in den Brombeersträuchern gehalten haben, habe ich besser nicht nachgefragt :o). Da hätte man glatt nen neuen Film draus machen können - "Interview mit einem Schaf", hihi.

Sonntag, 27. November 2011

Neue Horror-Ideen bei Dunkelheitsfahrten

Gestern Abend gondelten wir in Timos schönem schwarzen Polo von unserer Weihnachtsfeier in Wehrheim/Taunus über die Dörfer zurück zur A3 nach Bad Camberg, um von dort aus Richtung Köln/Düsseldorf zu brettern. Der Himmel war klar, die Fahrbahn trocken. Ein Großteil unserer Strecke zur A3 verlief kurvenförmig durch ausgedehnte Waldgebiete, die jetzt im Herbst besonders hübsch aussehen, wie wir auf der Hinfahrt im Hellen sehen konnten. Timo schaltete öfter Fernlicht ein - natürlich nur, wenn kein Gegenverkehr kam - was sich bei der unbekannten, kurvenreichen Strecke auch anbot. Plötzlich sah er im Scheinwerferlicht ein Tier - er wusste zunächst nicht, was es war, erkannte aber schließlich einen Fuchs, der auch unbehelligt und friedlich auf die andere Straßenseite flitzte, nachdem Timo abgeblendet hatte. Ich scherzte rum, dass sein 13 Jahre alter Polo wie ne Eins läuft, und dass das hoffentlich auch so bleibt. Marina kicherte vom Rücksitz: "Oh ja, wenn wir jetzt liegen bleiben würden...so fangen viele Horror-Filme an." - "Jo," antwortete Timo, "und dann kommen psychopathische Hinterwälder mit kannibalistischer Neigung und fressen uns." Wir lachten, wobei Marina einwarf, dass einer von uns überleben würde - natürlich sie. Ich lachte und sagte: "Jo, aber zu nem richtigen Horror-Film gehört, dass Du kurz vor Erreichen des Ortseingangsschildes praktisch doch noch in letzter Minute von nem Zombie weggefrühstückt wirst." Das war ein Grund für einen neuen Heiterkeitsausbruch :o).

Angesichts der Begegnung mit dem Fuchs im Wald fiel Timo die Geschichte ein, in der ein ICE in eine Schafherde gebrettert ist, sodass mir dazu als Horror-Filmtitel "Das ICE-Zombie-Schäfchen-Massaker" einfiel, was bei meinen beiden Mitstreitern erneut für Heiterkeit sorgte und auch bei mir. Zu dem Horror-Film gleich mehr.

Timo philosophierte anschließend immer noch über den Fuchs, der keine hundert Meter vor uns die Straße gekreuzt hatte und meinte, dass es ungünstig gewesen wäre, wenn der Fuchs sich in seinem Radkasten - er hat Alu-Felgen mit Speichen - verfangen hätte. Ich lachte und sagte: "Jo, wir schleifen Fuchs dann über 100 Kilometer mit, bis uns die Kölner Autobahnpolizei anhält und sagt: "Ey, Ihr Ottos, habt Ihr noch gar nicht gemerkt, dass Ihr nen Fuchs im Radkasten habt?"" Timo lachte bei der Vorstellung, genau wie Marina, und antwortete: "Jo, das macht immer so schön Flap-Flap, vor allem, wenn die Räder eingeschlagen sind!" Danach mussten wir noch mehr lachen.

Nun aber zu dem von mir entwickelten Plot - ergänzt von Timos und Marinas Ideen - zu dem Horror-Film "Das ICE-Zombie-Schäfchen-Massaker"! :o)

Eines schönen Tages nimmt ein ICE hinter Koblenz wieder eine Schafherde auf die Hörner, aber einige der getöteten Schafe kommen als Zombie-Schafe zurück. Marina, Timo und ich gondeln mit seinem schwarzen Polo - wie gestern Abend auch - durch die Dunkelheit in den Wäldern des Taunus, um zur Anschlussstelle Bad Camberg zu kommen. Plötzlich taucht im Scheinwerferlicht ein Schaf auf. Timo bremst natürlich kräftig, aber das Schaf macht keine Anstalten, zu verschwinden. Bei näherem Hinsehen stellen wir fest, dass das Zombie-Schäfchen Reißzähne wie ein Werwolf hat - lange haben wir keine Zeit mehr uns zu gruseln, denn das Zombie-Schäfchen überfällt uns im Auto, da wir es nicht mehr rechtzeitig schaffen, die Türen zu verriegeln, und  zerfleischt uns gnadenlos und grunzend. Bei meinem Geschmack ist es etwas irritiert, da sich ja in meinem Blut Marcumar, ASS und zwei Blutdrucksenker befinden, sagt sich dann aber, dass es jetzt wenigstens keine Blutgerinnsel und/oder keinen Bluthochdruck bekommen kann (ist bei Zombies natürlich total wichtig, höhö!!). Aus der anderen Richtung nähert sich ein schwarzer Geister-5er, in dem noch mehr Zombie-Schafe sitzen - passend zu ihrem Auftritt dröhnen Songs wie "Highway to Hell", "Road to Hell", "Hells Bells" und "Devil's Dance" aus den Boxen. Sie tun sich dann an unseren blutigen Resten gütlich.  

