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Freitag, 14. Oktober 2011

Ein neues Fahrgeschäft - nicht nur für Kinder

In den 70ern, als ich auch noch ziemlich klein war, gab es speziell für Kinder kleine Oldtimer, die auf Schienen fuhren, z. B. an Häusern aus Pappe vorbei, an einem Springbrunnen etc. Das kann man ja auch in der etwas härteren, intergalaktischen Riesen-Fassung wieder auferstehen lassen, hehe.

Das Fahrgeschäft wird auf einem großen, brach liegenden Feld in Bottrop-Kirchhellen aufgebaut. Statt Oldtimern gibt es jetzt viersitzige Fahrzeuge, die Original-Modellen nachempfunden wurden - 3er BMW Cabrio, Mégane Coupé Cabrio, ein Twingo mit Faltdach, ein Modus mit Glasschiebedach, einen Fiat Barcetta, einen Maserati...bis auf den Maserati sind alle Autos, die auch auf Schienen fahren, für vier Menschlein ausgelegt. Im Gegensatz zu dem o. a. Fahrgeschäft aus den 70ern müssen sich alle Insassen aber anschnallen, wobei das Fahrgeschäft ohnehin erst für Kinder ab acht und/oder einer Körpergröße von 130 cm geeignet ist.

Ich teile mir mein 3er BMW Cabrio mit Olli, Thomas und Thorsten. In dem Twingo hinter mir sitzen Timo, Marina, Uli und Renate. Es ist bereits dunkel, aber das Fahrgeschäft hat täglich von 7 bis 22.30 Uhr geöffnet. Der Vollmond strahlt auf Kirchhellen hernieder, während die Venus ihm immer näher kommt, um ihn effektiv zu beflirten. Marina hat noch versucht, für ihre alten Kollegen (zwischen 37 und 51 Jahre alt) den Rentner-Tarif an der Kasse auszuhandeln, doch das wurde abgeschmettert, sodass sie leicht frustig ist und darauf überhaupt nicht klar kommt - der Rentner-Tarif wäre zwei Euro billiger gewesen, gilt allerdings erst für Personen ab 65.

Erst ist alles ganz harmlos - die Autos rollen an Büschen, dumpf unkenden Fröschen und klappernden Klapperschlangen vorbei. Thomas gruselt sich bereits zum ersten Mal, denn er mag die Geräusche der Frösche nicht, weil sich das Froschkonzert ziemlich morbide anhört. Ein Krokodil lünkert aus einem sumpfigen Teich hervor und gähnt, sodass alle sein massives Gebiss sehen können. Die Menschen gruseln sich, aber das Krokodil bleibt im Tümpel und macht keine Anstalten anzugreifen. Auf der anderen Seite der Bahn hopsen Monchhichis in der Wiese herum und suchen ihren Ball; Monchichi-Junge Jim macht mal wieder das Daumen runter-Zeichen, weil er die Bahn und das Kroko auf der anderen Seite des Parcours "so" findet. Saturn im All macht amüsiert Hoola-Hoop mit seinen Ringen, während Uranus vorsichtshalber mal wieder inkotinent ist. Marina findet die unmotivierten Tröpfchen aus dem All dusselig und motzt im Twingo rum. Neptun macht die erste Flasche Jim Beam auf. Pluto winkt mit seinem Knochen aus dem Universum. Die Venus klimpert verführerisch mit den Augen, um den Mann im Mond zu betören.

