An dem Spruch ist durchaus etwas Wahres dran, genau wie an dem vergleichbaren Satz "Lachen ist die beste Medizin" :o). Nicht umsonst habe ich ja der Patientenbücherei des Philippusstifts mindestens ein Exemplar von "Mein Leben mit Sammy" angeboten.
Da das Philippusstift natürlich nicht das einzige Krankenhaus in Essen ist - wenn auch für mich das nächstgelegene, deshalb werde ich im Falle eines Falles auch immer erst dorthin gebracht - würde ich meine Bücher auch anderen Krankenhäusern in Essen anbieten, weil Lesen nicht nur eine Ablenkung vom Krankenhausalltag für die Patienten bedeutet, sondern gerade bei meinen Büchern der Satz greift, dass Lachen gesund ist :o).
Manche Menschen stehen vielleicht nicht so sehr auf humorvolle Literatur, obwohl Lachen gesund ist, sondern eher auf kleine, feine Liebesgeschichten - für diese Patienten würde sich ja dann meine Liebesgeschichtensammlung "Vier Jahreszeiten" anbieten, denn die Geschichten sind eher was fürs Herz, aber natürlich auch ein Stück weit humorvoll geschrieben.
Das Problem mancher Patienten - (c) Michael Holtschulte, totaberlustig.de
Da ja offenbar auch viele Homepage-Betreiber der Meinung sind, dass Lesen bei Krankheiten in verschiedener Hinsicht hilfreich ist, sind auch dort vielfach belletristische Bücher aufgelistet und keineswegs nur medizinische Fachliteratur. Ein Beispiel dafür ist die Seite www.beiblatt.de, auf der u. a. mein E-Book "Heißes aus einer Apotheke in Unterfrintrop" gelistet ist. Ein Teil der Geschichte spielt sogar im Philippusstift, auch wenn sich der Hauptteil natürlich auf die Unterstraße in Frintrop bezieht.
Autorenblog von Alexandra Döll mit Informationen zu ihren Büchern und Artikeln, Meinungen zum Literaturbetrieb, Satiren, abgedrehten Kurzgeschichten, Aktuellem und vielem mehr
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Dienstag, 21. April 2015
Donnerstag, 1. Dezember 2011
Neues interaktives Spiel: Beschwerdefreie Patienten
Im Krankenhaus St. Zimmerpflanze machen einige Patienten regelmäßig das Personal und Besucher verrückt, weil sie unkontrolliert über die Gänge flitzen, sich selbstständig von Infusionen abstöpseln oder spannen wollen, wenn die Ärzte sich nach getaner Arbeit umziehen (die Säue!). Zu den bekloppten Patienten gehören:
Aufgabe der drei Oberschwestern Alex, Renate und Uli ist es nun, die Verrückten wieder einzufangen bzw. unschädlich zu machen. An Hilfsmitteln stehen ihnen ein Zaubertrank zur Verfügung, der unverwundbar macht, ein Piranha-Aquarium, ne Betäubungsspritze und ein Hämmerchen aus dem Baumarkt. Für die Fixierung der Patienten in ihren Betten stehen ihnen Handschellen und Hanfseile zur Verfügung.
Die Krankenschwester, die einen verrückten Patienten an seinem Bett fixieren und knebeln kann, bekommt 1.000 Bonus-Punkte. Sorgen die Knabbereien der Piranhas für Ruhe unter den nöhlenden Patienten, gibt es je nach Körperteil 5 bis 50 Punkte. Springt die Mördermuschel aus dem Fenster, gibt's 500 Punkte dazu - hat sie dabei auch noch ne Fluppe im Maul, sogar 600 Punkte. Landet die Mördermuschel direkt mit Fluppe im Aschenbecher vor dem Hauptportal, werden der Spielfigur 750 Bonuspunkte gut geschrieben. Wenn Charmin Bear sich wolkenweiche Geschichten von seinem Namensgeber vorlesen lässt, gibt's 200 Extra-Punkte - wenn er sogar aufhört zu weinen, 250. Wird Zombie-Oppa Ottokar mit dem Hämmerchen erschlagen - bei Zombies helfen nur Schläge auf den Kopf - gibt's 300 Punkte, wenn die debile Delia wieder betäubt auf dem OP-Tisch liegt 400 Punkte, wenn sie sich zu Oppa Ottokar in die Pathlologie gesellt, 500 Punkte. Gelingt es einer der Oberschwestern, Omma Minna daran zu hindern, einen Arzt sexuell zu nötigen, gibt's 500 Punkte, wenn sie schon dabei ist und dem armen Kerl die Klamotten vom Leib reißt, nur 300. Liegt Omma Minna schließlich schlafend in ihrem Bett, gibt's 200 Punkte extra.
