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Sonntag, 4. Januar 2015

Die Rheinbahn als Scherzkeks der Nation :o)

Renate und ich sind ja am Freitag zusammen mit dem Bus von Düsseldorf-Rath/-Mörsenbroich, wo sie ja wohnt, nach Düsseldorf-Eller gefahren, wo ja seit Neuestem unsere gemeinsame Freundin und frühere Kollegin Veronika wieder wohnt. Die Fahrt vom Mörsenbroicher Weg zur Vennhauser Allee dauerte etwa 24 Minuten und verlief lustig bis chaotisch, denn der Busfahrer nahm die Kurven eher wie ein Motorradfahrer, sodass wir öfter mal fast auf dem Gang gesessen hätten und das Ansageband, das die nächste Haltestelle akustisch ankündigt, hat er auch nicht laufen lassen - für Einheimische sicherlich unproblematisch, für Menschen, die sich nicht in Düsseldorf auskennen, aber weniger. Er hatte zwar den Monitor laufen, auf dem man die folgenden Haltestellen ablesen konnte, aber leider stimmte das nicht ganz mit dem überein, wo wir uns gerade tatsächlich befanden :o) - Renate kennt sich natürlich auch nicht so gut in Eller aus - selbst ich als gebürtige Essenerin kenne nicht alle 50 Essener Stadtteile wie meine eigene Westentasche - und dachte schon erst, wir wären an der Haltestelle Vennhauser Allee vorbei, aber die kam zum Glück entgegen der Anzeige auf dem Monitor erst, denn wir dachten schon, gleich hält der Bus erst wieder am Schloss Eller und das wäre zu weit gewesen.

Als wir an der Vennhauser Allee nach einer stark kurvenreichen Fahrt über Gerresheim ausstiegen, sprach Renate den Fahrer auch darauf an, dass seine Anzeige nicht mit den Haltestellen übereinstimmt, aber der junge Mann antwortete nur mit Düsseldorfer Dialekt: "Dat macht nix!" - Klar, für Einheimische sicher nicht, aber für Fremde, die sich nicht in Düsseldorf auskennenn, wohl schon. Renate kommentierte das Ganze mit den Worten, als wir uns per pedes auf den Weg zu Veronikas Wohnung machten: "Typisch Rheinbahn!" :o)  

Samstag, 17. September 2011

Neue Wahnsinns-Baustellen in Essen

Da ja während des Kulturhauptstadtjahres 2010 keine Baustellen in Essen eingerichtet werden sollten (was auch nur teilweise stimmte), muss ja jetzt scheinbar alles nachgeholt werden, um die Staus noch ein wenig mehr anwachsen zu lassen - Reuenberg, Rüdesheimer Straße, Schlossstraße, Fürstäbtissinstraße, Kerckhoffstraße...

Die Baustelle in Haarzopf soll ja im Oktober fertig gestellt sein, aber ob damit der Oktober 2011 gemeint ist, bleibt offen, höhö. Auf jeden Fall ist jeden Nachmittag ein derartig riesiger Rückstau auf der Hatzper Straße Richtung Mülheim/Fulerum, dass ich es häufiger mal vorziehe, lieber über Rüttenscheid und die B224 nach Hause zu gondeln. Die B224 ist zwar auch stark frequentiert als Nord-Süd-Verbindung, aber da rollt der Verkehr in aller Regel wenigstens, zumindest zwischen Gruga und Kreuzung Friedrichstraße. Hoffentlich sind alle Baustellen wieder behoben, wenn im November 2011 die äußerst beliebte Publikumsmesse "Motor-Show" nach Essen kommt - dann ist das Verkehrsaufkommen ohnehin stark erhöht, aber wenn dann noch zig Baustellen und Verengungen die Leute ausbremsen, wird das noch extremer.

Gestern sollten eigentlich auch die Bauarbeiten auf der Aktienstraße zwischen Bonnemannstraße in Schönebeck und Mülheimer Stadtgrenze abgeschlossen sein. Montag werde ich mal wieder antesten, ob die Aktienstraße wieder zweispurig in beiden Richtungen befahrbar ist, denn auch diese Gleisbauarbeiten, die da zum gefühlten 8.000 Male stattfanden, haben dort für riesige Staus gesorgt. Deshalb habe ich es in den letzten Wochen vorgezogen, über Schleichwege zur A52 zu fahren anstatt über die Aktienstraße und die A40 Richtung Essen.

