Den ersten Teil des Jahresrückblicks 2011 gab's ja schon - nun folgt die zweite Jahreshälfte :o).
Juli:
Die Ärzte im Philippusstift haben für mich ne teilstationäre Reha in der Rhein-Ruhr-Klinik Kettwig organisiert, mit der ich am 8. Juli beginne. Zeitweise komme ich mir vor wie in einem Trainings-Camp für Hochleistungssportler. Einige Patienten verwechseln ne Reha mit nem kostenlosen Puff *urgh*. Besondere Freude bereiten mir in der Zeit neben Anwendungen im Wasser (Schwimmen, Aqua-Gymnastik) meine Mitstreiterinnen und die Piranhas in ihrem Aquarium im Foyer. Der Juli zeigt allerdings kein typisches Hochsommer-Wetter - spätestens nach einem Tag Sonnenschein gibt's wieder Schauer und Gewitter. Marina erzählt mir, dass sie auch schwanger ist. In der Neuropsychologie der Klinik laufen zwar gutaussehende Menschen rum, aber gutes Aussehen ist nun mal nicht alles - was nützen mir schöne Menschen, die sich lediglich wichtig vorkommen, aber sonst die Substanz einer verschossenen Patronenhülse haben?
August:
Am 3. August ist meine Reha in Kettwig beendet, am 8. fange ich wieder an zu arbeiten. Steffi geht Mitte des Monats in Mutterschutz. Mir gelingt eine nicht rühmliche Premiere, denn ich habe zum ersten und einzigen Mal in meinem Leben eine Kundin richtig verärgert, weil ich wohl etwas übers Ziel hinausgeschossen bin. Mein Rheumatologe freut sich bei meinem Besuch in der Rheuma-Ambulanz in Essen-Werden nicht gerade darüber, dass ich vor dem Zwischenfall am 20. Juni einen INR von unter 2,5 hatte und grummelt mit dem zuständigen Arzt. Mein APS ist nach wie vor anwesend, aber einer der drei Antikörper liegt immerhin im Normbereich. Mein INR spielt seit der TIA im Juni verrückt und das bleibt auch noch den ganzen September und halben Oktober so. Ich registriere mich bei Sanego.de und schreibe Beurteilungen zu einigen Medikamenten sowie Ärzten. Während meine Eltern im Urlaub in Bad Zwischenahn sind, geht ein schweres Unwetter über Gerschede, Dellwig, dem Essener Norden und Bottrop nieder - vor meinen Augen wird eine Taube von einem Blitz verkohlt. Auch meine ansonsten gelungene Einweihungsparty mit Thomas, Uli und Renate - die ja ursprünglich im Juni stattfinden sollte, aber zu der Zeit lag ich ja im Philipp - wird von Blitz, Donner, Regen und Hagel begleitet. Der von der Sternwarte Essen prognostizierte Sternschnuppenregen bleibt aus.
September:
Die Auftragslage in unserer Firma wird immer dünner - neue Projekte sind noch in der Schwebe. Prophylaktisch erhöhen Timo und ich die Zahl unserer Bewerbungen. Der September entschädigt für einen verregneten Sommer, der zeitweise eher wie Herbst anmutete. Ein Fuchs schleicht durch meinen Garten, wenig später kann ich mich auch an einem Dachs erfreuen.
Oktober:
Ende des Monats, genau an Halloween, bekommt Clio seine Winterreifen aufgezogen. Clio veranstaltet mit seinen Kumpels eine gruselige Halloween-Race. Timo erfährt, dass für ihn zum 30. November Schluss ist bei uns und grummelt verständlicherweise deswegen, bemüht sich aber weiterhin, was neues zu finden, was aber entgegen anderslautender Medien-Gerüchte auch nicht so einfach ist. Am 6. Oktober wird Steffi Mutter eines gesunden Sohnes namens Aaron - 54 cm groß und 3.850 g schwer. Ich sehe frühmorgens direkt drei Sternschnuppen, die die Essener Sternwarte wohl nicht auf dem Schirm hatte - dafür aber ein Astrophysiker aus Bayern, haha. Auf Radio Essen nerven wechselweise Brooke Fraser und Sunrise Avenue. Ich werde häufiger in der Pottgezwitscher-Zeitung veröffentlicht.
November:
Ein ungewöhnlich sonniger und trockener Monat, sodass die Schiffe auf dem Rhein teilweise nicht mehr voll beladen fahren können, um zu großen Tiefgang zu vermeiden. Mir malt jemand dauernd Herzchen mit dem Finger auf den Clio, derjenige gibt sich aber leider nicht zu erkennen, sondern belässt es bis dato bei stummer Anbetung. Ich habe Ende des Monats ein gutes Vorstellungsgespräch bei einer Personalberatung, die zumindest eine meiner Referenzgeberinnen anruft. Timo, Marina und ich fahren zusammen zu unserer Weihnachtsfeier nach Wehrheim im Taunus. An Timos letztem Arbeitstag besuchen wir nach Feierabend Steffi in Benrath, deren niedlicher Sohn so pfiffig ist, dass er sogar den Strom im Haus auspinkelt, hihi. Auch für mich ist betriebsbedingt Ende des Jahres Schluss in unserer Firma. Das Vorstellungsgespräch in Unna für eine Stelle in Duisburg ist ein totaler Reinfall - außer Spesen nix gewesen bzw. was Abzocke betrifft, könnte man auch von nem netten Versuch sprechen *kotz*. Nach Monaten der Abstinenz schreibe ich mal wieder nen Artikel unter Suite101.de über die Seriosität von Arztbewertungsportalen im Internet. Leider wird die Berliner Redaktion von Suite101.de aufgelöst :o(.
Dezember:
Marina und ich sind die letzten Mohikaner im Projektbüro. Am 15. bewirten Chef & Chefin nebst Gefolge vor einer Präsentation für einen eventuellen neuen Auftrag. Das Erstgespräch auf der Arbeitsagentur ist durchaus positiv, am gleichen Tag erstehe ich an der Aral-Tankstelle an der Berliner Straße Glücksbärchi Rosa. Thorsten und seine/meine Kumpels sollen nach London gehen; ob Thorsten das Angebot annimmt, weiß er noch nicht. Am 19. Dezember bekomme ich für Januar 2012 eine sehr nette Einladung zu einem Vorstellungsgespräch. Pünktlich zum ersten Schnee in Essen habe ich wieder ein Herzchen auf meiner Heckscheibe, aber derjenige gibt sich immer noch nicht zu erkennen, wobei ich nen Verdacht habe, wer der Herzchenmaler ist, der wohl nen 5er BMW fährt. Auf Radio Essen nerven Trällerelsen wie Adele, Marit Larsen usw., weil Weihnachten ja ein Grund für Depressionen und pseudobedeutungsschwangeres Mainstream-Geheule ist. Eine Berliner TV-Firma fragt an, ob ich für ein Interview zum Thema "Unseriöse Stellenangebote" zur Verfügung stehe. Sammy wird Mutter von Rudolf-Dieter. Marina und ich beschenken uns reichlich zum Fest. Auch im Vormonat und in diesem Monat bin ich wieder öfter in der Pottgezwitscher-Zeitung vertreten.
Autorenblog von Alexandra Döll mit Informationen zu ihren Büchern und Artikeln, Meinungen zum Literaturbetrieb, Satiren, abgedrehten Kurzgeschichten, Aktuellem und vielem mehr
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Donnerstag, 29. Dezember 2011
Jahresrückblick 2011 - Teil 2
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Samstag, 30. Juli 2011
Reha oder Geschlossene?