Die Frösche unken weiter, als die Autos auf der Schienenspur langsam weiter nach oben fahren. In den Baumwipfeln sitzen Alex' Stofftiere Sammy, Ecki, Anna und Erna - also zwei Mini-Berggorillas, ein Riesen-Monchhichi und ein weißes Huhn mit Ringelsocken. Sammy und Ecki bewerfen die Autos mit Bananenschalen, während Ecki mal wieder "Smoke on the Water" grölt. Erna kreist wie ein Adler durch die Luft und wirft Körnerfutter in den Twingo, was Marina ziemlich dusselig findet - sie hätte lieber Obst. Anna lutscht am Daumen und quiekt schaurig-schönes Zeug in den Abendhimmel. Der Abendstern grölt mal wieder "Evening Star" in die Gegend rein. Sammy überreicht den Leuten im Vorbeifahren schnell noch rote Haarschleifen, weil sie findet, dass das ein Must-have ist - auch für die Herren in den Autos. Thorsten lacht sich tot, genau wie Olli, während Thomas über seine weiblichen Anteile nachgrübelt - er kommt zu dem Ergebnis, dass er gar keine hat und lässt die Schleife in seiner Hosentasche verschwinden. Timo fragt sich, ob Sammy jeck ist. Uli dekoriert sich aus Spaß damit, genau wie Renate. Marina sinniert noch, was sie mit der Schleife machen kann. Neptun macht die nächste Flasche Jim Beam auf, während die Venus sich gewinnbringend an den Mann im Mond kuschelt...jetzt steht auch noch die Pfeife im Mond :o). Thomas sinniert übers Pimpern, während es immer weiter aufwärts geht. Die Sterne funkeln dazu, auch das Sternbild Geile Gewürzgurke, doch Thomas hat keine Zeit, das jetzt zu genießen, weil er nicht weiß, was ihnen bei dieser Dunkelheits-Fahrt bevor steht. Die Gedanken ans Pimpern sind erst mal verflogen.

Kurzfristig geht es schnell abwärts, sodass die Leute unfreiwillig zu kreischen anfangen. Die Schienen führen schließlich durch einen alten Friedhof. Verwitterte Grabsteine ragen aus dem wabernden Bodennebel hervor, Krallenhände ragen aus der Erde  und tun unterschiedliche Dinge - Stinkefinger oder Teufelsforke zeigen, winken, sich zur Faust ballen...tote Omas singen schaurig, sodass Thomas' ohnehin ergrautes Haar weiß wird. Endlich geht es wieder aufwärts, weit weg von diesem morbiden Szenario. Die Leute werden in ihre Sitze gepresst. Die Venus winkt verführerisch, genau wie Pluto mit seinem Knochen. Saturn jongliert derweil mit seinen Ringen, während der blaue Neptun rülpst - kein Wunder nach soviel Whiskey. Der Mond guckt geil aus der Wäsche, während die Venus ihn weiter betört. Olli fliegt ne mondsüchtige Taube in den Mund - aber leider keine gebackene...

In absoluter Dunkelheit geht es äußerst steil abwärts, sodass die Leute das Gefühl haben, gleich gegen ihre Windschutzscheiben bzw. die Lehnen der Vordersitze zu knallen, aber das verhindern ja zum Glück die Sicherheitsgurte. Nach dem Gefühl des freien Falls unter dem Sternenhimmel, der vom Mond erleuchtet wird, bremst das Fahrgeschäft endlich. Thomas muss erst mal Pipi, genau wie Marina. Olli versucht, die Taube wieder auf Kurs zu bringen. Thorsten braucht ne Portion Gras, ebenso wie Alex, dann gibt er Thomas noch Tipps, wie man seinen Pipimann am besten ausschlackert, was bei Alex wiederum einen ziemlichen Lachflash auslöst. Timo beschimpft alle als "Ottos". Uli faselt was von Aneurysmen, während die Rüstige erst mal ein Abend-Kaugummi zur Stärkung braucht.