Ohnehin habe ich, unabhängig von den ganzen Baustellen, das Gefühl, dass Autofahrer in Deutschland immer mehr zur Melkkuh der Politik werden - hohe Spritpreise (heute kostete der Liter Super 1,61 € an der Aral-Tankstelle Frintroper Straße, E10 hätte auch 1,58 € gekostet, aber das tanke ich nicht, auch wenn mein Clio es laut Herstellerangaben vertragen würde), die hohe Mineralölsteuer, geplante Pkw-Maut, Kfz-Steuern. Die Politik erwartet doch, dass die Leute flexibel und mobil sein sollen bzw. das Anfahrtswege von bis zu 200 km (einfache Fahrt) zumutbar seien, dann sollen sie aber auch bitte was dafür tun, dass Berufspendler, die einen weiten Anfahrtsweg zur Arbeit der Arbeitslosigkeit vorziehen, nicht noch zusätzlich belastet werden. Und nicht jeder, der es weit zur Arbeit hat, kann die dadurch entstehenden Kosten durch ein fürstliches Gehalt auffangen - nicht umsonst sind immer mehr Menschen trotz Vollzeitbeschäftigung auf einen Zweitjob angewiesen, wie Radio Essen heute meldete. Gegen das Lohndumping vieler Zeitarbeitsfirmen und auch mancher Unternehmen wird ja auch nicht entschieden genug vorgegangen.  Deshalb wollen unsere Politiker ja auch, dass vermehrt Ausländer als Arbeitskräfte in unser Land kommen - die kennen natürlich ihre Rechte und Tarife nicht so gut wie Einheimische, sodass man sie ja in den Augen mancher vermeintlich sozialer Unternehmen auch für 315 € im Monat beschäftigen kann bei freier Kost und Logis - so geschehen in einem Mülheimer Seniorenstift, in dem Pflegekräfte aus Rumänien für diesen Satz arbeiten mussten. Wie nett, dass die armen Menschen nicht auch noch ihre Miete davon bestreiten mussten, sondern Kost und Logis frei hatten...bei soviel Verlogenheit könnte ich kotzen. Ich denke, damit hängt auch zusammen, dass viele junge Menschen nicht mehr Altenpfleger werden wollen - gut, manchen kann man in ihrer Arroganz und Dummheit nicht zumuten, sich um ältere Menschen mit ihren teilweise massiven Beschwerden und Einschränkungen zu kümmern, aber ein Großteil der jungen Menschen wäre dazu sicherlich fähig und willens, will es aber angesichts mancher merkwürdiger Praktiken in Pflegeheimen nicht.

Manche Gutmenschen kommen dann mit dem Argument, dass man ja auch mit dem ÖPNV zur Arbeit fahren könnte. Klar, könnte man in bestimmten Fällen, aber nicht bei der Unzuverlässigkeit der Deutschen Bahn und der Verteilung der öffentlichen Verkehrsmittel in Gegenden, wo das Netz mit Zügen, Straßenbahnen und Bussen nicht so dicht ist. Wenn jemand z. B. in einem Gewerbegebiet in Sprockhövel arbeitet, fährt da vielleicht einmal pro Stunde ein Bus, der dann auch noch an jeder Milchkanne anhält, sodass es erst mal sehr lange dauert, bis man eine Station erreicht, wo man seinen Anschluss bekommt - und wenn da der Takt auch eher dünn ist, kann es bei Verspätungen passieren, dass man seinen Anschluss verpasst und stundenlang unterwegs ist, bevor man zuhause ankommt.

Innerhalb von  Düsseldorf nutze ich zwar auch den ÖPNV, aber dass manche Leute da nicht dauerhaft drauf angewiesen sein wollen, kann ich verstehen, auch wenn die Rheinbahn in Düsseldorf sicherlich noch recht angenehm ist, aber Prolls, die auf Randale aus sind, treffen sich nun mal vermehrt im ÖPNV - nicht umsonst werden die gelben Essener Straßenbahnen von manchen ja auch spöttisch als "Gelbe Proll-Bandwürmer" bezeichnet. Außerdem lassen sich ja unsere lieben Politiker und Vorstandsvorsitzenden auch mit ihren Benzinschleudern ständig von A nach B kutschieren - dann sollen sie das aber bitte auch ihrem Volk zugestehen, das sie ja angeblich vertreten (ich glaube allerdings eher, dass sie es öfter mal verraten).

