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Donnerstag, 15. August 2013

Die ultimative Geisterbahn

Da ich ja angeblich nur ein Gespenst bin :o), das hier vor dem Rechner spukt, Listen mit schwarzer Magie zaubert (ganz ohne Glaskugel!) und für Chefe bzw. seinen Besuch gelegentlich mal gespenstischen Kaffee kocht, hatten Renate und ich die Idee, gemeinsam mit Eva eine Geisterbahn zu eröffnen, hihi. Geister sind ja schon genug da...

  • Unsere Heulboje am Empfang mit den Geisterscheinungen kann ja dann auch direkt die Besucher der Geisterbahn empfangen - und sich gruseln, wenn das soviele sind, die dann vielleicht auch noch sprechen. Ganz gruselig: Die Fahrgäste könnten eine Frage an sie haben, die sie nicht beantworten kann :oD.
  • Renate als Hexe reitet auf einem Besen und kichert hexenhaft, während sie mit ner besessenen Kröte in der Hand winkt
  • Eva - als Zombie aus dem Sumpf verkleidet - hält den Besuchern ein riesiges, blutbesudeltes Werwolf-Gebiss hin und ruft fröhlich "Halla!"
  • Stinki verdingt sich als meckernde Leiche und motzt die Leute aus einem hoch kant stehenden Sarg heraus an "Wat is'n mit Ihnen eigentlich los?!" - natürlich mit geöffnetem Sargdeckel. Irgendwohin muss ja der Zigarettenrauch entweichen - damit die militanten Nichtraucher einen Grund haben, sich doppelt aufzuregen
  • Ich mime den Totengräber (natürlich ganz in schwarz), kichere maliziös, gebe einem auf der Erde liegenden Skelett ein blutrotes Bonbon und schwinge meine Schaufel
  • ES plärrt, weil ne große schwarze Spinne sich von der Decke abseilt und ruft: "Mr. Dole, look at me!". Vor Schreck stehen ihm die Haare zu Berge, d. h. er hat plötzlich nen riesigen Afro-Mob...

Das wäre nur eine kleine Auswahl an unseren Geistern, die die Besucher erschrecken könnten :o).  Für Kinder wäre eine solche Geisterbahn m. E. aber nicht empfehlenswert, weil einfach zu erschreckend. Über die "jugendfreie" Version muss ich mir noch Gedanken machen. Entsprechend würden wir die Geisterbahn auch erst für Besucher/innen ab 16 Jahre frei geben.

Samstag, 12. Januar 2013

Ü-Eier-Figuren - designed by Alex :o)

Ü-Eier-Figuren erfreuen sich ja bei vielen Sammlern großer Beliebtheit und auch ich habe z. T. mal welche gesammelt, wie z. B. die Happy Hippos. Vor dem Hintergrund komme ich natürlich nicht umhin, mal eigene Ü-Eier-Figuren zu kreieren - sehr zum Spaß von Eva :o). Meine liebe Gattin lachte sich im Büro platt, als ich den passenden Werbejingle dazu trällerte:

"Wir sind die krassen Kläuschen, wir sind die krassen Kläuschen, wir sind jetzt mit dabei in jedem siebten Ei!"

Wie man diesem Jingle schon entnehmen kann, heißen meine Ü-Eier-Figuren also "Die krassen Kläuschen". Dazu sind mir acht hübsche Figuren eingefallen, wobei ich allerdings befürchte, dass teilweise die militante Nichtraucherlobby, militante Super-Muttis u. ä. Idioten bei einigen Figürchen doch einen Herzkasper bekommen würden :o).

Die acht Figürchen hätten folgende Mottos:

  1. Töpfchen
  2. Pipi
  3. Sarg
  4. Blume
  5. Spiel mir das Lied vom Tod
  6. Apfel
  7. Eis mit Sahne
  8. Wetterfrosch.
Wie sich jeder denken kann, sitzt das krasse Kläuschen Nr. 1 auf einem Töpfchen - natürlich aus Polypropylen - und käckelt vor sich hin (höhö). Ich denke, dass militante Feministinnen dann schon abdrehen würden, wenn dort ein Mann mit heruntergelassener Hose auf einem Töpfchen käckelt :o).