Neben den richtig fetten Möglichkeiten, Punkte zu machen, stehen den Schwestern auch andere Möglichkeiten zur Verfügung, um kleinere Summen anzusammeln:
- Oppa Ottokar - liegt eigentlich schon tot in der Pathologie, mutiert aber zum Zombie, nachdem der bekloppte Medizinstudent Stefan Stümpi ihm versehentlich Coca-Cola ins Gefäßsystem gekippt hat. Durch die Cola wankt Oppa Ottokar durch die Flure des Krankenhauses, um Leute zu beißen
- Die debile Delia - steht gereizt vom OP-Tisch auf, nachdem sie mitten in der OP aus der Narkose erwacht ist, meuchelt alle beteiligten Chirurgen und Assistenten und rennt dann mit nem Skalpell bewaffnet lallend und ne Blutspur hinter sich her ziehend durch die Krankenhausflure, um alles zu töten, was nach Arzt - oder Ärztin - aussieht
- Ingo die Mördermuschel - stänkert vor seiner Blinddarm-OP den Anästhesisten an und qualmt ihm die Bude voll, sodass der arme Kerl nachher auch betäubt ist - die Mördermuschel aber nicht, denn die hüpft beiß- und stänkerfreudig durchs Krankenhaus, immer ne Fluppe im Maul
- Omma Minna hat sich selbst von ihrer Infusion abgestöpselt und halluziniert, dass sie wieder 20 ist - nun sucht sie nen netten jungen Arzt, den sie direkt mal vernaschen kann
- Charmin Bear - hat Angst vor seiner ersten OP und trappst verschüchtert über die Gänge, dabei leise in seine Charmin-Klorolle weinend und manchmal ein Snickers mampfend. Die Ärzte, die ihn eigentlich operieren wollten, suchen ihn mit freundlicher Unterstützung ihrer Oberschwestern.
Aufgabe der drei Oberschwestern Alex, Renate und Uli ist es nun, die Verrückten wieder einzufangen bzw. unschädlich zu machen. An Hilfsmitteln stehen ihnen ein Zaubertrank zur Verfügung, der unverwundbar macht, ein Piranha-Aquarium, ne Betäubungsspritze und ein Hämmerchen aus dem Baumarkt. Für die Fixierung der Patienten in ihren Betten stehen ihnen Handschellen und Hanfseile zur Verfügung.
Die Krankenschwester, die einen verrückten Patienten an seinem Bett fixieren und knebeln kann, bekommt 1.000 Bonus-Punkte. Sorgen die Knabbereien der Piranhas für Ruhe unter den nöhlenden Patienten, gibt es je nach Körperteil 5 bis 50 Punkte. Springt die Mördermuschel aus dem Fenster, gibt's 500 Punkte dazu - hat sie dabei auch noch ne Fluppe im Maul, sogar 600 Punkte. Landet die Mördermuschel direkt mit Fluppe im Aschenbecher vor dem Hauptportal, werden der Spielfigur 750 Bonuspunkte gut geschrieben. Wenn Charmin Bear sich wolkenweiche Geschichten von seinem Namensgeber vorlesen lässt, gibt's 200 Extra-Punkte - wenn er sogar aufhört zu weinen, 250. Wird Zombie-Oppa Ottokar mit dem Hämmerchen erschlagen - bei Zombies helfen nur Schläge auf den Kopf - gibt's 300 Punkte, wenn die debile Delia wieder betäubt auf dem OP-Tisch liegt 400 Punkte, wenn sie sich zu Oppa Ottokar in die Pathlologie gesellt, 500 Punkte. Gelingt es einer der Oberschwestern, Omma Minna daran zu hindern, einen Arzt sexuell zu nötigen, gibt's 500 Punkte, wenn sie schon dabei ist und dem armen Kerl die Klamotten vom Leib reißt, nur 300. Liegt Omma Minna schließlich schlafend in ihrem Bett, gibt's 200 Punkte extra.
