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Samstag, 24. Mai 2014

Lustiges Gericht in Essen mit einem Fernsehkoch :o)

Die Überschrift war jetzt eher ein subtiles Wortspiel, das sich aber im Laufe des Posts noch näher erklären wird :o).

Fernsehkoch Frank Rosin (derzeit in der Kochsendung "Hell's Kitchen" im TV zu sehen - leider wurde der Namen von einer früheren, guten Viva-Sendung abgekupfert...) stand vor dem Essener Landgericht - Koch und Gericht, passt ja :o)) - weil er in einer 30er-Zone mit 62 km/h geblitzt wurde. Das wäre ja jetzt noch nicht mal besonders sensationell - das wirklich Lustige daran ist jedoch die Ausrede bzw. Behauptung, die Herr Rosin und sein Winkeladvokat bemüht haben. Herr Rosin ist den Wagen gar nicht selbst gefahren - nein! Da hat sich nur jemand als Frank Rosin verkleidet *gacker*. Bei dieser doch sehr fragwürdigen Argumentation hat wohl selbst der Richter gefragt, ob das jetzt ernst gemeint ist - mit anderen Worten: Der gute Mann fühlte sich offenbar verarscht - verständlicherweise :o)).

Offenbar scheinen Herr Rosin und sein Anwalt zu glauben, dass Juristen grundsätzlich so dumm sind und jeden Schwachsinn glauben, den man ihnen aufzutischen versucht - der Anwalt hat ja erst die Strategie geändert, als er feststellte, dass der Richter in Essen doch nicht so blöd ist wie er geglaubt hat. Nee, ist klar - alle Herren in Essen träumen davon, sich als Frank Rosin zu verkleiden und dann auch noch mit dessen Konterfei Geschwindigkeitsüberschreitungen begehen zu können :o)). Hat da jemand auf seinen so genannten Promi-Bonus gehofft? - Schade, Herr Rosin muss für einen Monat seinen Führerschein abgeben :o).

Hm...wenn ich mal wieder einen Verwarnungsgeldbescheid von der Polizei oder der Stadt bekommen sollte wegen einer Geschwindigkeitsüberschreitung, dem ja auch immer ein Anhörungsbogen beigefügt ist, kann ich in diesen Anhörungsbogen ja auch hanebüchene Erklärungen reinschreiben, warum ich zu schnell war bzw. warum ICH das gar nicht war, sondern angeblich jemand anderes :o). Es folgen einige Beispiele für hanebüchene Ausreden, die man in so einen Anhörungsbogen reinschreiben könnte:

  • Da hat sich nur jemand als Alexandra Döll verkleidet - das war gar nicht ich! Eins meiner Stofftiere hat sich als ich verkleidet. (Herr Rosin lässt grüßen...)
  • Das war ich nicht, das war mein böser Zwilling. Selbiger wohnt zwar gar nicht mehr bei mir, schleicht aber öfter heimlich in meine Wohnung und klaut dann meine Autoschlüssel, um eine Runde mit meinem Clio zu drehen.
  • Ich habe mein Auto gar nicht selbst beschleunigt - das hat mein Clio selbstständig getan, denn er wollte dem 5er Touring folgen, der vor uns her fuhr, damit er den BMW beglücken konnte. Mein Clio hat große BMW halt so gerne...
  • Mein Clio und ich waren auf der Flucht vor dem Porsche hinter uns. Da mein Clio keine Porsche mag, wollte er den Boliden möglichst schnell in großem Abstand hinter sich wissen.  
  • Eins meiner Stofftiere hatte hohes Fieber, worüber mich ein anderes Stofftier per Handy informiert hat, bevor ich los gefahren bin. Da wollte ich ganz schnell nach Hause.
  • Eigentlich habe ich totale Angst vorm Autofahren - deshalb fahre ich immer schneller als erlaubt, damit ich mein Auto möglichst schnell wieder am Fahrbahnrand abstellen kann.
Soviel zu dem hanebüchenen Schwachsinn, den Herr Rosin und sein Anwalt da gestern von sich gegeben haben. Müssen manche Fernsehköche, die von den Massenmedien hofiert werden, eigentlich so bescheuert sein? Mir hat ja schon echt ein Ausschnitt gereicht, in dem Herr Rosin Schauspielerin Christine Kaufmann angepflaumt hat, weil sie sich Hilfe von anderen Mitspielern in seiner Sendung geholt hat. Das sagt jedenfalls eine Menge über das Benehmen und das Sozialverhalten des Herrn aus - sieht man ja auch an dieser schwachsinnigen Erklärung, warum angeblich jemand anderes in die Radarfalle gebraust ist, hihi.

