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Samstag, 18. Juli 2015

Ein Gewitteropfer gestern in Gerschede

Das Gewitter, das mich gestern Morgen um kurz nach halb sechs mit einem grellen Blitz, gefolgt von einem lauten, metallisch klingenden Donner aus dem Schlaf riss, war zwar kurz, aber recht heftig. Obwohl es sich dabei wirklich eher um ein handelsübliches Sommergewitter und nicht um ein Unwetter handelte, hat es lt. einem Artikel in der heutigen Ausgabe der WAZ ein Gewitteropfer auf der Ackerstraße in Gerschede gegeben - von der WAZ allerdings fälschlicherweise ins benachbarte Bedingrade verlegt...

Ein Baum hinter den Häusern auf der Ackerstraße wurde von einem Blitz gespalten :o(. Hm, da die Ackerstraße keine sechs Gehminuten von mir entfernt liegt, würde das auch den lauten, metallischen Donnerknall in der näheren Umgebung erklären, der mich aus dem Schlaf gerissen hat.

Donnerstag, 2. Juli 2015

Manchmal frage ich mich...

...was Sammy gerade am Rechner getickert hat :o) und ob einige Leute keine wirklichen Sorgen haben. Ich hatte die von einer Helikopter-Mutti angestoßene Diskussion zur Abschaffung der Bundesjugendspiele zwar bis dato nur halb mitbekommen, aber die Leserbriefe in der heutigen Ausgabe der WAZ zum Thema sprechen Bände.

Ach Gott...Ihr kleiner Sonnenschein hat nur eine Teilnahmeurkunde und keine Sieger- oder gar Ehrenurkunde bekommen und geweint, deshalb will Madame eine Petition starten, die Bundesjugendspiele abzuschaffen. Offensichtlich scheinen weder die Dame noch ihr Verstand ausgelastet zu sein, wenn sie direkt die Forderung stellen will, Sportfeste abzuschaffen. Wenn's der Kuh zu wohl ist, dann geht sie eben auf's Glatteis, so hieß es ja früher schon - und damit habe ich leider intelligente Widerkäuer beleidigt, die sicherlich mehr Verstand in der Birne haben als Super-Mutti, die allen Ernstes eine Petition deswegen starten will. Hat die Dame sonst keine Probleme?

Ich habe zwar bei jedem Sportfest eine Siegerurkunde bekommen und in der dritten Klasse sogar einmal eine Ehrenurkunde, aber auch in meiner Klasse gab's genug Mitschüler/-innen, die "nur" eine Teilnehmerurkunde bekommen haben - und natürlich gab es auch wiederum die besonders sportlich begabten Klassenkameradinnen, die praktisch bei jedem Sportfest eine Ehrenurkunde bekommen haben. Es wäre viel wichtiger, das Kind aufzumuntern und ihm zu sagen, dass man nicht überall gut sein kann - vielleicht ist dieses Kind nicht so sportlich, dafür aber sehr begabt in Musik, Mathematik oder Kunst - und eine Teilnehmerurkunde nun wirklich kein Beinbruch ist anstatt da auch noch in völlig hysterischer, überzogener Manier eine Petition zur Abschaffung der Bundesjugendspiele starten zu wollen. Wie schon ein Leser aus Duisburg schrieb: Und wenn demnächst ein Schüler ne Fünf in Mathe hat, wird dann Mathe auch an allgemeinbildenden Schulen abgeschafft?!

Die Enttäuschung eines Kindes ist sicherlich nachvollziehbar, wenn andere Kinder eine Sieger- oder Ehrenurkunde bekommen haben, aber dann liegt es an den Eltern, das Kind anzuspornen und ihm seine Stärken aufzuzeigen, über die manche Sportskanonen eventuell nicht verfügen anstatt auch noch in das Geheule mit einzustimmen. Manchen Leuten geht's wohl wirklich zu gut in ihrem neurotischen Schneckenhäuschen.

Was will diese Mutter denn später machen, wenn ihr dann nicht mehr ganz so kleiner Sonnenschein eine Lehrstelle nicht bekommt oder im Bewerbungsprozess gegen andere Bewerber den Kürzeren zieht? - Hm, vermutlich wird sie dann vor Gericht die Lehr- oder Arbeitsstelle einklagen wollen oder direkt ne Petition starten, dass Bewerbungen und Auswahlprozesse abgeschafft gehören. Mit einem solchen Verhalten zieht sie auf jeden Fall ein ziemlich lebensuntaugliches Jüngelchen heran, das mit Schwierigkeiten überhaupt nicht umgehen kann und es gewohnt ist, dass Mami und Papi ihm jedes Steinchen aus dem Weg räumen, was da auf dem Lebensweg rumliegen könnte. Lebenstüchtigkeit sieht jedenfalls anders aus.

Sonntag, 26. April 2015

Es ist zwar Sonntag...:o)

...aber trotzdem bin ich fleißig. Soeben habe ich einen weiteren Artikel unter experto.de veröffentlicht, der sich auf den bisweilen hanebüchenen Umgang mit Bewerbern bezieht, z. B. in dem ihre Unterlagen gar nicht richtig bzw. von reinen Netcrawlern nur auf Schlagworte durchforstet werden, ohne die Tiefe der im Profil angegebenen Kenntnisse genauer zu prüfen. Darüber ärgern sich Bewerber nämlich auch immer wieder - auch ich selbst habe mich bei dem einen oder anderen Vorstellungsgespräch schon öfter gefragt, ob meine Unterlagen überhaupt richtig gelesen wurden :o/.

Ansonsten habe ich noch zwei Redaktionen angeschrieben, um wegen eines Berichts über meine E-Book-Reihe "Borbecker Geschichten" anzufragen. Zum Borbeck Kurier besteht ja schon ein guter Kontakt aufgrund der Berichterstattung im vergangenen Jahr über das Buch "Mein Leben mit Sammy" :o) - als ich soeben die Redaktion des Borbeck Kuriers kontaktiert habe, bezog sich meine Anfrage auch eher auf das E-Book "Ladies' Night in Dellwig", denn in dem Artikel über das Sammy-Buch klang schon an, dass ich demnächst ein Buch über einen Strip-Club in Dellwig schreibe, in dem Männer ihre Hüllen fallen lassen :o). Genau das ist ja Schwerpunktthema in "Ladies' Night in Dellwig".

                                                        Buchcover - Quelle: Amazon


Am vergangenen Donnerstag brachte die WAZ eine Sonderausgabe zum Großraum Borbeck heraus, deshalb habe ich den zuständigen Redakteur mit Bezug auf diese Sonderausgabe kontaktiert und auch in dem Fall höflich nachgefragt, ob man gerne über die E-Book-Reihe "Borbecker Geschichten" berichten würde. Klappern gehört schließlich zum Handwerk :o)).  

Samstag, 4. April 2015

Da kommt ja richtig Freude auf...

In einem heutigen Artikel im Stellenteil der WAZ fordert die IAB (Institut für Arbeits- und Berufsforschung) mehr Zuzug von qualifizierten Ausländern und der Chef der Bundesagentur für Arbeit, Frank Weise, stimmt auch noch in den Kanon mit ein. Sorry, liebes IAB und lieber Herr Weise, Ihre Ausführungen sind ein Schlag ins Gesicht für jeden gut qualifizierten, arbeitswilligen Arbeitslosen, denn entgegen der so gerne verbreiteten Klischees sind nicht nur unqualifizierte oder gering qualifizierte Kräfte hierzulande arbeitslos, sondern auch viele Fachkräfte - egal, ob mit abgeschlossener Ausbildung und/oder mit abgeschlossenem Studium.

Ich habe gar nichts gegen den Zuzug von ausländischen Fachkräften, damit wir uns da richtig verstehen, aber es wäre schön, wenn zunächst mal die hiesigen Arbeitslosen gefördert und unterstützt würden anstatt nach gut qualifizierten Ausländern zu schreien. Ich gehe nämlich davon aus, dass es auch hierzulande viele gute Arbeitslose gibt - egal, ob sie Bürokaufleute, Sekretärinnen, Banker, Pädagogen, Schreiner oder was auch immer sind - aber dieses Potential wird ja von den Arbeitgebern in keinster Weise ausgeschöpft, im Gegenteil. Auch gute Kräfte werden von manchen Arbeitgebern mit einer Geringschätzung behandelt, dass einem nur schlecht werden kann - egal, ob als Betroffener oder als Außenstehender: Keine Antworten auf Bewerbungen, die Rücksendung falscher Unterlagen (also die Mappe eines anderen Bewerbers), Antworten erst nach Monaten (oder gar erst nach Jahren), fehlerbehaftete Absagen, bei denen man schon den mangelnden IQ und das noch mangelnderer Sozialverhalten des Verfassers erkennen kann u. v. m.

Auch der Umgang mit vielen Bewerbern 50 plus ist nicht hinnehmbar - für den deutschen Arbeitsmarkt sind ältere Arbeitnehmer, teilweise schon ab 40, nicht mehr existent bzw. schon so gut wie tot. Gleichzeitig heulen dann aber viele Betriebe rum, dass sie Ausbildungsplätze unbesetzt lassen, weil die Schulabgänger noch nicht mal den einfachsten Anforderungen an Sozialverhalten und Schulwissen, was Deutsch und Mathe betrifft, genügen. Da stimmt aber gewaltig etwas nicht - ich kann nicht einerseits rumheulen, dass jüngere Arbeitnehmer angeblich weniger qualifiziert sind, aber Ältere dann behandeln wie den letzten Dreck, auch wenn die nachgewiesenermaßen über gute Fach- und Sozialkompetenzen verfügen. Bei soviel verlogenem Klischee-Gelaber der Bundesarbeitsagentur und diesem IAB kriegt man echt das kalte Grausen. 