Neben den richtig fetten Möglichkeiten, Punkte zu machen, stehen den Schwestern auch andere Möglichkeiten zur Verfügung, um kleinere Summen anzusammeln:
- Schwester küsst einen Arzt kichernd auf den Hintern: 10 Punkte
- Schwester füttert die Piranhas mit Koteletts oder Frikadellen: 5 Punkte pro gefüttertem Piranha
- Schwester gießt Blumen auf den Fluren, während sie eine Spielfigur ruhig stellt: 15 Punkte pro gegossener Blume
- Schwester erzählt schweinischen Witz, sodass vor den Monitoren schallendes Gelächter ausbricht: 50 Punkte - ja, ja, der Monitor bzw. das Spiel merkt, wenn gelacht wird :o)
- Arzt spendiert Schwestern einen Kaffee: pro Tasse 5 Punkte - kippt er zusätzlich Milch und Zucker rein, 10 Punkte
- Arzt macht ne Flasche Kölsch auf, nachdem eine der Schwestern ihn überredet hat: 20 Punkte
- Arzt hat die Trench Open und macht die Schwestern damit glücklich: 5 Punkte
- Schwester schmettert Beschwerde ab und stellt Patienten ruhig: 30 Punkte
- Schwester nimmt ne Lieferung Vaseline, Viagra und Kondome entgegen: 100 Punkte.
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Samstag, 30. Juli 2011
Reha oder Geschlossene?
Nächsten Donnerstag habe ich meine Reha hinter mich gebracht, wobei viele Anwendungen wirklich gut und nützlich waren, auch wenn ich mich manchmal etwas überanstrengt fühlte, vor allem, wenn Mucki-Bude, Ergometer und Sport direkt hintereinander folgten *schwitz*.
Ganz skurril ist neben dem Verhalten und der Diagnosestellung einiger Ärzte auch das Verhalten vieler Mitpatienten. Zum Glück habe ich ne nette, kleine Damenriege um mich gescharrt, mit der ich meine freie Zeit zwischen den Anwendungen verbringe, aber sonst hab ich manchmal das Gefühl, ich bin in Asi-Hausen und/oder im Puff gelandet bzw. dass die Geschlossene mal wieder Ausgang hat. Hm, eigentlich gehe ich in die Reha, um wieder fit zu werden, aber manche Männer denken da wirklich nur ans Vögeln. Zwei eindeutige Angebote habe ich auch schon abgewimmelt - sorry, die meisten Typen da sind so bekloppt und asi, dass ich sie noch nicht mal mit der Kneifzange und Gummihandschuhen anfassen würde. Außerdem gehe ich nicht zum Vögeln in die Reha, sondern um gesund zu werden und die Typen da appealen mich auch wie gesagt nicht aufgrund von mangelndem Sozialverhalten. Ich mag Männer mit Herz, Hirn, Humor und Niveau und keine notgeilen Vollpfosten, die alles rammeln, was nicht bei Drei auf den Bäumen ist. Meine Mitstreiterinnen und ich wundern uns manchmal jedenfalls nur noch über viele Herren, die ihr Hirn offenbar in der Hose haben, genau wie ihr Niveau. Einige Frauen sind allerdings auch nicht besser - Corinna und ich haben schon gesagt, dass man sich angesichts des Benehmens mancher Weiber auch schämen müsste, ne Frau zu sein.
Neben niveaulosem Asi-Gelaber gibt es natürlich auch das andere Extrem, denn manche sind so arrogant, dass sie noch nicht mal einen Gruß zustande bringen und man von Glück reden kann, dass sie sich überhaupt mal selbst begegnet sind. Tja, Arroganz ist für manche ein probates Mittel, um die eigene Dummheit zu kaschieren. Und dann gibt's auch noch die Fraktion, die weder asi noch arrogant ist, aber trotzdem irgendwie verstrahlt. Da blockieren manche stundenlang den Ordner mit den Therapieplänen, um erst mal den eigenen Plan zu buchstabieren und alles noch ins iPhone einzugeben, andere nehmen ihren Therapieplan erst gar nicht mit und wundern sich dann, wenn sie zur falschen Zeit in der falschen Anwendung sind, manchen möchte man nen Schuss mit dem Betäubungsgewehr verpassen und andere kommentieren alles ungefragt bzw. müssen erst mal alles ausdiskutieren und kommen sich dann noch so cool vor, dass sie Eiswürfel pinkeln. Wer überall seinen Senf dazu gibt, gerät leicht in den Verdacht, ein Würstchen zu sein, aber das ist bei manchen noch nicht angekommen. Die normalen Durchschnittstypen, die weder notgeil noch arrogant noch verstrahlt sind, sind in Kettwig leider eher in der Minderheit :o(.