 
Ausreden von Fernsehköchen? - Da kann Haribo nur drüber lachen!
- (c) Alexandra Döll, Essen

Freitag, 21. September 2012

Die Sache mit den Blondinen

Blondinen-Witze gibt es ja nu zuhauf - bei einigen blonden Damen sicherlich berechtigt, bei vielen Blondinen aber auch ebenso unberechtigt. Intelligenz und gesunder Menschenverstand haben ja nix mit der Haarfarbe zu tun - sieht man ja z. B. an Verona Pooth, die zwar keine blonden Haare hat, aber sonst einen auf ignorantes Dummchen macht, insbesondere in Bezug auf den Textil-Diskonter KiK - von den ganzen Missständen will sie ja mit dalbrigem Lachen nix wissen, Hauptsache, die Kohle stimmt, andere Menschen und deren Arbeitsbedingungen sind ihr offenbar egal.

Eine Studie will ja auch herausgefunden haben, dass Blondinen in Tests schlechter abschneiden, wenn ihnen vorher Blondinen-Witze erzählt werden - also im Sinne einer sich selbst erfüllenden Prophezeiung. Ob was an der Studie dran ist, kann ich nicht beurteilen, fest steht aber, dass Dummheit unabhängig von der Haarfarbe hier in Deutschland noch ganz groß von den Massenmedien hofiert wird. Nicht umsonst wird ja ständig in den ach so tollen Promi-Magazinen von Proleten mit Geld berichtet - und dann meist noch über Nebensächlichkeiten, die nen Toten interessieren, und den vermutlich auch noch nicht mal.

Da Eva und ich hier auch ne blonde Kollegin haben, die sich leider oft auch noch wie ne Hirnblondine benimmt und mit ihrem dalbrigen "Hihi" auch noch gut durch kommt, ärgern wir uns natürlich häufiger darüber. Als ich Renate dazu ne Mail schrieb, konnte sie unseren Ärger zwar nachvollziehen, meinte aber, dass Blondinen hierzulande ja sehr beliebt sind - deshalb wird wohl auch das Buch von Bettina Wulf so häufig gekauft. Klar, der berühmt-berüchtigte Promi-Bonus, und dann noch die Gerüchte um ihre angebliche Rotlicht-Vergangenheit...da muss ich allerdings sagen, dass ich die Dame und ihren Gatten zwar nicht sonderlich sympathisch finde, auch wenn die Massenmedien während Wulfs Amtszeit von neuem Glamour sprachen (ja, ja, die Medien reden immer sehr viel, wenn der Tag lang ist - und lassen denjenigen dann fallen wie ne heiße Kartoffel...), aber die Story mit ihrer vermeintlichen Rotlichtvergangenheit - egal, ob's nun stimmt oder nicht - geht eindeutig viel zu weit. Da hat die hochintelligente, offenbar ziemlich gelangweilte Journaille wohl noch nie was von Rufmord, Verleumdung usw. gehört und wohl auch nicht, dass das ein Straftatbestand ist. Und Rufmord hat auch nix mehr mit freier Meinungsäußerung zu tun, das ist kriminell und auch moralisch äußerst fragwürdig. Es ist ein Unterschied, ob ich von jemandem sage/schreibe, dass er mir sympathisch ist oder eben auch nicht, oder ob ich über jemanden gezielt Lügen verbreite, aber den kennen manche Internet-Nutzer und auch viele Journalisten wohl nicht.

Dienstag, 17. April 2012

Lustige englische Diktate und Buchverkäufe

ES hat mich heute früh direkt mit fünf Diktaten beglückt und war dabei unfreiwillig komisch, hihi. Meine Zimmerpflanze und ich fanden es richtig gut, wie er die Namen unserer Kollegen im Produktmanagement verballhornt hat - plötzlich hatten wir Kollegen, die Raining, Inches und Ovakot hießen, hahahaha!! Die arme "Mrs. Ovakot" wurde dann zwischendrin auch noch zum Mister umgeswitcht - kein Wunder, dass sie sich heute früh krank gemeldet hat, hihi. Wir hoffen natürlich, dass es ihr bald wieder besser geht.