Nächsten Donnerstag habe ich meine Reha hinter mich gebracht, wobei viele Anwendungen wirklich gut und nützlich waren, auch wenn ich mich manchmal etwas überanstrengt fühlte, vor allem, wenn Mucki-Bude, Ergometer und Sport direkt hintereinander folgten *schwitz*.
Ganz skurril ist neben dem Verhalten und der Diagnosestellung einiger Ärzte auch das Verhalten vieler Mitpatienten. Zum Glück habe ich ne nette, kleine Damenriege um mich gescharrt, mit der ich meine freie Zeit zwischen den Anwendungen verbringe, aber sonst hab ich manchmal das Gefühl, ich bin in Asi-Hausen und/oder im Puff gelandet bzw. dass die Geschlossene mal wieder Ausgang hat. Hm, eigentlich gehe ich in die Reha, um wieder fit zu werden, aber manche Männer denken da wirklich nur ans Vögeln. Zwei eindeutige Angebote habe ich auch schon abgewimmelt - sorry, die meisten Typen da sind so bekloppt und asi, dass ich sie noch nicht mal mit der Kneifzange und Gummihandschuhen anfassen würde. Außerdem gehe ich nicht zum Vögeln in die Reha, sondern um gesund zu werden und die Typen da appealen mich auch wie gesagt nicht aufgrund von mangelndem Sozialverhalten. Ich mag Männer mit Herz, Hirn, Humor und Niveau und keine notgeilen Vollpfosten, die alles rammeln, was nicht bei Drei auf den Bäumen ist. Meine Mitstreiterinnen und ich wundern uns manchmal jedenfalls nur noch über viele Herren, die ihr Hirn offenbar in der Hose haben, genau wie ihr Niveau. Einige Frauen sind allerdings auch nicht besser - Corinna und ich haben schon gesagt, dass man sich angesichts des Benehmens mancher Weiber auch schämen müsste, ne Frau zu sein.
Neben niveaulosem Asi-Gelaber gibt es natürlich auch das andere Extrem, denn manche sind so arrogant, dass sie noch nicht mal einen Gruß zustande bringen und man von Glück reden kann, dass sie sich überhaupt mal selbst begegnet sind. Tja, Arroganz ist für manche ein probates Mittel, um die eigene Dummheit zu kaschieren. Und dann gibt's auch noch die Fraktion, die weder asi noch arrogant ist, aber trotzdem irgendwie verstrahlt. Da blockieren manche stundenlang den Ordner mit den Therapieplänen, um erst mal den eigenen Plan zu buchstabieren und alles noch ins iPhone einzugeben, andere nehmen ihren Therapieplan erst gar nicht mit und wundern sich dann, wenn sie zur falschen Zeit in der falschen Anwendung sind, manchen möchte man nen Schuss mit dem Betäubungsgewehr verpassen und andere kommentieren alles ungefragt bzw. müssen erst mal alles ausdiskutieren und kommen sich dann noch so cool vor, dass sie Eiswürfel pinkeln. Wer überall seinen Senf dazu gibt, gerät leicht in den Verdacht, ein Würstchen zu sein, aber das ist bei manchen noch nicht angekommen. Die normalen Durchschnittstypen, die weder notgeil noch arrogant noch verstrahlt sind, sind in Kettwig leider eher in der Minderheit :o(.
Gestern hat meine Mitpatientin Michaela mir neue Bedeutungen der Abkürzung BMW beigebracht, hihi, die ich auch noch nicht kannte. BMW steht demnach für Bums Mal Wieder oder Brett mit Warzen *gröl*.
Michaela hat schon einige Gehirntumore, nen Schlaganfall und drei Aneurysmen hinter sich, wobei eins genietet ist, das zweite demnächst operiert wird und das dritte leider nicht operabel ist, sodass sie praktisch immer auf ner tickenden Zeitbombe sitzt. Trotzdem hat sie immer noch Humor und nen absolut gesunden Menschenverstand - davon könnten sich manche Vollpfosten, die ja schon jammern, weil sie mal zwei Wochen am Stock gehen müssen, echt mal ne Scheibe abschneiden. Es behauptet niemand, dass chronische Krankheiten oder Dinge wie Krebs schön sind und man das alles mit ner Engelsgeduld ertragen muss, aber es wird auch nicht besser dadurch, wenn einer ständig den Kopf in den Sand steckt und ein Gesicht zieht, als wenn das ganze Leben eine Strafe wäre. Wenn man nur noch das Negative sieht oder sich fragt, was alles nächstes für ne Katastrophe auf einen zukommen könnte, dann hat man irgendwann keine Lebensqualität mehr. Ich würde mich auch freuen, wenn mein Antiphospholipid-Syndrom mal endlich Ruhe geben würde, aber ich renne auch nicht ständig mit Leichenbittermiene durch die Gegend und fürchte mich, ob ich demnächst nen Herzinfarkt, Schlaganfall oder was auch immer bekommen könnte, denn wie gesagt: Meine Lebensqualität möchte ich auch weiterhin gerne behalten und man lernt auch, mit der Krankheit zu leben, auch wenn sie nicht so schöne Begleiterscheinungen hat. Ohne meinen Humor und ne positive Grundeinstellung würde ich das so auch nicht durchstehen - deshalb muss ich mir das Leben nicht noch schwerer machen, indem ich auf Horror-Szenarien warte, das Lachen verlerne, anderen ständig die Ohren volljammere und in meinem eigenen Selbstmitleid ertrinke. Das hilft nicht weiter, eher im Gegenteil.
Es ist verständlich, dass man ab und zu mal eine gewisse Wut auf seine Krankheit hat, aber Selbstmitleid im Stile von "Warum gerade ich?" u. ä. ist mir ein Gräuel. Auf solche Leute kriege ich auch in Krankenhäusern und Kliniken nen echten Blutsturz. Es gibt nur eins: Man lernt, mit seiner Krankheit zu leben und behält seine Lebensqualität, auch wenn gewisse Symptome ziemlich nervig sein können. Auch wenn ich mal Schmerzen habe, nervt mich das zwar, aber trotzdem lebe ich mein Leben wie viele andere auch - ich lache, liebe, gehe mit Freunden aus, unternehme etwas, bin kreativ. Und wen meine Narbe am linken Oberschenkel stört: Der kann ja, wenn er sie sieht und ich gerade ne kurze Hose oder nen Badeanzug trage, woanders hinschauen, hehe.
Ganz skurril ist neben dem Verhalten und der Diagnosestellung einiger Ärzte auch das Verhalten vieler Mitpatienten. Zum Glück habe ich ne nette, kleine Damenriege um mich gescharrt, mit der ich meine freie Zeit zwischen den Anwendungen verbringe, aber sonst hab ich manchmal das Gefühl, ich bin in Asi-Hausen und/oder im Puff gelandet bzw. dass die Geschlossene mal wieder Ausgang hat. Hm, eigentlich gehe ich in die Reha, um wieder fit zu werden, aber manche Männer denken da wirklich nur ans Vögeln. Zwei eindeutige Angebote habe ich auch schon abgewimmelt - sorry, die meisten Typen da sind so bekloppt und asi, dass ich sie noch nicht mal mit der Kneifzange und Gummihandschuhen anfassen würde. Außerdem gehe ich nicht zum Vögeln in die Reha, sondern um gesund zu werden und die Typen da appealen mich auch wie gesagt nicht aufgrund von mangelndem Sozialverhalten. Ich mag Männer mit Herz, Hirn, Humor und Niveau und keine notgeilen Vollpfosten, die alles rammeln, was nicht bei Drei auf den Bäumen ist. Meine Mitstreiterinnen und ich wundern uns manchmal jedenfalls nur noch über viele Herren, die ihr Hirn offenbar in der Hose haben, genau wie ihr Niveau. Einige Frauen sind allerdings auch nicht besser - Corinna und ich haben schon gesagt, dass man sich angesichts des Benehmens mancher Weiber auch schämen müsste, ne Frau zu sein.