Dienstag, 4. Oktober 2011

Die gesichtslose Telefonstimme Teil 2

...Thomas sitzt vollkommen verzweifelt im Aufzug - das Essen wird kalt, eine gesichtslose Männerstimme fragt ihn ständig "Soll ich dir mal übern Schrank fahren?" und Pipi muss er auch noch. Zum Glück haben Alex und Renate mitbekommen, dass er im Lift feststeckt und versuchen, ihm zu helfen, da es nach Thomas' Aussagen ja nicht so aussieht, als wenn da noch ein Mitarbeiter der Aufzugsfirma käme. Alex ruft per Handy natürlich bei ihrem Kumpel Thorsten in CÖSFELD an, denn der ist Ingenieur und kann ihr bestimmt gute Tipps geben, wie sie Thomas aus seiner misslichen Lage befreien bzw. ihr Essen retten können. Das kann er auch tatsächlich, denn es gelingt ihnen dank Thorstens tollen Tipps, den Aufzug anderthalb Meter nach oben zu bewegen und die Tür aufzustemmen, sodass Thomas nebst dem Essen sich per Klimmzug zu ihnen auf die Etage retten kann. Er ist total erleichtert, umarmt Alex kurz dankbar und flitzt dann durch die offene Wohnungstür von Renate, denn seine Sextaner-Blase steht kurz vorm Platzen. Renate ruft noch schnell bei der Aufzugfirma an mit der Bitte, die Störung notfallmäßig zu beheben, damit niemand mehr im Aufzug stecken bleiben kann.

Endlich sitzen die Freunde auf dem Balkon am Tisch. Das Essen ist natürlich während des Intermezzos im Aufzug und der Story mit dem 3er BMW etwas abgekühlt, aber es schmeckt ihnen trotzdem, genau wie der Rotwein aus Südtirol, den Thomas aus seinem privaten Bestand gestiftet hat. Der Mond leckt sich die Lippen, weil er das Essen der drei Herrschaften so lecker findet, doch keiner kommt auf die Idee, ihm ein Stück Pizza hinzuhalten. Die Venus parfümiert sich mit dem Duftwässerchen "SM for Planets", sodass der Mond rattendoll wird und am Firmament rumhüpft. Neptun macht sich die nächste Flasche Jim Beam auf, lallt und hickst. Saturn macht Hoola-Hoop mit seinen Ringen. Pluto belabert seinen Knochen. Uranus ist mal wieder inkotinent, sodass kleine Tröpfchen auf die Rasenfläche hinter dem Haus fallen. Das Sternbild Geile Gewürzgurke leuchtet in noch klarerem Grün als sonst - da kann jeder auf HSE24 präsentierte Smaragd oder Chromdiopsid glatt einpacken. Renate und Alex berichten Thomas von den ominösen Anrufen mit den Worten "Soll ich dir mal übern Schrank fahren?". Er wird blass, dann erklärt er stimmbandwackelig, dass ihm das auch im Aufzug passiert ist. Die beiden Damen sind irritiert. Eine Fledermaus schwebt kichernd vorbei und holt sich eine Nudel von Thomas' Teller, was natürlich ein Grund für weiteres Jammern ist. Alex grinst und sagt nur: "Trink!", dabei deutet sie freundlich auf sein halb gefülltes Weinglas. Zum Glück kommen keine weiteren Anrufe mehr mit der Frage "Soll ich dir mal übern Schrank fahren?!".

Renate geht nach dem Essen nach drinnen, um das Geschirr und Besteck in die Spülmaschine zu packen und noch ihren selbstgemachten Nachtisch (Tiramisu) aus dem Kühlschrank zu holen. Im Wohnzimmer fällt ihre Aufmerksamkeit jedoch auf den Fernseher, in dem als Hintergrundrauschen die Aktuelle Stunde auf WDR3 läuft. Ihr fällt angesichts der aktuellen Meldung fast die Kinnlade runter, dann ruft sie Alex und Thomas zu sich rein, die sofort rein stürmen und ebenfalls gebannt in den Fernseher glotzen. Die Meldung lautet, dass ein Mann aus Coesfeld - namentlich Thorsten - vorläufig festgenommen wurde, da er Damen und Herren am Telefon belästigte mit den Worten "Soll ich dir mal übern Schrank fahren?!" :o). Sogar aus China lag eine Sammelklage wegen nächtlicher Ruhestörung gegen ihn vor - auch wenn die meisten Chinesen natürlich nicht verstanden haben, was ihnen die "Langnase aus Deutschland" da ins Telefon gebrabbelt hat. Alex grinst schuldbewusst, denn ihr wird klar, was es damals mit Thorstens Spruch "Du hast mich da auf was gebracht!" auf sich hatte, als sie ihm und ihrem gemeinsamen Kollegen Carsten von der Story erzählt hatte, die ihren beiden Schulfreundinnen mal widerfahren war. Sie sagt jedoch nix und ist froh, als eine andere Meldung vorgetragen wird, die sich auf eine Hundeschau in Voerde am Niederrhein bezieht. Danach holt Renate endlich den Nachtisch, den sie auf dem Balkon genießen in dem Bewusstsein, dass ihnen in näherer Zukunft nie wieder einer über den Schrank fahren wird :o).