Mein Clio wartet währenddessen geduldig am Fahrbahnrand auf der Kaiserswerther Straße in Düsseldorf-Golzheim auf meine Rückkehr, denn er weiß ja noch von nix. Plötzlich nähert sich der Herzchenmaler, um erneut mit dem Finger ein Herzchen auf den Lack meines Clio zu malen, doch da kommt schon Polly der prollige Poltergeist, der wieder nach Crack giert, und teilt dem danach todtraurigen Herzchenmaler mit, dass es jetzt zu spät sei, weil es mich nur noch in blutigen Einzelteilen gibt...:o).

Marina als werdende Mutter wollte das Ganze in der Kinder-Version haben, also als Zeichentrick- oder Animationsfilm. Klar, dann kann sie nächstens auch ihre kleine Tochter vorm Fernseher parken, damit die sich dann an den Zombie-Schäfchen erfreuen kann, hihi - Freigabe natürlich ohne Altersbeschränkung.

Donnerstag, 24. März 2011

Nothing Else Matters

Soeben war ich in der Mittagspause mit meiner Ehefrau Marina am Rhein spazieren, denn bei dem schönen Wetter bot sich das ja geradezu an. Unsere Verlobte Steffi hatte uns, bevor wir das Büro verließen, noch den Auftrag erteilt, ihr doch bitte ein Bananensplit mitzubringen und noch etwas Müller-Milch Orange bei Rewe.

Der Rhein liegt nur vier Gehminuten von unserem Büro entfernt, wenn man über ein paar Seitenstraßen dorthin geht und nicht direkt durch die Altstadt. Zunächst standen wir zwischen Theodor-Heuss-Brücke und Oberkasseler Brücke, schauten den Schiffen auf dem Rhein zu, Marina machte Fotos, u. a. von den Schafen am gegenüber liegenden Ufer, und quatschten dabei über dies und das. Da wir ja auf dem Rückweg direkt durch die Altstadt gehen wollten, um für uns und unsere Verlobte Eis zu holen, liefen wir Richtung Schifffahrtsmuseum. Auf dem Vorplatz spielte ein junger Mann Klavier, aber nicht nur so ein triviales Bar-Piano-Geklimper, sondern richtig mit Herzblut und Hingabe, sodass wir stehen blieben und ihm zuhörten, zumal meine Frau ihn schon mal vor Aldi am Rande der Altstadt hatte spielen hören. Der junge Mann hat nicht nach Noten gespielt, sondern alle Titel aus dem Gedächtnis heraus, was ich eine Wahnsinns-Leistung finde.

Nach einigen Pop-Klassikern spielte er schließlich mein Lieblingslied - Nothing Else Matters von Metallica. Ich habe den Song natürlich schon unzählige Male gehört - auf CD und auch zweimal live (einmal bei Rock am Ring im Juni 2006, einmal beim Metallica-Konzert in der Köpi-Arena Oberhausen im Mai 2009) - und bekam wie jedes Mal Gänsehaut, wenn ich den Titel höre. Auch Marina war ebenso ergriffen wie ich - das Einzige, was jetzt noch zu diesem tollen Song und dem strahlend schönen Wetter fehlte, waren unsere Ehemänner *schmelzdahinundmutierzurwasserpfütze*. Selbst, als wir zurück ins Getümmel der Altstadt liefen, um unsere Eisbecher zum Mitnehmen zu organisieren, waren wir zunächst noch wie paralysiert - und das, obwohl wir sonst eher Kichererbsen mit einem Hang zu schwarzem, abstrusem und bisweilen sexistischem Humor sind.

Normalerweise bekomme ich bei "Nothing Else Matters" immer Gänsehaut - insbesondere live, wenn alle wie entfesselt mitsingen. Es gibt nur eine Version von dem Titel, der bei mir absolut das Gegenteil von Gänsehaut auslöst, weil dort weniger Herzblut und Gefühl drin steckt: Ich rede im konkreten Fall von der Version der amerikanischen Rock-Sängerin Bif Naked, die mir mein früherer Kollege Christoph - nicht zu verwechseln mit dem gleichnamigen Kumpel meines Ehemanns, der auch unser früherer Kollege ist :o) - denn als er mir das mal in seinem Büro vorgespielt hat, war ich nicht besonders angetan, auch wenn der Rest der CD durchaus okay war.

Donnerstag, 5. August 2010

Ein surrealer Tag oder: Mach mir den Pausenclown!