Neben niveaulosem Asi-Gelaber gibt es natürlich auch das andere Extrem, denn manche sind so arrogant, dass sie noch nicht mal einen Gruß zustande bringen und man von Glück reden kann, dass sie sich überhaupt mal selbst begegnet sind. Tja, Arroganz ist für manche ein probates Mittel, um die eigene Dummheit zu kaschieren. Und dann gibt's auch noch die Fraktion, die weder asi noch arrogant ist, aber trotzdem irgendwie verstrahlt. Da blockieren manche stundenlang den Ordner mit den Therapieplänen, um erst mal den eigenen Plan zu buchstabieren und alles noch ins iPhone einzugeben, andere nehmen ihren Therapieplan erst gar nicht mit und wundern sich dann, wenn sie zur falschen Zeit in der falschen Anwendung sind, manchen möchte man nen Schuss mit dem Betäubungsgewehr verpassen und andere kommentieren alles ungefragt bzw. müssen erst mal alles ausdiskutieren und kommen sich dann noch so cool vor, dass sie Eiswürfel pinkeln. Wer überall seinen Senf dazu gibt, gerät leicht in den Verdacht, ein Würstchen zu sein, aber das ist bei manchen noch nicht angekommen. Die normalen Durchschnittstypen, die weder notgeil noch arrogant noch verstrahlt sind, sind in Kettwig leider eher in der Minderheit :o(.
Gestern hat meine Mitpatientin Michaela mir neue Bedeutungen der Abkürzung BMW beigebracht, hihi, die ich auch noch nicht kannte. BMW steht demnach für Bums Mal Wieder oder Brett mit Warzen *gröl*.
Michaela hat schon einige Gehirntumore, nen Schlaganfall und drei Aneurysmen hinter sich, wobei eins genietet ist, das zweite demnächst operiert wird und das dritte leider nicht operabel ist, sodass sie praktisch immer auf ner tickenden Zeitbombe sitzt. Trotzdem hat sie immer noch Humor und nen absolut gesunden Menschenverstand - davon könnten sich manche Vollpfosten, die ja schon jammern, weil sie mal zwei Wochen am Stock gehen müssen, echt mal ne Scheibe abschneiden. Es behauptet niemand, dass chronische Krankheiten oder Dinge wie Krebs schön sind und man das alles mit ner Engelsgeduld ertragen muss, aber es wird auch nicht besser dadurch, wenn einer ständig den Kopf in den Sand steckt und ein Gesicht zieht, als wenn das ganze Leben eine Strafe wäre. Wenn man nur noch das Negative sieht oder sich fragt, was alles nächstes für ne Katastrophe auf einen zukommen könnte, dann hat man irgendwann keine Lebensqualität mehr. Ich würde mich auch freuen, wenn mein Antiphospholipid-Syndrom mal endlich Ruhe geben würde, aber ich renne auch nicht ständig mit Leichenbittermiene durch die Gegend und fürchte mich, ob ich demnächst nen Herzinfarkt, Schlaganfall oder was auch immer bekommen könnte, denn wie gesagt: Meine Lebensqualität möchte ich auch weiterhin gerne behalten und man lernt auch, mit der Krankheit zu leben, auch wenn sie nicht so schöne Begleiterscheinungen hat. Ohne meinen Humor und ne positive Grundeinstellung würde ich das so auch nicht durchstehen - deshalb muss ich mir das Leben nicht noch schwerer machen, indem ich auf Horror-Szenarien warte, das Lachen verlerne, anderen ständig die Ohren volljammere und in meinem eigenen Selbstmitleid ertrinke. Das hilft nicht weiter, eher im Gegenteil.
Es ist verständlich, dass man ab und zu mal eine gewisse Wut auf seine Krankheit hat, aber Selbstmitleid im Stile von "Warum gerade ich?" u. ä. ist mir ein Gräuel. Auf solche Leute kriege ich auch in Krankenhäusern und Kliniken nen echten Blutsturz. Es gibt nur eins: Man lernt, mit seiner Krankheit zu leben und behält seine Lebensqualität, auch wenn gewisse Symptome ziemlich nervig sein können. Auch wenn ich mal Schmerzen habe, nervt mich das zwar, aber trotzdem lebe ich mein Leben wie viele andere auch - ich lache, liebe, gehe mit Freunden aus, unternehme etwas, bin kreativ. Und wen meine Narbe am linken Oberschenkel stört: Der kann ja, wenn er sie sieht und ich gerade ne kurze Hose oder nen Badeanzug trage, woanders hinschauen, hehe.
Samstag, 16. Juli 2011
Das Leben der Piranhas in der Fachklinik Rhein-Ruhr, E-Kettwig
Natürlich möchten auch die Piranhas, die im Aquarium im Foyer der Reha-Klinik in Essen-Kettwig leben, etwas von ihren täglichen Erlebnissen berichten :o). Okay, here we go!
Hallo, ich bin Peter Piranha und lebe mit vielen meiner Artgenossen in besagtem Aquarium. Meine Frau, die Else, blubbert den ganzen Tag und nervt manchmal ganz schön mit ihrem Geblubber. Allerdings gebe ich ihr Recht, wenn sie erbost ist über Ätz-Blagen, die an die Scheibe von unserem Zuhause klopfen, obwohl an unserem Aquarium mehrere Schilder mit der Aufschrift "Bitte nicht an die Scheibe klopfen!" angebracht sind. Gut, manche Kinder können vielleicht noch nicht lesen, weil zu klein, aber deren Eltern sind schon so mit sich und ihrem Styling beschäftigt, sodass sie ihren Kindern noch nicht mal Benehmen beibringen können.
Manche meiner Mitbewohner sind total genervt von anderen Mitbewohnern, sodass sie sich gegenseitig durchs Aquarium jagen und mich dabei fast über den Haufen schwimmen. Dann muss ich als Chef der Truppe erst mal wieder für Zucht und Ordnung sorgen. Hein hat neulich ein Blubber-Bläschen mit Inhalt abgelaicht - war das ein Kötzerchen oder ein Rülpserchen? Ich weiß es nicht so genau. Immerhin haben Hein und ein paar seiner Kumpels mit dem Blubber-Bläschen Nasenball gespielt.
Häufiger tauchen in den letzten Tagen auch ominöse Stofftiere auch - zwei kleine Mini-Berggorillas, ein großes Monchichi-Mädchen, das immer eine Träne auf der Wange hat, ein weißes Huhn mit Ringelsocken, ein Biber und ein Hamster mit Umhängetäschchen, der mit Gleitschirm ins Foyer geschwebt kommt. Der weibliche Mini-Berggorilla namens Sammy ist gestern in unser Zuhause geplumpst, sodass wir mit ihr Nasenball gespielt haben. Das fand die Kleine gar nicht lustig, sodass sie rumnöhlte, bis das große Monchichi-Mädchen sie meckernderweise aus dem Bassin gezogen hat. Leider haben wir es nicht geschafft, auch Sammys Brüderchen ins Aquarium zu zerren. Hihihihi!!!
Die kleine Hamsterdame mit dem Umhängetäschchen ist lustig, denn sie lacht immer fröhlich und segelt mit ihrem Gleitschirmchen durch die Gegend, wobei sie genau darauf achtet, nicht in unser Zuhause zu stürzen. Ein kluges Stofftier, wirklich! Manchmal fliegt auch das große weiße Huhn mit den Ringelsocken herum und erschreckt Patienten sowie deren Besucher, die sich im Foyer tummeln.
