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Sonntag, 11. Dezember 2016

Anderthalb Wochen Arbeit :o)

Seit etwas über einer Woche arbeite ich in Gelsenkirchen als Sozialpädagogin für Flüchtlinge für 30 Wochenstunden - und ich muss sagen, ich bin sehr zufrieden :o). Während ich mich auf den letzten zwei Stellen hauptsächlich gelangweilt habe, ist hier immer etwas zu tun und das ist auch gut so. Auch meine Kolleginnen und Kollegen sind sehr nett und hilfsbereit, keine Leute der Marke "Nie sollst du mich befragen." :o)

Auch die Menschen in Gelsenkirchen sind sehr freundlich - davon könnte sich die Stadt Essen mal eine Scheibe abschneiden. Auch wenn die Leute einen gar nicht persönlich kennen, grüßen sie einen nett oder bieten einem ein Taschentuch an, weil es bei der Bäckerei Gatenbröcker keine Servietten gab. Das ist doch im humorlosen Essen fast undenkbar, wie auch die Fälle von unterlassener Hilfeleistung immer wieder zeigen. Natürlich gibt's auch in Essen nette, hilfsbereite Menschen - ich habe das am Freitag bei Honda gesehen, als mein Papa hingefallen war und direkt drei Angestellte des Autohauses raus kamen, um zu helfen - aber die Vollasis, die in einer Borbecker Bank einfach über einen sterbenden Mann hinweg steigen, als wenn er gar nicht da wäre oder die nur dusselig auf ihr Handy starren, wenn ein Anwalt im Rollstuhl um Hilfe bittet, gehen gar nicht. Eine Anwohnerin hatte den Anwalt rufen hören und ihm letzten Endes geholfen. In Essen wundert mich das leider überhaupt nicht mehr - mein Geld oder mein Handy sind schließlich wichtiger als ein Sterbender oder jemand, der um Hilfe bittet :o/.

1994 war ich am frühen Abend mit meinem damaligen Freund in Borbeck unterwegs - uns kam ein älterer Herr mit seiner Frau und seiner Enkelin hingegen, bis er plötzlich zusammenbrach. Wir haben sofort unsere Hilfe angeboten, wofür die Frau sich sehr nett bedankt hat, aber sagte, ihr Mann sei momentan unterzuckert - nach einem Stück Traubenzucker ging es zum Glück wieder. Ein Ehepaar, die unsere Hilfsbereitschaft beobachtet hatte, fragten uns tatsächlich völlig auf panne, warum wir uns um den alten Mann Sorgen machen, der wäre eh nur besoffen *kopfschüttel*. Ich habe in dem Moment nur angesichts dieser Arroganz gehofft, dass die auch mal in eine ähnliche Lage kommen und alle weitergehen mit den Worten, dass sie ja eh nur besoffen sind...nicht jeder, dem schwindelig wird, hat einen zuviel gehoben, aber das muss man den Essener Egomanen erstmal klar machen.

Als ich im Juni 2011 meine TIA hatte und oben am Steilhang stand, während Altenessen und Bottrop sich im Tal doppelt ausbreiteten, habe ich auch einen älteren Herrn um Hilfe gebeten - der hat mich trotz Doppelbildern und Schwindel einfach wohlwollend ignoriert und die Gelbe Tonne vor den Clio geschoben, so als wenn ich gar nicht da wäre. Wenn ich den Bekloppten mit seiner nicht besseren Gattin und ihrem genauso bescheuerten Opel Meriva heute noch sehe, kriege ich immer noch Aggressionen - zum Glück kam an jenem Abend ein sehr nettes, älteres Ehepaar, die sich nach meinem Wohlbefinden erkundigten und mich bis zur Haustür gebracht haben, denn ich wusste nicht, wie ich den Steilhang ohne fremde Hilfe hinunter kommen sollte. Da die beiden mir schräg gegenüber wohnen, grüßen sie mich heute noch freundlich. So geht's also auch.

Samstag, 20. Juni 2015

Heute bzw. heute vor vier Jahren...

Heute, also am 20. Juni 2015, war ich beim Friseur, damit ich auch weiterhin verboten gut aussehe :o). Clio stand derweil auf der Borbecker Straße am Fahrbahnrand, hatete vorbei fahrende Audi und dachte sich ansonsten seinen Teil. Ich hatte zur Sicherheit einen Regenschirm mitgenommen, falls der Regen während meines Friseurbesuchs eingesetzt hätte und ich somit hätte im Regen zurück zu Clio laufen müssen, aber das war überflüssig, denn zum Glück ist es bis dato trocken geblieben, auch wenn es öfter mal so aussah, als wenn es in Kürze regnen würde.

Heute vor genau vier Jahren, also am 20. Juni 2011, kam ich am Abend kurz nach 20 Uhr ins Philippusstift wegen Doppelbildern und Schwindel, die sich als flüchtiger Schlaganfall entpuppten (TIA), da einige Ärzte vorher leider der Überzeugung waren, es reiche vollkommen aus, dass die INR bei meinem Krankheitsbild bei 2,0 bis 3,0 liegt. Zu dem Zeitpunkt lag er bei 2,1, aber das nützte ja nix, da Marcumar ja bei meinem APS erst bei einer INR von mindestens 2,5 wirksam wird. Mein damaliger Stationsarzt wusste das - viele andere Ärzte wussten und wissen es aber leider nicht :o/.

Über diesen Krankenhausaufenthalt inklusive der Bekanntschaft mit meinem damaligen Stationsarzt hatte ich ja Ende April einige Beiträge gebloggt, die in der Notaufnahme, auf der Stroke Unit oder auch auf der Normalstation spielten :o). Der Aufenthalt im Juni 2011 war auch bis dato der einzige im Philipp, mit dem ich rundum zufrieden war, woran mein Stationsarzt mit seiner Kompetenz und seiner angenehm zurückhaltenden Art auch seinen Anteil hatte. Leider weiß ich immer noch nicht, wo er heute arbeitet, denn diese Betreuung und Umsicht bei der Diagnose sind ein echtes Dankeschön wert - ich sage/schreibe es immer wieder.

Der Borbecker Dom und ein Teil des Philippusstifts, aufgenommen am 25. Juni 2011
- (c) Alexandra Döll, Essen

Freitag, 20. Februar 2015

Wie gestern versprochen...

...wollte ich ja noch etwas Lustiges zum Thema "Achterbahnen" posten :o).

Als ich Ende Juni 2011 nach meiner TIA aus dem Krankenhaus entlassen worden war, kam mich abends Uli mit Herkules in meiner Wohnung besuchen und hat mir ein kleines Geschenk mitgebracht - da sie weiß, dass ich öfter mal zu schwarzem Humor neige, war es der Cartoon-Band "Fiese Bilder - Meisterwerke des schwarzen Humors" :o))). Daran hatte ich wirklich meine helle Freude, weil die Cartoons zwar teilweise richtig schön böse, aber auch sehr treffend waren, hehe.

                                               Buchcover - Quelle: sammlerecke.de

In besagtem Buch war u. a. auch ein Cartoon zum Thema "Achterbahn" - m. E. von Martin Perscheid. Das war einer der vielen Cartoons, über die ich mich beim Durchsehen des Buchs beömelt habe.

Ein Mann sitzt neben einer nicht gerade hübschen Frau mit vorstehenden Zähnen und Warzen im Gesicht in einem Achterbahnwagen, aber in dem Moment, in dem der Mann seine Mitfahrerin anschaut, passiert eigentlich nix Spektakuläres, d. h. die Achterbahn fährt einfach nur geradeaus, es gibt keinen steilen Absturz, keinen Looping, keinen Curl, keine anderen Fiesimatenten :o). Der Zug fährt also einfach nur geradeaus, aber als der Mann seine Nebenfrau anschaut, kreischt er los: "AAAAAAAAAAHHH!" :o)) Na, das tut man auf Achterbahnen ja eher, wenn sie nach der Startrampe in die Tiefe rauscht und manchmal hört man als Zuschauer auch das Kreischen, wenn die Achterbahn durch einen Looping oder einen Curl saust, aber wer weiß...?! Vielleicht hat auch jemand einfach schon mal Angst vor seinem Sitznachbarn bekommen und deshalb los geschrien, obwohl gerade nix Schlimmes auf der Achterbahn passiert ist, hihi.  Beim Euro-Star, der ja noch vor einigen Jahren auf diversen Großkirmessen in Deutschland zu finden war und der sich damit rühmen konnte, der erste mobile "inverted Coaster" zu sein, gibt es ja auch eine recht kurze Strecke von etwa 20 Metern Länge, bei der die Achterbahn einfach nur geradeaus fährt und sonst nix passiert - die größten Gemeinheiten liegen ja an der Stelle schon hinter den Fahrgästen :o)). Da würde es auf dem ruhigen Teilstück auch Sinn machen, einfach loszukreischen, falls man Angst vor seinem Sitznachbarn bekommen sollte, hahahaha!!!

Stinki kannte ich zwar im Juni 2011 noch nicht - seine Bekanntschaft machte ich erst im März 2012 - aber bei ihm kann ich mir auch gut vorstellen, dass er auf dem geraden, wenig spektakulären Stück des Euro-Star losgekreischt hätte, wenn seine Sitznachbarin im Achterbahnwagen ihm aus etwaigen Gründen nicht gefallen hätte, hihi. Bei Stinki weiß frau nie...:o). Umgekehrt hätte es natürlich auch sein können, dass seine Sitznachbarin losgekreischt hätte - nicht, weil Stinki schlecht aussieht, sondern weil sie sich vor seinem ernsten Gesichtsausdruck gegruselt hätte, der an eine finstere Unterwassergrotte erinnerte ;o)).