Merkwürdigerweise finden Jobcenter und Arbeitsagenturen aber immer eine Entschuldigung für die Arbeitgeber, die ihre Bewerber mit wenig Wertschätzung behandeln ("Haben halt viel zu tun.", "Können nicht jede Bewerbung beantworten...") - Arbeitslose, die aber nicht zu Terminen mit Arbeitsagenturen/Jobcentern erscheinen, sich nicht in ausreichender Zahl bewerben usw., werden aber ganz schnell mit Sanktionen belegt, haha. Auch hier wird offensichtlich mit zweierlei Maß gemessen - Arbeitgeber dürfen alles, d. h. sich auch unverschämt bis antisozial benehmen, während Arbeitnehmer und Arbeitsuchende schön zu kuschen haben.



Dienstag, 31. März 2015

Es ist zum Verzweifeln...

Es soll ja immer noch Gutmenschen bzw. Misanthropen geben, die so einen Stuss labern von wegen "Wer Arbeit finden will, findet Arbeit!" und glauben dann noch so einen Scheiß, der im Propanganda-Blättchen des Ruhrgebiets, der WAZ zu lesen ist, dass es ja soviele Arbeitsplätze gibt (ach ja? In welchem Bereich denn????) - warum dann auch gut qualifizierte Arbeitnehmer unfreiwillig auf der Straße stehen und von manchen Firmen wie der letzte Dreck behandelt werden (unpersönliche, arrogante Absagen, gar keine Reaktion), bleibt dann wohl ein Geheimnis der Wirtschaft. Darauf werde ich auch in meinem E-Book eingehen - ist allerdings nicht geeignet für all jene, die sich gerne von den Medien die Hucke volllügen lassen und lieber in ihrer beschränkten Klischee-Welt weiterleben möchten, weil die Wahrheit weh tut :o).

Ein Redakteur der WAZ hat ja auch behauptet, dass es in Essen so schlecht für Arbeitsuchende aussieht, weil wir in Essen ja in der Hauptsache nur Ungelernte haben. Interessant, wenn Klischee-Redakteure ohne weitere Recherche über Dinge schreiben, von denen sie überhaupt keine Ahnung haben und gerne die geschönten Zahlen der Arbeitsagentur übernehmen. Oder zählen für den gnädigen Herrn jetzt auch schon Akademiker und Menschen mit abgeschlossener Berufsausbildung zu den Hilfskräften? Man weiß es ja nicht...

Ebenso zum Verzweifeln ist mein Kontostand, aber obwohl ich nun wirklich nicht wer-weiß-wie meine Kohle verprasse, die ich eh nicht habe, sieht es ganz übel aus - da werden Leute, die früher mal ein gutes Auskommen hatten, durch Hartz IV ins Abseits und in die Schuldenfalle gedrängt. In der Schuldenfalle bin ich zum Glück nicht, da ich ja nicht, wie manche es gerne tun, Designer-Möbel, teure Klamotten und eine überdimensionierte Luxuskarre auf Kredit kaufe, aber allmählich sieht es wirklich zappenduster aus, ohne dass ich dazu neige, überall Schulden zu machen und mein Leben auf Pump zu finanzieren. Mein Clio ist ja nun wirklich keine überzogene Luxuskarre und solange ich Arbeit hatte, war es auch überhaupt kein Problem, die Rate zu finanzieren, und selbst bei ALG I war das kein Problem, aber bei Hartz IV sieht das leider schon anders aus - und leider ist die Renault-Bank ja nicht bereit, meine Monatsrate zu reduzieren.  Ich könnte zwar eine Zahlungspause vereinbaren, aber dann wäre die anschließende Monatsrate um das 1,5-fache höher als die jetzige, was also auch nicht wirklich weiterhilft.

Darüber schreibt die WAZ aber nix - da wird eher das Märchen vom Fachkräftemangel und von den ganzen Hilfskräften bzw. den ach so mannigfaltig vorhandenen Arbeitsstellen aufrecht erhalten. Mir wurde ja schon schlecht, als ich die Überschrift las "Jobmesse in Essen lockte 3.000 Besucher an" - dazu hatte ich ja schon in einem anderen Blog-Eintrag geschrieben, dass bei "Einladungen" von Arbeitsagentur und Jobcenter unter Androhung von Sanktionen wohl kaum von Freiwilligkeit die Rede sein kann, haha, denn das Wort "anlocken" setzt eigentlich Freiwilligkeit voraus. Dass die Jobmesse auch nicht viel mehr als eine Alibi-Funktion war, darüber hatte ich ja vor anderthalb Wochen auch schon gebloggt, denn es waren ja fast nur Zeitarbeitsfirmen vertreten - und bei den meisten bin ich ohnehin schon seit Monaten im Bewerberpool.

Manche kommen jetzt sicherlich mit dem Argument "Ja, dann verkauf Dein Auto doch!" - klar, könnte ich machen, aber dann brauche ich mich fast nirgendwo mehr bewerben, denn die meisten Arbeitgeber wollen motorisierte Mitarbeiter haben. Der eine Personaldienstleister, bei dem ich auf der Jobmesse meine Bewerbungsmappe hinterlassen habe, fragte mich ja schon, bevor ich überhaupt meine Mappe abgegeben habe, ob ich motorisiert bin oder "nur" mit Bus und Bahn fahre, denn in letzterem Fall hätte eine Bewerbung bei den meisten Kunden keinen Zweck. Reizend, wirklich - behalte Dein Auto, damit Du Arbeit findest und Du überhaupt vermittelbar bist, aber bei der Weiterfinanzierung hilft Dir keiner. Solange Du Geld verdienst, kriechen die Leute Dir vorne und hinten überall rein - wenn Du dann mal wirklich auf Hilfe angewiesen bist, stellen sich alle auf stur und arrogant, zumindest von Firmenseite. Von meinen Freunden kann ich das zum Glück nicht behaupten.

Ein beträchtlicher Teil  meines Autos ist ohnehin schon abbezahlt - von 47 Monaten habe ich bis jetzt immer treu und brav 30 Monate abbezahlt, aber das zählt nicht, genauso wenig wie die Tatsache, dass ich bis jetzt für alle Autos, die über die Renault Bank finanziert wurden, immer ohne Pause und Ausfälle die monatliche Rate gezahlt habe. Kulanz sieht anders aus bzw. Mitarbeiter, die einem kulanterweise entgegenkommen wollen, weil es eben schon der sechste Renault in Folge ist, den ich dort finanziere, bekommt man gar nicht mehr an die Strippe, sondern nur noch arrogante Teamleiterinnen, die einem dann maximal einen Kuhhandel vorschlagen anstatt dem Kunden zu helfen. Problemlos läuft es bei der Renault Bank offenbar nur, wenn man keine Zahlungsschwierigkeiten hat - und da ist es auch egal, wie zuverlässig Du bisher als Kunde gewesen bist.    

Samstag, 28. März 2015

Es wird immer doller...

Als ich vorhin beim Friseur in Borbeck war, unterhielten meine Friseurin und ich uns auch über den Flugzeugabsturz vor vier Tagen bzw. über den Medienhype, der da gemacht wird, den wir beide vollkommen unangemessen finden. Ich wiederhole jetzt nicht 1 : 1, was ich dazu schon in einigen anderen Blog-Einträgen geschrieben hatte, aber dass jetzt auch noch der volle Name des mutmaßlich schuldigen Co-Piloten veröffentlicht wurde, schlägt dem Fass den Boden aus und ist an Dummdreistigkeit kaum noch zu überbieten.

Darüber hatten sich auch einige Leser in Briefen an die WAZ aufgeregt, wobei die Zeitung ihr Tun damit begründete, dass der Co-Pilot ja aufgrund seiner mutmaßlichen Tat eine Person der Zeitgeschichte wäre. Ja, nee, ist klar - bei dem Stiefvater der getöteten Madeleine wurde dessen Person ständig geschützt, denn es war immer nur von "Günter O." die Rede in Artikeln zum Prozess, aber dessen Familientyrannei war ja scheinbar nur ein trauriger Einzelfall, sodass man den Namen des Täters da schützen musste, aber bei einem Flugzeugabsturz mit deutschen Opfern hat die Familie des angeblichen Schuldigen kein Recht mehr auf Schutz der Privatsphäre? Sorry, für mich ist diese Begründung völlig krank, aber irgendwie muss man ja als Redaktion die eigene Sensationsgeilheit und den Eingriff in die Privatsphäre anderer Menschen rechtfertigen.

Den Redakteuren, die sowohl das Foto als auch den vollen Namen des Co-Piloten der Germanwings-Maschine veröffentlicht haben, scheint nicht bewusst zu sein, dass die Nennung des Namens von Kollegen in Facebook-Posts oder in anderen sozialen Netzwerken ohne deren Einverständnis in anderen Unternehmen schon oft genug der Grund für eine fristlose Kündigung war - und selbst, wenn der Verfasser eines Posts aus Personenschutzgründen keine(n) Namen genannt hat, wurde das von manchen Unternehmen schon zum Anlass genommen, angeblich unbequeme Mitarbeiter auf billige Art los zu werden - vor allem, wenn dann manch ein missliebiger Mitmensch den unbequemen Mitarbeiter gezielt bespitzelt hat, um seinen eigenen A.... zu retten und/oder um sich "lieb Kind" beim Chef zu machen, weil die eigene Arbeitsleistung nicht mehr her gibt als das Bespitzeln und Denunzieren Dritter *reiher*. Das erinnert mich an Stasi-Methoden, sorry.
 
Einige Medienvertreter scheinen nicht nur im rechts-, sondern auch im respekt- und verstandsfreien Raum zu leben. Mit so einem Blödsinn leisten die selbsternannten Sittenwächter jedenfalls Dingen wie Lynchjustiz gegenüber den Hinterbliebenen des Co-Piloten noch Vorschub. Wie ich schon schrieb: Die Eltern waren ja nicht zwingend mit der Tat ihres Sohnes einverstanden, aber hier in Deutschland ist die sog. "Sippenhaft" leider weit verbreitet, auch wenn manche Besserdeutsche meinen, wir seien die Saubermänner der Welt (haha, dass ich nicht lache) und wissen und können alles besser. Ja, einiges können wir wirklich besser als manch anderes Volk in der Welt: hysterisch sein bei Nebensächlichkeiten, sog. geistigen "Führern" hinterher hecheln und kritische Stimmen durch unlautere Methoden zum Schweigen bringen, andere nach Äußerlichkeiten und finanziellem Status beurteilen, andere bespitzeln und denunzieren, den eigenen Arbeitsplatz anbeten, auch wenn manche an ihrem todunglücklich sind...darin sind wir tatsächlich Weltmeister, so traurig es auch ist.

