Am 2. Februar hatte ich eine Bewerbung an einen Essener Sozialverband geschickt, der eine sozialpädagogische Mitarbeiterin für die Betreuung von Langzeitarbeitslosen suchte. Heute kam die Absage, was jetzt nicht so verwunderlich war, da der Laden eigentlich auch dafür bekannt ist, dass sie ständig Personal suchen und dann eh nur Absagen schicken, aber die Absage selbst war lustig, denn es wurde sich bei mir nicht nur für meine Bewerbung bedankt, sondern auch für die Gespräche, die man mit mir geführt hat *kicher*. Sorry, ich war da noch nicht mal zu einem Gespräch, geschweige denn bei mehreren Vorstellungsgesprächen. Was soll uns das jetzt sagen? Massenabsage als Serien-Mail, egal ob der Text passt oder nicht, oder Verwirrung bezüglich der Bewerber? Das erklärt auch, warum manche Bewerber ihre Unterlagen erst auf mehrfaches Nachfragen zurückerhalten und dann auch noch die eines Mitbewerbers :o))). Da bleibt dann zu hoffen, dass die Langzeitarbeitslosen besser betreut werden als die Bewerber...
Als ich noch für Oscar Winzen gearbeitet habe, waren Marina, Steffi und ich ja auch für das Bewerbermanagement zuständig, wenn mal eine interne Position zu besetzen war. Das hieß konkret: Bewerbungen sichten und wertneutral beurteilen, den demotivierten und/oder schlechten Bewerbern nach einer Woche eine Absage senden, interessante Kandidaten zeitnah zum Vorstellungsgespräch einladen, etwaige Absagen nach einem Vorstellungsgespräch spätestens binnen einer Woche verschicken. Für manche Firmen bedeutet Bewerbermanagement aber leider lediglich ausschließlich der standardisierte Versand von Massenabsagen - so eine Stelle ist mir auch mal vor zwei Jahren angeboten worden, aber dafür ist weder eine Sekretärin noch eine Diplom-Pädagogin erforderlich, da reicht eine Bürohilfskraft aus, denn mit gutem Bewerbermanagement hat der Versand von Absagen als Massendrucksache bzw. Serienmail absolut nix zu tun. Manche Bewerber lieben solche Stellen aber auch, denn sie können dann von sich behaupten, dass sie im Bewerbermanagement arbeiten - darin ist ja immerhin das Wort "Management" enthalten - und müssen nicht viel denken und alleine formulieren, denn der Versand von Standard-Absagen, die bereits als Vorlage existieren, erfordert nicht viel Hirn.
Komisch, von den Bewerbern wird alles Mögliche verlangt: Flexibilität, geistige Beweglichkeit, keine Standard-Floskeln im Anschreiben, saubere Unterlagen etc., aber manche Arbeitgeber genügen leider mit ihren mehr oder weniger lustigen Absagen noch nicht mal den einfachsten Anforderungen, die sie an ihre Kandidaten stellen. Bei manchen bekommt man leider auch den Eindruck, dass sie entgegen der Behauptung in ihrer Ausschreibung gar keine Kandidaten mit Herz und Hirn wollen, sondern billige Befehlsempfänger, die jederzeit austauschbar sind. Das ist echt ein Schlag ins Gesicht für jeden Arbeitsuchenden, der sich ernsthaft um eine neue Arbeit bemüht und auch was von seinem Job versteht.
Die meisten Bewerber sind vor Vorstellungsgesprächen sehr aufgeregt und geraten unter den gleichen Stress wie in einer Prüfungssituation, wobei sie vorher aber noch gar nicht wissen, ob ihnen der Arbeitgeber überhaupt zusagt. Deshalb rät Richard Bolles dazu, das Vorstellungsgespräch gar nicht als Prüfungssituation anzusehen, sondern eher als weitere Recherche - das nimmt dann doch viel von der Aufregung vor einem solchen Gespräch.
