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Freitag, 13. Juni 2014

Unwetterzahlen aus Düsseldorf

Uli schrieb mir gestern Nachmittag eine E-Mail, da sie und Herkules leider morgen nicht zu meiner Lesung kommen können, denn Uli engagiert sich in ihrer Freizeit beim Tierheim Dormagen und dort ist der Hundeplatz nach dem verheerenden Unwetter vom Montagabend fast komplett verwüstet worden :o((. Da habe ich vollstes Verständnis, denn das Aufräumen zugunsten der Tiere geht vor.

In Düsseldorf wurden 17.500 Bäume durch den Gewittersturm zerstört, 10.000 beschädigt - und dabei sind noch nicht mal die Bäume in Parks, Wäldern und sonstigen Grünflächen eingerechnet. Auf der Kaiserswerther Straße, die ja auf beiden Seiten dicht mit Bäumen bestanden war, sind alleine 100 zerstört worden. Da ich zwischen August 2010 und Dezember 2011 immer auf der Kaiserswerther geparkt habe und mit der U-Bahn in die Stadt gefahren bin, weiß ich, dass es sich bei den Bäumen an der KWS, wie sie auch kurz genannt wird, um alte, kräftige Bäume handelte, aber den Windböen von über 140 km/h konnten auch sie nicht mehr Stand halten :o((.

Auch bei uns in Essen sind die Aufräumarbeiten noch in vollem Gange und an einigen Stellen sieht es dank des unermüdlichen Einsatzes von Feuerwehr, THW, Privatpersonen etc. schon besser aus als noch am Dienstag, aber natürlich ist immer noch einiges zu tun. Das Dachsfeld ist nach wie vor zwischen Herskamp und Reuenberg gesperrt. Auch bei den beiden Bäumen, die dort umgestürzt sind, handelte es sich um alte, kräftige Bäume, die dort schon gestanden haben, als ich noch ein Kind war :o(.

Schon als die Super-Zelle heranzog, war davon auszugehen, dass es sich hierbei um kein normales Sommergewitter handelt, sondern dass da was Größeres, Verheerendes im Anzug ist.

 
Super-Zelle am Montagabend über Essen-Gerschede - (c) Alexandra Döll, Essen
 
Vor dem Hintergrund verstehe ich auch nicht, dass das Pfingst-Open Air im Löwental erst abgebrochen wurde, als das Unwetter praktisch schon da war - und in Düsseldorf sowie im Essener Süden war es ja schon eher als bei uns im Essener Nordwesten. 20 Minuten, bevor es bei uns wettertechnisch richtig rund ging, bekam ich ja schon Warnmails aus Düsseldorf mit dem Hinweis, dass in D'dorf gerade die Welt untergeht und ich auf dem Balkon alles in Sicherheit bringen sollte, was nicht niet- und nagelfest ist. Der Essener Süden liegt viel näher an Düsseldorf als der Nordwesten und die Verantwortlichen des Festivals müssen diese Super-Zelle doch viel eher gesehen haben als wir in Gerschede, Dellwig, Bedingrade, Borbeck und Schönebeck. Nach Aussage einiger Festival-Besucher war auch erst gar nicht von einem Gewitter die Rede, sondern von Regen - sorry, beim Anblick dieser Wolkenfront hätte eigentlich jeder drauf kommen können, dass da ein Unwetter mit Blitz, Donner, Starkregen und ggf. sogar großkörnigem Hagel und einem Tornado im Anmarsch ist. Den großkörnigen Hagel hatten wir zwar nicht, aber unter den Starkregen hatte sich zumindest kleinkörniger Hagel gemischt. In Dellwig unweit des Klaumerbruchs hat ein WAZ-Leser sogar ein Foto von einer Windhose geschossen. Die hatten wir in Gerschede zwar nicht, aber der Orkan hat schon gereicht.
 
In der WAZ wurden vor einigen Tagen zwei Fotos veröffentlicht, die zeigten, wie die Super-Zelle rüber nach Essen zog - eins wurde von einem Redakteur über dem Ruhrtal geschossen, eins von einem Leser in Rüttenscheid. Da konnte man ja schon sehen, was sich da auf's Ruhrgebiet zu bewegt, aber keiner ist drauf gekommen, das Festival früher abzubrechen, sondern erst, als es schon zu spät war?! Da müssen manche aber sehr blauäugig gewesen sein.