Dienstag, 8. Juli 2014

Back from hospital

Tja, das Novaminsulfon, das ich aufgrund meiner Nackenschmerzen verschrieben bekommen hatte, hat wohl alles durcheinander gehauen - erst schoss mein INR hoch auf 4,1, dann fiel er auf 2,2, sodass ich die Marcumar-Dosis leicht angehoben habe, aber mein Antiphospholipid-Syndrom hat sich aufgrund des Chaos offenbar entschlosssen, ein kleines Gerinnselchen zu bilden, denn am Morgen des 3. Juli wachte ich mit Doppelbildern auf *frust*. Ich habe an dem Tag noch mal meinen INR gemessen, der mit 2,4 knapp unterhalb des magischen Zielwerts von 2,5 lag, und sogar zwei ASS eingenommen, aber die Doppelbilder blieben, sodass ich einen Krankenwagen gerufen habe, der mich ins Philippusstift gebracht hat *stöhn*. Zum Glück ist der kleine Mini-Schlaganfall, auch als TIA bekannt, folgenlos ausgeheilt, sodass ich gestern nach Hause entlassen werden konnte, aber zwischen dem 3. und 7. Juli war ich in stationärer Behandlung. Vom Nachmittag des 3. bis zum Nachmittag des 4. Juli lag ich sogar auf der Stroke Unit an Überwachungsmonitore angeschlossen, aber im Gegensatz zu meiner TIA im Juni 2011 waren es diesmal nur 24 anstatt 72 Stunden. Durch das Mikro-Gerinnsel hat ein Augenmuskel vorübergehend zu wenig Blut und Sauerstoff abbekommen, daher auch die Doppelbilder, die sich aber nach weniger als 24 Stunden wieder vollständig zurückgebildet hatten. Durch das Marcumar und ASS handelte es sich nach Aussagen des Oberarztes wohl um ein weiches Blutgerinnselchen, das zwar meinen Augenmuskel vorübergehend durcheinander gestrubbelt hat, aber aufgrund seiner Weichheit kein Gewebe geschädigt hat. Glück gehabt!

Seit gestern Nachmittag bin ich endlich wieder zuhause, wofür ich zutiefst dankbar bin. Ich lag auf einem Drei-Bett-Zimmer. Meine Bettnachbarin zu meiner Linken war zwar sehr nett, schnarchte aber ziemlich laut *schmunzel* und die Bettnachbarin zu meiner Rechten ertrank fast in ihrem Selbstmitleid *stöhn*. Ich habe sowohl auf der Stroke Unit als auch auf der "normalen" neurologischen Station Menschen gesehen, die um einiges schlimmer dran waren als die Heulboje, aber sie ersoff fast in ihrem Selbstmitleid und hätte es noch am liebsten gehabt, wenn der Pfleger sie ins Bett gehoben bzw. auf Händen zum Klo getragen hätte. Eine Lähmung lag bei ihr allerdings nicht vor, sie gehörte einfach zu den Menschen, die sich gerne den A...nachtragen lassen. Sie wollte sich ja schon von mir und meiner anderen Zimmerpflanze ins Bett heben lassen, doch da haben wir direkt einen Riegel vorgeschoben, denn wir beide lagen nicht auf der Neurologischen, weil wir dort Urlaub machen wollten (da gibt's schönere Orte als das Philipp, haha), sondern weil wir selbst einen mehr oder weniger heftigen Schlaganfall hatten.

Ich kann jede Menge menschlicher Schwächen vertragen, aber Selbstmitleid und verwöhntes Geheule mit dem ständigen Wunsch, von allen hofiert und bemitleidet zu werden, geht mir entschieden über die Hutschnur. Ich habe ihr auch ein paar Mal höflich, aber bestimmt was gesagt, denn Selbstmitleid bringt niemanden weiter, und am wenigsten den Betroffenen, der in seiner Trägheit und seinem Selbstmitleid absäuft. Selbst die Schwestern waren ja schon genervt angesichts dieses Rumgejankes. Am liebsten hätte Madämchen noch ihr eigenes Personal gehabt, das ihr am besten noch den Hintern abputzt und sie von A nach B trägt *stöhnweiter*.

Von der Mannschaft, die mich im Juni 2011 betreut hatte, waren nur noch Stefan, Thomas und eine Nachtschwester da. Mein Stationsarzt, der damals alles hervorragend diagnostiziert hatte (endlich mal!) und mich auch auf der Station sehr gut weiterbetreut hat, ist ja leider schon seit einigen Jahren nicht mehr dort :o(. Die meisten Ärzte waren zwar auch nett und jetzt mal entsprechend gebrieft, was meine Krankheit betrifft, aber an meinen Stationsarzt von damals reichten die alle bei weitem nicht ran.

Heute hatte ich einen Termin bei Specki in Werden und in Absprache mit ihm heben wir meinen therapeutischen Bereich jetzt in den Bereich 2,8 - 3,2, um jedes Restriskio für weitere flüchtige Schlaganfälle auszuschließen. Das hatte auch schon mein Oberarzt im Philipp auf der Stroke Unit vorgeschlagen und Specki hat ihm da heute zugestimmt.

Auch sonst sind im Philipp wieder einige lustige Dinge passiert, aber darüber schreibe ich dann in den nächsten Blog-Einträgen :o). Nur soviel vorab: Der verrückte Klaus - der Herr, der in der offenen Psychiatrie wohnt und der vor drei Jahren Erika gegen ihren Willen heiraten wollte *schmunzel* - hat auch jetzt wieder draußen einige Verrücktheiten abgelaicht, u. a. mit freundlicher Unterstützung eines Brötchens :o), das Krankenhausgespenst des Philippusstift jongliert fröhlich mit geklauten Fernbedienungen und hat auch noch ein Helferlein in Form einer großen Motte, Glasvasen werden von manchen Schwestern lieber weggeworfen als Papiervasen aus dem Automaten, manche Schwestern kennen keinen Gruß, sondern rennen nur hektisch ins Zimmer, um offene Fenster zu schließen, weil ein Gewitter mit Windböen aufzieht, dann gibt's immer noch Waschbecken, die offenbar zuletzt in den 30er Jahren gereinigt wurden...das ist doch erst mal wieder genug Stoff für neue Stories :o)).

Mittwoch, 14. Mai 2014

Drei Jahre und drei Tage...

...wohne ich jetzt in meinem Domizil in Essen-Gerschede! :o) Genau am 11. Mai 2011 bin ich von Frohnhausen-Süd nach Gerschede umgesiedelt, damals noch mit Clio 1, den ich im Juli 2012 gegen Clio 2 - also mein jetziges Auto - getauscht habe. Von Clio 1 gibt es u. a. ein Foto in meinem Buch "Mein Leben mit Sammy" (Schleichwerbung lässt grüßen, hihi).

In den drei Jahren und drei Tagen haben meine Stoffies und ich doch eine Menge erlebt: los ging es mit einem wenig hilfreichen, aber geldgeilen Umzugsunternehmen, denen ich wegen einer Nachbesserung in der Küche nachher schon mit nem Anwalt drohen musste - und davon, ihren Müll abzutransportieren, hielten die Herren leider auch nicht allzu viel *nerv*. Wenn wir der Dame schon ne Stange Geld abknöpfen, so haben die sich wohl gesagt, müssen wir uns nicht auch noch engagieren und halbwegs höflich sein...

Weiter ging es mit mehreren Unwettern, einer TIA, die das Vorfahren eines NAW erforderlich machte, einem sehr schneereichen Winter, dem dickbeinigen BMW-Bison (das leider immer noch über mir wohnt, aber sich jetzt zumindest mal bemüht, leiser zu sein), einem Clio-Wechsel (siehe oben), Herzchen an Clio 1, zwei offenbar verschüchterten Verehrern, die nachts im Mondschein mal ganz gerne in den Bach hinterm Gartenzaun gelatscht sind...und auch die Liebe hatte mal kurz vorbei geschaut, wenn auch mit nicht schönem Ende. Meine Stoffies und ich sind jedenfalls gespannt, was mich/uns noch so erwartet :o).


 
Aufziehendes Unwetter über Gerschede am 5. Juni 2011
- (c) Alexandra Döll, Essen

Samstag, 13. Juli 2013

Ich krieg dat Brechen...auf's Philipp

Aus unerfindlichen Gründen ist mein INR trotz unveränderter Wochendosis letztes Wochenende auf 3,6 hochgerauscht, nachdem er zunächst wieder auf 2,7 abgesackt war und somit auch im therapeutischen Bereich war. Das ist nun mal ein Kennzeichen meiner Krankheit - sie ist eben unberechenbar und deshalb auch nicht immer so problemlos kontinuierlich einstellbar wie bei Marcumar-Patienten mit künstlichen Herzklappen, die sonst keine weiteren Grunderkrankungen haben. Normalerweise bin ich kontinuierlich im therapeutischen Bereich, wie auch in sämtlichen Gerinnungsausweisen nachzulesen ist, aber da meine Krankheit ein bisweilen tückisches Eigenleben führt, kann der trotz unveränderter Einnahme und Ernährungsgewohnheiten schon mal nach oben oder unten abhauen.

Auf jeden Fall bekam ich ab Sonntag dunkel verfärbten Stuhl - war zwar kein klassischer Teerstuhl, hatte aber die Farbe - und ab Dienstag fühlte ich mich immer schlapper, sodass ich meinen Internisten aufgesucht habe, der mir zur Sicherheit schon ne Einweisung geschrieben hat. Marcumar hatte ich mittlerweile ganz ausgesetzt, um den INR wieder nach unten zu kriegen. Am Mittwochnachmittag hab ich mich dann in die Notaufnahme des Philippusstiftes bringen lassen - und kriegte da schon den ersten Brechreiz. Ich musste dem behandelnden Arzt vier Mal erzählen, wann ich meine erste Thrombose hatte (immer noch Januar 2002, steht auch so in den Akten...) und da ich als Patientin kategorisch doof bin und Specki als behandelnder Arzt natürlich auch, hat er mir auch erst im vierten Anlauf geglaubt, dass ich ein Antiphospholipidsyndrom - kurz: APS - habe *stöhn*. Ich hab ihm schon vorgeschlagen, bei Specki in Werden anzurufen, wenn er Fragen hätte, aber das wurde dann nicht gemacht - er wollte zwar meinen Marcumar-Ausweis sehen, aber hat da nur nen flüchtigen Blick drauf geworfen. Ich hätte ihm auch genauso gut ein Pixi-Buch hinhalten können, das wäre wohl auf's Gleiche rausgekommen.