Autorenblog von Alexandra Döll mit Informationen zu ihren Büchern und Artikeln, Meinungen zum Literaturbetrieb, Satiren, abgedrehten Kurzgeschichten, Aktuellem und vielem mehr
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Mittwoch, 12. März 2014
Dienstag, 20. Dezember 2011
Nettes und weniger Nettes
Die Resonanzen meiner Kunden auf meine vorgezogenen Abschieds-Mails sind durchweg positiv und nett, d. h. sie bedauern, dass ich ihnen künftig nicht mehr mit meinem breiten Know-how zur Seite stehen kann :o(. Das finde ich auch sehr nett und total erfreulich, wenn solche lieben Antworten per Mail kommen. Die Mails werde ich auch gleich noch beantworten.
Eine Absage auf ne Bewerbung war auch schon dabei - der übliche Standard-Babel, der auch noch nette Fehlerchen enthielt. Da wollte wohl jemand seinen Account noch vor Weihnachten aufräumen :o). Egal, Haken dran - wenn ich noch nicht mal die Chance bekomme, im Vorstellungsgespräch zu überzeugen und dann nur so einen Standard-Quatsch als Antwort bekomme - natürlich noch mit Fehlern gespickt - dann ist das auch nicht weiter schade. Ich weise eigentlich in meinen Anschreiben auch immer wieder darauf hin, dass ich für meine Arbeit sowohl auf fachlicher als auch auf persönlicher Ebene positive Rückmeldungen bekomme und dass meine Kolleginnen/Kollegen immer gerne mit mir zusammengearbeitet haben - aktuelle wie auch ehemalige - nützt das wohl scheinbar auch nix bzw. daraus geht ja dann hervor, dass ich aktiv ein positives Betriebsklima fördere und manche Dinge wie Mobbing, Kollegen ausbooten, mich scheiße benehmen und trotz fehlender Fachkompetenz vor Arroganz kaum noch laufen können mit mir nicht zu machen sind.
Komisch, selbst im Philipp habe ich vor genau einem halben Jahr positive Rückmeldungen von Ärzten und Pflegepersonal zu meiner Art bekommen - und die haben mich ja nur sehr kurz als Patientin kennen gelernt und erlebt. Für mich ist es eigentlich selbstverständlich, andere Menschen so zu behandeln wie ich selbst gerne behandelt werden möchte, aber das scheint wohl teilweise eher ein Ausschlusskriterium bei manchen Arbeitgebern zu sein, haha. Wenn das wirklich so ist: Ich entwickele mich nicht zu einem vielversprechenden A...loch, nur weil manche das vielleicht gerne so hätten und sie ein weiteres williges Werkzeug für ihre nicht vorhandene Unternehmenskultur suchen. Normalerweise steigert ein gutes Betriebsklima auch die Produktivität und den Zusammenhalt bzw. senkt im Umkehrschluss den Krankenstand eines Betriebes, aber gleichzeitig macht Zusammenhalt auch stark - und wo Zusammenhalt ist, können manche nicht ihren fragwürdigen Dachschaden zur Normalität zu deklarieren versuchen.
Mich hat es jedenfalls schon positiv überrascht, dass ich so nette Rückmeldungen im Krankenhaus bekommen habe - für mich ist es wie gesagt selbstverständlich, nett zu Ärzten und Pflegepersonal zu sein, denn die haben nun wirklich alle ihr Bestes getan - insbesondere mein Stationsarzt - und waren auch bei Stress immer freundlich und ansprechbar. Offenbar scheint es für manche Patienten wohl nicht selbstverständlich zu sein, nett zum Pflegepersonal zu sein - wenn meine Freundlichkeit und angenehme Art da schon so positiv auffällt....klar, wenn ich da nen bekloppten Arzt und/oder zickiges Pflegepersonal habe, dann reagiere ich auch darauf entsprechend und lass mir das auch nicht gefallen, aber ich muss nicht rumzicken, rumprollen oder die Diva mimen, wenn es dazu überhaupt gar keinen Anlass gibt. Und für meine Krankheit konnte da auch niemand was - und da muss ich meinen Frust darüber nicht an Menschen auslassen, die mir zu helfen versuchen, und die da auch nix für können.