Noch schlimmer wäre für militante Feministinnen und Männerhasserinnen dann wohl das krasse Kläuschen Nr. 2, denn der pinkelt im Stehen (geht ja mal gar nicht!) und das auch noch in ein Töpfchen aus Polypropylen, hihihi.

Das krasse Kläuschen Nr. 3 hockt im Schneidersitz auf einem Sargdeckel (hehe) und raucht. Ach Gott, jetzt kriegen wieder die militanten Nichtraucherschützer ne Zwischenblutung - das tut mir jetzt irgendwie nicht leid. Vielleicht fänden sie's aber auch gut, dass ein Raucher auf einem Sargdeckel hockt, denn nicht umsonst werden Zigaretten ja auch Sargnägel genannt *kicher*.

Das krasse Kläuschen Nr. 4 lächelt eine Blume an (z. B. eine Gerbera), die aber den Kopf hängen lässt - warum, ist ja egal, da kann's ja verschiedene Gründe geben. Evtl. mag die Blume das krasse Kläuschen nicht oder sie steht kurz vorm Vertrocknen - wer weiß das schon so genau? :o)

Das krasse Kläuschen Nr. 5 sitzt mit angezogenen Beinen auf der Erde und spielt Mundharmonika. Auf seiner Schulter hockt ein grinsender Geier, der passenderweise ein Schild hochhält mit der Aufschrift "Spiel mir das Lied vom Tod" :o))).

Das krasse Kläuschen Nr. 6 hält einen Apfel in der Hand und schaut irritiert, denn aus dem Apfel lugt eine freundliche Made hervor. Die Made hebt zwar höflich ihr Hütchen, streckt dem krassen Kläuschen aber die Zunge raus. Wenn Ü-Eier-Figuren auch noch sprechen könnten, würde dieses krasse Kläuschen wohl fragen: "Wat is'n mit dir eigentlich los?!" :o))

Das krasse Kläuschen Nr. 7 leckt ein Eis in der Waffel, das mit einem Häubchen aus Sahne dekoriert ist. Auf dem Sahnehäubchen befindet sich eine dicke Erdbeere, die von einer Hummel befummelt wird, denn: Alle Hummeln wollen wieder fummeln :o)). Auch da würden die Feministinnen wieder total abdrehen...

Das krasse Kläuschen Nr. 8 hält in der einen Hand einen Laubfrosch, den er mit der anderen Hand befummelt - wohl um festzustellen, wie das Wetter wird. Auf seinem Schuh hockt ein zweiter grinsender Laubfrosch, der ne Fliege mit der Zunge fängt. Marina würde jetzt sagen: "Mehr Zunge bitte!" :oD

Zu schade, dass es diese Figürchen niemals geben wird, denn a) sind einige davon nicht kindgerecht genug, b) einige davon würden die Gemüter von Lobbyisten, Feministinnen und Männerhasserinnen erregen :o), c) fehlt ein aktuelles Foto vom menschlichen Original, aus dem man dann die Figuren kreieren könnte d) wären diese Ü-Eier eher für Jungs oder Mädchen geeignet? Fragen über Fragen...

Samstag, 21. April 2012

Unwetterwarnung für Essen und Umgebung

Lt. UWZ besteht derzeit bis etwa 15.50 Uhr für eine Unwetterwarnung für Essen, Mülheim, Oberhausen, Duisburg, Gelsenkirchen und Bochum - neben Gewittern mit Starkregen sind auch Hagel und stürmische Böen möglich. Der Starkregen war ja schon da, genau wie der Hagel - Blitz und Donner bzw. die stürmischen Böen fehlen noch. Derzeit ist aber alles ruhig da draußen.