Auf der Intensivstation B1 waren zum Glück alle wirklich kompetent und nett, sowohl die Pflegekräfte als auch die Ärzte. Abends kamen dann vier Blutkonserven an, die nach und nach in mein Gefäßsystem tropften, denn mein Hb-Spiegel war mittlerweile auf ziemlich kritische 5,1 abgesunken. Mittlerweile liegt er wieder bei 9,5.

Am Donnerstag wurde ich dann auf die Normalstation B3 verlegt. Ich hatte ja erst im März 2013 ne Magen- und Darmspiegelung in Werden - beides ohne Befund - aber die junge Ärztin meinte, dass wir das noch mal wiederholen müssten, vielleicht wären ja Blutungsquellen im Verdauungstrakt. Die Dame hatte ne Art an sich, da hätte ich reinkloppen können - untot, säuselig, hirnblond...ich hab beide Untersuchungen dann trotzdem machen lassen, und wieder beide ohne Befund bzw. ohne Hinweis auf akute oder frische Blutungen, haha. Jetzt soll ich aber angeblich funktionslose Divertikel im Darm haben - komisch, das haben die Ärzte vier Monate zuvor in Werden aber nicht festgestellt. Im Arztbrief stand sogar noch drin "Keine Tumoren, keine Divertikel, keine Polypen.", aber jetzt sind die da plötzlich wie von Geisterhand gewachsen?!

Als ich zur Darmspiegelung runter kam und der Arzt mich gerade in Schlaf legen wollte, um mit der Koloskopie zu beginnen, fiel denen auf einmal ein, dass sie meine Gerinnung noch gar nicht abgenommen hatten - muss ich da als Patientin jetzt auch noch dran denken?! Dann bräuchten wir wohl bald keine Ärzte mehr, wenn ich als Patientin jetzt auch noch sagen muss, was sie tun sollen. Dadurch lag ich über ne Stunde im kalten Aufwachraum, denn mir musste ja erst Blut abgenommen werden, das dann ins Labor kam - die Spiegelung startete also durch den Blödsinn erst gegen halb elf und nicht, wie ursprünglich geplant, um kurz nach neun.

Dass sich zu meiner Blutgerinnungsstörung im Sinne einer Thrombophilie auch noch rheumatische Beschwerden gesellen, ist bekannt - trotzdem empfahl mir gestern eine etwas verwirrte Assistenzärztin, mich in rheumatologische Behandlung zu begeben. Hallo????? In einer solchen befinde ich mich seit fast zehn Jahren und da habe ich während meines Krankenhausaufenthalts mehrfach drauf hingewiesen und immer wieder gesagt, dass sie Specki anrufen sollten, wenn sie Fragen hätten, aber nee...Patienten sind eh alle doof und warum sollte ich als Arzt mit nem anderen Arzt sprechen, bei dem die Patientin seit Jahren in Behandlung ist?! Da krieg ich echt das Kotzen, genau wie auf die Tatsache, dass in meiner Akte plötzlich drin stand, dass meinem Ehemann auf meinen Wunsch hin keine Auskünfte gegeben werden sollten *kicher* - ich wusste noch gar nicht, dass ich verheiratet bin (außer natürlich bildlich gesprochen mit meinen Groupies) und mein Mann, den ich nicht habe, noch nicht mal in meine Krankengeschichte eingeweiht werden soll. Haben die mich auf der B3 vielleicht noch mit meiner Mitpatientin verwechselt, die noch auf dem Zimmer war, als ich von der B1 dorthin verlegt wurde, dann aber am Donnerstagmittag entlassen wurde?! Peinlich, peinlich...

Wenn jemand ohne medizinische Vorbildung meine Krankheit nicht ohne Weiteres versteht bzw. sich fragt, warum ich trotz meiner erst 39 Jahre schon ne Thrombose, nen arteriellen Gefäßverschluss und ne TIA hatte und warum ich jetzt schon Marcumar einnehmen muss, kann man dem das verzeihen - wenn aber Ärzte mich dumm anreden, Marke "Ich frag mich immer, was Sie eigentlich machen...", weil sie meine Krankheit nicht raffen (wollen), dann krieg ich nen Kackreiz. Das hatte Ranga Yogeshwar ja schon mal bei "Quarks & Co." gesagt, als es um chronische Krankheiten ging: Die Patienten machen vielfach nen Spießrutenlauf mit, weil viele Ärzte die Krankheiten noch nicht mal kennen, sodass dann der Patient vorsichtshalber mal doof, ungebildet, unvorsichtig etc. ist und womöglich auch noch nen lockeren Lebenswandel führt, der solche Krankheiten begünstigt. Hm...solchen Quacksalbern rate ich eher, sich mal mit meinem APS zu unterhalten, warum es plötzlich Zicken macht. Leider vergessen diese selbstgefälligen Halbgötter in Weiß aber auch, dass sie mich zwischen Mai 2008 und Juni 2011 mehrfach beinahe umgebracht hätten, weil niemand Symptome wie Schwindel, Hörsturz, verwaschene Sprache usw. ernst genommen hat - aber im Zweifelsfall ist der Patient ja erst mal hysterisch, und Frauen neigen ja ohnehin zur Hysterie  *schlagrein*.

Am Montag muss ich ohnehin wieder zu meinem Internisten und ich werde auch parallel mal mit Specki telefonieren, denn bevor ich am Mittwoch ins Philipp kam, hatte ich seinen aktuellen Arztbrief in der Post - da war mein CRP noch bei 3,63 (Stand: 1. Juli), aber schon vor der Bluttransfusion ist er plötzlich auf 1,72 abgefallen und gestern war er sogar auf 1,22 runter - das ist ja grundsätzlich positiv, aber mich interessiert natürlich, warum sich das so plötzlich erfreulich entwickelt. Auch meine Thrombozyten liegen mittlerweile wieder im Normalbereich (311 Tsd.), bei Specki waren es Anfang Juli noch 411 Tsd. Wohl gemerkt: Die Werte waren schon vor der Bluttransfusion so schön abgefallen.

Eins weiß ich auf jeden Fall: Ich war zwischen 2002 und 2013 vier Mal im Philippusstift - und dreimal hab ich mich dort ziemlich aufregen müssen über Versäumnisse, Arroganz, Selbstgefälligkeit usw. Die einzige positive Ausnahme war im Juni 2011, wobei mein damaliger Stationsarzt auf der B2 bzw. Stroke Unit zum Glück sehr nett und kompetent war - er hat mir aufmerksam zugehört, hat sich meinen Marcumar-Ausweis kopiert und ihn nicht einfach nur flüchtig betrachtet und sich überdurchschnittlich viel Mühe gegeben, die Ursache für die TIA rauszufinden. Er war ja auch der Erste und Einzige, der rausgefunden hat, dass in meinem Hirn mehrere Mikroeinschläge stattgefunden haben - also nix mit weiblicher Hysterie, aber das ist ja für manche Ärzte auch viel bequemer als mal ernsthafte Ursachenforschung zu betreiben *reiher*. Vorsichtshalber ist dann der Patient lieber doof - das wird wohl im Philipp ganz groß geschrieben. Da verwundert es auch nicht, dass mein damaliger Stationsarzt leider nicht mehr dort tätig ist - auf nette, kompetente und etwas introvertierte Ärzte, die nicht nur aus Arroganz und Selbstgefälligkeit bestehen, stehen die da wohl nicht.

Ich schau mal, ob ich  nicht in ner Patientenverfügung schriftlich festlegen kann, dass ich nicht ins Philipp gebracht werde, wenn irgendwas ist - von vier Aufenthalten ist ja bei dreien überhaupt nix Sinnvolles rausgekommen, außer dass ich so nen Hals habe. Die Assistenzärztin gestern meinte ja auch, ich könnte mit der Heparin-Einnahme aussetzen, sobald mein INR wieder auf 2,0 angestiegen ist - jaaaaa, laut Lehrbuch ist das so, aber bei meiner Krankheit ist ein INR unter 2,5 überhaupt nicht ausreichend wirksam, also besteht bei mir bei nem INR von 2,0 dann erhöhte Thromboemboliegefahr, deshalb hatte ich ja auch die TIA im Juni 2011, denn da lag er nur bei 2,04 an jenem Abend, haha. Darauf habe ich auch hingewiesen und ein Telefonat mit Specki hätte denen das auch bestätigt, aber wie gesagt: Patienten sind ja eh alle doof, und Frauen mit Antiphospholipid-Syndrom sowieso. Das wäre dann die nächste so genannte Ärztin, die mit meinem Leben spielen will - davon habe ich die Schnauze echt voll. Immerhin glänzte sie dann mit ihrem Wissen darüber, dass ein APS bei geplanten Schwangerschaften zu Problemen führen kann - wie schön, ich bin ja nicht wegen ner Fehlgeburt ins Krankenhaus gekommen, aber toll, dass sie das wusste. Ich bin beeindruckt :o//.

Es ist auch nicht schlimm, wenn ein Arzt das APS nicht kennt - auch ein Arzt kann nicht alles wissen - aber mich dann als doof abzutun und dann noch die Arroganz zu besitzen, Specki als Spezialisten für das Krankheitsbild noch nicht mal zu kontaktieren, ist schon ein starkes Stück. Warum mein Hb plötzlich so abgefallen ist und wieso  mein INR plötzlich dermaßen nach oben entgleist ist, konnte mir aber auch leider kein Arzt beantworten...GRRRRRRRRRRRRRRRHHH!!!

Donnerstag, 16. Mai 2013

Dreht es sich oder nicht? :o)

Als ich vor gut zwei Jahren im Philippusstift lag wegen einer TIA und am Freitag, als ich von der Stroke Unit auf ein normales Zimmer verlegt wurde, hatte ich ja auch eine sehr nette, fröhliche Zimmerpflanze aus Altenessen, die gerne mit mir über meinen mich anhimmelnden Stationsarzt plauderte - und immer meinte, dass sich das Kreuz auf der Kirchturmspitze des benachbarten Borbecker Doms dreht - hm, ist mir bis dato nie aufgefallen :o). Renate, mit der ich ja am 4. Mai in Borbeck zur Auto-Schau war, war sich aber auch nicht ganz sicher, ob es sich nicht doch dreht...es kann aber auch ne optische Täuschung gewesen sein.