Auch die Patienten sind sehr unterschiedlich: Es sind alle Altersklassen vertreten, sowohl männlich als auch weiblich. Manche Patienten sind fröhlich und meistern ihr sicherlich nicht immer einfaches Schicksal tapfer, aber manche gucken aus der Wäsche, als wenn das ganze Leben eine Strafe wäre und ertrinken fast in ihrem Selbstmitleid - auch wenn es viele Menschen gibt, die noch schlimmer dran sind als sie selbst. Manche halten sich auch für den Nabel der Welt und meinen, für sie müsste der rote Teppich ausgerollt werden. Klar, viele Krankheiten und ihre Folgeerscheinungen sind nicht schön, aber es kommt immer noch darauf an, was man daraus macht und wie man versucht, mit der Situation umzugehen. In Selbstmitleid ertrinken hilft nicht weiter - genauso wenig wie das Ertrinken in unserem Lebensraum, hihi.
Hallo, ich bin Peter Piranha und lebe mit vielen meiner Artgenossen in besagtem Aquarium. Meine Frau, die Else, blubbert den ganzen Tag und nervt manchmal ganz schön mit ihrem Geblubber. Allerdings gebe ich ihr Recht, wenn sie erbost ist über Ätz-Blagen, die an die Scheibe von unserem Zuhause klopfen, obwohl an unserem Aquarium mehrere Schilder mit der Aufschrift "Bitte nicht an die Scheibe klopfen!" angebracht sind. Gut, manche Kinder können vielleicht noch nicht lesen, weil zu klein, aber deren Eltern sind schon so mit sich und ihrem Styling beschäftigt, sodass sie ihren Kindern noch nicht mal Benehmen beibringen können.
Manche meiner Mitbewohner sind total genervt von anderen Mitbewohnern, sodass sie sich gegenseitig durchs Aquarium jagen und mich dabei fast über den Haufen schwimmen. Dann muss ich als Chef der Truppe erst mal wieder für Zucht und Ordnung sorgen. Hein hat neulich ein Blubber-Bläschen mit Inhalt abgelaicht - war das ein Kötzerchen oder ein Rülpserchen? Ich weiß es nicht so genau. Immerhin haben Hein und ein paar seiner Kumpels mit dem Blubber-Bläschen Nasenball gespielt.
Häufiger tauchen in den letzten Tagen auch ominöse Stofftiere auch - zwei kleine Mini-Berggorillas, ein großes Monchichi-Mädchen, das immer eine Träne auf der Wange hat, ein weißes Huhn mit Ringelsocken, ein Biber und ein Hamster mit Umhängetäschchen, der mit Gleitschirm ins Foyer geschwebt kommt. Der weibliche Mini-Berggorilla namens Sammy ist gestern in unser Zuhause geplumpst, sodass wir mit ihr Nasenball gespielt haben. Das fand die Kleine gar nicht lustig, sodass sie rumnöhlte, bis das große Monchichi-Mädchen sie meckernderweise aus dem Bassin gezogen hat. Leider haben wir es nicht geschafft, auch Sammys Brüderchen ins Aquarium zu zerren. Hihihihi!!!
Die kleine Hamsterdame mit dem Umhängetäschchen ist lustig, denn sie lacht immer fröhlich und segelt mit ihrem Gleitschirmchen durch die Gegend, wobei sie genau darauf achtet, nicht in unser Zuhause zu stürzen. Ein kluges Stofftier, wirklich! Manchmal fliegt auch das große weiße Huhn mit den Ringelsocken herum und erschreckt Patienten sowie deren Besucher, die sich im Foyer tummeln.
Auch die Patienten sind sehr unterschiedlich: Es sind alle Altersklassen vertreten, sowohl männlich als auch weiblich. Manche Patienten sind fröhlich und meistern ihr sicherlich nicht immer einfaches Schicksal tapfer, aber manche gucken aus der Wäsche, als wenn das ganze Leben eine Strafe wäre und ertrinken fast in ihrem Selbstmitleid - auch wenn es viele Menschen gibt, die noch schlimmer dran sind als sie selbst. Manche halten sich auch für den Nabel der Welt und meinen, für sie müsste der rote Teppich ausgerollt werden. Klar, viele Krankheiten und ihre Folgeerscheinungen sind nicht schön, aber es kommt immer noch darauf an, was man daraus macht und wie man versucht, mit der Situation umzugehen. In Selbstmitleid ertrinken hilft nicht weiter - genauso wenig wie das Ertrinken in unserem Lebensraum, hihi.
Uff - Reha oder Leistungssport?
Ab Dienstag ging es ja endlich in der Reha in Kettwig mit den Anwendungen los. Über Schwimmen freue ich mich ja sehr und auch über Dinge wie Massagen und ähnliches, aber was richtig nervt, ist nicht der Sport an sich, sondern so, wie die Kurse gelegt sind - nach dem Turnen für die Neuro-Gruppe gibt's direkt Ergometer-Training und manchmal auch noch vorher oder nachher "Mucki-Bude". Manchmal hab ich nicht das Gefühl, in einer Reha-Klinik zu sein, sondern in einem Trainings-Camp für Leistungssportler. Die Anwendungen selbst sind wie gesagt okay für meine rheumatischen Beschwerden und auch für die Kondition an sich, aber nicht, wenn alles hintereinander liegt. Von Erholung kann man da wirklich nicht sprechen. Momentan bewege ich mich aufgrund rheumatischer Beschwerden ohnehin lieber im Wasser als an Land.
Wenn ich mal Leerlauf zwischen den einzelnen Anwendungen habe, erfreue ich mich immer an den Piranhas im Foyer. Meine Stofftiere kommen mich natürlich häufiger besuchen, wobei Sammy es gestern glatt geschafft hat, ins Aquarium zu fallen. Na, super! Die Piranhas haben sie zwar nicht gebissen, aber mit ihr Nasenball gespielt. Nun ist der kleine Mini-Berggorilla ein wenig traumatisiert und nöhlt traurig rum. Anna, ihre beste Freundin in Gestalt eines großen Monchichis, musste sie erst mit Hilfe ihrer Lebenspartnerin Erna, einem großen weißen Huhn mit Ringelsocken, aus dem Aquarium fischen. Die Piranhas haben auch versucht, Ecki ins Aquarium zu ziehen, aber Sammys Brüderchen war etwas geschickter als seine große Schwester und konnte das erfolgreich verhindern.
Gestern sind auch süße kleine Baby-Piranhas im Aquarium aufgetaucht. Juhu - Piranha-Nachwuchs! Sammy wollte ihnen schon Fläschchen geben :o)).