Gestern hat meine Mitpatientin Michaela mir neue Bedeutungen der Abkürzung BMW beigebracht, hihi, die ich auch noch nicht kannte. BMW steht demnach für Bums Mal Wieder oder Brett mit Warzen *gröl*.
Michaela hat schon einige Gehirntumore, nen Schlaganfall und drei Aneurysmen hinter sich, wobei eins genietet ist, das zweite demnächst operiert wird und das dritte leider nicht operabel ist, sodass sie praktisch immer auf ner tickenden Zeitbombe sitzt. Trotzdem hat sie immer noch Humor und nen absolut gesunden Menschenverstand - davon könnten sich manche Vollpfosten, die ja schon jammern, weil sie mal zwei Wochen am Stock gehen müssen, echt mal ne Scheibe abschneiden. Es behauptet niemand, dass chronische Krankheiten oder Dinge wie Krebs schön sind und man das alles mit ner Engelsgeduld ertragen muss, aber es wird auch nicht besser dadurch, wenn einer ständig den Kopf in den Sand steckt und ein Gesicht zieht, als wenn das ganze Leben eine Strafe wäre. Wenn man nur noch das Negative sieht oder sich fragt, was alles nächstes für ne Katastrophe auf einen zukommen könnte, dann hat man irgendwann keine Lebensqualität mehr. Ich würde mich auch freuen, wenn mein Antiphospholipid-Syndrom mal endlich Ruhe geben würde, aber ich renne auch nicht ständig mit Leichenbittermiene durch die Gegend und fürchte mich, ob ich demnächst nen Herzinfarkt, Schlaganfall oder was auch immer bekommen könnte, denn wie gesagt: Meine Lebensqualität möchte ich auch weiterhin gerne behalten und man lernt auch, mit der Krankheit zu leben, auch wenn sie nicht so schöne Begleiterscheinungen hat. Ohne meinen Humor und ne positive Grundeinstellung würde ich das so auch nicht durchstehen - deshalb muss ich mir das Leben nicht noch schwerer machen, indem ich auf Horror-Szenarien warte, das Lachen verlerne, anderen ständig die Ohren volljammere und in meinem eigenen Selbstmitleid ertrinke. Das hilft nicht weiter, eher im Gegenteil.
Es ist verständlich, dass man ab und zu mal eine gewisse Wut auf seine Krankheit hat, aber Selbstmitleid im Stile von "Warum gerade ich?" u. ä. ist mir ein Gräuel. Auf solche Leute kriege ich auch in Krankenhäusern und Kliniken nen echten Blutsturz. Es gibt nur eins: Man lernt, mit seiner Krankheit zu leben und behält seine Lebensqualität, auch wenn gewisse Symptome ziemlich nervig sein können. Auch wenn ich mal Schmerzen habe, nervt mich das zwar, aber trotzdem lebe ich mein Leben wie viele andere auch - ich lache, liebe, gehe mit Freunden aus, unternehme etwas, bin kreativ. Und wen meine Narbe am linken Oberschenkel stört: Der kann ja, wenn er sie sieht und ich gerade ne kurze Hose oder nen Badeanzug trage, woanders hinschauen, hehe.