                                          Glockenturm St. Dionysius im Großaufnahme


                                       Borbecker Dom vom alten Markt aus aufgenommen


                                         Borbecker Dom und alter Markt (Borbecker Platz)


                                        Kirchturmspitze, von der Rechtstraße aus aufgenommen

Vermutlich hängt das Ganze auch ein wenig von der Perspektive ab, aber mir ist in den ganzen Jahren noch nie aufgefallen, dass sich das Kreuz des Borbecker Doms dreht - auch nicht bei Sturm.

Die Pfarrkirche St. Dionysius, auch liebevoll Borbecker Dom genannt, hat vor wenigen Tagen übrigens ihr 150-jähriges Bestehen gefeiert, genauer gesagt am 12. und 13. Mai. Auch um die Kirche herum gibt es schöne Figuren und skurrile Ausblicke auf's Philipp:


                                     Grotte mit Marienfigur am Borbecker Dom


                           Blick auf's Philippusstift vom Kirchplatz aus (hinten)

Schade, dass mein Stationsarzt dort nicht mehr tätig ist, denn seine damalige umsichtige, gründliche Behandlung und seine nette Art sind in jedem Fall ein dickes Dankeschön wert, zumal das ja wohl leider heute nicht mehr selbstverständlich ist, wie ich aus eigener Erfahrung weiß. Leider habe ich bis dato noch nicht herausfinden können, wo ich ihn finden kann, um Danke zu sagen :o(.



Sonntag, 3. Februar 2013

Was wenig Begeisterndes

Seit mein Papa aus dem Philipp entlassen wurde, hat er Schwierigkeiten, sich mit Krücke fortzubewegen - das ging vorher problemlos, auch wenn das linke Bein gelähmt und z. T. auch spastisch ist. Kein Wunder, denn Unterstützung vom Pflegepersonal hat er auf der Inneren kaum erfahren, sodass er sein Bein hoffnungslos überanstrengen musste. Tolle Wurst, echt. Eigentlich hatte meine Mom das dem Pflegepersonal auch gesagt, dass mein Vater seit Dezember 2004 halbseitig gelähmt ist, aber solche Hinweise von Angehörigen sind wohl dazu da, ignoriert zu werden *nerv*. Auch mit der Körperpflege ist da wohl nicht alles gut gelaufen - mein Vater bezeichnete es mal als "Kölschen Wisch". Sorry, wenn ich keinen Bock auf sowas habe und Angst habe, während meiner Arbeitszeit mal eine Fluppe weniger rauchen bzw. eine Tasse Kaffee weniger trinken zu können, dann werde ich nicht Krankenschwester. GRMPH!

Natürlich sind auf einer Station immer mehrere Patienten, aber am Tag noch nicht mal zwischendurch gucken kommen und den Mann da nach einem Einlauf mit heruntergelassener Hose im Krankenzimmer sitzen zu lassen, während sein Bettnachbar die Haare geschnitten bekam von einer menschlich "kompetenten" Friseuse - die wohl privat nen Manta fährt, anders kann die Reaktion dieser Dame wohl nicht zu erklären sein - ist schon ein starkes Stück und da kann mir keiner erzählen, dass soviel auf der Station zu tun war, dass da nicht zwischendurch mal eine Krankenschwester hätte gucken können. Für meinen Dad war es sicherlich auch nicht angenehm,  käckeln zu müssen, während da andere mit im Zimmer sind. Ne Beschwerde darüber geht jedenfalls noch ans Krankenhaus und cc an unsere Krankenkasse, denn so geht's ja mal nicht. Ich hab mich vor über elf Jahren auch mal massiv über nen Stationsarzt im Philipp beschwert, als ich dort mit ner tiefen Venenthrombose inkl. peripherer Lungenembolie lag - und da war ich nicht die Einzige - aber der durfte dann auch seinen Hut nehmen. Er war nicht in der Lage, den Grund für meine Thrombose rauszufinden - das hat dann mein Gefäßchirurg zwei Monate später problemlos geschafft - sondern nervte nur mit menschlicher Inkompetenz, Vorverurteilungen und moralischen Vorträgen; Ursachenforschung gleich Null. Schön, wenn ein Stupident sich für nen Halbgott in Weiß hält *kill*.

Vor dem Hintergrund war ich vor mehr als anderthalb Jahren auch so positiv überrascht, dass ich der Stroke Unit und der Station B2 (Neurologie) so gute Noten verleihen konnte, denn da war regelmäßig ein Arzt zu sprechen und auch das Pflegepersonal hat sich gut um alle gekümmert - die Innere kann man da wohl eher vergessen. Ich lag zweimal auf ner Abteilung für Innere Medizin im Philipp (Januar 2002 und Juni 2004) und beides Mal war das nicht gut, wobei ich aber wenigstens noch den Vorteil hatte, mich selbst auf zwei Beinen bewegen und mir selbst helfen zu können - bei meinem Vater geht's aber leider seit dem Schlaganfall nicht mehr. Medizinisch und teilweise auch menschlich war's bei mir in beiden Fällen jedoch ne Katastrophe.

Wie's heute auf der B2 aussieht, kann ich natürlich auch nicht sagen, ich kann nur für meinen einwöchigen Aufenthalt im Juni 2011 sprechen und da war alles in Ordnung - was auch sicherlich an meinem Stationsarzt lag, der mal über seinen Tellerrand hinaus geblickt hat und mich nicht einfach als hysterische Zicke mittleren Alters abgetan hat, die nen unangemessenen Aufriss wegen ein bisschen Blutgerinnungsstörung macht. Er war auch der einzige Arzt, der in der Lage war, mal meine MRT-Aufnahmen vom Schädel mit Lupe und Mikroskop nach Mikro-Einschlägen abzusuchen - und siehe da: Er hat mehrere gefunden - also nix mit Einbildung und Überreaktion meinerseits, haha.

Zudem war er auch so gründlich und umsichtig, dass er mich auch erst mal auf andere Krankheitsbilder untersucht hat, die auch zu Doppelbildern und Schwindel führen können und hat auch alle Untersuchungen veranlasst, um mit Sicherheit ausschließen zu können, dass da nicht irgendwo ein größeres Blutgerinnsel lauert, das mir dann noch viel schlimmere Folgen beschert hätte als temporäre Sehstörungen und Schwindel. Zum Glück gab's aber kein weiteres Blutgerinnsel, das meinen Sehnerv infiltriert hatte, aber er hat's wenigstens ausgeschlossen bzw. durch die Untersuchungen von Kollegen anderer Fachrichtungen ausschließen lassen. Für nen Arzt sollte das selbstverständlich sein, ist es aber wohl scheinbar nicht - leider.

Vor dem Hintergrund verstehe ich auch nicht, warum er nicht mehr da ist - denn da fehlt dem Philipp ne echte Perle von Arzt, denn neben Gründlichkeit, Fachkompetenz und Umsichtigkeit war er auch als Mensch sehr nett; nur eben halt kein selbstverliebter Dummschwätzer, auf die ja soviele abfahren und sich blenden lassen. Was nützt mir ein Arzt, der zwar gut labern kann, aber mich dann letzten Endes mit seiner Laberei ohne die richtigen Taten umbringt?! Da war er mir mit seiner ruhigen, zurückhaltenden Art viel lieber.  

Meine Krankengeschichte zwischen Mai 2008 und Juni 2011 - als mein Stationsarzt auf den Plan trat - hätte ganz anders verlaufen können, aber leider waren nicht alle so umsichtig und sympathisch wie der vorgenannte Stationsarzt. Keiner hat mitbekommen, dass mein APS irgendwann im Jahr 2010 wieder zurückgekehrt ist und dass mein linkes Bein wegen eines arteriellen Verschlusses kurz vor der Amputation stand - bis ich das Glück hatte, auf nen netten, kompeten Chirurgen in der Meißener Straße in Frohnhausen zu treffen. Mein Hörsturz wurde im Krupp-Krankenhaus als Menière-Krankheit oder Stress abqualifiziert - dass mein APS da am Werk gewesen sein könnte, hat da auch keiner mitbekommen, obwohl ich bis dato jeden Arzt, bei dem ich noch nie vorher in Behandlung war, auf meine Erkrankung hingewiesen habe. Angeblich müsste ich ja mit temporärem Schwindel leben - komisch, seit mein Marcumar richtig auf nen INR von 2,5 bis 3,0 eingestellt ist, ist der aber nie wieder aufgetreten. Einige Läsionen im Hirnstamm, der Hörsturz und auch der arterielle Gefäßverschluss hätten mir erspart bleiben können, wenn nicht einige Fachärzte komplett vor sich hingepennt hätten.

Ich weiß, laut Lehrbuch gibt's bei Marcumar drei therapeutische Bereiche - den niedrigen (INR 2,0 bis 3,0), den mittleren (INR 2,5 bis 3,5) und den hohen (INR 3,0 bis 4,0), aber mein APS ist nun mal keine Krankheit aus dem Lehrbuch - in den meisten medizinischen Lexika wird sie noch nicht mal erwähnt - deshalb ist ein INR unter 2,5 bei der Krankheit auch gar nicht ausreichend wirksam. Auch das haben einige Ärzte nicht mitbekommen. Da war's wirklich ein Glück, dass ich im Juni 2011 "nur" ne TIA hatte und keinen komplett vollendeten Schlaganfall mit schlimmeren Folgen.

Wenigstens muss ich mir aber keine Sorgen machen, dass Ärzte Marcumar bei mir überdosieren - das gibt's leider auch häufig genug und war bei mir mal im Frühling 2004 der Fall, als ich noch kein Gerinnungsselbstmanagement durchgeführt habe - denn da ich meinen INR wöchentlich selbst kontrolliere und auch dosiere, ist ne Über- oder Unterdosierung auch ausgeschlossen, denn leider meinen auch auf dem Gebiet manche Ärzte "Viel hilft viel" - nee, ne Überdosierung von Blutgerinnungshemmern führt aber vielfach nicht nur zu verstärkter Blutungsneigung, sondern auch zu Ödemen, Schwächegefühl, Appetitlosigkeit usw.