Samstag, 21. März 2015

Wahahahaha!!!! :o)

So fiel meine Reaktion aus, als ich einen kurzen Artikel in der heutigen WAZ las, der sich auf die Job- und Weiterbildungsmesse am Donnerstag im Stadion Essen bezog :o)). Die Überschrift lautete nämlich:

Jobmesse lockte 3.000 Besucher an

Hm...wenn jemand von etwas angelockt wird, egal, ob von einer Messe, Ausstellung, Lesung, Kirmes etc., dann setzt das ja Freiwilligkeit voraus, denn sonst wäre das Verb "anlocken" doch eher unpassend. Von Freiwilligkeit konnte aber bei dieser Börse, bei der sich viele Menschen sichtlich gefragt haben, was sie jetzt hier sollen und lieber auf der Tribüne Kaffee getrunken und/oder eine geraucht haben anstatt sich die Alibi-Funktionen im Inneren länger als nötig anzutun, leider keine Rede sein.  Das Schreiben, das ich und wohl auch viele andere Arbeitslose bekommen haben, ließ vom Tonfall her sehr zu wünschen übrig und glich eher einem Befehl in Verbindung mit Sanktionsandrohungen, haha. Soviel zum Thema "Freiwilligkeit" und "Anlocken".

Es entsteht der Eindruck, dass die WAZ eine Pressemitteilung von Arbeitsagentur und Jobcenter ungefiltert übernommen hat und beide Behörden aus Image-Gründen darauf verzichtet haben, darauf hinzuweisen, dass die angeblich angelockten Besucher unter Androhung von Sanktionen zwangsverpflichtet wurden, also nix mit Anlocken.

Auch die Fachvorträge waren angeblich so gut besucht - ich habe bei einem Vortrag lediglich gut 15 Zuhörer gesehen, was bei etwa 1.000 Menschen auf der Messe am Morgen doch eher eine kleine Zahl ist. Man muss ja alles schön reden, damit auch weiterhin das Märchen aufrecht erhalten wird, Arbeitsagentur und Jobcenter tun ja was für ihre Kunden und verwalten die nicht einfach nur. Warum dann bei den "interessierten Arbeitgebern" fast nur Zeitarbeitsfirmen vertreten waren, die dann aber vielfach für Interessierte auch nichts hatten/haben, darf man sich ja dann getrost fragen. Ach ja, in Essen sind Festanstellungen ja verpönt, ich vergaß :o)). Den armen Arbeitgebern kann man ja nicht mehr zumuten, Menschen festanzustellen - warum das bis Ende der 90er problemlos funktioniert hat, ist da wohl eine logische Frage.

Noch mehr als diese Farce in Gestalt einer Alibi-Funktion nervt mich allerdings, dass die Zeitung alles unkritisch übernimmt, was ihnen an Pressemitteilungen geliefert wird und dann so einen Müll schreibt, die Messe hätte 3.000 Besucher angelockt - bei Zwang kann von Anlocken jedenfalls keine Rede sein. Angeblich sind Journalisten ja von Hause aus kritisch, aber bei unserem Propaganda-Blättchen des Ruhrgebiets kann ich diese Tugend leider schon lange nicht mehr feststellen.

Montag, 2. Februar 2015

Die Sache mit den Vorstellungsgesprächen...

Erfreulicherweise fand sich am letzten Samstag ja mal ein Artikel im Stellenteil der WAZ, der sich zur Abwechslung mal nicht mit dem schlechten Benehmen mancher Bewerber beschäftigte, sondern mit dem schlechten Benehmen, das manche Arbeitgeber leider vielfach an den Tag legen - das ist ja schon mal etwas, zumal an einem Gespräch immer mindestens zwei Parteien beteiligt sind und genau, wie sich der Bewerber benehmen sollte, gilt dies aber auch analog für den Arbeitgeber. Abgesehen von völlig schwachsinnigen Bewerbern, die schon vor Eintreffen des Interviewers im Besprechungsraum den ganzen Teller mit Keksen leer gefressen haben, die vorsichtshalber gar nicht zum Gespräch erscheinen oder im Vorstellungsgespräch ausschließlich nach etwaigen Vergünstigungen wie Urlaub, Boni und Firmenwagen fragen, gibt es natürlich auch jede Menge Arbeitgeber, bei denen sich viele Bewerber fragen, welchen schlechten Clown der denn jetzt gefrühstückt hat...

Als absolutes No-Go im Vorstellungsgespräch von Seiten des Arbeitgebers wertete der Verfasser Arroganz, allzu persönliche Fragen, die nix mehr mit der Stelle an sich zu tun haben, offenes Desinteresse an der Person des Bewerbers, aber auch die Unsitte, den Bewerber lediglich zu vertrösten ("Wir melden uns bei Ihnen.") oder sich gar nicht mehr zu melden - davon habe ich ja auch schon in meinen Artikeln unter experto.de ein Lied gesungen, dass manche Arbeitgeber es überhaupt nicht für nötig halten, auf Bewerbungen zu reagieren oder die selbst nach einem Vorstellungsgespräch nix mehr von sich hören lassen. Komisch, Arbeitslose werden durch Arbeitsagentur oder Jobcenter sanktioniert, wenn sie sich nicht auf ein Stellenangebot bewerben bzw. nicht die notwendige Anzahl an vereinbarten Bewerbungen pro Monat versenden, aber leider werden die Arbeitgeber umgekehrt nicht sanktioniert, wenn sie sich gegenüber Bewerbern wie eine offene Hose benehmen, schriftliche Bewerbungen einfach schreddern ohne Anwort und ähnliche Fiesimatenten...

Heute Vormittag hatte ich ja auch ein Vorstellungsgespräch in Mülheim/Ruhr. Ich weiß nicht...das Gespräch selbst verlief ja angenehm und m. E. auch produktiv, aber man meldet sich erst in wenigen Wochen bei mir, da noch gar nicht raus ist, ob und wann die vakante Position überhaupt besetzt werden soll und dann muss selbige ja auch noch offiziell ausgeschrieben werden. Das ist m. E. kein gutes Zeichen - wenn ich die beiden netten Damen im Gespräch vollends überzeugt hätte, wäre eine offizielle Ausschreibung der Stelle ja überflüssig.

Aus dem Grunde gehe ich auch ab morgen zum AC für die Selbstständigkeit in der Weststadt-Akademie, denn bisher sind alle Vorstellungsgespräche im Sande verlaufen - entweder wurde überhaupt nicht auf Bewerbungen reagiert (z. B. Internationaler Bund Herne und weitere "soziale" Einrichtungen, die sich angeblich die Arbeit mit Langzeitarbeitslosen auf die Fahnen geschrieben hatten, einige Arbeitsagenturen im Ruhrgebiet, die angeblich keinen Eingang meiner Bewerbung feststellen konnten, eine Sprachenschule in Dortmund, um nur einige von vielen zu nennen), nach dem Vorstellungsgespräch habe ich nix mehr gehört (z. B. der Studienkreis in Borbeck - gute Werbung für ein Nachhilfeinstitut, wirklich) oder die Firmen suchen angeblich alle per sofort, brauchen dann aber Monate, um sich zu entscheiden. Da kann ich besser mein eigenes Unternehmen gründen und es besser machen als die Arbeitgeber, die mir seit über einem Jahr deutlich zeigen, wie man es nicht macht.  Ach ja, und dann gibt es da ja noch den gewissen Prozentsatz, der glaubt, ich würde mich bei ihnen ohnehin nur langweilen :o) - sagt viel über das Unternehmen aus.

Trotzdem habe ich nächste Woche noch ein Vorstellungsgespräch hier in Essen, eingestielt über einen Personaldienstleister. Da hatten meine Disponentin und ich ja noch am Freitag nach einem Alternativ-Termin gesucht, weil ich ja am kommenden Freitag, als das Gespräch beim Endkunden ursprünglich stattfinden sollte, noch im AC bin.

Entgeisterndes Vorstellungsgespräch - heute leider keine Seltenheit mehr :o) - (c) henningbasler.de


Mittwoch, 10. Dezember 2014

Ungeile Scheiße...

Heute Morgen durfte ich ganz früh zum Jobcenter tigern, um meinen Hartz IV-Antrag abzugeben - das hätte ich mir auch mal nicht träumen lassen, dass ich mit meiner Qualifikation und Berufserfahrung allen Ernstes Hartz IV beantragen darf, aber da bin ich ja leider nicht die Einzige :o/. Deshalb kriege ich immer das Kotzen auf das Klischee-Gelaber in Zeitungen und von unserer Politik, dass nur Geringqualifizierte schlechte Chancen auf dem Arbeitsmarkt haben - tja, zu gut qualifzierte Arbeitskräfte sind ja auch zu teuer für Politik und Wirtschaft, die gerne ein kariertes Maiglöckchen mit allen möglichen und unmöglichen Qualifikationen für 6 EUR/Std. haben wollen. Als ich den Artikel gestern wieder in der WAZ las, wo unser Gutmenschen-Arbeitsminister Guntram Schneider (NRW) wieder so einen Stuss laberte, hätte ich schon wieder kotzen können - vielleicht sollten Politiker nicht von Dingen reden, von denen sie eh keine Ahnung haben und auch darauf verzichten, ihre Gesichter nur für Alibi-Geseier in die Kamera zu halten. Er hat ja auch so gegen einige Paketzustelldienste gewettert, weil die ihre Arbeitnehmer ausbeuten - geändert hat sich da aber wohl nix für die Paketzusteller, die er ja angeblich so unterstützen wollte. Jetzt hört man da nämlich nix mehr von, haha.