Ganz skurril ist neben dem Verhalten und der Diagnosestellung einiger Ärzte auch das Verhalten vieler Mitpatienten. Zum Glück habe ich ne nette, kleine Damenriege um mich gescharrt, mit der ich meine freie Zeit zwischen den Anwendungen verbringe, aber sonst hab ich manchmal das Gefühl, ich bin in Asi-Hausen und/oder im Puff gelandet bzw. dass die Geschlossene mal wieder Ausgang hat. Hm, eigentlich gehe ich in die Reha, um wieder fit zu werden, aber manche Männer denken da wirklich nur ans Vögeln. Zwei eindeutige Angebote habe ich auch schon abgewimmelt - sorry, die meisten Typen da sind so bekloppt und asi, dass ich sie noch nicht mal mit der Kneifzange und Gummihandschuhen anfassen würde. Außerdem gehe ich nicht zum Vögeln in die Reha, sondern um gesund zu werden und die Typen da appealen mich auch wie gesagt nicht aufgrund von mangelndem Sozialverhalten. Ich mag Männer mit Herz, Hirn, Humor und Niveau und keine notgeilen Vollpfosten, die alles rammeln, was nicht bei Drei auf den Bäumen ist. Meine Mitstreiterinnen und ich wundern uns manchmal jedenfalls nur noch über viele Herren, die ihr Hirn offenbar in der Hose haben, genau wie ihr Niveau. Einige Frauen sind allerdings auch nicht besser - Corinna und ich haben schon gesagt, dass man sich angesichts des Benehmens mancher Weiber auch schämen müsste, ne Frau zu sein.
Neben niveaulosem Asi-Gelaber gibt es natürlich auch das andere Extrem, denn manche sind so arrogant, dass sie noch nicht mal einen Gruß zustande bringen und man von Glück reden kann, dass sie sich überhaupt mal selbst begegnet sind. Tja, Arroganz ist für manche ein probates Mittel, um die eigene Dummheit zu kaschieren. Und dann gibt's auch noch die Fraktion, die weder asi noch arrogant ist, aber trotzdem irgendwie verstrahlt. Da blockieren manche stundenlang den Ordner mit den Therapieplänen, um erst mal den eigenen Plan zu buchstabieren und alles noch ins iPhone einzugeben, andere nehmen ihren Therapieplan erst gar nicht mit und wundern sich dann, wenn sie zur falschen Zeit in der falschen Anwendung sind, manchen möchte man nen Schuss mit dem Betäubungsgewehr verpassen und andere kommentieren alles ungefragt bzw. müssen erst mal alles ausdiskutieren und kommen sich dann noch so cool vor, dass sie Eiswürfel pinkeln. Wer überall seinen Senf dazu gibt, gerät leicht in den Verdacht, ein Würstchen zu sein, aber das ist bei manchen noch nicht angekommen. Die normalen Durchschnittstypen, die weder notgeil noch arrogant noch verstrahlt sind, sind in Kettwig leider eher in der Minderheit :o(.
Gestern hat meine Mitpatientin Michaela mir neue Bedeutungen der Abkürzung BMW beigebracht, hihi, die ich auch noch nicht kannte. BMW steht demnach für Bums Mal Wieder oder Brett mit Warzen *gröl*.
Michaela hat schon einige Gehirntumore, nen Schlaganfall und drei Aneurysmen hinter sich, wobei eins genietet ist, das zweite demnächst operiert wird und das dritte leider nicht operabel ist, sodass sie praktisch immer auf ner tickenden Zeitbombe sitzt. Trotzdem hat sie immer noch Humor und nen absolut gesunden Menschenverstand - davon könnten sich manche Vollpfosten, die ja schon jammern, weil sie mal zwei Wochen am Stock gehen müssen, echt mal ne Scheibe abschneiden. Es behauptet niemand, dass chronische Krankheiten oder Dinge wie Krebs schön sind und man das alles mit ner Engelsgeduld ertragen muss, aber es wird auch nicht besser dadurch, wenn einer ständig den Kopf in den Sand steckt und ein Gesicht zieht, als wenn das ganze Leben eine Strafe wäre. Wenn man nur noch das Negative sieht oder sich fragt, was alles nächstes für ne Katastrophe auf einen zukommen könnte, dann hat man irgendwann keine Lebensqualität mehr. Ich würde mich auch freuen, wenn mein Antiphospholipid-Syndrom mal endlich Ruhe geben würde, aber ich renne auch nicht ständig mit Leichenbittermiene durch die Gegend und fürchte mich, ob ich demnächst nen Herzinfarkt, Schlaganfall oder was auch immer bekommen könnte, denn wie gesagt: Meine Lebensqualität möchte ich auch weiterhin gerne behalten und man lernt auch, mit der Krankheit zu leben, auch wenn sie nicht so schöne Begleiterscheinungen hat. Ohne meinen Humor und ne positive Grundeinstellung würde ich das so auch nicht durchstehen - deshalb muss ich mir das Leben nicht noch schwerer machen, indem ich auf Horror-Szenarien warte, das Lachen verlerne, anderen ständig die Ohren volljammere und in meinem eigenen Selbstmitleid ertrinke. Das hilft nicht weiter, eher im Gegenteil.