Vor zehn Jahren ist es in Gummersbach in einer gewittrigen Nacht mit Starkregen passiert, dass Särge von einem Friedhof, der an einem Hang lag, in die umliegenden Gärten gespült wurden. Hm, das stelle ich mir ziemlich makaber vor, wenn ich morgens meine Rolladen hoch ziehe und auf meiner Terrasse steht ein Sarg, ggf. noch halb offen und mit verwesendem Inhalt...oder meine Kinder rennen raus in den Garten und kreischen los, weil ein Sarg da so unmotiviert in ihrer Sandmuschel rum steht und das Skelett im Inneren sich tot lacht, haha.

Auf dieser morbiden Geschichte aus dem Sommer 2002 basiert auch meine erste Geschichte in dem Buch "Düstere Schauergeschichten" (April 2010), denn in dieser Geschichte werden auch Särge vom Südwestfriedhof in Essen runter ins Mühlbachtal gespült, aber zum Glück nicht in Wohngebiete. Nach einem starken Gewitterschauer haben sich auch da einige Särge, die in Gräbern direkt am Hang lagen, selbstständig gemacht und stehen ziemlich chaotisch im renaturierten Mühlenbach rum.

In der zweiten Geschichte mit dem Titel "Beerdigungsmusik" gibt es auch ein Gewitter mit Starkregen und Hagel, gleichzeitig gibt's auch noch ne Mondfinsternis mitten am Tag, ausgerechnet bei einer Beerdigung, in deren Vorfeld bereits unheimliche Trauergesellschaften und ein durchgeknallter Leichenwagenfahrer eine besondere Rolle spielen.

Samstag, 18. Juni 2011

Zwei kleine Leseproben aus "Düstere Schauergeschichen"

Nachtschreck und Morgengrauen

[...] Claudia und Richard hatten zehn Särge gezählt, die den Hang herunter gespült worden waren. Bei den meisten hatten die Verschlüsse zum Glück gehalten, aber bei Dreien war der Deckel aufgesprungen. Von der Auskleidung des Sarges war nichts mehr übrig und von den darin befindlichen Leichen selbst auch nur noch das Skelett. Martha wandte sich ab, weil ihr übel wurde beim Anblick der sterblichen Überreste. Claudia hatte zwar einen sehr makaberen Humor, aber es war ein Unterschied, ob man Skelette in Comics sah bzw. im Fernsehen oder ob man reale Gerippe vor sich hatte. Der echte Anblick war nicht mit dem aus der Distanz des Fernsehens zu vergleichen.

Eins der Skelette war komplett zahnlos, weil der Mensch, zu dem es gehörte, vermutlich zu Lebzeiten ein Gebiss getragen hatte. Die leeren, schwarzen Augenhöhlen starrten mit entsetzlicher Konzentration in den Nebel. [...]


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Beerdigungsmusik

[...] Ein dritter Friedhofsgärtner öffnete das Tor weiter, damit ein Fahrzeug einfahren konnte; vermutlich ein Leichenwagen. Sie drehten sich um. Tatsächlich steuerte ein großer Mercedes Kombi aus den 1970er Jahren mit dunkel getönten Scheiben langsam auf das Tor zu. Auf der Tür waren mittels silberfarbenen Aufklebern der Name des Beerdigungsinstituts (Bestattungen Verweser - wie passend!) und ein großes Kreuz angebracht. Sie gingen zur Seite, um dem Leichenwagen Platz zu machen. Der Fahrer hatte die Seitenscheibe herunter gelassen und nickte zum Dank einmal mit dem Kopf. Als er an Rosanna vorbei fuhr, gefror ihr das Blut in den Adern. Unwillkürlich lehnte sie sich an Frank. Der Typ hinterm Steuer trug, wie im Bestattungsgewerbe üblich, einen schwarzen Anzug, zudem noch eine dunkle Sonnenbrille und eine Chauffeurs-Mütze. Eigentlich sah er ganz normal aus, aber dieses Grinsen, das er Rosanna schenkte, war geradezu irre und maliziös. Sein gut rasiertes Durchschnittsgesicht wirkte maskenhaft, das irre Grinsen wie eingeätzt. Sie musste an den ähnlich unheimlich anmutenden Leichenwagenfahrer aus dem Horror-Film "Das Landhaus der toten Seelen" mit Bette Davis, Karen Black und Oliver Reed in den Hauptrollen denken. Der Leichenwagenfahrer in diesem Film hatte genauso bösartig, wissend und hinterlistig gegrinst. [...]