Montag, 26. Dezember 2011

Was nicht Schönes zu Weihnachten

Im Mai 2011, als ich mich nach meinem Umzug von Frohnhausen nach Gerschede beim Bürgeramt Borbeck ummeldete, habe ich neben meinem Fahrlehrer Peter auch meinen früheren Nachbarn getroffen, mit dem ich zwischen Mai 1977 und Januar 2006 in einem Haus gewohnt habe. Gestern Abend hatte meine Mom mit einer anderen Dame aus dem Haus telefoniert und dabei erfahren, dass der vorgenannte Nachbar im Oktober 2011 ebenfalls einen Schlaganfall hatte :o(.

Mittlerweile geht's ihm wieder gut, er hat wohl auch nix zurückbehalten und die Ärzte haben ihm eine Arterie, die zwischen Leiste und Ohr verläuft, wieder geöffnet, aber schön ist das trotzdem nicht :o(. Er muss jetzt auch Marcumar nehmen. Ich sehe bei meinem Vater, der im Dezember 2004 einen Schlaganfall mit irreversiblen Folgen hatte, täglich, was solch ein Schlag auslösen kann und ich bin ja im Juni 2011 auch nur ganz knapp an einem vollendeten Schlaganfall vorbei geschrammt - da mein INR mit 2,0 bis 2,4 zu niedrig angesetzt war, was ich zu dem Zeitpunkt aber noch nicht wusste. Seither soll mein INR ja immer zwischen 2,5 und 3,0 betragen, 3,1 wäre auch noch unproblematisch. Vor dem Hintergrund sind die Nachrichten von Schlaganfällen für mich noch viel weniger schön als sie es unter normalen Umständen schon wären.

Dienstag, 6. Dezember 2011

Angebote von unerwarteter Seite

Bevor mich im Juni 2011 die TIA ereilte :o/, hatte ich ein Vorstellungsgespräch bei einer Personalberatung in Düsseldorf, das auch sehr erfolgreich verlief - eigentlich sollte ich eine Woche später zum Probearbeiten kommen, um auch die anderen Kolleginnen kennen zu lernen, aber da lag ich ja leider im Krankenhaus. Ich hatte mich nach meiner Reha zwar noch mal mit dem Unternehmen in Verbindung gesetzt, aber verständlicherweise sind sie auf Nummer Sicher gegangen bei der Besetzung der internen Stelle - bei meinem APS weiß man ja nie, aber mittlerweile ist ja der therapeutische Bereich angehoben worden, in dem ich auch seit Wochen kontinuierlich liege, sodass da normalerweise nicht mit weiteren Fiesimatenten zu rechnen ist.

Damit schien das Ganze auch erledigt zu sein, aber vorhin bekam ich per Mail von eben jener Personalberatung einen netten Weihnachtswunschzettel im Hinblick auf berufliche Wünsche, weil sie mir dabei behilflich sein wollen - schließlich ist ja bald Weihnachten :o). Das fand ich in jedem Fall sehr nett und habe den Wunschzettel auch ausgefüllt zurückgeschickt - auch wenn das Ganze im Juni dank meiner Krankheit unglücklich gelaufen ist, hatte ich einen positiven Eindruck von dem Unternehmen und hoffe natürlich, dass sie tatsächlich in beruflicher Hinsicht etwas für mich tun können.

Freitag, 2. Dezember 2011

Wieder was dazugelernt...:o)

Bis vor einer halben Stunde kannte ich den Begriff Cyber-Chondrie noch nicht, doch seit ich per Zufall einen sehr informativen Artikel meiner Autorenkollegin Kirsten Wendt gelesen habe, ist mir der Begriff auch geläufig - wie der Name bereits vermuten lässt, handelt es sich um eine Mischung aus Internet-Recherche und Hypochondrie. Manche googeln dann ihre Symptome im Netz - und haben plötzlich und ausschließlich schwere, wenn nicht gar tödliche Krankheiten. Hm, bevor ich mir nen Kopf darüber mache, ob meine Kopfschmerzen wetterbedingt sind oder allen Ernstes auf nen Hirntumor hinweisen, sollte ich doch erst mal nen Arzt aufsuchen, aber manche googeln sich ja schon geradezu krank und können dem Arzt natürlich auch genau sagen, was sie haben, bevor der sie überhaupt mal untersucht und ne Diagnose gestellt hat. Manche Internet-Suchmaschinen zielen auch noch genau auf die Hysterie mancher Leute ab - allerdings muss leider auch gesagt werden, dass nicht alles, was im Netz steht, auch wahr ist. Wenn ich z. B. so Sätze lesen muss wie "Das klassische Anzeichen eines Antiphospholipid-Syndroms ist die tiefe Venenthrombose", krieg ich Plaque! Die tiefe Venenthrombose kann ein Symptom sein - bei mir war sie zufällig das Erste - aber sie ist kein zentrales Kennzeichen, denn so ein APS hat schon mal die unangenehme Angewohnheit, die Etage im Körper zu wechseln und auch andernorts für Gefäßverschlüsse zu sorgen (Herzinfarkt, Schlaganfall/TIA, Beckenvenenthrombose...).

Als ich mal vor Jahren - bevor ich überhaupt ahnen konnte, dass ich selbst mal mit den Symptomen einer TIA ins Krankenhaus muss - einen Artikel über die TIA geschrieben habe, habe ich sogar noch extra darauf hingewiesen, dass manche Symptome, die auf eine TIA bzw. einen drohenden Schlaganfall hindeuten, auch ganz andere Ursachen haben können - Hörstörungen beispielsweise können nicht pauschal auf ne TIA zurückgeführt werden, sondern z. B. auch auf die Menière-Krankheit oder eine Mittelohrentzündung. Schwindel ist so ein unspezifisches Symptom, sodass er auch nicht immer auf ne TIA oder nen Schlaganfall hindeutet - Ursachen können auch eine mangelnde Durchblutung des Herzens sein, weil z. B. ne Herzklappe nicht mehr richtig funktioniert, es gibt gutartigen Lagerungsschwindel, Verspannungen im Nacken können Schwindel auslösen...aber nein, für manche Hypochonder deutet Schwindel natürlich und ausschließlich auf nen drohenden Schlaganfall hin.

Am besten ist es natürlich, bei unspezifischen Symptomen und/oder akuten Erkrankungen nen Arzt zu Rate zu ziehen, der im Idealfall wissen sollte, was da los ist - gut, dass der Idealfall nicht selbstverständlich ist, habe ich selbst erfahren müssen, weil vier Radiologen ja über Jahre nicht in der Lage waren festzustellen, dass bereits Mikro-Einschläge in meinem Hirn stattgefunden haben; dazu musste ich erst mit ner TIA ins Krankenhaus gebracht werden und der Stationsarzt (YEAH!) hat dann als Erster rausgefunden, dass das wohl schon öfter passiert ist, wenn auch nur in mikroskopisch kleiner Form. Tja, wer gucken kann und sich mal ein bisschen Mühe gibt bei seinem Job, ist klar im Vorteil - die anderen haben ja eher gespielt "Was ich nicht sehe, ist nicht da", haha, und leider hatte ich die ganze Zeit so nen leisen Verdacht, der mir ja dann nur noch im Krankenhaus bestätigt wurde. Und wenn ich auf manche Ärzte gehört hätte, könnte ich heute nur noch Autos mit Automatikgetriebe fahren, weil die mir mein linkes Bein hätten abnehmen können oder zumindest den Unterschenkel wegen eines arteriellen Gefäßverschlusses, hahahahaha!! Trotzdem gibt es immer noch eine Reihe von guten Ärzten, die auch mal über ihren Tellerrand hinaus blicken und auch seltene Krankheiten diagnostizieren können. Leider sind sie aber nicht die Regel. Dennoch halte ich nicht viel von Selbstdiagnosen per Google.

Vor dem Hintergrund, dass manche Ärzte gar nix mehr mitkriegen, gefällt mir auch ein Cartoon auf nichtlustig.de so gut: Ein Patient sitzt mit einer Harpune in der Brust beim Arzt und fragt ihn: "Was ist denn nun mit meinen stechenden Herzschmerzen, Herr Doktor?" - Der Arzt hat natürlich trotz offensichtlicher Ursache für die stechenden Herzschmerzen ne ganz eigene Diagnose: "Das ist Liebe! Sie sind verliebt. Womöglich in mich!" Ich glaube, so gehen auch manche Ärzte an ihren Job ran, aber man kann sich ja einen aussuchen, dem man vertraut und bei dem man recht schnell rausfindet, dass er Ahnung hat von dem, was er da tut.

Freitag, 18. November 2011

Nette Versuche :o)

Ich freue mich ja grundsätzlich über meine große Follower-Gemeinde auf Twitter und folge auch zurück, wenn derjenige sympathisch bis seriös rüber kommt und/oder etwas tut, mit dem ich in der Praxis auch viel zu tun habe (Bewerbungen, Personalberatung, Verbraucherschutz, Kunst, Kultur, Ruhrgebiet, Medizin, andere Metaller, sowohl Fans als auch Musiker usw.).