Ich liebe auch immer Fragen an die Produktmanager, die wörtlich übersetzt heißen würden "Mr. Raining, haben wir irgendwelche Materialien?" Nein...wir stellen die Materialen zwar selbst her bzw. sind auch Distributeur, aber mit Materialien können wir natürlich nicht dienen. Ich hab's dann immer in den Berichten angepasst, denn sonst hätte sich das Produktmanagement m. E. auch irgendwann gefragt, ob es in der Assistenz Verkaufsabwicklung auch intelligentes Leben gibt :o).

Renate hat bis dato 75 Bücher von ihrem Pferdebuch für Jugendliche "Glück bedeutet, ein Pony zu haben" verkauft - das sind zwar nicht die Massen, aber doch ein schöner Achtungserfolg. Ich hab ihr gerade schon gemailt, dass uns Dinge wie der berühmt-berüchtigte Promi-Bonus fehlen, ebenso wie bizarre Sex-Unfälle, gepimpte Oberweiten, Affären mit zwei Männern gleichzeitig, wilde Quickies in Besenkammern...ich habe mir dann bildlich vorgestellt, wie es bei mir (wohnhaft in der 1. Etage) und ihr (wohnhaft in der 5. Etage) aussähe, wenn der eine Liebhaber kommt und der andere, der bis dato noch bei mir bzw. Renate im Bett gelegen hat, dann halbnackt über den Balkon flüchten muss *kicher*. Ich glaube, Clio würde ganz schön blöd gucken, wenn sich plötzlich von meinem Balkon ein halbnackter Mann abseilt und dann an ihm vorbei rennt, um durch die Einfahrt hinaus auf die Straße zu flüchten. Blöd wird's nur, wenn er gerade die Einfahrt hoch rennt und dann biegt einer meiner Nachbarn mit seiner Karre dort ein - entweder, um neben Clio zu parken oder um eine der Garagen im Hof zu befahren. Dann würde mein halbnackter flüchtender Liebhaber völlig unerwartet zum Frontman bzw. zur Kühlerfigur, hahahaha!!!

Auf meinem Buchverkaufskonto bei BoD stehen in diesem Quartal bis dato zwei Exemplare von "Liebe, Tod und Teufel" - die Protagonistin in dem Buch steht ja kurzzeitig zwischen drei Männern, wobei der eine ja eher verklemmt bis jungfräulich ist :o). Mal gucken, wie sich die Verkaufszahlen weiterentwickeln. Letztes Jahr waren es knapp 25 Bücher, wovon zwei sich in den USA verkauft haben *freu*. Das sind zwar alles nur kleine Zahlen, aber Kleinvieh macht bekanntlich auch Mist. Renates Buch ist im März 2009 erschienen und auch wenn 75 Bücher nicht die Welt sind, ist es doch ein schöner Achtungserfolg. Das nur für alle Meckerfritzen, die in ihrer Arroganz anfangen, Erfolge erst ab 10.000 verkauften Exemplaren zu verbuchen und womöglich noch nicht mal eine Zeile zu Papier gebracht haben. Vielfach liegt es auch an den Buchhändlern, wie auch unser Verleger schon ziemlich frustriert festgestellt hat, denn die sind auch nicht immer gut drauf bzw. halten es überhaupt mal für nötig, Lesungsanfragen u. ä. zu beantworten.

Sonntag, 8. April 2012

Noch ein bisschen Statistik

Ich habe mir mal gerade meine aktuellen Zugriffszahlen unter suchbuch.de angeschaut inkl. "Gefällt mir"-Sternchen. Aktuell sieht die Statistik so aus - in alphabetischer Reihenfolge der Titel:

  • Absoluter Horror: 1.356 Zugriffe, 12 Sternchen
  • Düstere Schauergeschichten: 965 Zugriffe, 34 Sternchen
  • Hart wie Krupp-Stahl: 217 Zugriffe, 4 Sternchen
  • Liebe, Tod und Teufel: 1.200 Zugriffe, 10 Sternchen
  • Mitten aus'm Pott: 1.114 Zugriffe, 14 Sternchen
  • Slayer - Protokoll einer Katastrophe: 908 Zugriffe, 10 Sternchen
  • Vier Jahreszeiten: 651 Zugriffe, 6 Sternchen
  • Wenn es Nacht wird im Pott: 1.184 Zugriffe, 18 Sternchen.
Von den "Gefällt mir"-Sternchen her führt "Düstere Schauergeschichten" (April 2010) die Statistik an vor "Wenn es Nacht wird im Pott" (Dezember 2007) und "Mitten aus'm Pott" (Januar 2007). Den vierten Platz teilen sich mit jeweils 10 Sternchen meine Novelle "Liebe, Tod und Teufel" (November 2008) und mein ausschließlich über den BoD-Buchshop erhältliches Werk "Slayer - Protokoll einer Katastrophe" (Dezember 2009).