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Bibliographische Daten:
Alexandra Döll. Düstere Schauergeschichten. Zwei unheimliche Kurzgeschichten aus'm Ruhrgebiet. Books on Demand GmbH, Norderstedt, 2010. ISBN: 978-383917-1622. Paperback, 52 Seiten. Preis: 5,50 Euro. Erhältlich bei Amazon, Thalia, Libri und weiteren Online-Buchshops.

Freitag, 10. Juni 2011

Abgefahrene Achterbahn

Marina und ich haben zwar beide einen Universitätsabschluss - sie einen Magister, ich ein Diplom - aber natürlich nicht in Ingenieurwissenschaften, da wir beide eher geistes- und gesellschaftswissenschaftlich ausgerichtet sind. Das würde uns dennoch nicht daran hindern, eine eigene Achterbahn zu entwickeln - schließlich ist Marina mit einem Ingenieur verheiratet (wenn auch in der Fachrichtung Verpackungstechnik) und ich kenne auch einige wie z. B. Thorsten (wobei da die Fachrichtung auch eher im Bereich Verfahrens- und Fördertechnik liegt). Dennoch können wir die Herren ja für Planung und Bau rekrutieren, hihi, weil Achterbahnen an sich faszinierende, ausgefeilte Bauwerke mit Nervenkitzel-Faktor sind - auch wenn ich nicht alle Achterbahnen besuchen muss/darf.

Unsere schöne Achterbahn hieße:

Coffin Coaster!

(Für alle Leser/innen, die jetzt nicht so fit in der englischen Sprache sind, hier die Übersetzung: Sarg-Achterbahn)

Aufstellen würden wir unsere Achterbahn gerne auf der großen Brache hinter der Essener Straße in Bottrop-Lehmkuhle - schön eingebettet zwischen Emscher, A42 und still gelegter Güterbahnlinie. Das Ganze soll eine Mischung aus Achter- und Geisterbahn sein, hihi.

              Achterbahn in Florida - (c) BurningWell, pixabay


Natürlich gibt es bei unserem Coffin Coaster keine bei Achterbahnen üblichen Wagen - nein, wie der Name schon vermuten lässt, sind jeweils acht Särge für jeweils zwei Personen zu einem Zug aneinander gekoppelt, wobei immer zwei Züge unterwegs sind. Wenn der erste fast durch den Parcours durch ist, wird der zweite zur Startrampe geschickt, hihi!

Jeder schwarze Sarg ist liebevoll mit weißem Stoff ausgekleidet und verfügt natürlich über Sicherheitsbügel - auf Wunsch können die beiden Insassen (oder besser gesagt: Inlieger) auch wie bei einem Rodelschlitten übereinander gelegt werden. Gleichwohl gibt es ein Guckloch im Sargdeckel, damit die Fahrgäste auch etwas während der ansonsten ziemlich dunklen Fahrt sehen können.


          Grabstein - (c) Lucky Luke, pixabay


          Geisterbahn - (c) qay, pixelio.de
Während Marina und ich im Kassenhäuschen - sieht passenderweise wie eine Krypta aus - Tickets verkaufen (Erwachsene 5 Euro, Kinder bis 12 Jahre vier Euro), sind Steffiiiii, Timo und Thorsten vor der Fahrt persönlich dafür verantwortlich, dass alle Fahrgäste bequem in ihren Särgen liegen und die Sargdeckel ordentlich verschlossen sind. Keine Angst, für ausreichende Belüftung durch unauffällige Lüftungsschlitze ist gesorgt! Allerdings eignet sich die Achterbahn nicht unbedingt für Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Schwangerschaft und Klaustrophobie...