Nett finde ich allerdings immer die folgenden Versuche, mich von etwas zu überzeugen, über das ich nur wenige Stunden oder Tage zuvor hier im Blog gewettert habe. Einige Beispiele sind:

  • Ich hab neulich über unerwünschte Werbeanrufe gebloggt und über die unverschämte Art eines Call Center Agents vor einigen Jahren, mir ein Abo für zig Gewinnspiele aufschwatzen zu wollen - nur wenige Stunden, nachdem der Blog-Eintrag online gegangen ist, folgte mir jemand auf Twitter, der einem auch die Teilnahme an zig netten Gewinnspielen anbot
  • Ich wetterte über unseriöse Esoterik-Portale oder Horoskop-Hotlines, die immer nur das Beste des Ratsuchenden wollen, nämlich seine Kohle - kurz nach dem Blog-Eintrag folgten mir ausgerechnet Anbieter solcher dubiosen Dienstleistungen
  • Ich mache ja öfter deutlich, dass Erotik und Pornographie zwei verschiedene Dinge sind, schon alleine vom Niveau her - kurz danach hatte ich ne Reihe von Porno-Sternchen als Follower an der Backe
  • Ich hab noch neulich gebloggt, dass ich nicht vorhabe, mir das Rauchen abzugewöhnen - schon folgt mir jemand, der Raucherentwöhnungsseminare anbietet.
Netter Versuch, wirklich. Etwas, von dem ich aus etwaigen Gründen nicht überzeugt bin (Hardcore-Pornographie, Esoterik, Gewinnspiel-Abos...), wird auch nicht überzeugender dadurch, dass man mir das durch das Folgen auf Twitter schmackhafter zu machen versucht, haha! Deshalb folge ich da auch nicht zurück, was ich sonst in aller Regel tue, wenn es sich um nette, seriöse Personen oder Unternehmen handelt, sodass mir die meisten unerwünschten Follower (vgl. oben) auch irgendwann wieder von der Fahne gehen. Der Rest, der mir nicht irgendwas aufzuschwatzen oder schmackhaft zu machen versucht, bleibt dauerhaft als Follower und das ist auch gut so.

Allerdings gibt's auch wirklich nette Versuche, wobei das "nett" jetzt nicht ironisch gemeint ist, sondern wirklich so, wie es da steht - nämlich nett :o). An jenem Abend, als ich wegen Sehstörungen und Schwindel in die Notaufnahme des Philipp gebracht wurde, hat mein Stationsarzt ja erst mal alle möglichen neurologischen Tests mit mir veranstaltet, um rauszufinden, was eigentlich passiert ist bzw. ob irgendwas zumindest temporär geschädigt wurde. Er hat mich nach dem Röntgen dann auch auf mein Zimmer in der Stroke Unit gebracht, kam nach fünf Minuten wieder und stellte sich mir noch mal vor, obwohl er das natürlich bereits in der Notaufnahme getan hatte, bevor er mich überhaupt untersucht hat - er wollte wohl testen, ob sich ein mögliches Gerinnsel in meinem Hirn nicht auf mein Erinnerungs- und Wahrnehmungsvermögen ausgewirkt hat, was ja auch schnell passieren kann bei nem Schlaganfall oder ner TIA. Da er sich mir noch mal vorstellte und mir die Hand gab, so als wenn wir uns noch nie gesehen hätten, hab ich ihn wohl so irritiert angeguckt, sodass er schon merkte, dass ich ihn wiedererkannt habe und wusste, wer er ist, hihi. Das nenne ich mal nen wirklich guten Fall von netter Versuch :o)).

Donnerstag, 29. September 2011

Putzige Suchbegriffe zu meinem Blog

Die meisten Besucher meines Blogs kommen über Suchbegriffe wie Ruhrpott Sprüche oder Sprüche Ruhrgebiet, teilweise auch über meinen Namen und/oder den Namen des Blogs, aber manchmal sind auch richtig süße bis lustige Suchbegriffe dabei, die nur entfernt was mit meinem Blog zu tun haben, weil das Wort vielleicht einmal oder auch schon mal mehrfach gefallen ist. Der Suchbegriff "Darth Vader schneidet Döner" war ja schon cool, bezogen auf meinen Blog-Eintrag "Krieg der Sterne vorm Traualtar", aber es geht noch cooler! Ich habe angesichts meiner Krankheit schon mal das Wort "Blutgerinnung(sstörung)" erwähnt und in Bezug auf etwas sexistischere Einträge auch das Wort "Penispumpe" - das Ende vom Lied ist jedenfalls der Suchbegriff "Blutgerinnsel Penispumpe" :oD.

Hm, ob Penispumpen wirklich für Blutgerinnsel verantwortlich sind, kann ich nicht mit Bestimmtheit sagen, da müsste man mal nen Arzt fragen, aber ausschließen möchte ich das nun wirklich nicht. Allerdings wird das Blut ja dann auf eine einzige Körperstelle konzentriert, sodass woanders wahrscheinlich kein Blut mehr zur Verfügung stünde, was im Gefäßsystem gerinnen könnte, höhö. Eine Minderdurchblutung kann eher für eine TIA oder Nekrosen sorgen, aber natürlich besteht theoretisch auch die Möglichkeit, dass das ganze Blut im Penis Gerinnsel bildet (AUA!). Von einer Penisthrombose mit entsprechenden Folgen habe ich allerdings auch noch nix gehört, hihi. Ich denke, ein Arzt könnte zum Thema sicherlich mehr sagen.

Mittwoch, 24. August 2011

Ein Besuch in der Rheuma-Ambulanz Essen-Werden

Gestern hatte ich um 13.30 Uhr wieder meinen obligatorischen, halbjährlichen Termin in der Rheuma-Ambulanz in Werden. Neben einigen Kanülen Blut, um zu kontrollieren, was mein Antiphospholipid-Syndrom derzeit so treibt, habe ich meinem Doc erst mal von meiner wenig lustigen TIA im Juni erzählt. Das fand er natürlich nicht lustig, aber solche Zwischenfälle sind nun mal selten lustig :o/. Das Drumherum im Krankenhaus war ja ganz lustig (Stationsarzt, Pfleger, Nachtschwester), aber der Zwischenfall an sich natürlich weniger. In wenigen Wochen bekomme ich dann Bescheid, wie es derzeit so in meinem Blut aussieht und was das APS treibt. Vielleicht hat es sich ja mal nach einem Jahr Dauer-Beschuss endlich entschlossen, erst mal Ruhe zu geben...?!

Zum Glück kann ich meinen Rheumatologen alles fragen, was dieses blöde APS betrifft, denn manche Ärzte haben davon nun wirklich keine oder nur sehr wenig Ahnung. Das ist auch nicht weiter schlimm, da man auch als Arzt nicht alles wissen kann, nur wenn sich jemand mit gefährlichem Halbwissen zum Experten hochstilisieren will, dann wird's kritisch, insbesondere für den Patienten. Manche Mediziner nehmen gewisse Beschwerden auch nicht immer ernst - das mag ja bei jemandem gehen, der kein APS hat, aber gewisse, scheinbar kleinere Störungen können bei nem APS-Patienten auf nen ziemlich ernsten Zwischenfall hinweisen. Nicht ohne Grund hat mein Stationsarzt ja beim Betrachten der Aufnahmen meines Schädels da einige ältere Läsionen im Hirnstamm entdeckt - allerdings hat er sich intelligenterweise nicht nur darauf verlassen, dass man Gefäßverschlüsse und Mikro-Embolien immer mit dem bloßen Auge erkennen kann; nein, er hat sich wirklich die Mühe gemacht, meine Aufnahmen mal mit der Lupe nach irgendwelchen Ereignissen abzusuchen und dafür bin ich ihm bis heute dankbar.

Zwischen Mai 2008 und 20. Juni 2011, als ich wegen Doppelbildern ins Philippusstift gebracht wurde, war ich mehrfach im Schädel-CT bzw. -MRT und alle Ärzte haben mir versichert, dass alles in Ordnung ist und sich dort keine Einschläge feststellen lassen, aber die haben sich ja auch nicht die Mühe gemacht, mal mit der Lupe nach Mikro-Einschlägen zu suchen. Ich hatte öfter mal das Gefühl, dass da irgendwelche Kleinigkeiten stattgefunden haben, aber wenn mir jeder Arzt sagt, dass da nix ist, dann muss ich das ja erst mal glauben. Wenn ich mich selbst untersuchen könnte, bräuchten wir keine Ärzte, aber manche nehmen einen ja auch nicht richtig ernst wie z. B. der Vollhorst letztes Jahr im September in der Notaufnahme des Philippusstift. Da bin ich hingefahren, weil ich plötzlich ne ziemlich verwaschene Sprache hatte (zumindest temporär), aber auch da war angeblich alles in Ordnung. Ich glaube, wenn nicht mein Stationsarzt an jenem Abend, sondern dieser Vollhorst die Notaufnahme betreten hätte, hätte ich Zeter und Mordio geschrien und nach nem anderen Arzt verlangt, aber das war ja zum Glück nicht nötig :o). M. E. ist dieser selbstgefällige, etwas dümmliche Vollhorst aber auch nicht mehr dort tätig - zum Glück!

So traurig oder böse es klingt: Bei manchen Ärzten kann man wirklich sagen, dass man keinen teuren Auftragskiller mehr beschäftigen muss, wenn man jemanden killen lassen möchte - manche Ärzte schaffen das schon alleine auf freundliche Kosten der jeweiligen Krankenkasse und somit kostenlos für alle anderen Beteiligten. Da war mir das Glück am Abend des 20. Juni wirklich hold, denn endlich hatte ich es mal mit nem Arzt zu tun, der sehr gründlich war, sich nicht auf irgendwelche Spekulationen eingelassen hat und, obwohl die Symptome natürlich erst mal eindeutig in eine bestimmte Richtung wiesen, auch andere Dinge außer Schlaganfall/TIA als Ursachen für meinen Zustand in Betracht gezogen hat. Allerdings hat er mich auch ernst genommen und da nicht den selbstgefälligen Halbgott in Weiß gemimt, der vor lauter Selbstverliebtheit gar nix mehr mitkriegt oder seine Patienten alle als Hypochonder, Hysteriker etc. abstempelt, die ein bisschen Aufmerksamkeit haben möchten. Solche Ärzte gibt es auch noch, aber leider kenne ich davon nicht mehr allzu viele.

Im Internet findet man ja auch einiges übers Antiphospholipid-Syndrom, wobei ich da meist eher die Artikel lese, die von einem Facharzt geschrieben wurden, der sich auch damit auskennt, denn manche glänzen da leider mit äußerst gefährlichem Halbwissen wie z. B. "Das zentrale Kennzeichen des Antiphospholipid-Syndroms ist die tiefe Venenthrombose..." Hm, das kann ein Kennzeichen sein (bei mir hat es sich sogar dadurch erstmalig geäußert), aber es sind auch alle anderen Arten von Gefäßverschlüssen denkbar - Herzinfarkt, Schlaganfall/TIA, arterielle Gefäßverschlüsse...deshalb prüfe ich auch erst mal, wie seriös Beiträge zum Thema sind, denn nicht alles, was im Netz steht, ist auch wahr.