Es ist verständlich, dass man ab und zu mal eine gewisse Wut auf seine Krankheit hat, aber Selbstmitleid im Stile von "Warum gerade ich?" u. ä. ist mir ein Gräuel. Auf solche Leute kriege ich auch in Krankenhäusern und Kliniken nen echten Blutsturz. Es gibt nur eins: Man lernt, mit seiner Krankheit zu leben und behält seine Lebensqualität, auch wenn gewisse Symptome ziemlich nervig sein können. Auch wenn ich mal Schmerzen habe, nervt mich das zwar, aber trotzdem lebe ich mein Leben wie viele andere auch - ich lache, liebe, gehe mit Freunden aus, unternehme etwas, bin kreativ. Und wen meine Narbe am linken Oberschenkel stört: Der kann ja, wenn er sie sieht und ich gerade ne kurze Hose oder nen Badeanzug trage, woanders hinschauen, hehe.
Samstag, 16. Juli 2011
Das Leben der Piranhas in der Fachklinik Rhein-Ruhr, E-Kettwig
Natürlich möchten auch die Piranhas, die im Aquarium im Foyer der Reha-Klinik in Essen-Kettwig leben, etwas von ihren täglichen Erlebnissen berichten :o). Okay, here we go!
Hallo, ich bin Peter Piranha und lebe mit vielen meiner Artgenossen in besagtem Aquarium. Meine Frau, die Else, blubbert den ganzen Tag und nervt manchmal ganz schön mit ihrem Geblubber. Allerdings gebe ich ihr Recht, wenn sie erbost ist über Ätz-Blagen, die an die Scheibe von unserem Zuhause klopfen, obwohl an unserem Aquarium mehrere Schilder mit der Aufschrift "Bitte nicht an die Scheibe klopfen!" angebracht sind. Gut, manche Kinder können vielleicht noch nicht lesen, weil zu klein, aber deren Eltern sind schon so mit sich und ihrem Styling beschäftigt, sodass sie ihren Kindern noch nicht mal Benehmen beibringen können.
Manche meiner Mitbewohner sind total genervt von anderen Mitbewohnern, sodass sie sich gegenseitig durchs Aquarium jagen und mich dabei fast über den Haufen schwimmen. Dann muss ich als Chef der Truppe erst mal wieder für Zucht und Ordnung sorgen. Hein hat neulich ein Blubber-Bläschen mit Inhalt abgelaicht - war das ein Kötzerchen oder ein Rülpserchen? Ich weiß es nicht so genau. Immerhin haben Hein und ein paar seiner Kumpels mit dem Blubber-Bläschen Nasenball gespielt.
Häufiger tauchen in den letzten Tagen auch ominöse Stofftiere auch - zwei kleine Mini-Berggorillas, ein großes Monchichi-Mädchen, das immer eine Träne auf der Wange hat, ein weißes Huhn mit Ringelsocken, ein Biber und ein Hamster mit Umhängetäschchen, der mit Gleitschirm ins Foyer geschwebt kommt. Der weibliche Mini-Berggorilla namens Sammy ist gestern in unser Zuhause geplumpst, sodass wir mit ihr Nasenball gespielt haben. Das fand die Kleine gar nicht lustig, sodass sie rumnöhlte, bis das große Monchichi-Mädchen sie meckernderweise aus dem Bassin gezogen hat. Leider haben wir es nicht geschafft, auch Sammys Brüderchen ins Aquarium zu zerren. Hihihihi!!!
Die kleine Hamsterdame mit dem Umhängetäschchen ist lustig, denn sie lacht immer fröhlich und segelt mit ihrem Gleitschirmchen durch die Gegend, wobei sie genau darauf achtet, nicht in unser Zuhause zu stürzen. Ein kluges Stofftier, wirklich! Manchmal fliegt auch das große weiße Huhn mit den Ringelsocken herum und erschreckt Patienten sowie deren Besucher, die sich im Foyer tummeln.