Auf jeden Fall merke ich, dass die körperliche Anstrengung auch Auswirkungen auf andere Dinge hat: Meine Periode dauerte diesmal wirklich ne ganze Woche, wobei sie sonst eher vier oder fünf Tage dauert und mein INR liegt weit über dem therapeutischen Bereich, sodass ich erst mal ne Dosiskorrektur beim Marcumar vornehmen muss, um die Blutungsgefahr zu verringern - innere Blutungen können genauso fatale Folgen haben wie Blutgerinnsel :o/. Wenn mein INR über 5,0 gelegen hätte, hätte ich mir erst mal im Krankenhaus Konakion-Tropfen verpassen lassen können, um die Blutgerinnung wieder zu normalisieren, aber er lag zum Glück noch drunter. In Kettwig laufen zwar Ärzte rum, aber die sind da m. E. eher zu Deko-Zwecken - wenn es wirklich ernsthafte medizinische Zwischenfälle gibt wie Herzinfarkte, Schlaganfälle oder Blutvergiftungen, dann kommt eh ein NAW der Feuerwehr Essen und bringt die Leute in die umliegenden Krankenhäuser. Ehrlich gesagt würde ich mich, wenn ich ein akutes medizinisches Problem hätte, auch nicht an die Ärzte in Kettwig wenden - da würde ich lieber Ärzte meines Vertrauens zu Rate ziehen, wobei die Auswahl da eher überschaubar ist :o). Je nachdem würde ich meinen Hausarzt, meinen Rheumatologen, einen Arzt der Gefäß-Ambulanz im Elisabeth-Krankenhaus, meinen Stationsarzt aus dem Philippusstift und meinen niedergelassenen Gefäß-Chirurgen kontaktieren. Zu den anderen Ärzten habe ich eher wenig Vertrauen, zumal es ja bis vor kurzem niemandem aufgefallen ist, dass in meinem Hirnstamm auch schon ältere Mikro-Embolien stattgefunden haben - und das, obwohl ich seit Juni 2008 regelmäßig im MRT war und ja angeblich alles in Ordnung war - klar, große Einschläge gab's nicht (das wäre dann auch sicherlich zu merken gewesen in Form von dauerhaften Lähmungserscheinungen, Sprachstörungen und ähnlichen Fiesimatenten), aber die Mikro-Einschläge hat bis vor kurzem wirklich jeder Vollhorst, der sich Arzt nennen darf, übersehen. Manche Ärzte machen sich ja im Gegensatz zu meinem Stationsarzt im Philipp ja nicht die Mühe und suchen die Aufnahmen mit der Lupe nach Kleinsteinschlägen ab - denen fallen dann wirklich nur so große Gerinnsel auf, die sogar ein medizinischer Laie finden würde. Da war mein Stationsarzt im Philipp zum Glück viel sorgfältiger und fitter, denn neben dem aktuellen Einschlag vom 20. Juni hat er auch ältere Läsionen entdeckt, aber auch nur, weil er sich die Mühe gemacht hat, danach mal mit der Lupe zu suchen und nicht nur einen oberflächlichen Blick auf die Aufnahmen zu werfen *knuddelundseibegeistervonstationsarzt*.
Wenn ich mal Leerlauf zwischen den einzelnen Anwendungen habe, erfreue ich mich immer an den Piranhas im Foyer. Meine Stofftiere kommen mich natürlich häufiger besuchen, wobei Sammy es gestern glatt geschafft hat, ins Aquarium zu fallen. Na, super! Die Piranhas haben sie zwar nicht gebissen, aber mit ihr Nasenball gespielt. Nun ist der kleine Mini-Berggorilla ein wenig traumatisiert und nöhlt traurig rum. Anna, ihre beste Freundin in Gestalt eines großen Monchichis, musste sie erst mit Hilfe ihrer Lebenspartnerin Erna, einem großen weißen Huhn mit Ringelsocken, aus dem Aquarium fischen. Die Piranhas haben auch versucht, Ecki ins Aquarium zu ziehen, aber Sammys Brüderchen war etwas geschickter als seine große Schwester und konnte das erfolgreich verhindern.
Gestern sind auch süße kleine Baby-Piranhas im Aquarium aufgetaucht. Juhu - Piranha-Nachwuchs! Sammy wollte ihnen schon Fläschchen geben :o)).
Auf jeden Fall merke ich, dass die körperliche Anstrengung auch Auswirkungen auf andere Dinge hat: Meine Periode dauerte diesmal wirklich ne ganze Woche, wobei sie sonst eher vier oder fünf Tage dauert und mein INR liegt weit über dem therapeutischen Bereich, sodass ich erst mal ne Dosiskorrektur beim Marcumar vornehmen muss, um die Blutungsgefahr zu verringern - innere Blutungen können genauso fatale Folgen haben wie Blutgerinnsel :o/. Wenn mein INR über 5,0 gelegen hätte, hätte ich mir erst mal im Krankenhaus Konakion-Tropfen verpassen lassen können, um die Blutgerinnung wieder zu normalisieren, aber er lag zum Glück noch drunter. In Kettwig laufen zwar Ärzte rum, aber die sind da m. E. eher zu Deko-Zwecken - wenn es wirklich ernsthafte medizinische Zwischenfälle gibt wie Herzinfarkte, Schlaganfälle oder Blutvergiftungen, dann kommt eh ein NAW der Feuerwehr Essen und bringt die Leute in die umliegenden Krankenhäuser. Ehrlich gesagt würde ich mich, wenn ich ein akutes medizinisches Problem hätte, auch nicht an die Ärzte in Kettwig wenden - da würde ich lieber Ärzte meines Vertrauens zu Rate ziehen, wobei die Auswahl da eher überschaubar ist :o). Je nachdem würde ich meinen Hausarzt, meinen Rheumatologen, einen Arzt der Gefäß-Ambulanz im Elisabeth-Krankenhaus, meinen Stationsarzt aus dem Philippusstift und meinen niedergelassenen Gefäß-Chirurgen kontaktieren. Zu den anderen Ärzten habe ich eher wenig Vertrauen, zumal es ja bis vor kurzem niemandem aufgefallen ist, dass in meinem Hirnstamm auch schon ältere Mikro-Embolien stattgefunden haben - und das, obwohl ich seit Juni 2008 regelmäßig im MRT war und ja angeblich alles in Ordnung war - klar, große Einschläge gab's nicht (das wäre dann auch sicherlich zu merken gewesen in Form von dauerhaften Lähmungserscheinungen, Sprachstörungen und ähnlichen Fiesimatenten), aber die Mikro-Einschläge hat bis vor kurzem wirklich jeder Vollhorst, der sich Arzt nennen darf, übersehen. Manche Ärzte machen sich ja im Gegensatz zu meinem Stationsarzt im Philipp ja nicht die Mühe und suchen die Aufnahmen mit der Lupe nach Kleinsteinschlägen ab - denen fallen dann wirklich nur so große Gerinnsel auf, die sogar ein medizinischer Laie finden würde. Da war mein Stationsarzt im Philipp zum Glück viel sorgfältiger und fitter, denn neben dem aktuellen Einschlag vom 20. Juni hat er auch ältere Läsionen entdeckt, aber auch nur, weil er sich die Mühe gemacht hat, danach mal mit der Lupe zu suchen und nicht nur einen oberflächlichen Blick auf die Aufnahmen zu werfen *knuddelundseibegeistervonstationsarzt*.
Montag, 11. Juli 2011
Ulkige Reha...
Meine Eingangsuntersuchung am vergangenen Mittwoch war ganz putzig - obwohl ich fast zwei Stunden darauf warten musste und es insbesondere dem Einsatz der Stationsassistentin der Neurologie zu verdanken war, dass sich doch mal endlich eine Ärztin bequemt hat, mich zu untersuchen *stöhn*. Bei dem einen Arzt hatte ich eher das Gefühl, er steckte nicht entgegen anderer Aussagen seines Kollegen im Stau, sondern in der Assistenzärztin *hust*. Eigentlich war der Arztbrief des Philipp ganz gut und verständlich, aber die machen ja immer noch alle ihre eigenen Untersuchungen...hm, angeblich sind ne TIA und ne transitorische ischämische Attacke zwei verschiedene Dinge (DAS ist mir neu...!), aber der Unterschied, den es ja nicht gibt, wurde mir auch nicht erläutert. Der eine Arzt auf der Station konnte noch nicht mal Blut abnehmen und ich hab weiß Gott schon von zig Ärzten, Sprechstundenhilfen und Krankenschwestern Blut abgenommen bekommen - er war mit Abstand der Schlechteste. Mein lieber Stationsarzt aus'm Philipp hat das jedesmal so gut gemacht, sodass ich den kleinen Pieks, vor dem er mich immer gewarnt hat (hahahaha!), kaum gemerkt habe. Ich weiß angesichts der Erlebnisse in Kettwig schon, warum ich nur sehr wenigen Ärzten vertraue.