Donnerstag, 29. September 2011

Ein Inspektionsbesuch in der Spritzenstraße in Altenessen

Heute ist zwar noch nicht Zahltag für meine Pferdchen, sondern erst morgen, aber da ich ja ohnehin in Altenessen im Allee-Center war und selbiges ja nicht allzu weit von der Spritzenstraße entfernt liegt, bin ich mit meinen Stofftieren und der Schalke04-Ente, die Sammy und Ecki natürlich auch "Schalke" getauft haben, mal eben in die kleine Verbindungsstraße zwischen Altenessener Straße und Wilhelm-Nieswandt-Allee gefahren und hab mal geguckt, wie es meinen Pferdchen so geht und was sie so treiben. Einige haben wohl gerade in der Apartment-Anlage geschlafen, dennoch gaben mir die beheizbaren Straßenlaternen Auskunft darüber, was wohl alles heute Nacht in Altenessen passiert ist. Unter einer Straßenlaterne gab es ein Pfützchen - dann hat da bestimmt Pferdchen Thomas gestanden, hihi. Direkt nebendran, auf der anderen Seite des Laternenpfahls, lagen Flick-Flack-Bänder und Keulen zum Jonglieren - also muss da Thorsten im wahrsten Sinne des Wortes gestanden haben. Ein Haufen Sand mit Lupe an der Nachbarlaterne verriet mir, dass Christoph (Kollege von Thorsten, nicht Kumpel von Timo) wohl archäologische Ausgrabungen dort gemacht hat. Mit ihm stand offensichtlich Pferdchen Timo unter der Laterne, denn auf seiner Seite des Laternenpfahls befanden sich zwei Flaschen Aperol Spritz und Prosecco sowie Fotos seiner Liebsten Balloonhead & Babyface, hihi. Unter dem dritten Laternenpfahl muss mein neuestes Pferdchen gestanden haben, denn dort lagen ein zerrissener Arztkittel und ein Stethoskop. Wir hatten heute Nacht zwar keinen Mond, aber die Sterne werden wohl von einem klaren Himmel gefunkelt haben - das Sternbild Geile Gewürzgurke wirkt doch immer wieder inspirierend, hihi. Timo wollte offensichtlich, was den Alkohol-Pegel betrifft, dem ständig blauen Planeten Neptun Konkurrenz machen :o).

Normalerweise fahre ich ja ausschließlich mit meinem tiefer  gelegten schwarzen 3er in der Spritzenstraße vor, aber der kommt ja nur nachts und beim Abkassieren zum Einsatz - der BMW lungerte also friedlich in einer Geheimgarage in Dellwig rum, während Clio sich jetzt auch mal persönlich ein Bild vom Arbeitsplatz der Pferdchen seiner Besitzerin machen konnte. Damit meine Pferdchen auch wissen, dass ich an sie denke, hat Clio ein Benzinpfützchen hinterlassen und ich frische Kondome, haha. Schalke war auch ganz begeistert von diesem liebevoll gestalteten Arbeitsplatz und quakte des Schalke-Lied. Ich hab meine Pferdchen mal schlafen lassen und schaue mal morgen Abend wieder bei ihnen vorbei, um sie abzukassieren und sie mal zur Lage unter ihren Laternen zu befragen :o).