Ebenso wenig nett wie manche nicht vorhandene Unternehmenskultur finde ich den Suchbegriff zu meinem Blog "Frauen und Tiere bumsen" - bums dich selbst, du perverse Mistbiene, um das mal in aller Deutlichkeit zu formulieren. Das ist auch der Grund, warum ich mir meinen vermeintlichen Traumpartner nicht im Internet suchen würde - es sei denn, ich möchte mit meinem Leben oder meiner körperlichen Unversehrtheit spielen. Das Internet hat sicherlich sehr viele Vorteile, aber ist wohl auch Tummelplatz für mehr als genug Perverse, die nach außen hin eine unauffällige Fassade aufrecht erhalten wollen. Nee, sowas muss ich nicht haben.
Eine Absage auf ne Bewerbung war auch schon dabei - der übliche Standard-Babel, der auch noch nette Fehlerchen enthielt. Da wollte wohl jemand seinen Account noch vor Weihnachten aufräumen :o). Egal, Haken dran - wenn ich noch nicht mal die Chance bekomme, im Vorstellungsgespräch zu überzeugen und dann nur so einen Standard-Quatsch als Antwort bekomme - natürlich noch mit Fehlern gespickt - dann ist das auch nicht weiter schade. Ich weise eigentlich in meinen Anschreiben auch immer wieder darauf hin, dass ich für meine Arbeit sowohl auf fachlicher als auch auf persönlicher Ebene positive Rückmeldungen bekomme und dass meine Kolleginnen/Kollegen immer gerne mit mir zusammengearbeitet haben - aktuelle wie auch ehemalige - nützt das wohl scheinbar auch nix bzw. daraus geht ja dann hervor, dass ich aktiv ein positives Betriebsklima fördere und manche Dinge wie Mobbing, Kollegen ausbooten, mich scheiße benehmen und trotz fehlender Fachkompetenz vor Arroganz kaum noch laufen können mit mir nicht zu machen sind.
Komisch, selbst im Philipp habe ich vor genau einem halben Jahr positive Rückmeldungen von Ärzten und Pflegepersonal zu meiner Art bekommen - und die haben mich ja nur sehr kurz als Patientin kennen gelernt und erlebt. Für mich ist es eigentlich selbstverständlich, andere Menschen so zu behandeln wie ich selbst gerne behandelt werden möchte, aber das scheint wohl teilweise eher ein Ausschlusskriterium bei manchen Arbeitgebern zu sein, haha. Wenn das wirklich so ist: Ich entwickele mich nicht zu einem vielversprechenden A...loch, nur weil manche das vielleicht gerne so hätten und sie ein weiteres williges Werkzeug für ihre nicht vorhandene Unternehmenskultur suchen. Normalerweise steigert ein gutes Betriebsklima auch die Produktivität und den Zusammenhalt bzw. senkt im Umkehrschluss den Krankenstand eines Betriebes, aber gleichzeitig macht Zusammenhalt auch stark - und wo Zusammenhalt ist, können manche nicht ihren fragwürdigen Dachschaden zur Normalität zu deklarieren versuchen.
Mich hat es jedenfalls schon positiv überrascht, dass ich so nette Rückmeldungen im Krankenhaus bekommen habe - für mich ist es wie gesagt selbstverständlich, nett zu Ärzten und Pflegepersonal zu sein, denn die haben nun wirklich alle ihr Bestes getan - insbesondere mein Stationsarzt - und waren auch bei Stress immer freundlich und ansprechbar. Offenbar scheint es für manche Patienten wohl nicht selbstverständlich zu sein, nett zum Pflegepersonal zu sein - wenn meine Freundlichkeit und angenehme Art da schon so positiv auffällt....klar, wenn ich da nen bekloppten Arzt und/oder zickiges Pflegepersonal habe, dann reagiere ich auch darauf entsprechend und lass mir das auch nicht gefallen, aber ich muss nicht rumzicken, rumprollen oder die Diva mimen, wenn es dazu überhaupt gar keinen Anlass gibt. Und für meine Krankheit konnte da auch niemand was - und da muss ich meinen Frust darüber nicht an Menschen auslassen, die mir zu helfen versuchen, und die da auch nix für können.