Am Donnerstag gab's noch keine Reha und am Freitag hatte ich alles nur Erstgespräche bei den verschiedenen Abteilungen - Physiotherapie, Neuropsychologie, Ergo, Sprachtherapie...ergo- und sprachtherapeutisch können die nix für mich tun, sodass der Schwerpunkt auf der Physiotherapie liegt, was ja auch ganz gut so ist, auch im Hinblick auf meine rheumatischen Beschwerden.
Heute fuhr meine Mom mich netterweise nach Kettwig - aber leider hatte ich heute nicht eine einzige Anwendung *stöhn*. Unsere Stationsassistentin war am Freitag krank, sodass sich offenbar niemand für die täglichen Therapiepläne zuständig fühlte. Tja, außer Spesen nix gewesen *nerv*. Die Stationsassistentin hatte ja noch versucht, kurzfristig für mich wenigstens ne Massage zu organisieren, aber das klappte leider auch nicht. Morgen habe ich aber wohl Anwendungen - so Gott will. Da die Stationsassistentin aber echt fit und engagiert ist, gehe ich auch tatsächlich davon aus, dass was stattfindet.
Es ist ja nett vom Philipp, dass die mir ne Anschluss-Reha zukommen lassen, aber der Erholungsfaktor hält sich doch einigermaßen in Grenzen, wenn ich ständig selbst mit dem Auto dahin gurken muss. Der Hol- und Bringdienst ist zwar kostenlos, aber auch keine echte Alternative wg. langer Wartezeiten und der Gefahr, dass man erst noch stundenlang mit anderen Patienten durch die Wallachei gurkt, bis man endlich zuhause abgeliefert wird - so ging es meiner Nachbarin, als sie vor einigen Jahren nach einem Herzinfarkt ne Anschluss-Reha in Kettwig hatte. Sie wurde immer erst mit durch Frohnhausen, Holsterhausen, Katernberg, Gelsenkirchen und Altenessen gekarrt, bevor sie als Letzte in Dellwig abgeliefert wurde. Tolle Wurst, wirklich. Ehrlich gesagt wäre es mir lieber gewesen, ich hätte meine Reha im nur 1,5 km entfernten NETZ (Neurologisches Therapiezentrum des Philippusstift) machen können, aber leider hat das NETZ ja keinen Vertrag mit meinem Rentenversicherungsträger, sodass es als Reha-Einrichtung ausschied, obwohl die Ärzte im Philipp das ursprünglich so angedacht hatten :o(.
Wenigstens gibt es im Foyer der Klinik ein nettes Aquarium mit fröhlichen Piranhas. Juhu!! Die Fische erfreuen mich jeden Tag aufs Neue. Leider kann ich nie bei der Fütterung zuschauen, denn Peter Piranha und seine Kumpels werden immer samstags um 9.30 Uhr gefüttert und am WE bin ich ja zum Glück nicht in Kettwig...Piranhas sind schon tolle Fische und entgegen anderslautender Legenden auch keine Menschenfresser, hehe. Ich mag die Salmler jedenfalls.
Samstagnacht, als ich noch die letzte Zigarette des Tages auf'm Balkon rauchte, sah ich tatsächlich einen Fuchs bei uns durch den Hof und den Garten huschen. Erst dachte ich, es wäre Malo, unser rot getigerter Nachbarskater, aber im Schein des Bewegungsmelders sah ich, dass es ein Fuchs war. Ich hab ja bei uns schon alles Mögliche an Tieren gesehen, aber ein Fuchs war ne absolute Premiere.
Am Donnerstag gab's noch keine Reha und am Freitag hatte ich alles nur Erstgespräche bei den verschiedenen Abteilungen - Physiotherapie, Neuropsychologie, Ergo, Sprachtherapie...ergo- und sprachtherapeutisch können die nix für mich tun, sodass der Schwerpunkt auf der Physiotherapie liegt, was ja auch ganz gut so ist, auch im Hinblick auf meine rheumatischen Beschwerden.
Heute fuhr meine Mom mich netterweise nach Kettwig - aber leider hatte ich heute nicht eine einzige Anwendung *stöhn*. Unsere Stationsassistentin war am Freitag krank, sodass sich offenbar niemand für die täglichen Therapiepläne zuständig fühlte. Tja, außer Spesen nix gewesen *nerv*. Die Stationsassistentin hatte ja noch versucht, kurzfristig für mich wenigstens ne Massage zu organisieren, aber das klappte leider auch nicht. Morgen habe ich aber wohl Anwendungen - so Gott will. Da die Stationsassistentin aber echt fit und engagiert ist, gehe ich auch tatsächlich davon aus, dass was stattfindet.
Es ist ja nett vom Philipp, dass die mir ne Anschluss-Reha zukommen lassen, aber der Erholungsfaktor hält sich doch einigermaßen in Grenzen, wenn ich ständig selbst mit dem Auto dahin gurken muss. Der Hol- und Bringdienst ist zwar kostenlos, aber auch keine echte Alternative wg. langer Wartezeiten und der Gefahr, dass man erst noch stundenlang mit anderen Patienten durch die Wallachei gurkt, bis man endlich zuhause abgeliefert wird - so ging es meiner Nachbarin, als sie vor einigen Jahren nach einem Herzinfarkt ne Anschluss-Reha in Kettwig hatte. Sie wurde immer erst mit durch Frohnhausen, Holsterhausen, Katernberg, Gelsenkirchen und Altenessen gekarrt, bevor sie als Letzte in Dellwig abgeliefert wurde. Tolle Wurst, wirklich. Ehrlich gesagt wäre es mir lieber gewesen, ich hätte meine Reha im nur 1,5 km entfernten NETZ (Neurologisches Therapiezentrum des Philippusstift) machen können, aber leider hat das NETZ ja keinen Vertrag mit meinem Rentenversicherungsträger, sodass es als Reha-Einrichtung ausschied, obwohl die Ärzte im Philipp das ursprünglich so angedacht hatten :o(.
Wenigstens gibt es im Foyer der Klinik ein nettes Aquarium mit fröhlichen Piranhas. Juhu!! Die Fische erfreuen mich jeden Tag aufs Neue. Leider kann ich nie bei der Fütterung zuschauen, denn Peter Piranha und seine Kumpels werden immer samstags um 9.30 Uhr gefüttert und am WE bin ich ja zum Glück nicht in Kettwig...Piranhas sind schon tolle Fische und entgegen anderslautender Legenden auch keine Menschenfresser, hehe. Ich mag die Salmler jedenfalls.
Samstagnacht, als ich noch die letzte Zigarette des Tages auf'm Balkon rauchte, sah ich tatsächlich einen Fuchs bei uns durch den Hof und den Garten huschen. Erst dachte ich, es wäre Malo, unser rot getigerter Nachbarskater, aber im Schein des Bewegungsmelders sah ich, dass es ein Fuchs war. Ich hab ja bei uns schon alles Mögliche an Tieren gesehen, aber ein Fuchs war ne absolute Premiere.