Samstag, 2. Juli 2011

Teuflische Möwen und andere Skurrilitäten

Mein Lieblingsstofftier Sammy ist ziemlich beunruhigt, da ihre verstorbene Lieblingsschwester Edeltraud heute früh in meiner Kaffeetasse erschien und sie vor teuflischen Möwen warnte - allerdings merkte Edeltraud auch direkt an, dass ich als Sammys Mutti das Problem lösen kann. Hm, davon bin ich überzeugt - es gibt fast nix, was ich nicht in den Griff kriege. Nur gegen mein APS bin ich ziemlich machtlos, denn das macht ohnehin, was es will - vor gut zwei Wochen meinte es ja, mir ne TIA bescheren zu müssen. Die Sau! :o( Mal gucken, was es sich als nächstes einfallen lässt *grummel*. Immerhin hab ich meine Marcumar-Dosis schon erhöht und somit auch meinen INR in den neuen therapeutischen Bereich angehoben. Allerdings habe ich mit meinem APS gesprochen und ihm gesagt, dass es im vergangenen Jahr wohl genug Spaß hatte - Hörsturz im Juli 2010, zusitzende Arteria fermoralis links im Winter 2010/2011, jetzt im Juni 2011 die TIA mit Sehstörungen und Schwindel - und dass es sich jetzt mal wieder ins Nirvana verabschieden kann, denn das hat es ja zwischen Sommer 2004 und Sommer 2010 ja auch getan.

Skurril fand ich auch, dass mir die Ärzte letzten Montag im Philipp nicht glauben wollten - wobei das eine mir bis dato relativ unbekannte Mannschaft war, also keiner der Herrschaften, mit denen ich sonst zu tun hatte - dass ich keinen Systemischen Lupus Erythematodes (SLE) habe, sondern "nur" einen Lupus Antikoagulans. Deshalb haben die extra noch mal in der Rheumatologie in Werden angerufen, wo ihnen diese Diagnose ja auch bestätigt wurde, also nix mit SLE, hehe. Hm, eigentlich steckt in dem Begriff Lupus Antikoagulans das Wort "Blutgerinnung" schon mit drin, aber das ist einer der Gründe, warum ich vielen Ärzten nicht vertraue: Dann haben sie mal irgendwo was gehört oder gelesen und wollen einem dann direkt irgendwas andichten - der Oberarzt dachte ja sogar erst, dass meine TIA - die ja erst sogar als Mikro-Schlaganfall tituliert wurde - durch eine Entzündung im Hirn resultieren könnte. Er kam aber irgendwann von selbst drauf, dass da alle Anzeichen gegen sprechen, zumal mein Stationsarzt ja schon am Montagabend in der Notaufnahme einiges getan hatte bei den Tests, um z. B. eine Meningitis als Ursache für die Sehstörungen auszuschließen. Als ich ihm am Montag bei meiner Einlieferung sagte, dass ich an einem Antiphospholipid-Syndrom leide, an das allerdings der Lupus Antikoagulans gekoppelt ist, schien ihm die Erkrankung selbst was zu sagen, aber er hat zum Glück darauf verzichtet, irgendwelche Spekulationen und Mutmaßungen zum Thema anzustellen, was mir so auch viel lieber war. Er hat sich offenbar an das Motto von Dieter Nuhr gehalten: "Wenn man keine Ahnung hat: Einfach mal die Fresse halten!" :o) Ich fand dieses Verhalten, das aber trotzdem kompetent und überlegt war, jedenfalls viel angenehmer und besser als diese sensationsheischenden Mutmaßungen über Erkrankungen, mit denen sich viele Ärzte gar nicht richtig auskennen. Das ist ja auch nicht weiter schlimm - auch als Arzt kann man nicht alles wissen - aber wenn dann jemand nicht die Größe hat, vor sich selbst und dem Patienten zuzugeben, dass er in einem bestimmten Bereich an seine Grenzen stößt, dann finde ich das ärgerlich - und manchmal kann das sogar lebensbedrohlich für den Patienten werden, wenn an ihm rumgedoktert wird, weil der behandelnde Arzt durch gefährliches Halbwissen glänzen will. Da hat mir mein Stationsarzt viel besser gefallen - er hat nicht viel geredet, hat mit mir die bei der Symptomatik üblichen Tests gemacht und alles Notwendige veranlasst, ohne da die Pferde scheu zu machen oder über dies und das zu spekulieren. Das hätte mich auch ehrlich gesagt ziemlich kirre gemacht, zumal ich angesichts meiner Sehstörungen ohnehin schon unruhig genug war, aber mein Stationsarzt hat es durch seine Art geschafft, mich zu beruhigen und mich nicht noch zusätzlich mit Spekulationen, gefährlichem Halbwissen und einem Leben im Konjunktiv (hätte, sollte, könnte, würde...) aufzuregen. Chapeau!

Im August 2004 lag ich mit einer jungen Dame namens Silke auf der Rheumatologie in Werden und die hatte tatsächlich einen SLE, der nach 20 Jahren Schweigen über Nacht voll zugeschlagen hat, sodass ihr Zustand lebensbedrohlich war, da ein SLE nun mal die inneren Organe angreift; in dem Fall die Nieren. Ihr Lebensgefährte hatte direkt den Notarzt alarmiert, der sie erst mal in ihrem Wohnort Meinerzhagen ins Krankenhaus gebracht hat - und auch dort hatten die Ärzte zum Glück die menschliche Größe zu sagen, dass sie sich nicht gut genug mit Rheuma und SLE auskennen und haben sie direkt rüber nach Essen in die Rheumatologie bringen lassen. Wer weiß, wie das ausgegangen wäre, wenn da auch irgendne Bratbirne von Mediziner gemeint hätte, er müsste auf Gebieten rumdoktern, von denen er nichts oder nicht viel weiß.

Freitag, 1. Juli 2011

Liebestolle Menschlein und andere Verrücktheiten

Über die liebestollen Menschlein auf der Neurologie - Stationsarzt, Pfleger, Sozialarbeiterin, Pflegeassistentin - hatte ich ja schon mehrfach gebloggt, wobei jeder, dem ich die Stories erzähle, sich darüber wegschmeißt :o). Hierzu gibt es auch eine schöne Geschichte, die ich gestern unter goodnewstoday.de gepostet habe. Jedenfalls war das alles schon verrückt genug und ich habe mich zeitweise gefragt, in welchem Film ich gerade bin :o).

Natürlich sind außer dem liebestollen Personal noch mehr verrückte Dinge im Philipp, wie das Borbecker Krankenhaus im Volksmund genannt wird, passiert. Ein Mann erzählte von seiner Ex-Frau, die bis heute in der Geschlossenen sitzt, da sie alles und jeden abgefackelt hat - Pyromanie eben halt, um im Fachjargon zu bleiben. Er machte sich natürlich damals, als er noch mit ihr unter einem Dach wohnte, Sorgen, dass sie auch ihn irgendwann abfackeln könnte. Na ja, unberechtigt ist die Sorge ja nicht gewesen, aber mir fiel dazu ein makaberer Spruch ein, der sowohl ihn als auch die anderen Patienten in der Raucherecke zum Lachen brachte. Vielleicht hätte sie ja auch mal versucht, ihn anzuzünden, falls er ihr nicht heiß genug gewesen wäre *hust*.

Ansonsten avancierte mein T-Shirt "Lemming-Tode" (erhältlich im Online-Shop der Homepage nichtlustig.de) in der Raucherecke zum Kult, hehe. Die Leute freuten sich immer, wenn ich die Szene betrat und das T-Shirt trug, was letzten Freitag und Samstag der Fall war. Mittlerweile ist das kultige T-Hemd auch wieder frisch gewaschen.

Einer der Patienten ist Dauergast in der offenen Psychiatrie, da er ja nicht gefährlich ist, aber natürlich auch nicht in der Lage, allein zu wohnen. Er hat sich auch mit mir im Foyer am Aquarium bekannt gemacht, weil er einmal ein positives Erlebnis mit ner Frau haben wollte. Na, den Gefallen habe ich ihm doch gerne getan - wenn's nicht mehr als ein freundlicher Händedruck ist :o). Seine große Liebe ist jedoch Erika, eine Mitpatientin von der Inneren, die am Montag am Magen operiert werden musste. Er hat Erika sogar schon mal nen Heiratsantrag gemacht und war ganz enttäuscht, dass sie selbigen abgelehnt hat. Nach dieser Ablehnung hat er Erika zunächst ignoriert, wie sie mit großer Erleichterung feststellte, aber als ich letzten Sonntag gerade mit ihr in der Raucherecke zusammen stand, kam Klaus doch wieder auf sie zu und wiederholte seinen Antrag, da er nach eigenen Aussagen psychisch und seelisch gereift ist. Erika hat den Heiratsantrag trotzdem freundlich abgelehnt - verständlich.

Meine Zimmerpflanze und ich waren ja auch verrückt genug - wir haben morgens mit den Meisen im Maulbeerbaum gesungen, Fledermäuse zugetextet, sie mit toten Mücken gefüttert und das Kreuz auf der Kirchturmspitze des Borbecker Doms beobachtet. Wir haben schon gescherzt, dass sich das Kreuz direkt umdrehen würde (666!), wenn Klaus und Erika da als Frischvermählte aus dem Dom rausspazieren, hihi. Die Fledermäuse hätten dann bestimmt Spalier gestanden und statt Blumen tote Insekten gestreut, hahaha!!