Ebenso wenig nett wie manche nicht vorhandene Unternehmenskultur finde ich den Suchbegriff zu meinem Blog "Frauen und Tiere bumsen" - bums dich selbst, du perverse Mistbiene, um das mal in aller Deutlichkeit zu formulieren. Das ist auch der Grund, warum ich mir meinen vermeintlichen Traumpartner nicht im Internet suchen würde - es sei denn, ich möchte mit meinem Leben oder meiner körperlichen Unversehrtheit spielen. Das Internet hat sicherlich sehr viele Vorteile, aber ist wohl auch Tummelplatz für mehr als genug Perverse, die nach außen hin eine unauffällige Fassade aufrecht erhalten wollen. Nee, sowas muss ich nicht haben.
Samstag, 5. November 2011
Lustige Vorgänge und Neues aus der Bewerber-Welt
Hm, irgendwer - ich weiß nicht, wer - hat auf den derzeit etwas staubigen Lack meines Clio ein Herzchen mit dem Finger gemalt, und zwar genau auf der Kofferraumklappe :o). Clio und ich waren uns uneins, wem das Herz jetzt gegolten hat - ihm oder mir, hihi. Ich habe Clio auch nach dem Urheber gefragt, weil er ja wohl am ehesten bemerkt, wenn jemand mit dem Finger Herzen auf seinen Lack malt, aber er sagte, er kannte den Kerl nicht :o). Na ja, Herzchen-Malereien mit dem Finger sind ja ganz nett, aber ohne Kenntnis des Urhebers kann ich natürlich nicht sagen, ob mich das freut oder nicht so sehr. Nett ist es aber in jedem Fall; über Herzchen, die per Graffiti auf meinen Lack gesprüht werden oder per Edding aufgemalt werden, würde ich mich weniger freuen.
Mein für gestern geplantes Telefon-Interview musste verschoben werden, da alle Personaldisponenten kurzfristig erkrankt, verunfallt oder im Urlaub waren, sodass das Ganze jetzt am 16. stattfindet. Na, das ist höhere Gewalt, da kann niemand was für, wenn jemand überraschend erkrankt oder nen - zum Glück nicht schlimmen - Unfall hat. Ich finde es auch gut, dass die Assistentin sich gemeldet hat, um den Termin in Absprache mit mir zu verschieben, denn im ungünstigsten Fall hätte die Firma ja auch nach dem Motto verfahren können "Sie merkt schon, wenn wir sie nicht zum vereinbarten Termin anrufen." Das finde ich in jedem Fall sehr positiv und zeigt auch echtes Interesse an mir als Bewerberin.
Gestern bekam ich ne Absage von einem Bewerber-Portal für Pädagogen und Sozialwissenschaftler aller Art - ich hatte mich dort auf keine konkrete Stelle beworben, sondern lediglich mein Profil dort eingestellt für ggf. passende Vakanzen. Das Ganze war zwar nett und fehlerfrei geschrieben, aber mutete an wie ne Absage auf ne konkrete Stelle. Es war auch von Unterlagen die Rede, mit denen ich mir viel Mühe gegeben habe, die ich dort aber nicht eingestellt habe; ich habe im Anschreibentext darauf verwiesen, dass ich bei Interesse gerne weitere Dokumente zusende. Hm...schön geschriebene Standard-Absage, wirklich. Dadurch wird der nette Stil jedenfalls konterkariert, ebenso wie durch den Hinweis, dass Bewerbungsunterlagen das erste Vorauswahl-Instrument sind. Ach...?! Wie gut, dass mir das so deutlich noch mal mitgeteilt wurde, ohne diesen Hinweis hätte ich das nicht gewusst. Worauf sollen Personaler sich denn sonst bei ner Vorauswahl von Bewerbern stützen? Was anderes als die Bewerbungsunterlagen fällt mir da auch nicht ein, sofern es sich nicht gerade um ne telefonische Bewerbung handelt, da gibt dann das Telefonat den Ausschlag. Na ja, Haken dran, es gibt Dinge, die sind eher belustigend, weil unpassend bis standardisiert :o).