Gestern stellte ich mich ja bei der Firma vor, für die ich Ende September auf drei Hausmessen auftreten soll. Der Laden liegt in der niedersächsischen Provinz, was ja auch nicht weiter schlimm ist - ein freundlicher ICE brachte mich nach Hannover, eine S-Bahn raus in die Provinz. Zum Glück waren die Temperaturen gestern einigermaßen angenehm und die Klimaanlage im ICE funktionierte auch - das wäre es ja noch gewesen, wenn es mir und meinen Mitreisenden so gegangen wäre wie den Leuten im Juli in dem ICE in Bielefeld, wo etliche Menschen total dehydriert waren und zusammengebrochen sind.

Wie sich gestern allerdings herausstellte - das war allerdings auch der Kölner Agentur nicht bekannt, die mich sozusagen akquiriert hat - soll ich da zum Einen auch schon auf der Messe als Animateurin fungieren und zum Anderen ein ganz anderes Konzept vorlegen - dufte, dass wir mal drüber gesprochen haben :o/. Ich soll jetzt eher die Produkte bewerben, d. h. meine Gags sollen eher produkt- als menschenbezogen sein. Ich weiß nicht so recht, was ich davon halten soll. Ehrlich gesagt möchte ich da weder als Werbeikone noch als Hostess fungieren, zumal ich echt das Gefühl habe, da total in meiner künstlerischen Freiheit eingeschränkt zu sein. Das ist vermutlich auch der Grund, warum soviele Künstler - egal, ob Musiker, Schriftsteller oder Maler - Auftragsarbeiten ablehnen. Das wäre genauso, als wenn jemand jetzt zu Metallica oder Slayer sagen würde: "Macht keinen Metal mehr, sondern deutsche Volksmusik!", und dann würde noch genau gesagt, wie die Texte auszusehen haben und welche Tonfolgen bitte im Song enthalten sein müssen.

Es ist zwar nicht so, dass mir nix zum Thema "Büroprodukte" einfällt, aber ich hab keinen Bock, da einfach nur flach rumzukalauern und nur das tun zu dürfen, was den Bonzen da in den Kram passt. Ich bin schon mal öfter auf Firmenveranstaltungen aufgetreten, aber da hatte ich bei der Gestaltung meines Programms freie Hand und hab nicht 1.000 Vorschriften bekommen. Meine Büro-Comedy ist nämlich eigentlich eher auf die unterschiedlichen Charaktere abgestellt, die da aufeinander treffen können und nicht auf Papier, Textmarker und Post-its.

Auch zwei der drei Herrschaften, die mir gegenüber saßen, waren nicht ganz so mein Fall. Die Dame wollte das Pferd von hinten aufzäumen und hatte so ne typische Zombie-Trauer-Einheitsmiene, die sie auch um keinen Millimeter verzogen hat und der Andere spielte eher Master of Flachwitz - ich musste mich schon unterm Tisch selber treten, damit ich wenigstens halbwegs lächeln konnte.

Von reinem Vertrieb und Werbung halte ich nämlich überhaupt nix. Was manche Marketing-Strategen sich so denken, sieht man an diversen TV-Spots, über die ich ja auch ganz gerne hier blogge, denn Niveau und Originalität halten sich bei den meisten Spots sehr in Grenzen. Marinchen hat mir erst vor zwei Tagen ne neue bekloppte Werbung auf der Yahoo-Startseite präsentiert: Da rennen Trickfilm-Schafe gegen Damenbinden von Always/Alldays, verbunden mit dem Hinweis, dass frau sich ne schöne Nacht machen soll. Hm...was soll mir das jetzt sagen? Wenn die Schafe schon in Ohnmacht fallen, sobald sie gegen die Binde wetzen: Sind die Dinger dann wirklich so weich, dass sie bei Schafen ne Gehirnerschütterung auslösen? Dass ich keine Schäfchen mehr zählen muss, wenn ich meine Tage habe und schlafen möchte? Begeistert waren wir beide jedenfalls nicht. Schäfchen zählen muss ich sonst auch nicht und wenn frau ihre Tage hat, ist sie meist ohnehin so müde, dass das Einschlafen kein Problem darstellen dürfte. Sowas nennt man dann vollkommen sinnfrei, auch wenn die Schafe ganz niedlich sind. Mir sind viele Dinger, die mit Werbung zu tun haben, einfach zu flach - und so käme ich mir wahrscheinlich auch vor, wenn ich da Messebesucher animieren sollte, Workshops bzw. bestimmte Stände zu besuchen und dann noch ein 30-minütiges Programm abliefern müsste, bei dem mir auch nicht ganz wohl ist.

Ich werde das Ganze noch mal etwas sacken lassen, aber ich weiß ehrlich gesagt nicht, ob es so das ist, was ich mir wünsche und vorgestellt habe. Auch sollte man die Leute, mit denen man arbeitet, bis zu nem gewissen Grad sympathisch finden, aber das hielt sich bei mir gestern in engen Grenzen. Allerdings bin ich ja auch netterweise vorgewarnt worden.