Montag, 27. Dezember 2010

Es geschehen noch Zeichen und Wunder

Heute habe ich doch tatsächlich ein Räumfahrzeug bei mir in der Straße gesehen - oh Wunder! Gestreut hat es zwar nix, aber immerhin ist mir mal eins begegnet, das auch die Schaufel unten hatte. Mittlerweile setzt in Essen leichtes Tauwetter ein.

Zur Begründung, warum während der Feiertage nicht gestreut und geräumt wurde, hieß es, dass die Mitarbeiter ja bei ihren Familien sein wollten. Das ist verständlich, aber normalerweise sind bei Ärzten, Krankenschwestern und Entsorgungsbetriebe auch an Feiertagen immer Notbesetzungen am Start - wenn ich solch einen Beruf habe, muss ich normalerweise damit rechnen, auch mal an WEihnachten für den Dienst eingeteilt zu werden. Die Stadt Essen hält ihre Einwohner wohl für so naiv, dass sie ihnen den Blödsinn als Wahrheit verkaufen will - die Stadt verschweigt wohl lieber, dass sie keine Lust hatte, den Mitarbeitern in ihren Räumfahrzeugen an Weihnachten Zulagen von bis zu 150 % (Feiertagszuschlag, gestern auch noch Sonntagszuschlag) zu zahlen, haha. Politiker - egal, ob auf kommunaler oder Bundesebene - scheinen wohl zu meinen, dass ihre Wähler zu doof sind, um ihre billigen Taschenspieler-Tricks zu durchschauen.

Und selbst, als keine Feiertage waren, habe ich hier in Essen kaum Räumfahrzeuge gesehen. Sämtliche Verkehrsadern wie die Altendorfer Straße/Frintroper Straße (B231), die B224, die vom Essener Norden quer durch die Stadt hinunter zur Ruhrhalbinsel im Süden führt, war auch nicht geräumt und das gilt auch für viele andere Hauptstraßen. Auch die Stadt Düsseldorf hat da wohl stark nachgelassen, wie mir meine Freundin Renate am Samstag am Telefon berichtete. Bei ihr ist keine Bahn mehr gefahren - mitgeteilt hat die Rheinbahn aber auch nicht, dass sie ihren Betrieb wegen des Winterwetters komplett eingestellt hat. Warum sollte ich auch potentielle Fahrgäste darüber informieren? Das sind ja auch nur die zahlenden Kunden, die den Laden durch den Kauf von Fahrscheinen und die Benutzung der Fahrzeuge finanzieren...

Renate hat mit einem Argument vollkommen Recht: Wenn die Gemeinden in den klassischen Skigebieten in Deutschland, Österreich und der Schweiz genauso versagen würden wie die Entsorgungsbetriebe in Rheinland und Ruhrgebiet, dann könnten die Leute dort vier Monate lang weder arbeiten noch zur Schule gehen. Da fahren auch die Linienbusse die heftigsten Steigungen hoch, von denen es in den Alpen sicherlich jede Menge gibt, aber hier verzweifeln die Verkehrsbetriebe ja schon am Werdener Berg und den Erhebungen in Heidhausen und Kupferdreh. Nicht, dass die Berge dort nicht steil sind, aber gegen die Alpen doch eher bescheiden.

Das Beste ist: Die Stadt Düsseldorf kriegt es nicht mal gebacken, ihre Straßen vernünftig zu räumen, schickt aber irgendwelche Schergen raus, die Hauseigentümer und/oder Mieter bei der Stadt denunzieren, wenn der Bürgersteig vor dem eigenen Haus nicht ordentlich geräumt ist. Hm, da sollten diese Würstchen, die ihre Mitmenschen in die Pfanne hauen, doch mal direkt ihre Dienstherren denunzieren, denn die kümmern sich ja nicht mal um die Straßen. Gib Doofen Macht in die Hand...irgendwie kriegt das so allmählich den Charakter einiger Auswüchse in der NS-Zeit, wo auch denunziert und bespitzelt wurde auf Teufel-komm-raus, und das ist ne Zeit, die ich mir nicht zurückwünsche, auch wenn ich sie natürlich persönlich nicht erlebt habe. In der Zeit, wo die Denunzianten da Mitbürger ausspionieren und anschwärzen, könnten schon einige Kilometer Straße geräumt sein. Armes Deutschland!