Steffiiiii und Timo tragen natürlich ein weites schwarzes T-Hemd mit der Aufschrift "Coffin Coaster", genau wie Marina und ich. Thorsten staffiere ich als Chuckys Braut ("Chucky die Mörderpuppe") aus, denn das hatten wir an Karneval mal tatsächlich vor, hihihihi - Christoph wollte ihm sogar Silikonbrüste für diesen Anlass basteln und ich habe mich bereit erklärt, ihn zu schminken *ggg*. Thorsten freut sich bestimmt, wenn er da so den ganzen Tag als Chuckys Braut rumlaufen darf, da er ja zum Glück auch eine Menge Humor hat. Hm, eigentlich könnte ich mich dann auch wie Chucky stylen, so wie wir es damals im Jahr 2008 an Karneval geplant hatten...:o).

Die Startrampe der Achterbahn ist rund 25 Meter hoch, wobei kurz vor Ende der Rampe gruselige Figuren auf die Fahrgäste lauern. Das Feuerwerk der guten Laune ist auf Zombie gestylt und nöhlt horrormäßig "Marinaaaaaaaa...!", Joda ("Krieg der Sterne") erschreckt alle mit den gekreischten Worten "Gleich sterben du musst!" und mein ehemaliger Kollege Bernd - übrigens ein ganz lieber, hübscher Mann - gibt Jason Voorhees inklusive Machete. Der gute Jason ist ja eher wortkarg veranlagt...:o).

Schließlich saust der Coffin Coaster in einem Winkel von 80° die Startrampe hinunter, sodass er am Ende auf eine Geschwindigkeit von mehr als 130 km/h kommt. Die Achterbahn schießt augenblicklich wieder in die Höhe durch zwei Loopings - auf Marinas Wunsch hin kopulieren zwei Geister über dem ersten Looping und heulen dabei vor Lust zum Stein erweichen. Nach dem zweiten Looping geht es wieder per Steilkurve in die Höhe und nach einer kurzen Gerade in einen dunklen Tunnel, in dem passenderweise "Hells Bells" von AC/DC läuft, hähä. An den schwach beleuchteten Tunnelwänden krabbeln fette schwarze Spinnen herum, Fledermäuse hängen je nach Tageszeit von der Decke oder flattern wie wild herum. Am Ende des Tunnels sehen die Fahrgäste ein Licht - dazu passend steht dort der Sensemann.


             Fledermaus: (c) Sabine Geißler, Pixelio


            Sensemann: (c) Jürgen Maul, pixelio.de
Nach diesem Horror-Tunnel geht es zwischen den Beinen des Sensemanns raus und dann steil abwärts in eine Kurve - und dann ganz knapp über die Emscher hinweg (hoffentlich führt sie nicht gerade mal Hochwasser, denn dann gibt's ne müffelnde Dusche...). Am Emscherufer stehen Vampire im Nebel und werfen mit Kunstblut um sich. Nach der letzten Steilkurve wird am Ende des Parcours schließlich gebremst inmitten von lauter überdimensionierten Grabsteinen, hehe. Steffiiiiii ist so freundlich und überreicht allen Fahrgästen wegen des Aromas der Emscher Deo-Roller von Odima :o).

Die Rechte aller Fotos liegen bei den jeweiligen Fotografen.