Ich kann mich nicht mehr daran erinnern, wo ich es im Netz gelesen habe, aber es gab mal einen Bewerber, der hat den Spieß umgedreht und mal ne Absage an ein Unternehmen geschickt (m. E. Lufthansa), die genau die gleichen nichtssagenden, abgedroschenen Phrasen enthielten, die manche Firmen so gerne an ihre Bewerber verschicken. Ich krieg den Text nicht mehr in allen Einzelheiten zusammen, aber sinngemäß stand das drin:
Sehr geehrte Damen und Herren,
vielen Dank für Ihre Stellenanzeige in der [Name der Zeitung] vom [Datum] und Ihr Interesse an meiner Arbeitskraft.
Nach reiflicher Überlegung bin ich jedoch zu dem Schluss gekommen, dass ich Ihre Stellenausschreibung nicht berücksichtigen kann, weil mir ausgeschriebene Vakanzen anderer Unternehmen noch passender zu meinem Anforderungsprofil erschienen.
Bitte sehen Sie in dieser Absage kein Werturteil über Ihre Firma oder deren wirtschaftliche Zukunft.
Ich wünsche Ihnen an anderer Stelle mehr Erfolg und alles Gute für die Zukunft Ihres Unternehmens!
Mit freundlichen Grüßen
[Name des Bewerbers]
Hihi, den Text fand ich jedenfalls klasse und m. W. hat derjenige das auch tatsächlich so versendet - wohl, um manchen Personalern mal vor Augen zu führen, wie schwachsinnig ihr Standard-Babel in vielerlei Hinsicht ist - unabhängig von der Freundlichkeit und der Stilistik des Textes. Manche mögen es provokant finden, aber ich finde es richtig gut. Die Unternehmen erwarten von Ihren Bewerbern Höflichkeit, Pünktlichkeit, akurate und vor allem auf das Unternehmen zugeschnittene, individuelle Unterlagen, da haben Bewerber auch das Recht, von Unternehmen das zu fordern, was von ihnen verlangt wird. Ohne fähige Mitarbeiter kann eine Firma nicht existieren, auch wenn die Mindestlohn-Gegner das anders sehen und behaupten, eine faire Entlohnung (sofern man davon angesichts mancher angestrebter Mindestlöhne überhaupt sprechen kann...) vernichte Arbeitsplätze in der jeweiligen Branche, wie z. B. der Sesselfurzer vom Deutschen Hotel- und Gaststättenverband. Dann sollen sie doch alles alleine machen - Buchhaltung, Telefonie, Empfang, Erstellung von Korrespondenz und Präsentationen, Personalwesen, Controlling, Organisation von Meetings und Reisen, Facility Management...dann müssen sie überhaupt niemanden bezahlen außer sich selbst. Bei manchen Menschen, die die Welt jedoch nur in der Theorie und nicht in der Praxis kennen, stelle ich mir das aber sehr schwierig vor bzw. da ist dann wohl der Konkurs vorprogrammiert.
Mein für gestern geplantes Telefon-Interview musste verschoben werden, da alle Personaldisponenten kurzfristig erkrankt, verunfallt oder im Urlaub waren, sodass das Ganze jetzt am 16. stattfindet. Na, das ist höhere Gewalt, da kann niemand was für, wenn jemand überraschend erkrankt oder nen - zum Glück nicht schlimmen - Unfall hat. Ich finde es auch gut, dass die Assistentin sich gemeldet hat, um den Termin in Absprache mit mir zu verschieben, denn im ungünstigsten Fall hätte die Firma ja auch nach dem Motto verfahren können "Sie merkt schon, wenn wir sie nicht zum vereinbarten Termin anrufen." Das finde ich in jedem Fall sehr positiv und zeigt auch echtes Interesse an mir als Bewerberin.