Samstag, 24. September 2011

Sonniger Herbstbeginn

Derzeit herrscht strahlender Sonnenschein überm Pott, der noch nicht mal durch lockere Schleierwolken getrübt wird. In gut einer Stunde fahre ich nach Bochold und gebe dem Sohn meines Cousins ein wenig Englisch-Nachhilfe, denn an der Sprache hat er wohl nicht soviel Spaß - das ging mir in meiner Schulzeit ähnlich mit Mathe :o).

Gestern Abend sah ich die ersten beiden Heißluft-Ballons Richtung nördliches Ruhrgebiet schweben - Steffi ist mit ihrem Gleitschirmchen im Korb des zweiten Ballons gelandet, was die Fahrgäste jedoch nicht witzig fanden, sodass Steffi nach wenigen Minuten wieder von dannen geschwebt ist. Der erste Ballon wurde von Sammy und Ecki mit ihrem roten Doppeldecker umkreist, sodass einige Fahrgäste nen Herzkasper bekamen - besonders, als Ecki "Smoke on the Water" zu intonieren begann :o).

Hm, gestern Abend habe ich natürlich, als es dunkel war und die Sternlein traulich funkelten, wieder meine Pferdchen in der Spritzenstraße abkassiert, die sich jetzt ganz besonders über die beheizbaren Straßenlaternen freuen, da es nachts doch schon recht kalt wird. Ein neues Pferdchen habe ich auch rekrutiert, das gestern erstmals seinen Dienst in der Spritzenstraße aufgenommen hat und auch schon frequentiert wurde. Meine Pferdchen erfreuten sich an diversen Sternbildern wie Cassiopeia, Perseus, dem Großen Wagen und natürlich der Geilen Gewürzgurke - wenn nicht gerade eine willige, solvente Dame ihre Liebesdienste in Anspruch nahm, hihi. Da war das Sternbild Geile Gewürzgurke ja dann Programm :o)). Zum männlichen Straßenstrich gibt es sogar eine gruselige Geschichte in meinem neuen Buch "Hart wie Krupp-Stahl", wobei ich den Handlungsort allerdings von Altenessen-Nord nach Bergeborbeck/Grenze Dellwig verlegt habe, hähä.

Gestern Abend, als ich wieder zuhause war, konnte ich sogar erstmals von meinem Balkon aus die Milchstraße erkennen, da sie endlich mal den Vollmilch-Modus eingeschaltet hatte. Juhu!! Die Venus ging im Osten auf, konnte den Mann im Mond aber erst mitten in der Nacht beflirten, da wir fast Neumond haben (in drei Tagen) und der Mond entsprechend spät aufgeht. Neptun hat sich bestimmt wieder die Kante gegeben, während Uranus mit seiner Inkontinenz wieder Wassertröpfchen verloren hat. Saturn machte Hoola-Hoop mit seinen Ringen, während Mars Schoko-Riegel auf's Ruhrgebiet niederprasseln ließ, hihi. Meine verstorbenen Zwerghamster James Hetfield (03.01.2006 - 20.05.2008) und Slayer (03.04.2009 - 16.01.2011) ließen abgenagte Honigkräcker hinterher prasseln. Pluto, dem zwar der Status als Planet aberkannt wurde, aber der immer noch irgendwie dazu gehört, winkte mit seinem Knochen ins All.

Mittwoch, 14. September 2011

Satirisches Tageshoroskop

Derzeit ist der Mond noch voll und steht in Opposition zum Sternbild Geile Gewürzgurke, das wiederum in Konjunktion zur Venus steht. Saturn macht Hoola-Hoop mit seinen Ringen und stiftet Uranus zur Inkontinenz an. Neptun, der in Opposition zum Mars steht, ist derzeit in blaue Wogen abgetaucht. Dies wird Ihnen der heutige Tag angesichts dieser Planetenkonstellation bringen!

Widder (21. März - 20. April):
Ein wid(d)erlicher Tag, denn Sie müssen öfter ihre Hörner einsetzen, um Ihre Gegner zum Schweigen zu bringen. Schwierig wird es jedoch bei Stieren, denn dann endet die Sache oft unentschieden - Gehörn gegen Gehörn. Die Damenwelt bringt Ihnen hingegen viel Zuneigung entgegen und möchte durch Ihre Wolle streicheln.