Dass die WAZ sich zum vielversprechenden Propaganda- und Gouvernanten-Blättchen des Ruhrgebiets entwickelt hat, ist ja auch leider nix Neues mehr, denn die schreiben auch alles blind ab, was ihnen eingereicht wird.

Tja, mein Clio ist zwar ein angemessenes Kraftfahrzeug, aber die monatliche Rate übernimmt das Jobcenter natürlich nicht - deshalb wundere ich mich immer über Heulbojen, die noch allen Ernstes erwarten, dass man ihnen eine Luxuskarosse mit einer monatlichen Rate von mehr als 800 EUR finanziert. Bei meinem Clio liegt die Rate zwar nur bei etwas über 200 EUR, aber es kommt ja noch die Versicherung dazu und ab und zu will mein freundliches Auto ja auch noch betankt werden, denn von der Liebe seiner Besitzerin alleine fährt er ja leider nicht :o). Also musste ich heute die Renault-Bank anrufen, um dort ggf. um eine Änderung des Vertrages und eine Herabsetzung der Raten zu bitten. Tolle Wurst, echt. Solange ich gearbeitet habe, war das überhaupt kein Problem, Clio und seine Nebenkosten zu finanzieren, aber jetzt, da es auf Hartz IV zugeht, wird das natürlich schwieriger. Abschaffen würde auch keinen Sinn machen, denn die meisten Arbeitgeber möchten Mitarbeiter mit eigenem Fahrzeug, vor allem, wenn die jeweilige Firma vielleicht gerade keine Haltestelle direkt vor dem Gebäude hat - das kommt ja auch schon mal häufiger vor, dass Unternehmen in der Wallachei sitzen und die nächste Haltestelle 30 Minuten zu Fuß entfernt liegt und/oder der nächste Bus nur im Stundentakt fährt.

Wenigstens ist meine Arbeitsvermittlerin auf dem Jobcenter heute Morgen so lieb gewesen und hat mir noch ein interessantes Stellenangebot vorbei gebracht, als ich heute Morgen im Wartebereich saß und auf meinen Termin in der Leistungsabteilung wartete.  Auf das Angebot habe ich mich auch soeben beworben - von nichts kommt nichts.

Auch BoD hat mir gestern eine sehr interessante Mail im Rahmen eines Sondermailings geschickt - hierüber habe ich vielleicht auch noch die Möglichkeit, ein kleines Sümmchen dazu zu verdienen, denn bis 160 EUR monatlich hat ein Nebenverdienst keine Auswirkungen auf ALG I oder Hartz IV. Mein größter Weihnachtswunsch ist natürlich, bald wieder in Vollzeit arbeiten zu gehen, damit dieser Alptraum von Abhängigkeit vom Staat ein Ende hat.


Weihnachtswünsche, die hoffentlich in Erfüllung gehen - (c) Alexandra Döll, Essen

Dienstag, 2. Dezember 2014

Verrückte Telefonate mit Renate :o)

Gestern Nachmittag habe ich mit der rüstigen Renate telefoniert und ihr natürlich auch von diesem "tollen" Vorstellungsgespräch am Mittag bzw. der Verschwendung von Lebenszeit erzählt, da ich ja mal wieder überqualifiziert war :o). Renate konnte meinen Unmut sehr gut verstehen und wunderte sich genau wie ich darüber, dass lieber in Krankenkassen und anderen Firmen Menschen eingestellt werden, die weder Serienbriefe erstellen noch einen vernünftigen deutschen Satz geradeaus schreiben können :o). Also, ich glaube, Kompetenz und gute Rechtschreibung werden vielfach überbewertet, deshalb nehmen manche Läden lieber Herrschaften, die zwar achtzig Fehler in einem Satz unterbringen, die dafür aber auch nur sehr wenig kosten *stöhn*.

Egal, Thema erledigt! Da ich ja am Samstagnachmittag bzw. frühen Abend mit Renate und Uli auf den Essener Weihnachtsmarkt gehe, hatte Renate - ich weiß gar nicht  mehr, wie wir überhaupt darauf gekommen sind - die Idee, dass wir doch fremden Männern an den zahlreichen Fressbuden die Pommes vom Teller klauen bzw. in deren Würstchen beißen könnten, hahahaha!!!! Tolle Idee, wirklich :o). Renate befürchtete schon, dass Uli, sie und ich dann in die WAZ/NRZ kommen, wenn wir einfach auf dem Essener Weihnachtsmarkt Männer überfallen, um ihnen ihre Wurst oder ihre Fritten zu stibitzen *gacker*. Jaaaa, ich sehe die Schlagzeile und den Artikel in der WAZ/NRZ schon bildlich vor mir...:o).

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"Tach auch!" - Frauen überfielen Männer mit Wurst

Aufruhr auf dem Essener Weihnachtsmarkt wegen drei diebischer Damen

Normalerweise sind Straftaten wie Raub, Diebstahl, Körperverletzung, sexuelle Belästigung und grober Unfug eine Männerdomäne, aber am vergangenen Samstag bewiesen drei Frauen aus Essen und Düsseldorf auf dem Weihnachtsmarkt am Kennedyplatz in Essen, dass sie in der Lage sind, durchaus in diese Männerdomäne vorzudringen. 

Die Diplom-Pädagogin Alexandra D. (40) aus Essen-Borbeck traf sich mit ihren Freundinnen, den Sekretärinnen Ulrike B. (48) und Renate A. (59) aus Düsseldorf, zu einem Bummel über den Essener Weihnachtsmarkt. Der 52-jährige Produktmanager Klaus U. (52) aus Bredeney hatte sich gerade an dem beliebten Stand "Durst nach Wurst" eine Bratwurst im Brötchen geholt und war anschließend weitergegangen, um die am Nachbarstand angebotenen Feuerzeuge mit Gravur zu betrachten. Plötzlich wurde seine Hand, in der er die Bratwurst im Brötchen hielt, nach hinten gezogen, was Alexandra D. mit den Worten untermalte: "Tach auch! Ich will an deine Wurst!" - Tatsächlich begann die Pädagogin, an Herrn Us. Wurst zu knabbern. Der Geschädigte bekam zunächst eine Hitzewelle und sank dann wortreich auf den Boden, während Frau D. sich weiter an seiner Wurst verging. Infolge dessen wurde Klaus U. erst wort- und dann bewusstlos. 

Renate A. überfiel den Duisburger Rechtsanwalt, Wirtschaftsprüfer und Steuerberater Hans-Peter N. (50) und machte sich ebenfalls an seiner Wurst zu schaffen, die er erst vor wenigen Augenblicken gekauft hatte. Frau A. kommentierte ihr Tun mit den Worten: "Ich hab da ein trockenes Brötchen gesehen, das mich mit einer leckeren Wurst füttern möchte!" Auch Herr Dr. Ns. Einwand, dass er das nicht wolle, hielt Renate A. nicht davon ab, weiter seine Wurst in den Mund zu stecken. Der folgende Wutanfall des Herrn Dr. N. beeindruckte die Angreiferin offenbar nicht, lediglich einige Kinder in der Nähe fingen an zu weinen, weil Herr Dr. N. so laut brüllte. Der Kinderschutzbund Essen prüft derzeit eine Anzeige gegen Hans-Peter N., weil er durch sein Schreien sensible Kinderseelen verschreckt hat - auch die Lärmgegner erwägen eine Anzeige gegen den promovierten Juristen aus Duisburg. 

Ulrike B. schlenderte derweil zu einem Stehtisch an einem Stand, an dem Pommes angeboten wurden. Da es sich bei Frau B. um eine Dame handelt, die im Sternbild Schütze geboren wurde, verwundert auch nicht das fehlende Problembewusstsein von Ulrike B., denn Vertreterinnen dieses Sternzeichens sagen Astrologen kategorisch eben jenes fehlende Problembewusstsein nach. So verstand Frau B. auch gar nicht, wo das Problem lag, als sie den Geschäftsleuten Detlef H. (59) und Guido S. (51) vom Niederrhein einige Pommes von ihren Tellern stahl und diese anschließend genüsslich verzehrte. Der Protest der Herren beeindruckte Frau B. aufgrund ihres fehlenden Problembewusstseins nur wenig. Allerdings riss der Geduldsfaden von Guido S., als Ulrike B. auch noch an seine Wurst wollte, sodass eine lautstarke Auseinandersetzung die Folge war. 

Die drei Damen wurden schließlich in Polizeigewahrsam genommen und in eine Ausnüchterungszelle gebracht, obwohl ihnen keinerlei Alkoholgenuss nachgewiesen werden konnte. 


Der Kennedyplatz in Essen mit Weihnachtsmarkt - Foto: essen.de

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So oder so ähnlich könnte der Artikel in der WAZ/NRZ lauten, wenn Renate, Uli und ich solche Fiesimatenten machen würden :oD. Schon im Jahr 1998, als ich noch in Dortmund studiert habe, wunderte sich ein Journalismus-Student über die folgende Überschrift in der WAZ Dortmund:

Überfall auf Rolltreppe!

Der humorbegabte Journalismus-Studi fragte sich, wie er sich DAS vorzustellen habe. Er malte sich dann die Szene aus, wie die etwa fünfjährige Rolltreppe Tina friedlich Fahrgäste vom Bahnsteig hinauf zum Ausgang Westenhellweg beförderte - bis auf einmal aus der Dunkelheit der fiese Lastenaufzug Ludger auftauchte, der der Rolltreppe Tina unter Androhung von Gewalt ein Schaltrelais und mehrere Schrauben entwendete. Die Rolltreppe Tina ist seit dem Überfall in psychologischer Behandlung. 

Der Text bzw. die Abhandlung des Studis hat mir schon damals sehr gut gefallen :o) - deshalb ist mir der Text wohl nach mehr als 16 Jahren immer noch so gut im Gedächtnis. 