Hm, wir haben auch gescherzt, dass wir irgendwann noch mal, wenn unser Stationsarzt - ja, genau der, der so angetan von mir war - uns mal hören würde, doch noch in der Psychiatrie landen. Meine Zimmerpflanze fand die Vorstellung lustig und meinte, dass er mich bestimmt mit nach Hause nehmen würde, damit er mich immer unter Beobachtung hätte, hihi. Dagegen hätte ich erst mal keine Einwände gehabt, aber ich denke, er wäre dann aus dem Rotwerden gar nicht mehr rausgekommen, wenn ich da so dekorativ bei ihm zuhause rumgesessen hätte und ab und zu mal einen meiner Sprüche abgelaicht hätte und morgens unter die Dusche gesprungen wäre :o). Ich fand ja schon seine roten Bäckchen zu niedlich, als ich ihn - ausnahmsweise mal wertneutral! - fragte, ob er gekommen wäre, um mich wieder zu stechen. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt!

Am 6. Juli geht's mit meiner Reha in Kettwig los - erst mal mit der Voruntersuchung - und ich bin mal gespannt, welche Verrücktheiten mich dort erwarten. Die Klinik in Kettwig ist auf Neurologie (was ja nach ner TIA auf mich zutrifft), Innere Medizin (mein Rheuma) und Kardiologie spezialisiert.

Dienstag, 28. Juni 2011

Ein verrückter Krankenhausaufenthalt

Dass ich seit einigen Tagen nix Neues gebloggt habe, liegt daran, dass mich am Abend des 20. Juni auf dem Heimweg wenig lustige Doppelbilder und Schwindelattacken ereilten, sodass ich später den Notarzt rufen musste - zum Glück war es kein formvollendeter Schlaganfall, sondern "nur" eine transitorische ischämische Attacke (TIA), aber das hat gereicht. Ich war zwar Marcumar-technisch gut eingestellt, aber in  Absprache mit den Ärzten setze ich jetzt den INR leicht nach oben, damit solche Mikroembolien nicht mehr meinen Sehnerv oder andere Gehirnareale durcheinander wuscheln können. Ich hasse meine Autoimmunerkrankung, die sich immer neue Fiesimatenten einfallen lässt, um mich ein wenig zu ärgern :o/. Unterkriegen lasse ich mich trotzdem nicht!

Da sich der Stationsarzt in der Notaufnahme des Philippusstift nach der Eingangsuntersuchung nicht sicher war, ob es ein Schlaganfall ist, hat er mich zur Sicherheit direkt stationär da behalten - 72 Stunden lang war ich auf der Stroke Unit und wurde an Monitoren überwacht, bevor ich Freitagvormittag auf ein normales Zimmer verlegt wurde, zumal sich meine Doppelbilder zum Glück recht schnell wieder ins Nirvana verabschiedet hatten. Ne ambulante Reha gibt's aber trotzdem. Ich warte noch auf Bescheid aus Kettwig, wo die Reha durchgeführt werden soll. Meine Freunde und Kollegen waren jedenfalls rührend besorgt um mich bzw. sind es immer noch *knuddel*.

Also, ich muss sagen, das Philipp, das ich ja schon von zwei stationären Aufenthalten in den Jahren 2002 und 2004 her kannte, war nie so mein Lieblingskrankenhaus, z. T. wegen unfreundlichem Personal, z. T. wegen fehlender Kompetenz, aber das hat sich zum Glück doch sehr gewandelt. Glücklicherweise waren die Ärzte, Therapeuten und das Pflegepersonal echt lieb und man konnte vernünftig und normal mit ihnen reden - zu lachen gab es auch öfter was :o).

Am Freitag, als ich auf ein normales Zimmer umgesiedelt wurde, bekam ich 1,5 Stunden später eine sehr nette Zimmerpflanze aus Altenessen - eine reizende Dame von Mitte 60, die ich aus Diskretionsgründen mal Frau G. nenne.  Sie hat öfter mal unerklärliche Ohnmachtsanfälle, die sich auch in keinster Weise ankündigen - zack, plötzlich wird ihr schwarz vor Augen. Die Ursachen hierfür sollen jetzt also erforscht werden. Wir hatten sehr viel Spaß miteinander - morgens haben wir zusammen mit den Meisen gesungen, die sich im Baum vor unserem Fenster tummelten, abends haben wir Fledermäuse zugetextet, die im Glockenturm des Borbecker Doms nächtigen und den Zeppelin gebeten, Grillfleisch für uns abzuwerfen, denn das Essen im Phillip hat sich im Gegensatz zu allen anderen Dingen nicht wirklich verbessert. Wir haben schon gescherzt, dass unser Stationsarzt - ein sehr netter, aber doch ziemlich introvertierter Mann - uns irgendwann noch von der Neuro in die Psychiatrie verlegen lässt, wenn er all das mitbekommt :oD. Seine letzten Worte wären dann wahrscheinlich gewesen, bevor er die Tür hinter sich verschlossen hätte: "Frau Döll, Frau G., nehmen Sie Ihre Tabletten und legen Sie sich hin!" :o)

Hm, ansonsten weiß ich nicht, was los war, aber irgendwie galt wohl plötzlich  "Verrückt nach Alex" - mein Stationsarzt hatte plötzlich so komische, linkische Anwandlungen (die ich erst gar nicht gerafft habe, bis mich meine Zimmerpflanze mit der Nase mal darauf stieß, was das jetzt zu bedeuten hat) beim Blut abnehmen, ein Pfleger war ganz beflissen, mir mein Essen persönlich zu servieren, eine Pflegeassistentin war überglücklich, zwanzig Meter mit mir über den Flur latschen zu dürfen und die Sozialarbeiterin hielt gestern meine Patschhand. Dazu sage ich nur eins: EHRLICH, ICH HAB NIX GEMACHT! :oD

Echt, die Blutabnahme am Samstagabend und am Sonntagmorgen durch meinen Stationsarzt war der Knaller! Er kam da so ganz linkisch reingewandert, um mir meinen Quick-Wert zu entnehmen, ich entblößte meinen rechten Arm, weil links noch ne Kanüle drin steckte, sodass da ne Blutentnahme nicht möglich gewesen wäre. Seine Utensilien hat er schön auf meinem Nachtschränkchen, das links von mir stand, platziert gehabt - hm, ich hätte ihm das Röhrchen auch gerne gereicht und auch kein Problem damit gehabt, wenn er sich über mein Bett gebeugt hätte, um sich die Sachen zu grabbeln, aber nein...stattdessen turnte er da ziemlich unbeholfen um mein Bett herum. Ich hab ja bis dato gar nicht gerafft gehabt, was los war, aber ich musste mir trotzdem ein Lachen verbeißen. Auch meine Zimmerpflanze konnte kaum ernst bleiben, denn das war geradezu putzig, was er da veranstaltet hat. Warum einfach, wenn's auch umständlich geht? Blut abnehmen kann er allerdings sehr gut, den Pieks merkt man kaum, deshalb mochte ich seine Warnung immer so gern: "Achtung, es gibt jetzt nen Pieks!" (Ach?) :o)

Am Sonntagmorgen hat er sich zwar nicht ganz so unbeholfen angestellt, aber es war putzig-linkisch genug. Ich saß da mit nassen Haaren im Bademantel, T-Shirt und Trainingshose auf meinem Bett und wollte mir gerade die Haare föhnen gehen, nachdem ich vom Duschen wiedergekommen war, als er wieder die Szenerie betrat, um mir Blut abzuzapfen. Hm, ich hatte mir bei der Bemerkung eigentlich nix gedacht, mir ging erst später auf, was ich da von mir gegeben hatte, denn ich fragte ihn freundlich: "Na, stechen Sie mich jetzt wieder?" Oooops...da bekam er aber rote Bäckchen. Ja, okay, das Stechen hätte man jetzt falsch verstehen können, hihi. Ich hab ihm diesmal sogar meinen linken Arm angeboten, weil der Pfleger, der ganz versessen darauf war, mir meine Mahlzeiten zu servieren, mir kurz zuvor die Kanüle entfernt hatte, aber er stammelte: "Nee, nee, das geht schon rechts, aber da kommen ja die ganzen Venen hoch (kein Wunder, an den Vortagen sind mir da ja bereits sämtliche Venen zerstochen worden wg. der ganzen Blutabnahmen...) und Sie waren ja auch gerade duschen...!" *rotwerd* Was das Duschen jetzt mit dem Rest zu tun hatte, war unklar, aber diese Unbeholfenheit war einfach zu niedlich. Meine Güte, ich kann nur sprechenden Menschen helfen, wenn sie in mir nicht nur die Patientin sehen, sondern auch die Frau hinter der Patientin (O-Ton Frau G.), aber auf Gestammel, linkisches Rumgehopse und ähnliche Dinge kann ich wahnsinnig schlecht angemessen bis beruhigend und freundlich reagieren. Die Einladung zu ner Tasse Kaffee oder nem Eis hätte ich nämlich bestimmt nicht abgelehnt :o).


Ich weiß zwar nicht, warum das so ist und er mich scheinbar so cool findet, aber irgendwas muss es ja sein - dabei bin ich das glatte Gegenteil von ihm. Ich bin extrovertiert und er eher introvertiert, aber meine Zimmerpflanze begründete diesen scheinbaren Widerspruch so: "Manchmal sucht man in dem Anderen das, was man selbst nicht ist!" Das mag wohl möglich sein *grübel*. Renate, Marina und meine Zimmerpflanze fanden das Ganze jedenfalls total romantisch - ja, dann sollten dem linkischen Gehabe doch mal Taten folgen! :o) Meine Zimmerpflanze nennt ihn jetzt Charmin Bear - nicht zu verwechseln mit dem Charmin Bear, den ich von früher kenne, hehe.

Auch unsere eine Nachtschwester war zwar super-nett und ich mochte sie gern, aber irgendwie auch unfreiwillig komisch. Nachts schmiss sie die Tür auf, dass selbige bald aus den Angeln flog, und fragte uns: "Können Sie nicht schlafen?" Hm, ja, eigentlich hatten wir bis dato geschlafen, aber wie soll man ungestört durchschlafen, wenn mindestens einmal pro Nacht die Tür auffliegt?! :oD Da kann kann wohl keiner pennen. Auf jeden Fall war das der surrealste, lustigste Krankenhausaufenthalt, den ich je hatte - obwohl ich mit all meinen Zimmerpflanzen diesbezüglich immer Glück hatte, auch in der Rheumatologie in Werden oder auf der Gefäßchirurgie im Elisabeth-Krankenhaus.