Stier (21. April - 20. Mai):
Stierdamen aufgepasst! Ihr Traum-Stier könnte Ihnen über den Weg laufen, sofern nicht total von Neptun beherrscht. Halten Sie Ihr Geld zusammen und halten Sie sich selbst beim Alkohol zurück - trinken Sie lieber Milch aus Ihrem Euter. Im Beruf können Sie selbstzufrieden auf der Weide stehen und an Blumen schnuppern.

Zwillinge (21. Mai - 21. Juni):
Ihre doppelgesichtige Art bringt Ihnen nicht nur Freunde, sondern auch Kritiker, Feinde und Neider. Heute sind Sie sich Ihres Geschlechts nicht mehr so ganz sicher, sodass Sie mit Ihrer hypochondrischen Ader vermuten, dass Sie an Transsexualität leiden könnten. Vereinbaren Sie sicherheitshalber einen Termin bei Ihrem Arzt oder Psychiater.

Krebs (22. Juni - 22. Juli):
Heute müssen Sie Ihre Mitmenschen ordentlich mit Ihren Scheren kneifen - entweder, um sich gegen unfaire Angriffe zu wehren oder um Ihren Traumpartner auf sich aufmerksam zu machen. Achten Sie jedoch gerade bei Ihrem Traumpartner darauf, nicht an der falschen Stelle zu zwicken, denn das könnte die Beziehung beenden, bevor sie überhaupt begonnen hat.

Löwe (23. Juli - 22. August):
Sie sind der König der Steppe und demonstrieren dies auch eindrucksvoll, indem Sie herumbrüllen, allen Ihre Mähne zeigen und versuchen, Weibchen anzulocken. Übertreiben Sie es aber nicht mit Ihrer dominanten, selbstverliebten Art - anderenfalls besteht die Gefahr, dass die von Ihnen zwecks Paarung angepeilten Weibchen - bevorzugt Stier, Krebs, Jungfrau, Wassermann - sich lieber mit anderen Männchen paaren.

Jungfrau (23. August - 23. September):
Für weinerlich-sensible Jungfrauen, die nicht immer so genau wissen, was sie wollen, ist heute ein guter Tag, um zur Berufsberatung zu gehen. Ihr Arbeitsvermittler - bevorzugt Löwe, Wassermann oder Schütze - kann Ihnen sicherlich interessante Alternativen zu Ihrer bisherigen beruflichen Laufbahn anzeigen. Wie wäre es mit einem Job als Platzanweiser im Porno-Kino? Oder Mitarbeit als freie Stelle in einem Möbelhaus?

Waage (24. September - 23. Oktober):
Wenn Sie heute ein wenig wankelmütig sind und sich fragen, ob Sie lieber Ihre nette Nachbarin oder die Dame vernaschen sollen, die Ihnen neulich so nett im Bus zugezwinkert hat, lassen Sie das Los entscheiden. Neptun in Ihrem Tierkreiszeichen sorgt für den richtig vernebelten Blick. Im Beruf müssen Sie heute zwischen Zufriedenheit und Geld abwägen.

Skorpion (24. Oktober - 22. November):
Als dunkel-triebhaftes Wesen sollten Sie Ihren Stachel heute besser im Zaum halten - und zwar in jeder Beziehung, denn Ihre Umwelt steht weder auf Giftstachel noch auf Sie, um Ihren Stachel zu genießen. Konzentrieren Sie sich lieber auf die Lektüre erotischer Literatur, um Anregungen für die Zeit zu bekommen, in der die Sterne wieder günstiger für Sie stehen. Verjubeln Sie Ihr Geld für Kleidung und gutes Essen, nicht aber im Puff.