Mein aktuelles Werk "Hart wie Krupp-Stahl" (September 2011) ist zwar am kürzesten online unter suchbuch.de, hat aber trotzdem schon viermal die Auszeichnung "Gefällt mir" bekommen *freu*.

Von den Zugriffszahlen her führt "Absoluter Horror" (November 2007) mit 1.356 Zugriffen die Liste an, gefolgt von "Liebe, Tod und Teufel" mit 1.200 Leserzugriffen und "Wenn es Nacht wird im Pott" mit 1.184 Zugriffen. Bis auf "Vier Jahreszeiten" und "Hart wie Krupp-Stahl" haben alle Bücher mindestens 900 Zugriffe gehabt, auch wenn sie natürlich zu sehr unterschiedlichen Zeiten online gestellt wurden, je nach Erscheinungszeitpunkt zwischen Oktober 2007 und Oktober 2011.

So sehr mich das rege Interesse und die vielen Sternchen auch freuen, so ist es dennoch schade - nicht nur für mich, sondern auch für viele andere Jungautoren - dass sich dieses Interesse in der Regel nicht in den Verkaufszahlen niederschlägt, aber das hängt u. a. auch mit der Mentalität zusammen, dass viele Menschen alles kostenlos haben möchten anstatt ein paar Euro auszugeben, um das gesamte Buch in Händen zu halten. Deshalb ist es auch für viele, noch relativ unbekannte Musiker schwierig, bekannter zu werden, da man als Musik-Liebhaber nicht mehr gezwungen ist, sich einen Tonträger im Laden zu kaufen, sondern sich viele Songs auch scheinbar gratis im Internet runterladen kann - was jedoch je nachdem auch strafrechtliche Konsequenzen haben kann, doch daran denken viele leider auch nicht.

Es ist sicherlich verständlich, wenn ein Leser für das Buch eines unbekannten Autoren nicht mehr als 12 € ausgeben möchte, auch wenn eine Leseprobe vielversprechend erscheint, aber viele Bücher kosten ja weit unter 10 €, sodass ein hoher Anschaffungspreis eigentlich nicht das Problem sein dürfte. Dennoch widerspricht dies vielfach wohl der "Geiz ist geil"-Mentalität, die manche an den Tag legen.

Ein zusätzliches Problem für Autoren ohne große Lobby, die nicht gerade in einem bekannten Publikumsverlag veröffentlicht haben und auch auf keinen Promi-Bonus wie etwa Bohlen & Co. zurückgreifen können, ist die fehlende Unterstützung von Journalisten, Buchhändlern, Bibliothekaren usw. Erst neulich schrieb mich eine junge Autorin an, die ein Kinderbuch veröffentlicht hatte, aber die keinerlei Möglichkeiten bekam, es durch Lesungen bekannter zu machen, weil sie von vielen potentiellen Veranstaltern gar keine Antwort bekommen hat auf solche Anfragen - das nennt man arrogant, ist aber leider wahr. Wenn sie die potentiellen Veranstalter nicht als Lieschen Müller oder Charlotte Mayer, sondern z. B. als Verona Pooth oder Dieter Bohlen angeschrieben hätte, könnte sie sich sicherlich vor lauter Lesungs- und Veranstaltungsanfragen kaum noch retten. Ob deren Bücher aber immer besser sind als die Werke von unbekannten Menschen "von der Straße", darf getrost bezweifelt werden.

Ich habe ihre Mail, versehen mit einigen Tipps, wie sie trotz fehlendem Promi-Bonus den Bekanntheitsgrad ihres Werks steigern kann, freundlich beantwortet, denn das, was sie mir in der Mail geschildert hat, geht nicht nur ihr so - so ist es schon vielen Autoren ergangen und auch mir selbst ist es schon passiert. Weder die Stadtbibliothek Essen noch manche Essener Buchläden hielten es überhaupt für nötig, eine freundliche Anfrage nach einer Lesung mal zu beantworten. Ehrlich gesagt: mit solch uneinnehmbaren, arroganten Institutionen, die auf so wenig Kundenfreundlichkeit setzen, möchte ich auch nicht unbedingt zusammenarbeiten.