Freitag, 3. Juni 2011

Flora und Fauna vor meinem Balkon

Zu Lande und in der Luft kann ich von meinem Balkon aus unterschiedlichste Tierchen beobachten: Wildkaninchen, Titus Witus der Kater, Nachbarskater Malo, Eichhörnchen und verschiedenste Vogelarten - Meisen, Finken, Rotkehlchen, Tauben, Raben, Stieglitze, Schwalben, Elstern, Amseln, Drosseln, Stare, Greifvögel. Nach Einbruch der Dunkelheit geben kleine Fledermäuse häufiger eine Flugschau - davon könnte sich die Luftwaffe mal ne Scheibe abschneiden :o) - und ein Uhu ist auch schon in unserem Kirschbaum gelandet. Am Mittwoch hat mich kurz vor Mitternacht eine Fledermaus ziemlich erschreckt: Als ich noch die letzte Zigarette des Tages auf'm Balkon rauchte, sauste das kleine Flugtierchen elegant keinen halben Meter von mir entfernt vorbei, machte dann einen eleganten Bogen um die Trennwand zum Nachbarbalkon und segelte dann weiter zu selbigem. Kurz nach meinem Einzug hat auch schon mal eine Fledermaus fast vor meiner Nase eine Motte aus der Luft gefangen und gefuttert.

Neben Balkonbepflanzungen mit Geraninen, Petunien, Begonien, Tangetes und Margheritenbüschen tummeln sich in meiner unmittelbaren Umgebung Kirschbäume, Maulbeerbäume, Birken, Tannen, Buchen und Kastanien. Gerade in unserem Kirschbaum ist mal häufiger der Teufel los - insbesondere wenn Meisen und Finken selbigen frequentieren.  Es gibt manchmal nix Entspannenderes, als die Tiere in den Plantagen und Gärten zu beobachten. Und da hat es doch tatsächlich mal nen Mann gegeben, der sich beim Ordnungsamt der Stadt Essen über den morgendlichen Vogelgesang beschwert hat...dem Leiter des Ordnungsamtes ist dazu nach eigener Aussage auch nix mehr eingefallen. Also, wenn jemand schon Vogelzwitschern als Lärmbelästigung empfindet, empfehle ich Särge als Aufenthaltsort - da drin ist alles total schallisoliert. Allerdings könnten die Leichenwürmer durch schmatzende Geräusche auch einen gewissen Lärmpegel verursachen, hihi. Ich freue mich immer, wenn ich die Vögel morgens singen höre und ich denke, schätzungsweise 99,5 % der Menschheit auch.  

Da die letzten beiden Nächte im wahrsten Sinne des Wortes sternenklar waren, konnte ich mich natürlich wieder an allerlei Sternen und Sternbildern erfreuen: Cassiopeia, der Abendstern und natürlich das Sternbild Geile Gewürzgurke - bereits bekannt durch meine Blog-Einträge zu unseren Trauminseln :o). Der Abendstern grölte wie üblich "Evening Star" von Judas Priest in die Gegend rein und Ecki sang mal wieder "Smoke on the Water" von Deep Purple, wenn auf der Kokerei Prosper-Haniel der Koks abgelöscht wurde und die daraus resultierenden Dampfwolken in der Dunkelheit vom Feuer beleuchtet wurden ("Fire in the sky").

Montag, 23. November 2009

Drei Todesfälle und (noch) keine Hochzeit

Thomas ist sehr betrübt, denn drei seiner Triops-Krebse - namentlich Tripsi, Tipsi und Topsi - haben nach einer Lebensdauer von sechs Monaten das Zeitliche gesegnet. Alex tröstet ihn und sagt ihm, dass Triops-Krebse nunmal nicht älter als sechs Monate werden. Sie verspricht aber, ein würdevolles Begräbnis für seine drei Haustierchen zu organisieren. Thomas ist sehr dankbar dafür und nimmt dieses Angebot gern wahr.