Donnerstag, 7. Juli 2011
Morgen geht die Reha los
Nachdem ich gestern zur Eingangsuntersuchung in Kettwig war, geht bei mir morgen die Reha los. Hoffentlich sind die Therapeuten zuverlässiger und pfiffiger als die Ärzte, die da so rumfleuchen - nachdem ich gestern zwei Stunden da nur untätig rumsaß bzw. nur mal nen Bogen ausfüllen musste, hat mich die Stationsassistentin mal endlich zu ner Ärztin für die Eingangsuntersuchung gebracht. Na, toll! Neurologisch ist jedenfalls alles okay bei mir, sodass das Training sich wohl eher auf meine Kondition bezieht, damit ich auch demnächst wieder acht Stunden täglich arbeiten gehen kann, aber die Ärzte haben mich doch in ziemliches Erstaunen versetzt - wie gut, dass mein Stationsarzt mich damals in der Notaufnahme in der Mache hatte (der hat seinen Job wenigstens verstanden!) und nicht irgendnen Vollhorst, der eher zufällig an seine Approbationsurkunde gekommen ist. Darüber hatte ich mir im Krankenwagen Gedanken gemacht, als die netten Jungs vom ASB mich am 20. Juni zum Philipp gebracht haben, aber das Schicksal meinte es ja zum Glück gut mit mir :o).
Es ist auch sehr erholsam, dass ich jeden Tag mit dem Pkw nach Kettwig gondeln darf. Darüber konnte auch mein Hausarzt nur den Kopf schütteln. Das ist ja wirklich voll erholsam - ich hab zwar kein Problem damit, Auto zu fahren, aber bei ner Reha, die ja auch der Erholung dienen soll, wundert mich das doch etwas. Da könnte ich auch direkt das Doppelte der Strecke zur Klinik zurücklegen und arbeiten fahren. Und den Shuttle-Service der Klinik kann man wohl auch eher in die Tonne treten, sodass das auch keine Alternative wäre. Ich bin mal gespannt, wie der Tag morgen wird...
Sammy ist immer noch voll traumatisiert von dem Tag, an dem ich ins Krankenhaus kam. Ihre Stofftier-Freunde und ihr Brüderchen haben ja alles Mögliche getan, um sich in die Notaufnahme zu schmuggeln, aber das hat alles nicht funktioniert. Sammy ist plärrend zusammen mit Annas und Ernas Tochter Sophie zurückgeblieben. Ecki rauschte mit seinem 3er zum Krankenhaus und wollte die Schwestern in der Notaufnahme mit nem Bambus-Bratling bestechen, aber sie haben ihn nicht zu mir gelassen. Steffi hätte es fast geschafft, mit ihrem Gleitschirm reinzukommen, wurde aber im letzten Moment von ner Krankenschwester mit Atom-Busen gestoppt. Erna, das große weiße Huhn mit den Ringelsocken, wollte im Sturzflug in die Notaufnahme, wurde aber auch noch vor dem Eingang gestoppt. Anna wurde zunächst für ein entlaufenes Baby gehalten, bis der Krankenschwester mal gewahr wurde, dass das Philipp gar keine Säuglingsstation hat (die liegt nämlich im Marienhospital Altenessen) und Anna für ein Baby schon verdammt gut laufen uns sprechen kann, hihi. Timo der Biber hat sich als Lieferant getarnt, aber leider ist die Tarnung aufgeflogen - tja, wer liefert auch schon nach 20 Uhr abends im Krankenhaus Zweige an? :o) Erna ist jedenfalls frustriert dreimal ums Philipp gekreist, weil kein Stofftier zu mir durchgedrungen ist. Hm, das Gesicht von meinem Stationsarzt hätte ich gerne gesehen, wenn da plötzlich ein Stofftier ins Behandlungszimmer gestürmt wäre und in mein Bett gehopst wäre, um ihm auf die Finger zu gucken :oD.
Es ist auch sehr erholsam, dass ich jeden Tag mit dem Pkw nach Kettwig gondeln darf. Darüber konnte auch mein Hausarzt nur den Kopf schütteln. Das ist ja wirklich voll erholsam - ich hab zwar kein Problem damit, Auto zu fahren, aber bei ner Reha, die ja auch der Erholung dienen soll, wundert mich das doch etwas. Da könnte ich auch direkt das Doppelte der Strecke zur Klinik zurücklegen und arbeiten fahren. Und den Shuttle-Service der Klinik kann man wohl auch eher in die Tonne treten, sodass das auch keine Alternative wäre. Ich bin mal gespannt, wie der Tag morgen wird...
Sammy ist immer noch voll traumatisiert von dem Tag, an dem ich ins Krankenhaus kam. Ihre Stofftier-Freunde und ihr Brüderchen haben ja alles Mögliche getan, um sich in die Notaufnahme zu schmuggeln, aber das hat alles nicht funktioniert. Sammy ist plärrend zusammen mit Annas und Ernas Tochter Sophie zurückgeblieben. Ecki rauschte mit seinem 3er zum Krankenhaus und wollte die Schwestern in der Notaufnahme mit nem Bambus-Bratling bestechen, aber sie haben ihn nicht zu mir gelassen. Steffi hätte es fast geschafft, mit ihrem Gleitschirm reinzukommen, wurde aber im letzten Moment von ner Krankenschwester mit Atom-Busen gestoppt. Erna, das große weiße Huhn mit den Ringelsocken, wollte im Sturzflug in die Notaufnahme, wurde aber auch noch vor dem Eingang gestoppt. Anna wurde zunächst für ein entlaufenes Baby gehalten, bis der Krankenschwester mal gewahr wurde, dass das Philipp gar keine Säuglingsstation hat (die liegt nämlich im Marienhospital Altenessen) und Anna für ein Baby schon verdammt gut laufen uns sprechen kann, hihi. Timo der Biber hat sich als Lieferant getarnt, aber leider ist die Tarnung aufgeflogen - tja, wer liefert auch schon nach 20 Uhr abends im Krankenhaus Zweige an? :o) Erna ist jedenfalls frustriert dreimal ums Philipp gekreist, weil kein Stofftier zu mir durchgedrungen ist. Hm, das Gesicht von meinem Stationsarzt hätte ich gerne gesehen, wenn da plötzlich ein Stofftier ins Behandlungszimmer gestürmt wäre und in mein Bett gehopst wäre, um ihm auf die Finger zu gucken :oD.
Freitag, 1. Juli 2011
Liebestolle Menschlein und andere Verrücktheiten
Über die liebestollen Menschlein auf der Neurologie - Stationsarzt, Pfleger, Sozialarbeiterin, Pflegeassistentin - hatte ich ja schon mehrfach gebloggt, wobei jeder, dem ich die Stories erzähle, sich darüber wegschmeißt :o). Hierzu gibt es auch eine schöne Geschichte, die ich gestern unter goodnewstoday.de gepostet habe. Jedenfalls war das alles schon verrückt genug und ich habe mich zeitweise gefragt, in welchem Film ich gerade bin :o).
Natürlich sind außer dem liebestollen Personal noch mehr verrückte Dinge im Philipp, wie das Borbecker Krankenhaus im Volksmund genannt wird, passiert. Ein Mann erzählte von seiner Ex-Frau, die bis heute in der Geschlossenen sitzt, da sie alles und jeden abgefackelt hat - Pyromanie eben halt, um im Fachjargon zu bleiben. Er machte sich natürlich damals, als er noch mit ihr unter einem Dach wohnte, Sorgen, dass sie auch ihn irgendwann abfackeln könnte. Na ja, unberechtigt ist die Sorge ja nicht gewesen, aber mir fiel dazu ein makaberer Spruch ein, der sowohl ihn als auch die anderen Patienten in der Raucherecke zum Lachen brachte. Vielleicht hätte sie ja auch mal versucht, ihn anzuzünden, falls er ihr nicht heiß genug gewesen wäre *hust*.
Ansonsten avancierte mein T-Shirt "Lemming-Tode" (erhältlich im Online-Shop der Homepage nichtlustig.de) in der Raucherecke zum Kult, hehe. Die Leute freuten sich immer, wenn ich die Szene betrat und das T-Shirt trug, was letzten Freitag und Samstag der Fall war. Mittlerweile ist das kultige T-Hemd auch wieder frisch gewaschen.