Apropos Pommes klauen: Ich habe das mal wirklich gemacht, als ich vier Jahre alt war. Damals hatten meine Eltern noch kein Auto und deshalb haben wir meine Oma auf dem Herskamp in Dellwig immer mit der Straßenbahn besucht. Eines Tages legten wir einen Zwischenstopp an der Pommesbude auf dem Reuenberg ein - dort befindet sich heute an gleicher Stelle der Gyros-Grill (lecker!), weil meine Mama für ihre Mutter, sich und mich Pommes bzw. zwei halbe Flattermänner (also halbe Hähnchen) holen wollte. Während sie mit der Verkäuferin sprach, setzte ich mich zu zwei etwa zehnjährigen Jungs an einen der Tische. Die beiden haben mich zunächst gar nicht großartig beachtet - bis ich anfing, ihnen einzelne Pommes vom Teller zu klauen, weil ich Hunger hatte :o). Die Jungs waren zwar echt geduldig, aber nach der vierten geklauten Pommes hat der eine doch gesagt: "Wenn du jetzt nicht aufhörst, knall ich dir eine!" - war ja auch verständlich. Meine Mama wurde schließlich auch auf mein diebisches Treiben an fremden Tellern aufmerksam und hat entsprechend mit mir geschimpft. Sie hat den Jungs sogar angeboten, ihnen eine neue Portion Pommes zu kaufen, aber das haben die beiden abgelehnt, weil ich ja "nur" vier Pommes stibitzt hatte.

Das war auch das erste und das letzte Mal, dass ich jemandem die Pommes vom Teller geklaut habe - meine Mama hat mich zwar nicht richtig angeschrien, aber mir schon klar gemacht, dass ich das nicht einfach dürfte und sie den Ärger der Jungs verstehen konnte. Heute wären einige Hätscheleltern leider außer Stande, ihrem Nachwuchs zu verklickern, dass man nicht einfach Essen von fremden Tellern klaut, denn von etwaigen Rügen und jedweder Erziehung könnten die Kinder ja ein bleibendes Trauma davon tragen :o). Manche Super-Eltern würden dann wohl noch eher die Jungs anmaulen, denen die Pommes vom Teller geklaut wurden, denn "der kleine Sonnenschein ist ja noch so klein und weiß noch gar nicht, was er tut." Sicher weiß er das noch nicht - aber als Eltern kann man das ja auch erklären anstatt alles in echter Laissez-faire-Manier durchgehen zu lassen und sich dann noch zu wundern, warum der kleine Sonnenschein von anderen als nicht so sonnig betrachtet wird. 

Allerdings waren sowohl meine Mama als auch ich selbst über mein Verhalten in dem Moment erstaunt, denn eigentlich war ich - auch wenn das in der Situation unglaublich klingen mag :o) - ein sehr schüchternes Kind. Tja, aber an dem Tag hatte ich wohl ziemlichen Hunger und habe mich deshalb ein wenig schlecht erzogen benommen.   


 

Mittwoch, 19. November 2014

Ich "liebe" Lügen und Klischeewiderkäuerei

Heute Morgen habe ich beim Job-Center Essen doch mal glattweg jemanden telefonisch erreicht - ein Wunder! Obwohl der Schrieb der Arbeitsagentur ja etwas anderes behauptete, nämlich, dass man den Antrag auf ALG II erst mal telefonisch einreichen könne, bevor man persönlich vorsprechen muss, muss ich aber jetzt schon zum Job-Center - eine telefonische Antragstellung ist also entgegen anderer Behauptungen nicht möglich, haha. Mir war zwar klar, dass man seine Unterlagen ohnehin persönlich einreichen muss, aber die Erstmeldung sollte angeblich telefonisch möglich sein, was ja nun nicht stimmt. Mich kotzt es ohnehin an, dass ich trotz entsprechender Qualifikation und Berufserfahrung überhaupt zum Job-Center muss, aber das ist ja wohl so von der Politik gewollt, dass auch gut qualifizierte Kräfte dorthin müssen. An schlechten Arbeitszeugnissen und/oder mangelhafter Qualifikation kann es bei mir nicht liegen, auch wenn die WAZ als klischeewiderkäuerisches Propaganda-Blättchen gestern in einem Kommentar wieder behauptet hat, in Essen gäbe es angeblich zu wenig gut ausgebildete Fachkräfte und zuviele Hilfskeulen. Dann soll mir der Verfasser doch bitte mal erklären, wieso auch Akademiker dann Hartz IV beantragen müssen - und da bin ich ja bei weitem nicht die Einzige. Oder zählen jetzt nur Abschlüsse in Ingenieurwissenschaften, Jura und Medizin als hohe Qualifikation? Wäre mir jedenfalls neu...an die Arbeitgeber mit ihrer merkwürdigen Personalpolitik und ihrem teilweise hanebüchenen Umgang mit Bewerbern ist das Propaganda-Blättchen jedenfalls mal wieder nicht rangetreten.

Soeben habe ich noch eine Bewerbung an einen Essener Personaldienstleister verschickt - ob und wann die sich melden, bleibt abzuwarten. Ich kann mittlerweile nicht mehr zählen, bei wie vielen Zeitarbeitsfirmen und anderen Personaldienstleistern ich registriert war/bin und von denen ich dann nie wieder etwas gehört habe, obwohl ja angeblich meine Unterlagen so toll waren und die Kunden händeringend nach guten Mitarbeitern gesucht haben. Darf ich mal lachen?

Gut, manchmal haben Zeitarbeitsfirmen das Problem, dass die Firmenkunden angeblich erst händeringend jemanden suchen - am besten für vorgestern - und denen dann plötzlich doch einfällt, dass sie die Stelle lieber intern besetzen, einen anderen Personaldienstleister gewählt haben oder was auch immer, wofür dann die jeweilige Zeitarbeitsfirma nix kann, aber einfach zu behaupten, man könne jemanden kurzfristig vermitteln, ist auch ein Trugschluss. Klar, wenn jemand bereit ist, nur für 5 EUR/Std. arbeiten zu gehen und noch Hartz IV dazu zu beantragen, mag eine kurzfristige Vermittlung vielleicht noch möglich sein.

Deshalb muss ich auch immer lachen, wenn jemand in Festanstellung per sofort gesucht wird. "Per sofort" heißt entweder in drei Monaten, später oder auch gar nicht, haha. Ich habe mich schon häufiger "per sofort" auf Stellen beworben und kriegte dann jedesmal den Standard-Text "Unser Auswahlverfahren wird noch einige Zeit in Anspruch nehmen..." als Antwort - dann sollen die Firmen aber auch bitte nicht "per sofort" schreiben, wenn dann eh alles wochen- oder monatelang dauert. Das ist nämlich einer der vielen Punkte, die Bewerber ärgern - also das zu lange Warten auf eine Antwort bzw. eine endgültige Zu- oder Absage. Da ging es auch vielen meiner ehemaligen Kunden ähnlich - sofern überhaupt eine Antwort auf eine Bewerbung erfolgte (warum auch? Ich als Arbeitgeber muss ja nicht höflich sein, kann das aber von meinen Bewerbern verlangen und in medienwirksamem Selbstmitleid ertrinken, wenn ich dann ausgerechnet ausschließlich das Kroppzeug erwische, dass es mit Zuverlässigkeit, Benehmen und Ehrlichkeit nicht so genau nimmt...), kam die trotz der Aussage "per sofort" oft erst Monate später, meist natürlich eine der viel "geliebten" Standard-Absagen.


Mittwoch, 8. Oktober 2014

Skurrile Straßennamen in Essen

Die Online-Ausgabe der WAZ, derwesten.de, hatte über skurrile Straßennamen im Revier mal einen Artikel gebracht, wobei aber vielfach gar nicht erklärt wurde, wie eine Straße zu ihrem Namen gekommen ist, was auch ein Leser in einem Kommentar moniert hatte. So gibt es im Ruhrgebiet z. B. die Mafiastraße (hat nix mit der Mafia als krimineller Organisation zu tun, sondern wohl mit einer Insel des südlichen Kalabriens) in Duisburg, die Kreuzung Busenbergstraße/Spannerstraße in Dortmund (ist weniger sexistisch, als es klingt) oder in Essen beispielsweise die Hölle in Werden.

Bei uns in Gerschede erinnern einige Straßennamen daran, dass einige (afrikanische) Staaten früher deutsche Kolonien waren, wie z. B. die Kamerunstraße, die Samoastraße, die Südseestraße, der Windhukweg usw. Die Pfarrkirche St. Paulus steht an der Tangabucht - passend zu einer katholischen Kirche :o) - wobei ich mir aber ziemlich sicher bin, dass die Straße früher mal anders geheißen hat.

In Überruhr wurden mehrere Straßen nach Planeten benannt, beispielsweise die Milchstraße, die Uranusstraße, der Neptunweg und der Plutoweg. In Huttrop im Südosten der Stadt gibt es die Hexentaufe, im südlichen Werden, wie bereits erwähnt, die Hölle. Eine recht neue Siedlung im Essener Nordosten, also in Katernberg, bekam Straßennamen, die an Märchen erinnerten - Sterntalerweg, Am Wunschbrunnen...

Donnerstag, 2. Oktober 2014

Meine Güte...!

Kann den Schwachsinn Sünde sein? - Manchmal glaube ich das schon, wenn ich so einige Merkwürdigkeiten in der Zeitung und in anderen Medien lesen muss. Offenbar scheint es einigen echt zu gut zu gehen, denn anders können das neue Moralapostel- und Bessermenschentum echt nicht zu erklären sein. Wenn sich jetzt schon Menschen über den Lärm der renaturierten Donau in einem bayrischen Ort echauffieren, der sie angeblich keine Nacht mehr schlafen lässt, frage ich mich echt, ob's noch geht. Jetzt macht auch die Natur schon Lärm...tz, tz :o). Es hat ja auch mal in unserem 580.000-Einwohner-Provinzdorf Essen ein Bürger, der wohl besser in einem schalldichten Sarg als auf dieser Welt aufgehoben wäre, beim Ordnungsamt angerufen und sich über den Vogelgesang beschwert. Schwachsinniger geht's echt nicht mehr. Wahrscheinlich hat alles und jedes bei solchen Menschen in der Umgebung still zu sein (andere Menschen, Vögel, Flüsse, Flugzeuge, Autos etc.), denn sonst bestünde ja die Gefahr, dass man ihr dummes Geseier überhört und die Totenruhe solcher Zombies unangemessen gestört wird. Ich freue mich eigentlich über Vogelgesang und auch, wenn ich einen Fluss oder Bach plätschern höre, aber manchen geht's in ihrem beschränkten Weltbild echt zu gut.