Freitag, 4. November 2011

Kontroverse Diskussionen im Buchhandel

Gerade die großen Buchhandelsketten wie Thalia oder Mayersche bieten in ihren Räumlichkeiten nicht nur Bücher oder Zeitschriften an, sondern auch anderes Merchandising, wie z. B. Buddha-Figuren, Deko-Artikel für die Wohnung, Plüschtiere usw., wobei das Kerngeschäft dadurch sicherlich teilweise in den Hintergrund rückt. Die kleinen, unabhängigen Buchläden hingegen bieten - wie ihr Name auch schon vermuten lässt - in der Regel ausschließlich Literatur an und keine zusätzlichen anderen Produkte, denn sie verstehen sich als Buchladen und nicht als Krämerladen, der neben Büchern zufällig noch etliche andere Dinge führt, die normalerweise nix mit Lesen zu tun haben. Hierzu fand sich am 31. Oktober auch ein Artikel in der NRZ.

Manche belächeln eine Essener Buchhändlerin, weil sie sich ganz bewusst dafür entschieden hat, Charlotte Roches aktuellen Bestseller "Schoßgebete" nicht in ihr Sortiment mit aufzunehmen; auch wenn ihr dadurch sicherlich der eine oder andere Kunde flöten geht bzw. wobei die meisten ohnehin lieber in den großen Buchläden einkaufen gehen. Auch wenn das dem einen oder anderen nicht passt und/oder er die Buchhändlerin für eigenbrötlerisch oder bekloppt hält, so ist es zumindest konsequent, wenn sie in ihr Sortiment keine Mainstream-Literatur von A- bis C-Promis aufnimmt. Erotische Literatur gibt es mittlerweile wie Sand am Meer, aber z. B. auf suchbuch.de lese ich viele kleine Auszüge aus erotisch angehauchten Büchern, die mehr Niveau haben - vielfach haben die Autoren trotz guter Qualität ihrer Texte aber nicht die entsprechende Lobby, um bekannt zu werden. Na, das ist ja mal ein richtig tolles Tabu, das sie da in ihrem Buch anspricht: Sex zwischen Ehepartnern...eigentlich sollte der relativ normal sein, aber wahrscheinlich ist die Normalität jetzt schon das Tabu an sich, denn Sex muss ja für manche immer schmutziger, billiger und härter werden, weil Quantität vielfach vor Qualität geht. Romantischer Sex zwischen zwei Menschen, die sich lieben, kann genauso schön erotisch dargestellt werden wie die schnelle, schmutzige Nummer, die sich ja angeblich so gut verkauft. Das ist dann wieder der berühmt-berüchtigte schmale Grat zwischen Erotik und Pornographie.

Der Promi-Bonus spielt ohnehin vielfach eine entscheidende Rolle, sodass sich das Vorurteil "Bücher rausbringen kann ja jeder" auch noch in negativer Hinsicht bestätigt, wenn auch diesmal nicht mit einem No Name-Autor, der sich trotz fehlendem Schreibtalent zu Höherem berufen fühlt, sondern mit bekannten Namen wie Charlotte Roche, Dieter Bohlen, Boris Becker und Daniela Katzenberger. Ich glaube kaum, dass irgendwer sich für die Lebensgeschichte einer unbekannten Blondine aus Hintertupfingen mit gepimpter Oberweite interessieren würde - bei der Katze macht es eben auch der Promi-Status, der von den Massenmedien künstlich aufgebaut wurde. Unterschwellig findet da vielfach auch schon eine Beeinflussung statt, was die Bevölkerung gut zu finden hat und was nicht, so nach dem Motto "Wenn wir den oder den Promi dauernd zeigen, wird auch der letzte Zuschauer von dessen Wichtigkeit überzeugt." Wenn Daniela Katzenberger nicht so gehyped worden wäre, wäre sie heute auch wieder in der Versenkung verschwunden. Manche können der Manipulation erfolgreich widerstehen, andere glauben jeden Scheiß, den die Massenmedien in teilweise reißerischer Manier ausschlachten oder von anderen ohne weitere Prüfung abkupfern, ohne die Hintergründe genauer zu beleuchten. Einem Herrn Kujau wäre es ohne die Sensationsgier und fehlende Prüfung eines ach so intelligenten Spiegel-Redakteurs niemals gelungen, die vermeintlichen, von ihm gut gefälschten Hitler-Tagebücher als echt zu verkaufen, haha. Die Blamage für den Spiegel war damals jedenfalls perfekt.