Auch die Patienten sind sehr unterschiedlich: Es sind alle Altersklassen vertreten, sowohl männlich als auch weiblich. Manche Patienten sind fröhlich und meistern ihr sicherlich nicht immer einfaches Schicksal tapfer, aber manche gucken aus der Wäsche, als wenn das ganze Leben eine Strafe wäre und ertrinken fast in ihrem Selbstmitleid - auch wenn es viele Menschen gibt, die noch schlimmer dran sind als sie selbst. Manche halten sich auch für den Nabel der Welt und meinen, für sie müsste der rote Teppich ausgerollt werden. Klar, viele Krankheiten und ihre Folgeerscheinungen sind nicht schön, aber es kommt immer noch darauf an, was man daraus macht und wie man versucht, mit der Situation umzugehen. In Selbstmitleid ertrinken hilft nicht weiter - genauso wenig wie das Ertrinken in unserem Lebensraum, hihi.
Hallo, ich bin Peter Piranha und lebe mit vielen meiner Artgenossen in besagtem Aquarium. Meine Frau, die Else, blubbert den ganzen Tag und nervt manchmal ganz schön mit ihrem Geblubber. Allerdings gebe ich ihr Recht, wenn sie erbost ist über Ätz-Blagen, die an die Scheibe von unserem Zuhause klopfen, obwohl an unserem Aquarium mehrere Schilder mit der Aufschrift "Bitte nicht an die Scheibe klopfen!" angebracht sind. Gut, manche Kinder können vielleicht noch nicht lesen, weil zu klein, aber deren Eltern sind schon so mit sich und ihrem Styling beschäftigt, sodass sie ihren Kindern noch nicht mal Benehmen beibringen können.
Manche meiner Mitbewohner sind total genervt von anderen Mitbewohnern, sodass sie sich gegenseitig durchs Aquarium jagen und mich dabei fast über den Haufen schwimmen. Dann muss ich als Chef der Truppe erst mal wieder für Zucht und Ordnung sorgen. Hein hat neulich ein Blubber-Bläschen mit Inhalt abgelaicht - war das ein Kötzerchen oder ein Rülpserchen? Ich weiß es nicht so genau. Immerhin haben Hein und ein paar seiner Kumpels mit dem Blubber-Bläschen Nasenball gespielt.
Häufiger tauchen in den letzten Tagen auch ominöse Stofftiere auch - zwei kleine Mini-Berggorillas, ein großes Monchichi-Mädchen, das immer eine Träne auf der Wange hat, ein weißes Huhn mit Ringelsocken, ein Biber und ein Hamster mit Umhängetäschchen, der mit Gleitschirm ins Foyer geschwebt kommt. Der weibliche Mini-Berggorilla namens Sammy ist gestern in unser Zuhause geplumpst, sodass wir mit ihr Nasenball gespielt haben. Das fand die Kleine gar nicht lustig, sodass sie rumnöhlte, bis das große Monchichi-Mädchen sie meckernderweise aus dem Bassin gezogen hat. Leider haben wir es nicht geschafft, auch Sammys Brüderchen ins Aquarium zu zerren. Hihihihi!!!
Die kleine Hamsterdame mit dem Umhängetäschchen ist lustig, denn sie lacht immer fröhlich und segelt mit ihrem Gleitschirmchen durch die Gegend, wobei sie genau darauf achtet, nicht in unser Zuhause zu stürzen. Ein kluges Stofftier, wirklich! Manchmal fliegt auch das große weiße Huhn mit den Ringelsocken herum und erschreckt Patienten sowie deren Besucher, die sich im Foyer tummeln.
Auch die Patienten sind sehr unterschiedlich: Es sind alle Altersklassen vertreten, sowohl männlich als auch weiblich. Manche Patienten sind fröhlich und meistern ihr sicherlich nicht immer einfaches Schicksal tapfer, aber manche gucken aus der Wäsche, als wenn das ganze Leben eine Strafe wäre und ertrinken fast in ihrem Selbstmitleid - auch wenn es viele Menschen gibt, die noch schlimmer dran sind als sie selbst. Manche halten sich auch für den Nabel der Welt und meinen, für sie müsste der rote Teppich ausgerollt werden. Klar, viele Krankheiten und ihre Folgeerscheinungen sind nicht schön, aber es kommt immer noch darauf an, was man daraus macht und wie man versucht, mit der Situation umzugehen. In Selbstmitleid ertrinken hilft nicht weiter - genauso wenig wie das Ertrinken in unserem Lebensraum, hihi.
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