Gestern bekam ich ne Absage von einem Bewerber-Portal für Pädagogen und Sozialwissenschaftler aller Art - ich hatte mich dort auf keine konkrete Stelle beworben, sondern lediglich mein Profil dort eingestellt für ggf. passende Vakanzen. Das Ganze war zwar nett und fehlerfrei geschrieben, aber mutete an wie ne Absage auf ne konkrete Stelle. Es war auch von Unterlagen die Rede, mit denen ich mir viel Mühe gegeben habe, die ich dort aber nicht eingestellt habe; ich habe im Anschreibentext darauf verwiesen, dass ich bei Interesse gerne weitere Dokumente zusende. Hm...schön geschriebene Standard-Absage, wirklich. Dadurch wird der nette Stil jedenfalls konterkariert, ebenso wie durch den Hinweis, dass Bewerbungsunterlagen das erste Vorauswahl-Instrument sind. Ach...?! Wie gut, dass mir das so deutlich noch mal mitgeteilt wurde, ohne diesen Hinweis hätte ich das nicht gewusst. Worauf sollen Personaler sich denn sonst bei ner Vorauswahl von Bewerbern stützen? Was anderes als die Bewerbungsunterlagen fällt mir da auch nicht ein, sofern es sich nicht gerade um ne telefonische Bewerbung handelt, da gibt dann das Telefonat den Ausschlag. Na ja, Haken dran, es gibt Dinge, die sind eher belustigend, weil unpassend bis standardisiert :o).
Ich kann mich nicht mehr daran erinnern, wo ich es im Netz gelesen habe, aber es gab mal einen Bewerber, der hat den Spieß umgedreht und mal ne Absage an ein Unternehmen geschickt (m. E. Lufthansa), die genau die gleichen nichtssagenden, abgedroschenen Phrasen enthielten, die manche Firmen so gerne an ihre Bewerber verschicken. Ich krieg den Text nicht mehr in allen Einzelheiten zusammen, aber sinngemäß stand das drin:
Sehr geehrte Damen und Herren,
vielen Dank für Ihre Stellenanzeige in der [Name der Zeitung] vom [Datum] und Ihr Interesse an meiner Arbeitskraft.
Nach reiflicher Überlegung bin ich jedoch zu dem Schluss gekommen, dass ich Ihre Stellenausschreibung nicht berücksichtigen kann, weil mir ausgeschriebene Vakanzen anderer Unternehmen noch passender zu meinem Anforderungsprofil erschienen.
Bitte sehen Sie in dieser Absage kein Werturteil über Ihre Firma oder deren wirtschaftliche Zukunft.
Ich wünsche Ihnen an anderer Stelle mehr Erfolg und alles Gute für die Zukunft Ihres Unternehmens!
Mit freundlichen Grüßen
[Name des Bewerbers]
Hihi, den Text fand ich jedenfalls klasse und m. W. hat derjenige das auch tatsächlich so versendet - wohl, um manchen Personalern mal vor Augen zu führen, wie schwachsinnig ihr Standard-Babel in vielerlei Hinsicht ist - unabhängig von der Freundlichkeit und der Stilistik des Textes. Manche mögen es provokant finden, aber ich finde es richtig gut. Die Unternehmen erwarten von Ihren Bewerbern Höflichkeit, Pünktlichkeit, akurate und vor allem auf das Unternehmen zugeschnittene, individuelle Unterlagen, da haben Bewerber auch das Recht, von Unternehmen das zu fordern, was von ihnen verlangt wird. Ohne fähige Mitarbeiter kann eine Firma nicht existieren, auch wenn die Mindestlohn-Gegner das anders sehen und behaupten, eine faire Entlohnung (sofern man davon angesichts mancher angestrebter Mindestlöhne überhaupt sprechen kann...) vernichte Arbeitsplätze in der jeweiligen Branche, wie z. B. der Sesselfurzer vom Deutschen Hotel- und Gaststättenverband. Dann sollen sie doch alles alleine machen - Buchhaltung, Telefonie, Empfang, Erstellung von Korrespondenz und Präsentationen, Personalwesen, Controlling, Organisation von Meetings und Reisen, Facility Management...dann müssen sie überhaupt niemanden bezahlen außer sich selbst. Bei manchen Menschen, die die Welt jedoch nur in der Theorie und nicht in der Praxis kennen, stelle ich mir das aber sehr schwierig vor bzw. da ist dann wohl der Konkurs vorprogrammiert.
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