Wohl gemerkt: Das ist nichts gegen Daniela Katzenberger persönlich, die mir trotz ihrer schrägen, aber dennoch authentischen Art noch irgendwie sympathisch ist, aber den Status, den sie jetzt hat, hat sie den Massenmedien zu verdanken und nicht einem außergewöhlichen Talent, einer tollen Heldentat etc. Wenn irgendwelche missliebigen Menschen, die für Massenmedien tätig sind, die Katze in irgendeiner Form platt geschrieben oder schlecht dargestellt hätten, wäre sie schon längst in der Versenkung verschwunden. Die Medien können jemanden gezielt aufbauen, aber auch ganz gezielt abschmieren lassen - das gilt für alle Promis, nicht nur für Daniela Katzenberger. 

Unbekannten Autoren wird der Zugang zum Erfolg ohnehin sehr erschwert, da sie sich oft nicht am Mainstream orientieren, sondern am eigenen Stil und manche haben dann auch noch die unangenehme Angewohnheit, nicht nur die heile Welt darzustellen oder die Welt, die uns vielfach erfolglos vorgegaukelt werden soll, sondern Dinge, die nicht schön sind, aber tatsächlich passieren - und dann fehlt ihnen auch noch der Promi-Bonus. Manche lehnen ja aus dem Grund auch investigativen Journalismus ab - und damit meine ich keine sensationsheischende, tendentiöse Berichterstattung, wie sie oft auf manchen Privatsendern gang und gäbe ist (weil ja nicht sein kann, was nicht sein darf - wenn die Massenmedien diese Probleme nicht sehen oder sehen wollen, gibt es das auch nicht), sondern sachliche Reportagen, die ihre Thesen untermauern und vielleicht auch mal Ausnahmefälle - positive sowie auch negative - darstellen.

Dienstag, 25. August 2009

Amazon-Verkaufszahlen

Ein Exemplar von "Absoluter Horror" ist ja wieder verkauft worden, worüber ich mich auch sehr freue, aber das meist gekaufte Buch ist immer noch mein Debüt "Mitten aus'm Pott". Erst lief der Verkauf von "Wenn es Nacht wird im Pott" am allerbesten, doch dann kam auch das zum Erliegen. Von "Liebe, Tod und Teufel" sind bislang auch nur wenige Exemplare verkauft worden. Für unbekannte AutorInnen ist es aber auch relativ schwierig, das sieht auch die arme Renate mit ihrem Pony-Buch. Erschwerend kommt sicherlich hinzu, dass das Medium Buch im Vergleich zu Videospielen, CDs, DVDs und Fernsehen etwas ins Hintertreffen gerät - viele Menschen bevorzugen schnellen oder geistlosen Konsum und um eine Geschichte zu verstehen, muss man sich damit auch intellektuell auseinander setzen.

Allerdings bestehen auch einige Vorbehalte gegen BoD-Bücher und teilweise kann ich das auch ganz gut nachvollziehen - wenn es nicht gerade extremistische Inhalte sind, kann dort jeder, der halbwegs unfallfrei eine Tastatur bedienen kann, veröffentlichen. Einige Werke sind sicherlich qualitativ genauso gut wie Bücher aus herkömmlichen Verlagen, aber vielfach findet sich dort leider auch ziemlicher Schund, was allerdings auch bei den großen Publikumsverlagen nicht auszuschließen ist - wer braucht schon Bohlens Penisbruch, Eva Hermanns rechtspopulistische Thesen oder das Liebesleben von Heiner Lauterbach? Die Bücher haben sich auch mehr schlecht als recht verkauft, aber da stand der Promi-Bonus im Vordergrund und der Name eines renommierten Verlags im Hintergrund. Die One Night Stands von Lieschen Müller oder die Geschichte über das Bauchnabel-Piercing von Mirko M. aus D. am R. würden auch niemanden interessieren.