Einer der Patienten ist Dauergast in der offenen Psychiatrie, da er ja nicht gefährlich ist, aber natürlich auch nicht in der Lage, allein zu wohnen. Er hat sich auch mit mir im Foyer am Aquarium bekannt gemacht, weil er einmal ein positives Erlebnis mit ner Frau haben wollte. Na, den Gefallen habe ich ihm doch gerne getan - wenn's nicht mehr als ein freundlicher Händedruck ist :o). Seine große Liebe ist jedoch Erika, eine Mitpatientin von der Inneren, die am Montag am Magen operiert werden musste. Er hat Erika sogar schon mal nen Heiratsantrag gemacht und war ganz enttäuscht, dass sie selbigen abgelehnt hat. Nach dieser Ablehnung hat er Erika zunächst ignoriert, wie sie mit großer Erleichterung feststellte, aber als ich letzten Sonntag gerade mit ihr in der Raucherecke zusammen stand, kam Klaus doch wieder auf sie zu und wiederholte seinen Antrag, da er nach eigenen Aussagen psychisch und seelisch gereift ist. Erika hat den Heiratsantrag trotzdem freundlich abgelehnt - verständlich.
Meine Zimmerpflanze und ich waren ja auch verrückt genug - wir haben morgens mit den Meisen im Maulbeerbaum gesungen, Fledermäuse zugetextet, sie mit toten Mücken gefüttert und das Kreuz auf der Kirchturmspitze des Borbecker Doms beobachtet. Wir haben schon gescherzt, dass sich das Kreuz direkt umdrehen würde (666!), wenn Klaus und Erika da als Frischvermählte aus dem Dom rausspazieren, hihi. Die Fledermäuse hätten dann bestimmt Spalier gestanden und statt Blumen tote Insekten gestreut, hahaha!!
Hm, wir haben auch gescherzt, dass wir irgendwann noch mal, wenn unser Stationsarzt - ja, genau der, der so angetan von mir war - uns mal hören würde, doch noch in der Psychiatrie landen. Meine Zimmerpflanze fand die Vorstellung lustig und meinte, dass er mich bestimmt mit nach Hause nehmen würde, damit er mich immer unter Beobachtung hätte, hihi. Dagegen hätte ich erst mal keine Einwände gehabt, aber ich denke, er wäre dann aus dem Rotwerden gar nicht mehr rausgekommen, wenn ich da so dekorativ bei ihm zuhause rumgesessen hätte und ab und zu mal einen meiner Sprüche abgelaicht hätte und morgens unter die Dusche gesprungen wäre :o). Ich fand ja schon seine roten Bäckchen zu niedlich, als ich ihn - ausnahmsweise mal wertneutral! - fragte, ob er gekommen wäre, um mich wieder zu stechen. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt!
Am 6. Juli geht's mit meiner Reha in Kettwig los - erst mal mit der Voruntersuchung - und ich bin mal gespannt, welche Verrücktheiten mich dort erwarten. Die Klinik in Kettwig ist auf Neurologie (was ja nach ner TIA auf mich zutrifft), Innere Medizin (mein Rheuma) und Kardiologie spezialisiert.
Natürlich sind außer dem liebestollen Personal noch mehr verrückte Dinge im Philipp, wie das Borbecker Krankenhaus im Volksmund genannt wird, passiert. Ein Mann erzählte von seiner Ex-Frau, die bis heute in der Geschlossenen sitzt, da sie alles und jeden abgefackelt hat - Pyromanie eben halt, um im Fachjargon zu bleiben. Er machte sich natürlich damals, als er noch mit ihr unter einem Dach wohnte, Sorgen, dass sie auch ihn irgendwann abfackeln könnte. Na ja, unberechtigt ist die Sorge ja nicht gewesen, aber mir fiel dazu ein makaberer Spruch ein, der sowohl ihn als auch die anderen Patienten in der Raucherecke zum Lachen brachte. Vielleicht hätte sie ja auch mal versucht, ihn anzuzünden, falls er ihr nicht heiß genug gewesen wäre *hust*.
Ansonsten avancierte mein T-Shirt "Lemming-Tode" (erhältlich im Online-Shop der Homepage nichtlustig.de) in der Raucherecke zum Kult, hehe. Die Leute freuten sich immer, wenn ich die Szene betrat und das T-Shirt trug, was letzten Freitag und Samstag der Fall war. Mittlerweile ist das kultige T-Hemd auch wieder frisch gewaschen.
Einer der Patienten ist Dauergast in der offenen Psychiatrie, da er ja nicht gefährlich ist, aber natürlich auch nicht in der Lage, allein zu wohnen. Er hat sich auch mit mir im Foyer am Aquarium bekannt gemacht, weil er einmal ein positives Erlebnis mit ner Frau haben wollte. Na, den Gefallen habe ich ihm doch gerne getan - wenn's nicht mehr als ein freundlicher Händedruck ist :o). Seine große Liebe ist jedoch Erika, eine Mitpatientin von der Inneren, die am Montag am Magen operiert werden musste. Er hat Erika sogar schon mal nen Heiratsantrag gemacht und war ganz enttäuscht, dass sie selbigen abgelehnt hat. Nach dieser Ablehnung hat er Erika zunächst ignoriert, wie sie mit großer Erleichterung feststellte, aber als ich letzten Sonntag gerade mit ihr in der Raucherecke zusammen stand, kam Klaus doch wieder auf sie zu und wiederholte seinen Antrag, da er nach eigenen Aussagen psychisch und seelisch gereift ist. Erika hat den Heiratsantrag trotzdem freundlich abgelehnt - verständlich.
Meine Zimmerpflanze und ich waren ja auch verrückt genug - wir haben morgens mit den Meisen im Maulbeerbaum gesungen, Fledermäuse zugetextet, sie mit toten Mücken gefüttert und das Kreuz auf der Kirchturmspitze des Borbecker Doms beobachtet. Wir haben schon gescherzt, dass sich das Kreuz direkt umdrehen würde (666!), wenn Klaus und Erika da als Frischvermählte aus dem Dom rausspazieren, hihi. Die Fledermäuse hätten dann bestimmt Spalier gestanden und statt Blumen tote Insekten gestreut, hahaha!!
Hm, wir haben auch gescherzt, dass wir irgendwann noch mal, wenn unser Stationsarzt - ja, genau der, der so angetan von mir war - uns mal hören würde, doch noch in der Psychiatrie landen. Meine Zimmerpflanze fand die Vorstellung lustig und meinte, dass er mich bestimmt mit nach Hause nehmen würde, damit er mich immer unter Beobachtung hätte, hihi. Dagegen hätte ich erst mal keine Einwände gehabt, aber ich denke, er wäre dann aus dem Rotwerden gar nicht mehr rausgekommen, wenn ich da so dekorativ bei ihm zuhause rumgesessen hätte und ab und zu mal einen meiner Sprüche abgelaicht hätte und morgens unter die Dusche gesprungen wäre :o). Ich fand ja schon seine roten Bäckchen zu niedlich, als ich ihn - ausnahmsweise mal wertneutral! - fragte, ob er gekommen wäre, um mich wieder zu stechen. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt!
Am 6. Juli geht's mit meiner Reha in Kettwig los - erst mal mit der Voruntersuchung - und ich bin mal gespannt, welche Verrücktheiten mich dort erwarten. Die Klinik in Kettwig ist auf Neurologie (was ja nach ner TIA auf mich zutrifft), Innere Medizin (mein Rheuma) und Kardiologie spezialisiert.
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