Solchen Menschen könnte man ja vorschlagen, irgendwo in die Einöde zu ziehen - kein Flug- und Zuglärm, keine spielenden Kinder, keine fröhlichen Nachbarn, die lachen - aber nee, da stört ja dann wieder die Natur, denn die Vögel singen, der Wind rauscht durch die Blätter, Wildschweinrotten könnten grunzen, wenn's mal ein Gewitter gibt, stört das Plätschern vom Regen und das mituntern wirklich laute Donnergeräusch :o). Da hilft echt nur noch ein schalldichter Sarg, in dem sich die Herrschaften den ganzen Tag selbst bespaßen können, aber bitte l e i s e! Bei solchen Leuten kommt bei mir immer der Verdacht auf, dass die keine Freunde und Hobbys haben (die könnten auch Lärm machen, z. B. bei der Konversation!) und deshalb durch unmaßgebliches Geseier auf sich aufmerksam machen müssen, weil sie sonst keiner mit ihrer beschränkten Spaßbremsenart beachten würde.

Die WAZ versuchte sich gerade wieder in einem kleinen Artikel als moralische Instanz, indem sie eine Hand zeigte, die eine Zigarette hielt, und das dann als "schlechtes Vorbild" titutlierte. Soviel Moralaposteltum würde ich mal eher als schlechtes Vorbild bezeichnen. Okay, auf Spielplätzen darf dann demnächst auch nicht mehr geraucht werden, wenn Mütter ihre Kinder beim Spielen beaufsichtigen, aber Alkis dürfen dort natürlich weiter rumhängen, saufen, Leute anschnorren und notfalls auch in den Sandkasten kotzen, wobei alkoholkranke Menschen sich ja bei übermäßigem Alkoholkonsum in der Regel nicht mehr übergeben müssen, haha. Beim Rauchen sind immer alle ganz auf der Moralapostel- und Kriminalisierungsschiene, aber beim Alkohol ist das komplett anders, wobei der nachweislich wirklich stark persönlichkeitsverändernd wirkt, und das nicht zum Guten.

Gestern ist in Essen das Projekt "Putzen für Bier" angelaufen, d. h. ein kleiner Kreis suchtkranker Menschen hält gegen einen kleinen Obulus - meist in Form von Bier - Plätze in der Stadt sauber, die öfter von ihnen genutzt werden. Komisch, in den Niederlanden läuft das Projekt seit Jahren recht erfolgreich, nur hier in der WAZ Essen finden sich immer die depressiv guckenden Bedenkenträgerinnen mit den Worten, dass sie das nicht gut finden. Hm...vielleicht hätte man das Projekt zunächst in einer anderen, weltoffeneren Ruhrgebietsstadt wie etwa Dortmund testen sollen, und nicht gerade in unserem 580.000-Einwohner-Dorf mit leider weit verbreiteter Spießbürgermentalität. Von paradoxer Intervention haben die Damen, die sich über die putzenden Alkis beschweren, wohl noch nix gehört, aber Hauptsache, ich hab mal mein Gesicht in eine Pressekamera gehalten und pseudobetroffenes Zeug von mir gegeben, von dem ich eigentlich keine Ahnung habe und der mein beschränktes Weltbild zusätzlich stört. Hurra, dafür dürfen sich die Damen ja wengistens freuen, dass sie in der Zeitung stehen mit ihrem Bla-Bla.

Was die Stadt Essen von ihren Bürgern hält, sieht man ja auch daran, dass die EVAG künftig die Buslinie 147 einsparen will, die u. a. durch Haarzopf, Fulerum und Frohnhausen fährt. Gerade an der Wickenburgstraße steigen viele Menschen dann in die U18 Richtung Essen-City oder Mülheim-City/Rhein-Ruhr-Zentrum um und das war ein Angebot, das auch gerade von älteren Menschen ohne Auto gerne genutzt wurde. Die EVAG hat zwar die Haarzopfer Bürger zu einer Infoveranstaltung eingeladen, aber im Grunde genommen wurden die Menschen dort vor vollendete Tatsachen gestellt - die Buslinie 147 wird eingespart und stattdessen kommt jetzt wohl eine Buslinie 130 von/nach Mülheim, die aber nicht bis zur Wickenburgstraße fährt, d. h. Menschen, die vorher einmal umsteigen mussten, um nach Mülheim oder Essen zu kommen, müssen jetzt zweimal umsteigen. Und da wundert die EVAG sich, dass ihre Straßenbahnen schon zu meiner Studienzeit immer nur noch spöttisch als "gelbe Prollbandwürmer" bezeichnet wurden und dass immer weniger Menschen sich auf den ÖPNV in dieser Stadt verlassen, wenn irgendwie möglich. Warum sollte ich auch an meine zahlenden Kunden denken, während ich selbst als EVAG-Chef mit ner dicken Bonzenkarre durch die Gegend brause? Ist ja auch ein bisschen viel verlangt, an ältere Mitbürger oder Menschen zu denken, die sich kein eigenes Auto leisten können oder wollen.

Im Vergleich zum ÖPNV anderer Städte entwickelt sich der ÖPNV in Essen jedenfalls immer mehr zur Lachnummer. Als ich noch zur Schule ging und studiert habe, was immerhin bis ins Jahr 2000 der Fall war, habe ich sehr oft den ÖPNV im Ruhrgebiet genutzt und auch heute tue ich das trotz eigenem Pkw immer noch teilweise, aber ich muss sagen: Die Qualität wird immer schlechter. In Düsseldorf fährt die Rheinbahn selbst in den späteren Abendstunden immer noch alle 15 bis 20 Minuten, aber in Essen wird der Takt ab 19.30 Uhr immer dünner - 15 - 20 Minuten Wartezeit auf die nächste Bahn oder den nächsten Bus sind hier reines Wunschdenken.

Ach, wie süß...ist zwar jetzt ein ganz anderes Thema, aber das hatte ich auch schon angesprochen: Der WDR und seine Vegetarier-Hofierung. Gestern Abend kam da in der Aktuellen Stunde auch wieder so ein Beitrag, in dem davon die Rede war, dass manche Betriebskantinen freiwillig einmal wöchentlich auf vegetarische Kost umgestellt hätten, aber das sollte ja jetzt keine Beeinflussung sein...nein, wie kommt der geneigte Zuschauer da nur drauf? Wann jemand wie viel Fleisch isst oder auch nicht isst, bleibt jedem selbst überlassen, dafür brauchen wir die neue Moralapostelschmiede nicht, zu der sich der WDR immer mehr entwickelt. Im Vorfeld des Beitrags wurde ja sogar darauf hingewiesen, dass das jetzt keine Manipulation oder Beeinflussung sein sollte. Muss lügen schön sein...

Freitag, 19. September 2014

Potpourri der Leseproben, Teil 1 :o)

Nun gibt es in unregelmäßigen Abständen Leseproben aus meinen Büchern - nicht nur interessant für all diejenigen, die meine Bücher (noch) nicht kennen und gelesen haben.

Los geht's mit zwei Leseproben aus meinem Debüt "Mitten aus'm Pott", veröffentlicht im Januar 2007. Das Buch hat sich über 100 Mal verkauft, zwei Exemplare sind sogar über den großen Teich in die USA ausgewandert :o). Der Süd-Anzeiger Essen hatte im März 2007 freundlich darüber berichtet, wobei der Artikel auch in allen anderen Essener Stadtanzeigern erschienen ist - der WAZ war das Ganze trotz Anforderung eines Rezensionsexemplars bei BoD offensichtlich zu provokativ oder nicht künstlerisch wertvoll genug :o).

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Rendezvous an der Emscher

[...] Dennis' Rechnung ging auf: Mario und die Kratzbürste unterhielten sich über eine halbe Stunde angeregt am Telefon. Ihre expansive Art, sich auszudrücken, gefiel ihm, wobei er aber wohl fast der Einzige in ihrer persönlichen Umgebung war, denn den meisten Menschen ging ihr ewiges "GA?!" und "NÄ?!", das sie zuhauf in jeden Satz einstreute, relativ schnell auf den Keks. Auch ihre Intelligenz - oder das, was er dafür hielt - beeindruckten ihn, insbesondere ihre Feststellung, dass Selbstmord nicht strafbar sei. So eine geistig aufgeweckte Frau hatte er noch nie in seinem Leben getroffen. [...]

(Mitten aus'm Pott, Seite 70 - 90)

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Halloween

[...] Um 18.30 Uhr setzte sich das Sarghebewerk, das der Sensenmann persönlich für diesen Tag hatte installieren lassen, in Gang. Die Leichenwürmer waren gespannt, ob den Toten die Party gefallen würde, die sie in Zusammenarbeit mit dem Tod organisiert hatten. Ein Sarg nach dem anderen kam aus der Erde hoch. [...]

Nach gut einer Viertelstunde waren alle Leichen über der Erde. Sie erhoben sich aus ihren Särgen, um sich erst mal zu recken und zu strecken. Uropa Adolf fielen dabei zwei Finger ab, da er bereits skelettiert war und seine steifen Fingerknöchel soviel Bewegung auf einmal nicht mehr gewohnt waren. [...]

(Mitten aus'm Pott, Seite 91 - 114)

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Das Buch ist zwar offiziell nicht mehr im Handel erhältlich, aber einzelne Exemplare dürften noch über Amazon bestellbar sein.


Zwar nicht die Emscher, dafür aber die Berne kurz vor der Mündung - (c) Alexandra Döll, Essen


Samstag, 9. August 2014

Studien und die Wirklichkeit :o/

Die WAZ titelte heute auf der Titelseite "Forscher warnen: Dem Revier gehen die Arbeitskräfte aus.". Der Artikel stützt sich im Wesentlichen hierbei auf eine Studie der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PwC.