Schütze (23. November - 20. Dezember):
Auch wenn Sie - sofern nicht total vom Alkohol vernebelt - sonst sehr treffsicher in jeder Beziehung sind, sollten Sie heute keinerlei Schießübungen machen, denn das kann ziemlich daneben gehen. Auch Amor will heute nicht so recht treffen. Verhalten Sie sich ruhig und lassen Sie Ihre Mitmenschen zufrieden. Beruflich stehen die Zeichen auch nicht so gut, denn als Sternzeichen ohne Problembewusstsein versuchen Sie, alles wegzulachen - zumindest in der Chefetage.

Steinbock (21. Dezember - 20. Januar):
Bierernst wie Sie sind, geht das heute auch so weiter. Bleiben Sie bierernst und versuchen Sie nicht, über die Stränge zu schlagen - Ihre Witze kommen ohnehin selten gut bei anderen an. Beruflich bieten sich Ihnen neue Perspektiven als Freeclimber oder Bergführer. Vereinbaren Sie einen Termin beim Arzt, um den Status Ihrer Gehirnverkalkung überprüfen zu lassen.

Wassermann (21. Januar - 19. Februar):
Sie sind sehr neptunbeherrscht und ständig in irgendeiner Form blau, deshalb achten Sie heute besonders auf Ihre Gesundheit. Es besteht erhöhte Unfallgefahr, also bleiben Sie am besten im Bett, um sich nicht irgendwo irgendwie zu verletzen. Selbst Toilettengänge oder die Zubereitung des Frühstücks können unfallbehaftet sein!

Fische (20. Februar - 20. März):
Gießen Sie sich am besten leise weinend einen auf die Lampe, denn heute ist kein guter Tag für Sie. Berufliche Schwierigkeiten erwarten Sie ebenso wie Probleme in der Partnerschaft. Halten Sie sich von Widdern, Stieren und Steinböcken fern, denn diese könnten Sie mit ihren Hörnern zu Fischstäbchen verarbeiten.

Mittwoch, 31. August 2011

Die Venus am Morgenhimmel

Seit einigen Tagen kann ich - zumindest, wenn der Himmel klar ist - am südlichen Morgenhimmel die Venus sehen, die natürlich heller leuchtet als alle anderen Sterne. Die meisten Sterne sehe ich jedoch in östlicher Richtung. Dafür wird es jetzt aber auch schon entsprechend kühl, wenn ich morgens auf dem Balkon eine Zigarette rauche und der Venus zusehe, wie sie da fast über dem Dach des Hauses steht. Irgendwie merkt man aber schon am Sternenhimmel, dass der Herbst naht, und das nicht nur, weil es draußen ziemlich kühl ist.



          Abnehmender, aufgehender Mond über E-Frohnhausen - (c) Alexandra Döll, Oktober 2010


Vollmond haben wir wieder am 12. September, doch in den letzten Tagen seit Neumond habe ich unseren zunehmenden Erdtrabanten noch nicht gesichtet, aber es waren ja auch immer irgendwelche Wolken anwesend :o/. Mal gucken, wann der Abendstern wieder "Evening Star" in die Gegend reingrölt, so wie in meinen Blog-Einträgen aus dem Herbst 2009, als wir alle auf unseren Trauminseln wohnten. Uli sucht bestimmt wieder am Nachthimmel nach dem Sternbild Cassiopeia, denn an diesem Sternbild hat sie aus irgendwelchen Gründen einen Narren gefressen :o). Nach übereinstimmenden Berichten sollen ja auch im Herbst viele Planeten unseres Sonnensystems je nach Nachtzeit mit bloßem Auge zu erkennen sein, u. a. auch Saturn (nicht zu verwechseln mit der gleichnamigen Elektronik-Handelskette, haha!). Vielleicht kann ich ja dann mitverfolgen, wie sich Neptun die Kante gibt, weil er sich das Treiben in E-Gerschede wieder schön saufen muss, hihi. Wenn Venus und Mond mal wieder ziemlich nah beieinander liegen, kann sie wieder den Mann im Mond beflirten :o).