Thorsten und Tim zimmern gemeinsam drei kleine Särge, während Alex Hans-Peter - auch als Charmin Bear bekannt - einbestellt, weil der nicht nur promovierter Rechtsanwalt, Wirtschaftsprüfer und Steuerberater ist, sondern auch sehr engagiert in seiner katholischen Kirchengemeinde. Der Charmin Bear erklärt sich bereit, sowohl die Totenmesse als auch die Grabrede zu halten - aber erst, nachdem Alex ihm versichert hat, dass Triops-Krebse nicht beißen.

Marina ist so freundlich und organisiert zusammen mit den Besuchern ihrer Inselden Leichenschmaus, während Steffi extra Aufkleber für die Särge anfertigt. Nachdem die Särge fertig sind und Alex die drei Tierchen in der kleinen Totenhalle neben dem Friedhof der Kuschelkrebse aufbahrt, heben Tim und Thorsten gemeinsam die drei Gräber aus. Die Jungs von Metallica erklären sich bereit, unentgeltlich am offenen Grab The Call of the Ktulu zu spielen.

Am nächsten Tag pilgert eine ganze Prozession zum Friedhof der Kuschelkrebse, die vom Charmin Bear angeführt wird. Die Särge werden von Thomas, Alex und Tim getragen. Thorsten hat einen ganzen Karton Feudel dabei, um der Trauergemeinde die Tränen aus dem Gesicht feudeln zu können. Thomas schluckt schwer, als seine drei Krebschen in ihren Särgen in die Erde hinab gelassen werden, während der Charmin Bear eine etwas monotone, unsichere Grabrede hält und die toten Triops-Krebse segnet. Metallica spielen verabredungsgemäß The Call of the Ktulu. Dem Charmin Bear ist das unheimlich und Thomas plärrt. Im Gegensatz zu ihm in manchen Beratungsgesprächen tröstet Alex ihn aber und lässt ihn nicht einfach nur weinen.

Am Strand findet der Leichenschmaus statt. Zum Glück haben die Taschenkrebse und Mantarochen schon alle von Marina und ihren Gästen zubereiteten Speisen angeliefert, sodass es auch direkt losgehen kann. Alex schickt einen Taschenkrebs mit einer Dankesbotschaft an Marina los.

Da Thomas gerade total in Trauer versunken ist und ein Kummerschüsselchen Flan nach dem anderen verdrückt, sitzt Alex händchenhaltenderweise mit Thorsten unter einer Palme und lässt sich von ihm eine Gruselgeschichte erzählen - und zwar die von dem verrückten Feudel Franky, der weltweit Leute in ihren Schlafzimmern gemeuchelt hat, denn er versteckt sich bevorzugt unter dem Bett, weil es dort dunkel und besonders staubig ist. Die Bekennerschreiben verfasst er wahlweise mit DOMESTOS oder der blauen Flüssigkeit der WC-Ente. Alex findet das Ganze jetzt noch nicht so spannend und bekommt zusätzlich fast nen narkoleptischen Anfall, als Thorsten anfängt, sämtliche Orte aufzuzählen, in den Franky der verrückte Feudel schon aufgetaucht ist - Gießen, Essen, Coesfeld, Datteln, Leipzig, Stavanger, Malmö, Zürich, Bern, Wien, Saarbrücken, Duisburg, Bottrop, Windhuk, Kapstadt, Mombasa, Nairobi, Sydney, Perth, Rio, Tegucigalpa, Montevideo, Seoul, Kalkutta...die anderen Gäste stehen ebenfalls kurz vorm Einschlafen, aber zum Glück sagt der Charmin Bear, dass er müde ist. Alex ist so froh, dieser blöden Aufzählung entrinnen zu können, und geleitet ihn ins Gästehaus. Thorsten versteht die Welt nicht mehr und feudelt frustriert an einer Palme herum.