Die Feststellungen von PwC sind grundsätzlich erst mal nicht verkehrt, zumindest, was den Aspekt betrifft, dass Fachkräfte gerne in andere Regionen wie den Rhein-Neckar-Raum, Hamburg, Stuttgart oder München abwandern. Wen wundert's? Bei den ganzen Arbeitslosen im Revier sind sicherlich nicht nur ungelernte Hiwis dabei, sondern auch viele Fachkräfte unterschiedlicher Bereiche, wie ich z. B., aber wie mit denen dann umgegangen wird, dazu schweigt die Studie lieber, sodass es ja auch nicht weiter verwundert, dass Fachkräfte - egal, ob mit abgeschlossenem Studium oder abgeschlossener Ausbildung - ihr Glück lieber außerhalb des Reviers suchen.

Ich wiederhole mich nur ungern, aber ich kann in der Wirtschaft nicht über vermeintlichen Fachkräftemangel klagen und mit denen, die da sind, dann umgehen wie mit lästigen, unwürdigen Bittstellern. Das, was manche Unternehmen von ihren Bewerbern und potentiellen Mitarbeitern halten, sieht man schon daran, wie vielfach mit Bewerbern aller Art umgegangen wird: Keine Antwort auf Bewerbungen bzw. Antwort erst nach mehrmaligem Nachfassen, die Rücksendung von Unterlagen eines anderen Bewerbers, unfreundliche Absagen oder Absagen im Stile von "Wir sind durchaus von Ihnen und Ihren Qualifikationen überzeugt, aber einstellen können wir Sie trotzdem nicht." Dass da irgendwann die Motivation schwindet, sich noch mehr in dem Stil von Absagen im Ruhrgebiet einzufangen, dürfte einleuchten; deshalb sehen sich viele Arbeitskräfte dann doch lieber in anderen Regionen Deutschlands um. Selbst ich schließe für mich nicht mehr aus, dass ich dem Ruhrgebiet den Rücken kehre. Zeitarbeit oder prekäre Beschäftigungsverhältnisse sind auf Dauer keine Lösung, für keinen Arbeitnehmer.

Bewerber können es wohl ohnehin nur verkehrt machen: Sind sie länger als fünf, zehn oder sogar zwanzig Jahre bei ein und derselben Firma gewesen, werden sie abgelehnt, weil sie angeblich geistig unflexibel sind und nix Neues mehr dazu lernen können - hat jemand, um Arbeitslosigkeit zu vermeiden oder zumindest hinauszuzögern, mehrere kürzere Arbeitsverhältnisse gehabt, ist der ein unzuverlässiger Job-Hopper, auch wenn diese begrenzte Denkweise nur auf einen Teil der Bewerber zutrifft.

Erst gestern wurde ich von einem Essener Zeitarbeitsunternehmen angefragt für eine zweiwöchige Urlaubsvertretung im Rheinland. Die Konditionen sind ja okay, aber was ist nach den zwei Wochen? Ich möchte irgendwann beruflich einmal ankommen und mich nicht von einem Zeitarbeitsverhältnis zum nächsten hangeln. Ich lasse mich beim Entleiher zwar vorschlagen, aber die Zukunft und ob es überhaupt was wird, ist ungewiss.

Gleichzeitig habe ich auch während meines Erwerbslebens festgestellt, dass manche gar keine gut qualifizierten, breit gefächerten Arbeitskräfte wollen, sondern eher tumbe Befehlsempfänger, die gerne nach Anweisung arbeiten. Vor fünf Jahren konnte ich mich mal von einem sog. Personalberater in Frohnhausen anranzen lassen, dass niemand so einen Generalisten wie mich braucht (danke, diese Beratungsfirma hatte sich danach für mich erledigt - da hab ich auch nie wieder was von gehört) und letztes Jahr wollte eine Firma aus Dortmund mich nicht über eine Zeitarbeitsfirma nehmen, weil sie meinen Namen gegoogelt haben (sonst nix zu tun?) und ich ihnen doch zu kreativ wäre. Sorry, bei solch geistig vernagelten Menschen bin ich froh, wenn ich nicht für sie tätig werden muss, genauso wenig wie für Läden, bei denen ich irgendwann am Boreout-Syndrom wegsterbe, denn das gibt's ja auch, dass Menschen sich wegen steter geistiger Unterforderung trotz angemessener Bezahlung in ihrem jeweiligen Job zu Tode langweilen. Eine frühere Kundin von mir aus Düsseldorf hat in ihrem damaligen Job sicherlich exorbitant gut verdient, hat mir aber auch gleichzeitig gesagt, dass sie sich trotz des guten Gehalts zu Tode gelangweilt hat. Nun verdient sie zwar weniger, aber immer noch gut genug, um gut davon leben zu können, und ist endlich auch mit der Arbeit zufrieden, weil sie sich dort nicht mehr zu Tode langweilt. Geld ist also nicht alles - aber von seinem Gehalt sollte man bei einer Vollzeitstelle schon leben können, ohne noch zusätzlich Hartz IV dazu beantragen zu müssen.

Gleichzeitig hat PwC festgestellt, dass das Revier sich mit Existenzgründern extrem schwer tut. Ja, das ist mir auch schon aufgefallen - vielfach steht bei solchen Gesprächen eher das im Mittelpunkt, was nicht geht. Ne zielführende Beratung sieht anders aus, denn da sollte ich dem Ratsuchenden ja Alternativen und Möglichkeiten aufzeigen, die möglich sind, deshalb heißt es ja auch Beratung.

PwC hat die Grundproblematik in ihrer Studie sicherlich richtig erkannt, aber das nützt nix, wenn Realität und Anspruch weit auseinander klaffen bzw. die Wirtschaft im Ruhrgebiet sich ausdauernd weigert, etwas dazu zu lernen und jeden Bewerber als potentiellen Feind ansieht, der erst mal online bespitzelt und am besten herabgewürdigt werden muss bzw. in vielen Fällen den Unternehmen noch nicht mal eine Antwort wert ist.

Freitag, 13. Juni 2014

Unwetterzahlen aus Düsseldorf

Uli schrieb mir gestern Nachmittag eine E-Mail, da sie und Herkules leider morgen nicht zu meiner Lesung kommen können, denn Uli engagiert sich in ihrer Freizeit beim Tierheim Dormagen und dort ist der Hundeplatz nach dem verheerenden Unwetter vom Montagabend fast komplett verwüstet worden :o((. Da habe ich vollstes Verständnis, denn das Aufräumen zugunsten der Tiere geht vor.

In Düsseldorf wurden 17.500 Bäume durch den Gewittersturm zerstört, 10.000 beschädigt - und dabei sind noch nicht mal die Bäume in Parks, Wäldern und sonstigen Grünflächen eingerechnet. Auf der Kaiserswerther Straße, die ja auf beiden Seiten dicht mit Bäumen bestanden war, sind alleine 100 zerstört worden. Da ich zwischen August 2010 und Dezember 2011 immer auf der Kaiserswerther geparkt habe und mit der U-Bahn in die Stadt gefahren bin, weiß ich, dass es sich bei den Bäumen an der KWS, wie sie auch kurz genannt wird, um alte, kräftige Bäume handelte, aber den Windböen von über 140 km/h konnten auch sie nicht mehr Stand halten :o((.

Auch bei uns in Essen sind die Aufräumarbeiten noch in vollem Gange und an einigen Stellen sieht es dank des unermüdlichen Einsatzes von Feuerwehr, THW, Privatpersonen etc. schon besser aus als noch am Dienstag, aber natürlich ist immer noch einiges zu tun. Das Dachsfeld ist nach wie vor zwischen Herskamp und Reuenberg gesperrt. Auch bei den beiden Bäumen, die dort umgestürzt sind, handelte es sich um alte, kräftige Bäume, die dort schon gestanden haben, als ich noch ein Kind war :o(.

Schon als die Super-Zelle heranzog, war davon auszugehen, dass es sich hierbei um kein normales Sommergewitter handelt, sondern dass da was Größeres, Verheerendes im Anzug ist.

 
Super-Zelle am Montagabend über Essen-Gerschede - (c) Alexandra Döll, Essen
 
Vor dem Hintergrund verstehe ich auch nicht, dass das Pfingst-Open Air im Löwental erst abgebrochen wurde, als das Unwetter praktisch schon da war - und in Düsseldorf sowie im Essener Süden war es ja schon eher als bei uns im Essener Nordwesten. 20 Minuten, bevor es bei uns wettertechnisch richtig rund ging, bekam ich ja schon Warnmails aus Düsseldorf mit dem Hinweis, dass in D'dorf gerade die Welt untergeht und ich auf dem Balkon alles in Sicherheit bringen sollte, was nicht niet- und nagelfest ist. Der Essener Süden liegt viel näher an Düsseldorf als der Nordwesten und die Verantwortlichen des Festivals müssen diese Super-Zelle doch viel eher gesehen haben als wir in Gerschede, Dellwig, Bedingrade, Borbeck und Schönebeck. Nach Aussage einiger Festival-Besucher war auch erst gar nicht von einem Gewitter die Rede, sondern von Regen - sorry, beim Anblick dieser Wolkenfront hätte eigentlich jeder drauf kommen können, dass da ein Unwetter mit Blitz, Donner, Starkregen und ggf. sogar großkörnigem Hagel und einem Tornado im Anmarsch ist. Den großkörnigen Hagel hatten wir zwar nicht, aber unter den Starkregen hatte sich zumindest kleinkörniger Hagel gemischt. In Dellwig unweit des Klaumerbruchs hat ein WAZ-Leser sogar ein Foto von einer Windhose geschossen. Die hatten wir in Gerschede zwar nicht, aber der Orkan hat schon gereicht.
 
In der WAZ wurden vor einigen Tagen zwei Fotos veröffentlicht, die zeigten, wie die Super-Zelle rüber nach Essen zog - eins wurde von einem Redakteur über dem Ruhrtal geschossen, eins von einem Leser in Rüttenscheid. Da konnte man ja schon sehen, was sich da auf's Ruhrgebiet zu bewegt, aber keiner ist drauf gekommen, das Festival früher abzubrechen, sondern erst, als es schon zu spät war?! Da müssen manche aber sehr blauäugig gewesen sein.