Donnerstag, 12. Juni 2014

Clio als ein Glückspilz des Unwetters :o)

Heute Vormittag unterhielt ich mich kurz mit meiner Nachbarin, die zusammen mit ihrem Mann und ihrer kleinen Tochter im 2. OG schräg über mir wohnt. Im Gegensatz zu meiner Wohnung liegen einige Fenster ihrer Wohnung ja zur Straße raus, sodass sie während des Unwetters vom Montagabend sehen konnte, was sich vor unserem Haus abspielte - mir reichte ja schon das, was ich hinterm Haus gesehen habe.

Mein Clio stand an jenem Abend keine zehn Meter von den Linden vor unserem Haus enfernt, nur zwei Einfahrten trennten ihn von den Bäumen, die angesichts des massiven Sturms jede Menge Äste verloren hatten. Meine Nachbarin bekam schon Angst um mein Auto, da die abgebrochenen Äste immer weiter auf mein Auto zugeweht wurden, aber einen Meter vor Clios Heck haben die Äste Halt gemacht, sodass mein Clio heil geblieben ist *freu*.

Vom Haus gegenüber sind einige Dachziegel runter gekommen, sodass dort derzeit die mittlere und rechte Garageneinfahrt gesperrt sind. Zum Glück haben die herabfallenden Dachziegel kein Fahrzeug beschädigt. Glück gehabt! :o)

 
Glückspilz Clio gegenüber - (c) Alexandra Döll, Essen
 
Auf dem Foto sieht man ja noch einen Teil der Äste, die am Montagabend bei dem Gewittersturm runter gekommen sind - der andere Teil befindet sich bereits in den Müllsäcken, die man ebenfalls auf dem Foto sieht. Rechts am Bildrand sieht man noch die gesperrte mittlere Garageneinfahrt.
 
Das Dachsfeld ist  nach wie vor zwischen Herskamp und Reuenberg gesperrt, denn die umgestürzten Bäume sind immer noch nicht komplett beseitigt - kein Wunder bei dem, was Feuerwehr, THW usw. derzeit zu tun haben. Einen Teil der Bäume haben die Anwohner schon selbst beseitigt. Wie mir meine Nachbarin erzählte, ist aus den Gärten im Dachsfeld sogar ein großes Trampolin auf die Straße geweht worden und den Menschen gegenüber in die Fenster geschlagen :o(.  
 
Beim Pfingst-Open Air im Löwental, das wegen des Unwetters abgebrochen werden musste, kritisieren viele Besucher und deren Angehörige, dass das Festival trotz des aufziehenden Unwetters viel zu spät abgebrochen wurde. Eine Freundin meiner Nachbarin musste sich schließlich per pedes von Werden im Süden der Stadt auf den Weg nach Altenessen im Norden machen - sie war erst gegen 3.30 Uhr zuhause im Essener Norden, denn es fuhr ja nix mehr, da bereits Oberleitungen beschädigt waren.
 
Einige wenige Festival-Besucher kamen wohl in einer Turnhalle unter und fanden das alles ganz toll - wie viele aber in Panik geraten sind, zumal auch kein ÖPNV mehr fuhr, und sich zwischen dauernden Blitzen, Regen und Orkan zu Fuß den Werdener Berg hoch bis nach Bredeney gekämpft haben, davon ist in den Massenmedien kaum die Rede. Lediglich eine Reihe von Leserbriefen in der WAZ zeugt von den bisweilen chaotischen Zuständen im Löwental, wobei jedoch insbesondere Privatpersonen, die Werdener Krankenhäuser, eine Pommesbude und ein Eiscafé gelobt wurden, weil die sich vorbildlich um gestrandete Festival-Besucher gekümmert und sie während des Unwetters bei sich aufgenommen haben. Lediglich ein Café in Werden hat ein Mädchen und zwei Jungs nach 15 min. wieder raus in den Gewittersturm gejagt, weil die Jugendlichen verständlicherweise komplett durchnässt waren. Da stellt sich die Frage: Was erwartet der Besitzer des Cafés bei Starkregen, Gewitter und Orkanböen? Dass die Kids da nicht mehr knochentrocken und geschniegelt aussehen, dürfte einleuchten - er oder sie musste ja auch nicht daraus ins Chaos und sich in Lebensgefahr begeben. Zum Glück hat sich eine fremde Familie der drei Teenager über Nacht angenommen.