Der Charmin Bear meint, dass er unter Garantie nicht schlafen kann, zumal die Mondsichel genau auf sein Bett scheint, sodass Alex ihm eine Gute-Nacht-Geschichte vorliest - und zwar wolkenweiche Geschichten vom Charmin Bear aus dem Bilderbuch "Charmin der Bär und seine Freunde. Bärenstarke Kuschelgeschichten". Das eigentlich für kleine Kinder gedachte Buch beinhaltet vier kurze Geschichten, aber schon nach der zweiten ist der Charmin Bear fest und selig lächelnd eingeschlafen. Das Sandmännchen streut ihm noch ein wenig Sand in die Augen. Zum Glück verzichtet Sabber-auf-Kissen-Mann darauf, auch noch im Schlafzimmer der Charmin Bear aufzutauchen...

Als Alex zu den übrigen Gästen zurückkehrt, gucken alle ziemlich angeekelt aus der Wäsche, nur Tim und die Jungs von Metallica grinsen breit.
"Was ist los?" will Alex natürlich wissen.
Tim: "Tja, Schatzi, ich hab der Trauergemeinde gerade von Mahmud dem makaberen Magen erzählt!"
"Wer ist das denn?"
James Hetfield singt den Refrain des Metalllica-Hits Creeping Death von ihrem zweiten Album "Ride The Lightning":

So let it be written
so let it be done
to kill the first born pharao son
I'm creeping death

Alex hat den Zusammenhang jedoch noch nicht ganz gerafft, aber ihr ist schon mal klar, dass Mahmud der makabere Magen wohl aus Ägypten stammen muss. Klar, die Körper der Pharaonen wurden vor der Einbalsamierung ausgenommen, das heißt, die inneren Organe wurden getrennt vom restlichen Körper des Leichnams bestattet, da ansonsten die Gefahr bestanden hätte, dass der einbalsamierte Leichnam durch die Gase, die beim Verwesungsprozess entstehen, platzt. Die Organe wurden ebenfalls in Mull gehüllt und einbalsamiert.

"Und was ist daran so Besonderes?" fragt Alex nach.
Thomas guckt aus der Wäsche, als wenn ihm speiübel wäre und sieht Tim hilfesuchend an, doch der setzt natürlich zu einer Erklärung an.
"Mahmud der makabere Magen kotzt bekloppten Leuten in den Hausflur!"
Da muss Alex lachen, nur der Großteil der Gäste guckt ziemlich angeekelt. Thorsten feudelt seinen eigenen saueren Speichel auf. Thomas jammert schließlich los: "Alex! Mir ist schlecht und ich hab Rückenschmerzen!"
Daraufhin hebt Alex die Tafel auf, sodass alle ihre Schlafstätten aufsuchen. Sie legt Thomas ein Thermacare Wärme-Kissen um und eine Yeti-Wärmflasche von Nichtlustig (c) auf den Bauch, damit es seinem Magen auch bald besser geht. Ein Rennie hat sie ihm auch schon gegeben. Thomas bittet Alex ganz lieb, ihm auch eine Gute Nacht-Geschichte vorzulesen, aber bitte eine gruselige ohne größeren Ekelfaktor. Alex ist zwar nicht so überzeugt davon, dass das so das Richtige für ihn ist, greift aber auf seine Bitten hin doch zu Stephen Kings Kurzgeschichtensammlung "Im Kabinett des Todes". Sie liest ihm ihre Lieblings-Story "Der Straßenvirus zieht nach Norden" vor, bei der es um ein Bild geht, das sich ständig verändert. Der auf dem Aquarell gezeigte junge Mann beginnt, in der Realität ein mörderisches Eigenleben zu führen.

Das Ende vom Lied: Alex schläft seelenruhig neben Thomas ein, nachdem sie mit Lesen fertig ist, aber Thomas liegt neben ihr mit tellergroßen Augen und Schlupfnippeln in der Dunkelheit und findet keine Ruhe. Das war doch eine ziemlich beunruhigende Geschichte! Er hält heimlich Ausschau nach Mahmud dem makaberen Magen, dem verrückten Feudel Franky, einem jungen Mann mit Reißzähnen und anderen Horror-Gestalten, während Alex selig lächelnd neben ihm schläft...