Mittwoch, 21. Mai 2014

Auch schon gemerkt?!

Die WAZ titelte heute auf der Lokalseite für Essen, dass die Stadt den Sicherheitsdienst im Grugabad verstärkt, damit Badbesucher vor Übergriffen geschützt sind. Das ist ja sehr löblich, aber leider kommt die Meldung um viele Jahre zu spät, denn die Übergriffe im Grugabad sind nicht erst seit einigen Jahren bekannt - schon im Jahr 1996, also vor 18 Jahren, erzählte mir eine Studienkollegin an der Uni Essen, dass sie, obwohl sie in Rüttenscheid wohnt, nicht mehr ins Grugabad geht - auch nicht mit ihrem Freund - weil man als Frau dort ständig begrapscht wird, auch wenn frau sich in männlicher Begleitung befindet. Wie schön, dass die WAZ das nach mehr als 18 Jahren auch bemerkt hat, dass es im Grugabad im ach so noblen Essener Süden Übergriffe gegen Badegäste gibt. Es kann wohl nicht sein, was nicht sein darf, denn nach Meinung einiger beschränkter Kleingeister passiert sowas doch nicht im tollen Essener Süden, nach deren Meinung dürfte das nur im angeblich prolligen Essener Norden passieren - der Essener Norden hat aber leider nur noch ein Freibad, nämlich Hesse in Dellwig (am Wochenende in abgespeckter Form wiedereröffnet), und soweit ich weiß, hatten die Bademeister in Dellwig und auch früher in Altenessen im Kuhlhoff-Bad mit solchem Asi-Publikum aber nicht zu kämpfen. Da standen bei der Schwimmaufsicht eher kleine Rangeleien, unerlaubtes Reinspringen vom Beckenrand oder das Schwimmen kleiner Kinder mit Schwimmflügelchen im Schwimmerbecken im Vordergrund.

Im Artikel wird immerhin erwähnt, dass das Problem schon seit Mitte der 80er bekannt ist - komisch, es ist also schon gut 30 Jahre bekannt, aber jetzt kommt erst der Artikel? Da kann man sich nur noch wundern über soviel Aktualität. Wenn Ähnliches damals bei Hesse in Dellwig oder im Kuhlhoffbad in Altenessen passiert wäre, wäre das sicherlich wieder der populistische Aufreger in der Zeitung gewesen, denn was anderes erwarten manche ja offenbar nicht von den nördlichen Stadtteilen bzw. dann hätten sich einige Fanatiker des Essener Südens, die sich alles schön reden und nur die südlichen Stadtteile für toll halten, wieder in ihren Vorurteilen bestätigt gesehen.


 
Freibad Dellwig (Hesse) - (c) derwesten.de
 


Samstag, 22. März 2014

Schön unkritisch

Ich liebe es immer wieder, wenn Redakteure meinen, einem die Welt erklären zu wollen und ein bisschen zu kurz denken. Als ich am Donnerstag den Kommentar eines WAZ-Redakteurs zum geplanten Mindestlohn in der BRD las, hab ich schon bald das Kotzen gekriegt und als dann gestern noch ein WAZ-Redakteur Mario Barth als "Rockstar unter den Comedians" bezeichnete, habe ich mich endgültig gefragt, ob's noch geht.

Der freundliche Redakteur, der meinte, ein Mindestlohn in Deutschland sei ein Experiment, scheint sehr wirtschafts- und arbeitgeberfreundlich zu sein, denn er schien es ja vollkommen normal zu finden, dass jemand keinen Mindestlohn bekommt und dann noch Hartz IV (sog. Aufstocker) dazu bekommt. Sorry, normalerweise sollte ein Mensch ohne amtsseitige Aufstockungen von seiner Arbeit leben können, aber um die armen Arbeitgeber zu schonen, können ja dann die Arbeitnehmer noch Hartz IV dazu beantragen, damit der Arbeitgeber auch nicht einen Cent weniger in der eigenen Brieftasche hat. Wenn dieser tolle wirtschaftsfreundliche Redakteur das so sieht, kann er ja direkt mit gutem Beispiel vorangehen und sich mit 8 EUR Stundenlohn abspeisen lassen - es gibt ja dann Hartz IV für ihn :o). Ach nee, dann würde er ja rumplärren, wenn es ihn selbst beträfe, bei anderen ist das ja dann egal...

Nach der etwas überholten Meinung des Redakteurs sind nur geringqualifizierte Arbeitskräfte von Lohndumping betroffen - haha, ich glaube, von der Realität in der Arbeitswelt hat der gnädige Herr als arbeitgeberverliebter Schreiberling aber nicht allzu viel Ahnung. Von Lohndumping und dessen Schönrederei durch sog. Arbeitgeber sind auch mittlerweile Akademiker betroffen. Mir sind mal mit fünf Jahren Berufserfahrung von einer Zeitarbeitsfirma 7,84 EUR Stundenlohn für den Posten einer Vorstandsassistentin bei einem großen Essener Energiekonzern angeboten worden - das habe ich natürlich rundweg abgelehnt (ach ja, "Tippsen" sind wohl in den Augen des Herrn Redakteurs auch nur niederes Fußvolk...). Auch andere Akademiker berichten, dass ihre Not (drohende oder bereits bestehende Arbeitslosigkeit) gerne von manchem Arbeitgeber - oder das, was sich so bezeichnet - ausgenutzt wird, damit die sich dann in Hungerlöhne runter drücken lassen.

Sorry, auch ein Kellner, der ja nun viele weite Wege zurücklegt, wenn er Gäste bedient, hat einen Anspruch auf einen Mindestlohn, auch wenn das in den Augen dieses arbeitgeberhörigen Kleingeists ja nur "niedere" Arbeiten sind. Sorry, ohne Kellner müsste er sich sein Essen und seine Getränke selbst holen und würde auch bestimmt nicht nett umsorgt, indem ihm Getränke eingeschenkt werden oder er in regelmäßigen Abständen gefragt wird, ob er noch einen Wunsch habe.

Na, wenn Mario Barth schon der Rockstar der Comedians nach Meinung eines anderen Redakteurs ist, was ist denn dann mit den Comedians, die im Gegensatz zu Herrn Barth Niveau haben? Sind die dann die Halbgötter? Da will wohl jemand niveauloses Geschwafel auf der ewig gleichen Schiene hoffähig machen, denn: zu Mario Barth gehen ja auch Studis unter 30 - und Studis können ja nicht doof sein...klar, ich hatte mal Fahrschüler, die Mathe-LK hatten und deshalb meinten, sie seien der Nabel der Welt, aber bei dem recht einfachen Doppelbruch "Geschwindigkeit durch 10 mal Geschwindigkeit durch 10" haben die zukünftigen Bildungseliten (???) völlig versagt und wussten gar nicht, wie man das rechnet. Auch wenn man sich manche Kommentare im Internet durchliest - und dann noch von Leuten, die von sich behaupten, ein Studium abgeschlossen zu haben - fragt man sich eher, ob die überhaupt eine Schule abgeschlossen haben. Manche Deutsche schreiben schlechter und fehlerbehafteter als manch ein Migrant, auch wenn einige betriebsblinde Leute das ja nicht sehen wollen. Nee, fehlerfrei Schreiben muss man heute nicht mehr können - es reicht völlig, mit den Wölfen zu heulen und alles schön abzuschreiben, was einem vorgekaut wird. Lustig ist ja wenigstens noch, wenn Christoph Metzelder in der WAZ als "Borbecker Mädchen" bezeichnet wird, hihi.

Montag, 17. März 2014

Sozialverhalten adé

Heute wurde in der WAZ sowohl im Teil Rhein-Ruhr als auch im Lokalteil über eine 56-jährige Frau berichtet, die am Freitag in Borbeck überfallen und verletzt wurde, weil der Täter ihr in die Beine trat und sie zu Fall brachte. Das ist schlimm genug für das Opfer, aber noch schlimmer war die Reaktion eines Passanten, der nach den Angaben des Opfers lediglich meinte, sie solle froh sein, dass der Räuber kein Messer dabei hatte - der Dame zu helfen, hielt Mr. Hirnlos offenbar für total überbewertet. Sein Kommentar zeigt jedenfalls, wes Geistes Kind der Typ ist - falls er denn Geist hat, denn bei solch einem Spruch darf man getrost bezweifeln, dass der Typ sowas wie Geist hat. Das wäre ja genauso, als wenn ein Arzt zum Patienten sagt: "Wir haben bei Ihnen die Pest diagnostiziert, seien Sie doch froh, dass Sie keine Cholera haben!" Bei solchen Hirnis weiß man auch nicht, was schlimmer wäre - Pest oder Cholera, denn solche Trottel sind die Pest...

Donnerstag, 20. Februar 2014

Fröhliche Horoskope

Mein Wochenhoroskop im Borbeck-Kurier prophezeite mir gestern, dass mir direkt mehrere Herrschaften den Hof machen, in meinem heutigen Tageshoroskop in der WAZ steht, dass ich heute viele Stunden voller Zärtlichkeit zu erwarten habe :o). Das hört sich ja alles sehr schön an, aber: Wo seid Ihr, meine Herren?! :o) Lungert Ihr etwa wieder hinter irgendwelchen Büschen bei mir in der Straße rum (daher auch der von Marina und mir kreierte Begriff "Heckenverehrer", hihi), was bei dem gerade einsetzenden Regen aber auch nicht so toll ist? Gibt es einen Flashmob der Herren vor meiner Haustür? Hat mein Clio nachher zärtliche Rosen hinterm Scheibenwischer? Quillt mein Briefkasten vor Liebesbriefen über? Gibt es zärtliche Umarmungen - aber bitte ohne Stacheln? Frau weiß es nicht...da dürfen wir ja sehr gespannt sein, was von diesen Horoskopen zutrifft, höhö.



                                                      (c) Ralph Ruthe