Samstag, 7. November 2009

Munteres Treiben auf den Trauminseln

Steffi ist nicht ganz so munter, weil die diebische Elster von Marinas Insel ihr zwei niegelnagelneue Stickerbögen geklaut hat und sich trotz Marinas freundlicher Bitte weigert, diese wieder herauszurücken. Also bleibt ihr nix anderes übrig als ihre bereits vorhandenen Aufkleber weiter zu betreuen und zu katalogisieren.

Uranus, der sonst immer nur tatenlos zuschaut, wenn seine Mitplaneten Blödsinn machen oder wenn auf den Inseln Partys gefeiert werden, hat jetzt auch ein eigenes Verhaltensrepertoire entwickelt: eine Blasenschwäche! Ab und zu fallen also aus dem tiefblauen Himmel über dem Atlantik einzelne Tröpfchen, die sich kein Mensch erklären kann. Neptun frönt wieder seinem Hobby und ist sturzbesoffen.

Marina ist zu Besuch auf Alex' Insel, während die Sonne gerade untergeht. Thorsten ist endlich mit Feudeln fertig und lackiert nun sein Tauch-U-Boot neu. Tim sitzt singend am Strand und grölt in den Abendhimmel "Stary, stary night". Marina und Alex übersetzen Thomas gerade den Songtext des Slayer-Klassikers "South of Heaven", wobei Marinas sprechende Eule immer wieder den englischen Original-Text dazwischen ruft. Thomas gefriert das Blut in den Adern, als Marina und Alex ihm mit breitem Grinsen die Übersetzung liefern:

Eine nicht vorhergesehene Zukunft
eingebettet irgendwo in der Zeit
unerwartete Opfer,
keine Vorwarnungen, keine Vorzeichen,
der Tag des Jüngsten Gerichts kommt zum zweiten Mal,
bevor du das Licht siehst, musst du sterben!

Vergessene Kinder führen ein neues Bekenntnis ein,
Begehren und Lust werden durch Hass kontrolliert,
die niemals endende Suche nach deinem zerbröselten Verstand,
Seelen der Verdammnis in ihrer eigenen Realität.

Zügelloses Chaos, ein Zeitalter des Misstrauens,
Konfrontationen, impulsiver Lebensraum...

Thomas ist total erschüttert, wobei sich dieser Zustand noch steigert, als Alex aus Scherz mit dem Finger ein umgedrehtes Kruzifix in den Sand malt. Marina lacht, aber Thomas krebst verschüchtert zu den Aquarien, in denen seine Triops-Krebse leben. Die wirken jedoch, seit sie Nietenhalsbänder tragen, auch nicht mehr wirklich beruhigend auf ihn. In den Käfig von Alex' Hamster Slayer hat sich ein kleiner Triops-Krebs verirrt, den Slayer auch sofort mit Genuss verspeist. Thomas ist erschüttert und jammert nach Alex. Marina stöhnt genervt. Tim murmelt ebenfalls genervt: "Spacko!" Thorsten feudelt die Gitterstäbe von Slayers Käfig und denkt sich seinen Teil. Renate liest währenddessen einen Brief von ihrem Brieffreund Lars Ulrich. Uli und Herkules toben im seichten Wasser herum. Petra grillt gerade für die gesamte Mannschaft, während Alex Thomas trösten muss, weil Slayer einen seiner Triops-Krebse verspeist hat, sodass von dem kleinen Tierchen nur noch das Nietenhalsband geblieben ist.

Als wenig später in großer Runde gegrillt wird, erfreuen sich Alex und Marina wieder an dem Sternbild Geile Gewürzgurke. Thomas schwankt eher zwischen Schüchternheit und Faszination, bevor er zwischendurch das Nietenhalsband seines gefressenen Triops-Krebses auf dem Friedhof der Kuschelkrebse beerdigt, denn Alex hat in einer Ecke ihrer Insel extra einen Tierfriedhof eingerichtet. Zum Glück ist noch keins der bisher dort beerdigten Tiere wieder auferstanden und zum mordenden Zombie mutiert. Slayer sitzt selbstzufrieden in seinem Käfig und futtert ein wenig Körnerfutter.